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  • 15.05.2013           32      Teilen:   |

"Kein Bedarf": Moskau verbietet CSD

Artikelbild
Trotz der Verbote demonstrierten Schwule und Lesben immer wieder anlässlich des Moskauer CSDs - und wurden dafür auch körperlich angegriffen.

Die russische Hauptstadt hat zum achten Mal in Folge den CSD verboten, weil es für eine derartige Veranstaltung "keinen Bedarf" gebe.

Die Moskauer Stadtverwaltung hat laut "Interfax" wie in den vergangenen Jahren die Ausrichtung des CSDs untersagt. Als Begründung erklärte Alexi Majarow, der Chef der Moskauer Sicherheitsbehörde: "Aus unserer Sicht gibt es keinen Bedarf für derartige Veranstaltungen in unserer Stadt". Eine Begründung der Ablehnung werde den Homo-Aktivisten in Kürze zugestellt.

Die CSD-Organisatoren hatten am Montag die Genehmigung für eine Demonstration am 25. Mai beantragt. Aktivist Nikolai Aleksejew hat bereits angekündigt, bei einem Verbot vor Gericht ziehen zu wollen.

In Russland hatte vor wenigen Tagen der brutale Mord an einem 23-Jährigen für Entsetzen unter Aktivisten gesorgt. Der junge Mann war von zwei Bekannten offenbar nach seinem Coming-out aus homophoben Motiven zusammengeschlagen, mit einer Flasche vergewaltigt und an den Genitalien verstümmelt worden. Die mutmaßlichen Täter gaben an, sich durch die sexuelle Orientierung des Opfers in ihren patriotischen Gefühlen gestört gefühlt zu haben. Homo-Aktivisten gaben der russischen Politelite und insbesondere Präsident Wladimir Putin eine Mitschuld an dem Verbrechen, weil die Regierung im Land eine homosexuellenfeindliche Atmosphäre verbreite (queer.de berichtete).

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Russland verstößt gegen europäisches Recht

Moskau hat seit 2006 jedes Jahr die Ausrichtung des CSDs verboten. Damit verstößt Russland wissentlich gegen die Europäische Menschenrechtskonvention: Bereits 2010 hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte einstimmig entschieden, dass das Verbot gegen das in der Konvention garantierte Recht auf Versammlungsfreiheit verstoße (queer.de berichtete). Homo-Aktivisten hätten das Recht auf eine öffentliche Protestkundgebung, selbst wenn ihr Anliegen nicht von der Mehrheit geteilt werde und Gegenveranstaltungen provoziere. Das Urteil hatte eine Geldstrafe zur Folge, bezog sich nach Ansicht der Moskauer Stadtverwaltung jedoch nur auf den damaligen CSD.

Im vergangenen Jahr hatte die Moskauer Stadtverwaltung argumentiert, dass der CSD Eltern von kleinen Kinder provozieren und eine "negative Reaktion in der Öffentlichkeit" hervorrufen würde (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: russland, csd, moskau
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Reaktionen zu ""Kein Bedarf": Moskau verbietet CSD"


 32 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
15.05.2013
14:00:15


(+12, 12 Votes)

Von fink


wenn man einfach so das demonstrationsrecht außer kraft setzt, dann ist die botschaft wohl eher: wir sehen hier keinen bedarf an demokratie.

ich hoffe, dass auch viele andere russ_innen verstehen, dass es hier nicht nur um minderheitenrechte geht, sondern um zentrale freiheitsrechte, die sie alle betreffen.


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#2
15.05.2013
14:00:16


(+7, 9 Votes)

Von Mister_Jackpot
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Nichts neues im Osten! Und das nach so vielen Jahren des Kampfes. Die Gesellschaft dort ist einfach lernresistent. Ich werds nie verstehen und es ist bedenklich, dass ich fast schon abgestumpft bin was die Nachrichten aus Russland angeht. Ich denke dort wird sich in den nächsten Jahrzehnten nichts ändern. Das heterosexistische Weltbild ist in der russischen Gesellschaft so tief verankert, dass es fast unmöglich zu sein scheint das jemals aufzubrechen. Die LGBT Aktivisten werden einen sehr langen Atem brauchen und ich hoffe sie geben trotz der scheinbar aussichtslosen Lage nicht auf weiterhin ihre Rechte einzufordern. In (West)Europa müssen wir übrigens auch aufpassen, dass das bisher erreichte auch weiter Bestand hat. Wie man an den gewalttätigen Übergriffen in Frankreich sieht ist die angebliche Akzeptanz von Homosexuellen auch in unseren westlichen Gesellschaften längst noch nicht fest verwurzelt. Das einzige was hilft ist erst einmal, dass sich jeder Schwule und jede Lesbe im eigenen Verwandten und Bekanntenkreis outet... das ist der beste Dienst Akzeptanz zu fördern. Russischen Schwulen würd ich aber raten beim Outing sich die Leute seht genau auszusuchen, denen sie sich anvertrauen. Man sieht ja was in Wolgograd passiert ist. Trotzdem ist das wichtigste Mittel zum Ziel der Akzeptanz unsere Sichtbarkeit! Darauf kommts am Ende an. Und da sist auch meine direkte Aufforderung an all die vielen versteckten...ich weiss wovon ich rede, denn ich hab mich so viele Jahre zum Outing gequält! Das ist es einfach nicht wert sich zurückzunehmen nur um auf die angeblichen Befindlichkeiten anderer Rücksicht zu nehmen....was nicht heisst, dass ich nicht weiss, wie schwer es ist sich auch heute noch überall zu outen. Fangt einfach an und dann wird euer Outing nach und nach von allein laufen! ;-) Das war so mein Trick....einem sagen udn dann wissen es ganz schnell alle! ;-) Vielleicht macht es das für einige einfacher! Der LGBT Bewegung in Russland wünsche ich trotz allem wie gesagt weiterhin alles Gute und Durchhaltevermögen....


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#3
15.05.2013
14:02:07
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von Nick


Durch das Verbot der homosexuellen "Propaganda" und dadurch verursachte Zunahme an Homophobie, trauen sich auch kaum noch Jugendliche in Russland zu outen ( und wenn doch, müssen sie Gewalt befürchten).
Das dann argumentiert wird es gäbe angeblich keinen Bedarf für einen CSD ist widerlich, sind es doch die Politik der Städte und des Staats die diesen Bedarf unsichtbar machen.


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#4
15.05.2013
14:16:13


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Die russischen Aktivisten haben meine vollste Hochachtung, denn das Klima ist mittlerweile extrem feindlich, dank der Regierenden.Die Vorurteile, die dort kursieren klingen wie aus der Nazi- Mottenkiste herausgeholt, schlimm ist, dass die Russen jeden Dreck glauben der über Homosexuelle verbreitet wird.Hier lassen sich Russlands eigene Probleme wunderbar vertuschen, indem man den immer noch funktionierenden Trick anwendet mit dem Finger auf andere zu zeigen, damit niemand auf sie selbst schaut.


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#5
15.05.2013
14:37:24


(+8, 8 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Und gibt es aber einen Bedarf für Diktaturen der Kirchen und Despoten? Das glaube ich kaum!


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#6
15.05.2013
15:03:07


(+7, 7 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


In der "Putinokratie" Russlands sind Rechtsstaat, Menschenrechte und Demokratie leider abwesend, sehr zum Leidwesen von Minderheiten wie auch Lesben und Schwulen. Das freche Ignorieren der Urteile des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte zeigt, dass das gasbefeuerte Regime über den Europäischen Niederungen stehen will im Reigen der Großmächte. Möge seinem Hochmut der Fall folgen.


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#7
15.05.2013
15:42:56


(+8, 8 Votes)

Von Stretchingmaster
Aus Essen / Holsterhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.01.2012


Genau. So ist es doch Logisch.
Die Regierung in Russland hat die HOMO-Propaganda verboten, also gibt es auch keinen Bedarf. Denn es kann ja keinen Bedarf nach etwas verbotenem geben.

Ich bin absolut gegen Gewalt, aber der russischen Regierung würde ich gern die ein oder andere Bombe unterjubeln bis das ganze faschistische Pack ausgelöscht ist.
Früher sozialistisch und jetzt faschistisch. Super Weiterentwicklung. Wenn Russland so weiter macht dann klettern die in 200 Jahren wieder auf Bäumen rum.

Ich wünsche allen Homo-Aktivisten in Russland viel Kraft und Nerven für den weitern Kampf. Gebt nicht auf. Irgendwann sterben die ganzen Homophoben Fratzen alle weg.

Schönen Tag noch


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#8
15.05.2013
15:59:36


(+6, 6 Votes)

Von Tim_Chris
Aus Bremen
Mitglied seit 01.05.2008


Ehrlich gesagt hätte es mich gewundert, wenn nach Putins Anti-Homopropaganda-Gesetz der CSD in Moskau erlaubt worden wäre.

Aber mehr denn je ist er dort wichtig. Ich hoffe, die Homo-Aktivisten in Russland bekommen ganz viel Unterstützung aus dem Ausland für ihre Demonstration.


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#9
15.05.2013
16:18:35


(+6, 6 Votes)

Von Enyyo
Antwort zu Kommentar #7 von Stretchingmaster


Nachdem die Femen-Aktivistinnen in Hannover vor dem Diktator und seinen politischen Freunden blank gezogen hatten, meinte eine der Frauen im Interview, sie seien überhaupt nicht kontrolliert worden und hätten problemlos eine Waffe einschmuggeln können.

Also, wer macht den Märtyrer und verändert bei ähnlicher Gelegenheit ein wenig die Geschichte zum Positiven?


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#10
15.05.2013
17:48:13


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Es ist nur noch ein Trauerspiel und das wird noch viele Jahre so gehen, daß sich Moskau einfach mal so über europäisches Recht hinwegsetzt! Deshalb sofortiger Ausschluß Rußlands vom ESC!


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