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| Eurovision Song Contest
  • 16.05.2013           1      Teilen:   |

Eurovision 2013 Halbfinale 2: Alle Teilnehmer

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Cezar geht mit Kleid und Tönen steil nach ja (Bild: EBU)

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Übersicht aller Finalteinehmer


Vom lesbischen Heiratsantrag aus Finnland bis zum campen Countertenor aus Rumänien: ESC-Experte Jan Gebauer stellt alle Teilnehmer mit Prognose vor.

Auch das zweite Halbfinale des Eurovision Song Contests bietet wieder eine knallbunte Mischung von merkwürdig bis bemerkenswert. Ausgestrahlt wird es heute ab 21 Uhr auf Phoenix (und natürlich im Live-Stream auf eurovision.de). Heute dürfen auch endlich die deutschen Zuschauer abstimmen, von den 17 Ländern kommen zehn ins große Finale. Im ersten Halbfinale wurden bereits zehn ermittelt. Jan Gebauer, Eurovisionsexperte von queer.de, tippte immerhin sieben von zehn Liedern richtig. Nun gibt er einen Ausblick auf die Teilnehmer und wagt eine weitere Prognose. Mehr zum Event in unserem Live-Blog.

1. Lettland: Schon bemerkenswert, dass man die Letten als Eröffnung für das zweite Semifinale wählte, denn die Jungs liegen in sämtlichen Prognosen schön weit hinten. Die Band PeR präsentiert ihren Pop-Rap-Bastard "Here We Go" in glitzernden Anzügen und beim Rap-Break in der Mitte gibt es – gut hinhören – ein Zitat aus Grandmaster Flash & The Furious Fives Rap-Klassiker "The Message" ("Don't push me, cause I'm close to the edge, I'm trying not to lose my head"). Ein bisschen Brust zeigen sie auch noch, ansonsten hopsen die Jungs ähnlich subtil durch die Gegend wie 2012 die Trashittaz aus Österreich. Und die wurden im Halbfinale Letzter. Definitiv ein böses Omen – trotz Stage Dive!

2. San Marino: Gott sei Dank, Ralph Siegel lässt uns nicht im Stich. Er ist wie 2012 für San Marino dabei. Nach dem letztjährigen, grässlichen Trash ("The Social Network Song") heuerte er doch glatt noch einmal die scheinbar talentfreie Hupfdohle Valentina Monetta an. Doch zur Überraschung der gesamten Eurovisionsfamilie schrieb er der Dame "Crisalide", ein tolles, leidenschaftliches Canzone, das sich im letzten Drittel zum Dance-Stampfer steigert. Und Valentina darf endlich zeigen, dass sie singen und performen kann. Als Unterstützung verordnete Siegel ihr noch eine Ikea-Kugellampe und zwei Schleiertänzerinnen, die zum Klimax Valentinas rotes Kleid freilegen. Unfassbar, aber die erste reelle Chance für das winzige Land das Finale zu erreichen.

3. Mazedonien: Der halbe Balkan durfte sich ja schon im ersten Halbfinale verabschieden. Mazedonien ist das letzte Land des ehemaligen Jugoslawiens, das noch übrig ist. Esma Redžepova und Vlatko Lozanoski bilden ein extrem ungleiches Paar: Er Typ Buchhalter, sie die Balkanprimadonna, die mit hohen, langen Tönen nicht geizt. Leider schmerzt das live ganz schön in den Ohren. Auch das voluminöse Kleid ist eher ein skurriler Hingucker, vor allen Dingen wenn sie erst nach einer Minute auf die Bühne wackelt. Das Lied ist darüber hinaus ein kruder Mix aus Pop, R&B und Folklore. "Pred da se razdeni" hat höchstens Außenseiterchancen auf einen Platz im Finale.

4. Aserbaidschan: Letztes Jahr noch Gastgeber, gehören die Aserbaidschaner 2013 leider erneut zu den Top-Favoriten, was wohl auch an der Bühnenperformance liegt. Farid Mammadov – ganz unwesentlich sehr attraktiv und gut bei Stimme – steht auf einem Glaskasten, in dem ein Jüngling akrobatische Verrenkungen zum Besten gibt. Eine tänzelnde "Lady in Red" und fliegende Rosenblätter kommen dann auch noch zum Zug, das hätte man sich aber auch schenken können. Die Show ist nämlich auch so schon recht unterhaltsam. "Hold Me" ist zudem ein schöner, melodischer Pop-Song, der schwer nach "kleinster, gemeinsamer Nenner" klingt. 2014 also erneut Baku? Wir ahnen Böses!

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Krista Siegfrids aus Finnland im Hochzeitsdress, kurz vor dem Frauenkuss - Quelle: EBU
Krista Siegfrids aus Finnland im Hochzeitsdress, kurz vor dem Frauenkuss (Bild: EBU)

5. Finnland: Seit dem Sieg von Lordi 2006 ging es wieder rapide abwärts für das sympathische nordische Folk. Die blonde Antwort auf Katy Perry namens Krista Siegfrids soll das Ruder mit knallbuntem Teenie-Pop herumreißen. "Marry Me" geht ins Ohr, bietet besten Pop-Trash und zum Ende gibt es sogar einen lesbischen Kuss. Kalkül wegen der großen schwulen Fan-Gemeinde? Keinesfalls, denn in Interviews befürwortet Krista ganz offen die Gleichstellung für Schwule und Lesben. Kein Wunder, dass sich schon einige Homo-Organisationen den Song zunutze machten, was die Sängerin großartig findet. Ding, Dong, ab ins Finale!

6. Malta: Die kleine Mittelmeerinsel hat seit 2005 einen Flop nach dem anderen gelandet, nur 2009 und 2012 gelang der Sprung ins Finale und dort landete man ganz hinten. Mit dem knuffigen, singenden Kinderarzt Gianluca Bezzina ("Tomorrow") könnte genau das auch wieder passieren. Sein sonniger Radio-Pop-Song à la Milow ist sehr lieb und wird ohne großen Firlefanz charmant dargeboten. Das könnte sich wohltuend vom lebhaften Umfeld abheben. Bei einem Finaleinzug warten aber schon einige stärkere Songs und Darbietungen, deshalb könnte es dort leider eng werden.

7. Bulgarien: Elitsa & Stoyan sind Bulgariens Eurovisionshelden, denn 2007 schafften sie bislang als einziger Vertreter des Landes den Finaleinzug – am Ende landete das Duo mit "Water" sogar auf Platz fünf. "Samo Shampioni" (nein, es geht nicht um Champignons, sondern um Champions) bietet einen ähnlich bizarren Mix aus Electro, Folklore und den schrägsten Vocals des ganzen Jahrgangs. Und hier wird dann endlich auch wieder wild getrommelt. Das bringt Leben in die Bude und könnte für eine Überraschung gut sein, auch wenn es die Wetten derzeit anders sehen.

8. Island: Das zweite Halbfinale wurde insgesamt abwechslungsreicher konzipiert, denn als nächstes folgt eine klassische Schmachtballade, wie sie auch schon vor 20 oder mehr Jahren hätte gesungen werden können. Der blonde Wikinger Eyþór Ingi Gunnlaugsson singt "Ég á líf" lobenswerterweise auf Isländisch und hat sich bei einigen Fans schon den Ruf eines Geheimtipps ersungen. Kann ich nicht richtig nachvollziehen, denn ein wenig altbacken wirkt das Ganze schon. Ein Wackelkandidat des zweiten Halbfinals, aber nicht völlig chancenlos: Immerhin schafften die Isländer die letzten sechs Male immer den Finaleinzug.

9. Griechenland: Manche Lieder muss man sich schön saufen, dazu gehört wohl auch der griechische Beitrag, der passenderweise "Alcohol Is Free" heißt. Die Skaband Koza Mostra heuerte mit Agathonas Iakovidis einen versierten Rembetikosänger an. Der griechische Volksmusikstil bringt die nötige Würze in den hibbeligen Genremix. Ein bisschen Sirtaki, leuchtende Instrumente und drei Minuten gute Laune werden den Finaleinzug sichern. Zudem sehen die Kerle von Koza Mostra auch noch lecker aus. Jamas!

10. Israel: Moran Mazor ist eine echte Erscheinung: Ein kräftiges Mädel mit Brille, hauteng verpackt in ein tiefdekoltiertes schwarzes Kleid, dazu dezenter Glitzer und – wohl am wichtigsten – eine tolle Stimme. Die hebräische Ballade "Rak bishvilo" ist extrem dramatisch und trieft vor Kitsch, ein Spezialgebiet der Israelis. Ein sehr schwer einzuschätzender Beitrag, da sehr klassisch und bislang eher weniger aufgefallen. Könnte für eine Überraschung gut sein, es kommt auf ihre stimmliche Verfassung an, denn ab Mitte des Songs gibt es einige gesangliche Klippen zu meistern.

11. Armenien: Letztes Jahr war es den Armeniern ein wenig zu gefährlich in Aserbaidschan – in diesem Jahr sind sie aber wieder dabei. Mit den Dorians haben sie eine Rockband ausgewählt, die vom "Lonely Planet" sinniert. Der Song ist nicht nur langweilig, sondern leidet auch noch unter dem schwachen, nervenzehrenden Gesang des Leadsängers Gor Sudschjan. Das rockt wie eine Tütensuppe – und scheitert daher im Halbfinale.

12. Ungarn: Noch ein schwer einzuschätzender Kandidat, denn der ungarische Indie-Folk "Kedvesem" punktet eher mit Unterstatement als mit großer Show oder Inbrunst. Ein Favorit von ESC-Experte Peter Urban aber auch allgemein in den Internetabstimmungen, durchaus mit guten Chancen, einen soliden Finalplatz zu erreichen. Erst muss aber die Vorrunde überstanden werden, und das könnte gelingen. Alex Márta alias ByeAlex hat ein kleines, eingängiges Liedchen mit Ohrwurmeffekt, das er bislang gekonnt auf der Bühne dargeboten hat, auch wenn es keine großen gesanglichen Anforderungen an ihn stellt.

Margaret Berger gilt als Favoritin des zweiten Halbfinales
Margaret Berger gilt als Favoritin des zweiten Halbfinales (Bild: EBU)

13. Norwegen: Wenn man den Wetten und Kritikern glauben darf, ist die singende Eiskönigin Margaret Berger die Top-Favoritin im zweiten Halbfinale. Zu Recht! Ihr schroffer, kalter, aber dennoch sehr melodiöser Electro-Song "I Feed You My Life" besitzt eine packende Atmosphäre und sollte trotz der Kühle keinerlei Probleme haben, das Finale zu erreichen. Und nach dem letzten Platz im Finale 2012 dürfen sich die Norweger hiermit wieder Hoffnungen auf einen Platz ganz vorne machen.

14. Albanien: Nach Electro nun wieder Rock. Adrian Lulgjuraj & Bledar Sejko haben mit "Identitet" die schwere Aufgabe, den letztjährigen Beitrag des Balkanlandes zu übertrumpfen. Rona Nishliu erkreischte mit der brillanten Wehklage "Suus" das bislang beste Ergebnis Albaniens beim ESC (Platz fünf). Der konventionelle Balkanrock stinkt dagegen ordentlich ab. Das Ganze wird zwar durchaus solide auf der Bühne dargeboten, aber nicht nur die Wetten prognostizieren einen letzten Platz, denn auch der Applaus bei den Proben fiel sehr spärlich aus.

15. Georgien: Wenn man keine kreativen Ideen hat, setzt man eben auf Vertrautes. So ähnlich muss das Motto der Georgier gelautet haben, denn die wählten als Komponisten Erik Bernholm und Thomas G:son, Schwedens Ralph Siegel, der nicht nur den letztjährigen Siegertitel, Loreens "Euphoria" schrieb, sondern auch die famose Ballade "Quedate conmigo" von Spaniens Pastora Soler, die Platz zehn belegte. An dieses dramatische Lied erinnert dann auch "Waterfall", wobei auch der Siegersong 2011, "Running Scared", mitschwingt. Das Duo Sopo Gelowani & Nodiko Tatischwili singt ohne Zweifel hervorragend und harmoniert gut auf der Bühne, das könnte dem Lied letztendlich den Finaleinzug ermöglichen.

16. Schweiz: Unsere Nachbarn bewiesen Sinn für Humor und wählten ausgerechnet die Heilsarmee als Vertreter ihres Landes. Um nicht gegen die Regeln ("keine Werbebotschaften") zu verstoßen, nannte sich die Gruppe schlussendlich Takasa. Das Intro des Songs erinnert entfernt an den Siegersong 2004, "Wild Dances" von Ruslana, das Ganze mündet dann aber doch eher in seichteren Pop-Gewässern. Eigentlich eine hübsche Melodie, aber der klischeehafte Text aus dem Englischunterricht der fünften Klasse, das amateurhafte Frontduo und der steife Rest lassen den Finaleinzug in weite Ferne rücken. Immerhin: Emil Ramsauer (95) ist der älteste Eurovisionsteilnehmer aller Zeiten und Jonas Gygax an der E-Gitarre bietet ein optisches Highlight.

17. Rumänien: Danke, schwedisches Fernsehen, den absoluten Trash gibt es zum Abschluss des zweiten Halbfinales. Der Countertenor Cezar singt eine schwule Disco-Hymne wie aus dem Bilderbuch und trägt dazu einen Sci-Fi-Fummel à la Ed Wood. Das blitzt und funkelt, dazu gibt es inszenatorische Mätzchen, es wird um ihn herum getanzt, an einem roten Tuch gezogen und überhaupt jede Menge für Augen und Ohren geboten. Das ist so schlimm und lustig zugleich, dass es eigentlich unbedingt ins Finale kommen muss.

Folgende zehn Länder überstehen nach Meinung von Jan das zweite Halbfinale: San Marino, Aserbaidschan, Finnland, Malta, Bulgarien, Griechenland, Ungarn, Norwegen, Georgien und Rumänien.

Youtube | Preview des zweiten ESC-Halbfinfales mit allen Teilnehmern
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Reaktionen zu "Eurovision 2013 Halbfinale 2: Alle Teilnehmer"


 1 User-Kommentar
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Die ersten:   
#1
17.05.2013
00:28:50


(0, 0 Vote)

Von Sissi


Also ein "ESC-Experte" sollte wohl seriösere Kritiken schreiben können.

Mal abgesehen davon das viele Prognosen des "Experten" völlig falsch waren u.a. "Armenien...Das rockt wie eine Tütensuppe und scheitert daher im Halbfinale." Also Armenien ist im Finale Herr Experte ;)


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