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Regenbogen-Flashmob 2010 in St. Petersburg. Die Niedrigschwelligkeit der Aktionen zum Tag gegen Homophobie machen sie zu einem internationalen Erfolgsmodell.

Auf der ganzen Welt erinnern Schwule und Lesben am 17. Mai an ihre Rechte. In einigen Ländern droht ihnen dabei Gewalt, in Frankreich könnte es eine Überraschung geben.

Von Norbert Blech

Seit 2005 findet der Internationale Tag gegen Homophobie am 17. Mai statt – 1990 hatte die Weltgesundheitsorganisation an dem Tag bekannt gegeben, Homosexualität aus der Liste der Krankheiten zu streichen.

Der französische LGBT-Aktivist Louis-Georges Tin erfand dann diesen Tag, der inzwischen auch Transphobie umfasst und der alle möglichen Aktionen zulässt – und auch Organisationen und Bildungseinrichtungen eine Möglichkeit gibt, das Thema aufzugreifen. Später ergänzte der deutsch-russische Aktivist Wanja Kilber die Idee um Rainbow-Flashmobs und nutzte die Niedrigschwelligkeit der Luftballon-Aktionen: An ihr können sich problemlos Menschen in Ländern beteiligen, in denen Homosexualität noch tabuisiert wird oder unter Strafe steht.

So finden morgen in über 100 Ländern der Welt, darunter auch China, Uganda oder die Ukraine, Aktionen statt. In Tiflis hatte es im letzten Jahr bei einer Demo zum 17. Mai vereinzelt Gewalt auf Schwule und Lesben durch Teilnehmer einer Gegendemonstration gegeben; für morgen hat Georgiens Präsident Micheil Saakaschwili den Schutz der Teilnehmer versprochen.

Auch in St. Petersburg hatte es im letzten Jahr Gewalt gegeben: Skinheads hatten mit Gaspistolen auf die Teilnehmer des Rainbow Flashmobs geschossen und später einen Bus attackiert, von dem sie dachten, dass darin Schwule und Lesben sitzen würden (queer.de berichtete). Eine Demonstration des LGBT-Network soll daher morgen in der russischen Metropole unter Polizeischutz stattfinden – die Stadt hatte sie trotz des Verbotes von "Homo-Propaganda" genehmigt.

Die Demo erinnert auch an Wladislaw Tornowoi, den 23-Jährigen, der in der letzten Woche in Wolgograd ermordet worden war (queer.de berichtete). Im Gedenken an ihn werden in vielen weiteren Städten Russlands die Luftballons in Regenbogenfarben mit einem Trauerbändchen in die Luft steigen.

Aktionen in 40 deutschen Städten


In Jena wird der Tag mit dem mehrtägigen IDAHOT-Festival begangen, darunter ein Straßenfest am Freitag

In Deutschland ist nicht mit Gewalt zu rechnen, auch haben sich bislang keine Rechtsextremen angekündigt. Gleich mehrere Angebote gibt es in Berlin: Im Yaam findet ein Aktionstag gegen Homophobie mit zahlreichen Veranstaltungen statt, darunter ein Rainbowflashmob von der deutsch-russischen Organisation Quarteera. Maneo lädt zum Kiss-In an zwei Stellen der Stadt.

Während es am Morgen eine Demo vor der Senatsverwaltung für Gesundheit gibt, um gegen Kürzungen zu demonstrieren, eröffnet der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit am Nachmittag das Schwule Museum in seinen neuen Räumlichkeiten.

Auch in Köln gibt es mehrere Aktionen: So rufen die CSD-Veranstalter zum Rainbowflash am Rudolfplatz auf. Später gibt es eine Aktion mehrerer Parteijugendorganisationen vor dem Kölner Dom – die Linksjugend sagte die Teilnahme allerdings ab, weil man den Protest für zu unpolitisch hielt (queer.de berichtete).

Ansonsten finden Aktionen von Aachen bis Chemnitz, von Stralsund bis Ulm statt, von Lufballon-Flashmobs bis Kiss-Ins ist alles vertreten (alle Orte und Zeiten in unserer Übersicht). Ein Thementag auf dem ARD-Digitalkanal Eins Festival mit zahlreichen Filmen und Dokumentationen rundet den Tag ab (queer.de berichtete).

Frankreich vor Ehe-Öffnung, Deutschland vor Forderungen


Gibt es morgen ein Zeichen aus Frankreich?

Bereits im Vorfeld nutzten Politiker und Organisationen den Tag zu Stellungnahmen. So forderte Christine Lüders, die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, das Merkmal sexuelle Orientierung in den Schutz von Artikel 3 des Grundgesetzes aufzunehmen. Auch ermahnte sie, "sexuelle Vielfalt in Schulen und Jugendeinrichtungen mutiger zu thematisieren".

Weitere Forderungen kamen unter anderem vom LSVD, vom LSVD Berlin, vom Völklinger Kreis, von den Schwusos, Volker Beck und vielen mehr. Die Stadt Dortmund hisste bereits am Donnerstag die Regenbogenflagge vor ihrem Rathaus.

Derweil könnte das wichtigste Statement am 17. Mai aus Frankreich kommen: Letzten Meldungen zufolge könnte das Verfassungsgericht bereits am Freitag statt am nächsten Donnerstag seine Entscheidung über die Ehe-Öffnung verkünden. Präsident Hollande kündigte am Donnerstag an, das Gesetz sofort nach der Entscheidung zu unterzeichnen. (nb)



#1 Tim_ChrisProfil
  • 16.05.2013, 20:13hBremen
  • :-/ Bremen oder Oldenburg sind natürlich nicht bei den IDAHO-Flashmobs dabei oder bieten überhaupt irgendwelche Aktionen rund ums Thema Homo-/Transphobie an.
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#2 goddamn lberalAnonym
  • 16.05.2013, 20:36h
  • Wie sieht moderne Homophobie aus?

    Ähnlich wie der gutbürgerliche Antisemitismus vor 100 Jahren.

    Nochmal das Beispiel aus dem franz. Staatsfernsehen. Da tritt der reaktionäre Querfront-Stratege Zemmour, ein vorbestrafter Rassist, der den Kapitalismus für die alles zerstörende Homo-Ehe verantwortlich macht, auf und der populäre Grinsekater, der sich für einen Linken hält, nimmt das faschistoide Geschwätz seines Gastes über die reiche verschwörerische Homo-Lobby unwidersprochen hin.

    Später kommt dann die Mainstream-Journalistin Polony hinzu, die uns widernatürlich findet. Das ist die Jung-Kuby mit der Gesichtsstarre.

    www.youtube.com/watch?v=MYzppHDSCT0

    Das sind die Vorstufen zu Entrechtung und blutiger Gewalt.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 16.05.2013, 21:26h
  • China, Uganda und die Ukraine sind Staaten, die ja täglich für Negativschlagzeilen bei LGBTII-Rechten sorgen und warum sollte das morgen dann anders sein?
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#4 daVinci6667
  • 16.05.2013, 21:31h

  • Bei uns startet morgen eine Petition zur Festlegung des 17. Mai als Internationaler Tag gegen die Homophobie in der Schweiz, die damit dem Beispiel anderer Staaten folgen würde.

    Bitte auch Nicht-Schweizer morgen hier unterzeichnen. (Für deutsch etwas runterscrollen)

    www.campagne17mai.ch/
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#5 nicht morgenAnonym
  • 16.05.2013, 21:43h
  • Le Conseil Constitutionnel tagt immer nur donnerstags. somit wird auch die entscheidung über die homo-ehe nur in rund einer woche erwartet. da wollten ganz offensichtlich die "richter", die keine sind, nicht in den zusammenhang mit dem tag der homophobie gebracht und von den medien falsch interpretiert werden, falls sie negativ ausfallen wird.
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#6 goddamn liberalAnonym
#7 YannickAnonym
  • 17.05.2013, 09:34h
  • Ein wichtiger Tag!

    Ich nehme schon seit Jahren daran teil und mein Freund und ich hoffen, dass es von Jahr zu Jahr mehr Städte gibt, wo Aktionen stattfinden und dass von Jahr zu Jahr mehr Menschen daran teilnehmen...
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#8 RobinAnonym
  • 17.05.2013, 09:37h
  • "die Linksjugend sagte die Teilnahme allerdings ab, weil man den Protest für zu unpolitisch hielt"

    1.
    Kann man nicht auch mal "unpolitisch" für unsere Rechte kämpfen? Muss immer gleich alles zu einer Wahlkampfveranstaltung oder so werden? Und lohnt es sich wirklich nicht, für unsere Rechte zu kämpfen, wenn man das nicht mit Parteiwerbung verbinden kann?

    2.
    Selbst wenn einem dieser Tag zu unpolitisch ist: Ist die Nichtteilnahme an einem "Tag gegen Homophobie" denn nicht ein noch viel negativeres Zeichen?
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#9 FelixAnonym
  • 17.05.2013, 09:44h
  • "So forderte Christine Lüders, die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, das Merkmal sexuelle Orientierung in den Schutz von Artikel 3 des Grundgesetzes aufzunehmen. Auch ermahnte sie, "sexuelle Vielfalt in Schulen und Jugendeinrichtungen mutiger zu thematisieren"."

    Halte ich auch beides für besonders wichtig.

    Die Union und die FDP lehnen ja eine Grundgesetz-Änderung weiterhin strikt ab. (Die FDP sogar ohne nur auf "Koalitionstreue" o.ä. zu verweisen, sondern weil sie das generell nicht möchte.)

    Aber solange in Artikel 3 GG zahlreiche Anti-Diskrminierungs-Merkmale stehen und die "sexuelle Identität" und "sexuelle Orientierung" explizit ausgelassen werden, sind wir schon per Grundgesetz Menschen 2. Klasse.

    Außerdem muss das Thema in Schulen, Jugend- und Bildungseinrichtungen deutlich stärker thematisiert werden. In Schulen z.B. nicht nur in Sexualkunde, sondern auch in Geschichte, Politik, Erdkunde, Sozialkunde, etc. passt das Thema. Und wieso nicht in den Sprachen auch mal ein Buch mit einer schwulen Story lesen? Oder in Mathe auch mal Textaufgaben mit Regenbogenfamilien statt immer nur Hetero-Familien.

    Und vor allem:
    das muss per Lehrplan verpflichtend sein, nicht nur freiwillig nach persönlicher Meinung des Lehrers.
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#10 PetterAnonym
  • 17.05.2013, 09:46h
  • Hingehen und mitmachen!!!

    Das ist wichtig!!!

    Je mehr Leute teilnehmen, desto deutlicher wird das Zeichen, dass wir an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft schicken...
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