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  • 17.05.2013           53      Teilen:   |

Entscheidung nach langem Kulturkampf

Frankreich: Verfassungsrat erlaubt Ehe-Öffnung

Artikelbild
Teilnehmer einer Demonstration für die Ehe-Öffnung im Frühjahr

Schwule und lesbische Paare können in Kürze auch in Frankreich heiraten. Präsident Hollande will das Gesetz am Samstag unterzeichnen.

Was für ein Geschenk zum Internationalen Tag gegen Homophobie: Der französische Verfassungsrat hat am Freitag grünes Licht gegeben für die Ehe-Öffnung in Frankreich. Das Gesetz, das auch ein vollständiges Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare vorsieht, kann damit nach einer Unterzeichung durch den französischen Präsidenten in Kraft treten.

Francois Hollande kündigte am Freitag an, das Gesetz am Samstag zu unterzeichnen – er versprach, dass es in allen Regionen umgesetzt und man keine Störungen der Ehen dulden werde. Der Gesetzestext muss dann im "Journal officiel" veröffentlicht werden. Nach einer Wartezeit von mindestens zehn Tagen, in denen sich Behörden auf die neue Regelung vorbereiten können, wären dann die ersten gleichgeschlechtlichen Ehen möglich – voraussichtlich Anfang Juni.

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Gegner der Ehe-Öffnung fordern Referendum

Der Verfassungsrat hatte die Entscheidung am Freitag Nachmittag veröffentlicht. Die konservative Opposition hatte die Instanz nach der Verabschiedung der Reform im französischen Parlament am 23. April angerufen.

Bezüglich dem Adoptionsrecht betonte der Rat, das Gesetz bedeute kein "Recht auf ein Kind". Bei Adoptionen müsse stets "das Interesse des Kindes" Vorrang haben und letztlich eine Einzelfallprüfung stattfinden. Dem steht der Gesetzestext nicht entgegen. Ein weiteres Recht auf künstlichen Befruchtung hatte die Regierung zudem ausgeklammert.

Die Gleichstellungsgegner des Protestbündnisses "La Manif Pour Tous" wollen sich derweil nicht geschlagen geben: Sie haben am Freitag eine Unterschriftensammlung für ein Referendum gestartet, mit der die Ehe in der Verfassung als Verbindung von Mann und Frau definiert werden soll. Auch an einer Großdemonstration am 26. Mai will man festhalten.

Die Wortführerin der Gleichstellungsgegner, Frigide Barjot, bezeichnete es als "Provokation", dass ausgerechnet am Tag gegen Homophobie die Entscheidung bekannt gegeben werde. Sie habe "ernsthafte Zweifel an der Unabhängigkeit der Richter". (nb)

 Update  18.05.
Präsident François Hollande hat am Samstagmorgen das Gesetz unterzeichnet. Es wurde kurz darauf im offiziellen Gesetzesblatt veröffentlicht.

Direktlink | Die Reaktion des Präsidenten
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Tags: frankreich, ehe-öffnung
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Reaktionen zu "Frankreich: Verfassungsrat erlaubt Ehe-Öffnung"


 53 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
17.05.2013
17:44:37


(-8, 10 Votes)

Von ehemaligem User plusgay


"Es gibt kein recht auf kind".

Ein kleiner satz, eine grosse bedeutung in der zukunft.


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#2
17.05.2013
17:45:00


(+13, 13 Votes)

Von VolumePro
Aus Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.06.2008


Glückwunsch an unsere Freundinnen und Freunde in Frankreich!

Liebe Homo-Gegner, tut uns einen Gefallen, akzeptiert die Entscheidung und lasst uns endlich in Frieden leben. Wir haben ja auch nichts gegen Heterosexuelle. Also immer schön fair bleiben.


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#3
17.05.2013
17:51:46


(-9, 13 Votes)

Von ehemaligem User plusgay


Kein automatisches recht auf das kind, jetzt.

Eine wichtige und zum ersten mal so klar formulierte trennung zwischen der ehe und der adoption in Frankreich, wie 1791 zwischen der monarchie und dem parlament oder 1905 zwischen dem staat und der Kirche.


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#4
17.05.2013
18:06:09


(+14, 14 Votes)

Von godddamn liberal
Antwort zu Kommentar #3 von plusgay


Natürlich gibt es kein Recht auf ein Kind. Auch viele adoptionswillige Heteros gehen leer aus.

Aber wir sind keine Kinderfresser und wir haben das gleiche Recht auf eine Adoptionsmöglichkeit nach sorgfältiger Prüfung wie alle anderen auch. Weil unsere Liebe gleich ist.

Ich freue mich, dass das heute das wahre, das idealistische Frankreich über Vendee und Vichy gesiegt hat.

Vive la France!


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#5
17.05.2013
18:20:17


(+9, 9 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Huuuurrraaaaaa! Champagner!


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#6
17.05.2013
18:20:46


(+12, 12 Votes)

Von Timm Johannes


Herzlichen Glückwunsch nach Frankreich !

Damit haben nunmehr 9 Länder in Europa die Ehe geöffnet.

Schade nur, das es im benachbarten Italien bisher überhaupt nich vorangeht.


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#7
17.05.2013
18:24:30


(+15, 15 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #3 von plusgay


verstehst du überhaupt, worum es geht?

niemand hat gefordert, kinder müssten nun jedem homopaar zugesprochen werden, das sich um eine adoption bewirbt. es gilt nun lediglich das gleiche recht wie bei heteros: für jedes adoptivkind wird nach der mutmaßlich besten lösung gesucht.

wenn die beste lösung die adoption durch ein schwules oder lesbisches paar ist, dann ist diese option endlich nicht mehr pauschal ausgeschlossen.

nur ein beispiel: die eltern eines kindes sterben bei einem unfall. wenn das kind einen schwulen libelingsonkel und seinen freund schon kennt und mag, dann können die es jetzt ggf. adoptieren und es muss nicht zu fremden eltern geschickt werden.

man kann jetzt wirklich nach der besten option in jedem einzelfall sehen und hat nicht ein paar für das kind (!) an sich gute optionen von vornherein aus rein ideologischen gründen ausgeklammert.

und genau so soll es auch sein, im interesse der kinder.


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#8
17.05.2013
18:25:01


(+9, 11 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


"Es gibt kein recht auf kind" Das ist klar! Es gilt für die Heteros wie für die Homos.


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#9
17.05.2013
18:27:42


(+12, 14 Votes)

Von Kerouacly


Ja wohl!

Wir sollten uns ein Beispiel an den Franzosen nehmen und für Toleranz und Gleichberechtigung kämpfen. Auf in den Kampf gegen CDU/CSU und FDP und FÜR SCHWULENRECHTE! Am 22. September ist Entscheidungstag und dieser Tag entscheidet, ob wir weiterhin Menschen zweiter Klasse bleiben oder ob wir wie gleicbberechtigte Bürger behandelt werden.

Machen wir es so wie die Franzosen!


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#10
17.05.2013
18:35:00
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von godddamn liberal


"Vive la France!"

Schön das wir das wieder so deutlich sagen können! Ein riesiger Erfolg und ein grossartiges Geschenk zum heutigen 17. Mai.

Mich haben allerdings die unerwartet heftigen und gewalttätigen Demonstrationen und die zunehmenden Übergriffe auf Schwule auch erschüttert. Ich denke so ein Verhalten ist nicht nur undemokratisch sondern auch unfranzösisch.

Es zeigt sich aber auch, dass in praktisch rein katholischen europäischen Bevölkerungen die gleichgeschlechtliche Ehe zunehmend schwieriger einzuführen ist. In Spanien gab es damals auch riesige Grossdemos obwohl in Umfragen deutliche Mehrheiten auf unserer Seite waren. Die Katholiban haben dazugelernt, werden zunehmend aggressiver und verzweifelter.

Nicht auszudenken was einer linken Regierung in Italien einmal drohen könnte...

Aber wir sind im Recht, darum dürfen wir diesen Auseinandersetzungen nicht ausweichen.

Jetzt freuen wir uns erstmal für unsere Freunde in Frankreich!


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