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  • 19.05.2013           17      Teilen:   |

Georgien

Westerwelle kritisiert Angriff auf LGBT-Demo in Tiflis

Artikelbild
Ultraorthodoxe Gegendemonstranten hatten die schwul-lesbischen Aktivisten u.a. mit Steinen beworfen

In einem Telefonat mit seiner georgischen Amtskollegin Maja Panjikidze nannte der deutsche Außenminister die Vorfälle "nicht akzeptabel"

Wegen der homophoben Ausschreitungen am 17. Mai in der georgischen Hauptstadt Tiflis hat Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zum Telefon gegriffen. In einem Gespräch mit seiner Amtskollegin Maja Panjikidze habe er seine Empörung zum Ausdruck gebracht, berichtet "Spiegel Online". Die Vorfälle seien in einem Land, das zur euroatlantischen Wertegemeinschaft gehören wolle, nicht akzeptabel.

In Tiflis war es am Freitag im Rahmen einer Demonstration zum Internationalen Tag gegen Homophobie zu Ausschreitungen gekommen, bei denen nach neuesten Berichten etwa 30 Personen verletzt wurden, etwa die Hälfte musste im Krankenhaus behandelt werden. Lesben und Schwule wurden von ultraorthodoxen Gegendemonstranten gejagt, körperlich angegriffen und mit Steinen beworfen (queer.de berichtete). Selbst als die Polizei die LGBT-Demonstranten mit Bussen evakuierte, wurden die Fahrzeuge weiterhin angegriffen.

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Georgiens Regierung verurteilte die Ausschreitungen

Georgiens Außenministerin versicherte Westerwelle in dem Telefonat, dass die homophoben Ausschreitungen auf den geschlossenen Widerstand der Regierung stoßen. Man werde alles unternehmen, um Minderheiten und ihre Rechte zu schützen. Bereits am Freitag hatte der georgische Ministerpräsident Bidsina Iwanischwili die Ausschreitungen verurteilt: "Das Recht, sich friedlich zu versammeln und frei seine Meinung zu äußern, ist grundlegend für unsere Demokratie."

In der Ex-Sowjetrepublik war das Verbot von Homosexualität erst im Jahr 2000 aufgehoben worden. Schwule und Lesben leben in dem konservativen Kaukasusstaat vor allem versteckt. In einer aktuellen Umfrage erklärten 92 Prozent der Georgier, dass gleichgeschlechtliche Liebe für sie "völlig inakzeptabel" sei.

Wegen der negativen öffentlichen Meinung ist es für LGBT-Aktivisten so gut wie unmöglich, für Gleichbehandlung zu demonstrieren. So wurden bereits im vergangenen Jahr Teilnehmer einer Veranstaltung zum Internationalen Tag gegen Homophobie von Schlägern angegriffen und verletzt (queer.de berichtete). Aktivisten sind außerdem Repressionen von der Polizei ausgesetzt. Im Jahr 2010 wurde etwa Paata Sabelashvili von der Gruppe "Inclusive Foundation" zwei Wochen lang interniert (queer.de berichtete).

Hauptgegner von mehr Rechten ist die orthodoxe Kirche, der über 80 Prozent der Bevölkerung angehört. So hatte Patriarch Ilia II., das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche Georgiens, im Vorfeld ein Verbot der LGBT-Demo gefordert und erklärt, Homosexualität sei "anormal und eine Krankheit". Die Gegendemo am Freitag wurde von Priestern angeführt. (cw)

 Update  Saarbrückens OB verurteilt Ausschreitungen in Partnerstadt
Auch Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, die sich gerade in der Partnerstadt Tiflis aufhält, verurteilte die gewaltsamen Übergriffe auf die schwul-lesbischen Demonstranten noch am Freitagabend. "Wir haben die Vorfälle mit großer Betroffenheit zur Kenntnis genommen und reden schon den ganzen Abend darüber und planen weitere Aktionen", antwortete die SPD-Politikerin auf eine Eil-Email des aus dem Saarland stammenden LSVD-Bundessprechers Hasso Müller-Kittnau. "Ich habe Stellung bezogen und der Oberbürgermeister von Tiflis ebenfalls."

Der LSVD hatte in der Email an Britz auch angeregt, Vertreter sowohl der Stadt als auch georgischer LGBT-Organisationen zum CSD SaarLorLux am 20. und 21. Juli 2013 nach Saarbrücken einzuladen.

Mehr zum Thema:
» Georgien: LGBT-Demo endet in Gewalt (17.05.2013)
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Tags: georgien, tiflis, guido westerwelle
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Reaktionen zu "Westerwelle kritisiert Angriff auf LGBT-Demo in Tiflis"


 17 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
19.05.2013
20:24:15


(+10, 10 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


So und jetzt sollte man ermitteln, welche Kindesmissbräuche diese Hassprediger auf dem Gewissen haben, denn warum sonst sollten sie einen Grund haben auf andere Menschen mit solchem Hass zu reagieren.Ich denke sobald man an der Fassade von diesen scheinheiligen Rockträgern kratzt, kommt sofort was warmes dampfendes zum Vorschein.


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#2
19.05.2013
20:36:31


(+13, 13 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Aber etwas möchte ich dazu noch sagen, für mich sind die homosexuellen Demonstranten echte Helden, denn sie ahnten, dass es gefährlich werden kann und haben sich trotzdem dieser Gefahr ausgesetzt, ich möchte nicht wissen, welch unbeschreibliche Angst hier im Spiel war und das angezettelt von Priestern,"Priestern" und ich war mal gläubig, das ist durch das Verhalten der diversen Kirchen restlos ins Gegenteil umgeschlagen. Was man von dem feigen Pack drumherum denken kann ist ja wohl klar"dumm geboren und nix dazu gelernt".Das ganze hätte mit Sicherheit nicht so Polizei machtlos ausgesehen, wenn georgische Politiker in den Bussen gesessen hätten.Auf you tube feiern sich die Rechtsradikalen Faschisten.


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#3
19.05.2013
20:39:19


(+12, 12 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Georgiens Regierung kann man nur ernst nehmen
wenn Verhaftungen stattfinden mit Verurteilungen. Bildmaterial gibt es ja genug!


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#4
19.05.2013
20:42:34


(+9, 11 Votes)

Von eMANcipation*


Sicher fand die orthod. Kirche und einige Regime es gestern nicht so toll, dass SVT europaweit im ESC Interval Act überträgt wie eine Pfarrerin zwei Schwule traut: "... you may now kiss the groom" ab 3:37 min

Ein wunderbares Zeichen. Danke!

Youtube-Video:


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#5
19.05.2013
21:01:59


(+9, 13 Votes)

Von Marek


Nach jahrelangem Wegsehen und Schweigen findet Westerwelle seine Stimme wieder...

Achja, es stehen bald Wahlen an. Da muss man ja wieder aktiv werden.


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#6
19.05.2013
21:03:22


(+6, 10 Votes)

Von Stretchingmaster
Aus Essen / Holsterhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.01.2012


Und was bringt die Empörung von unserer Außenwelle? Nichts!
Denn es bleibt immer nur bei Worten denen keine Taten folgen. Denn in der Wirtschaft sind ja alle so eng verknüpft das es niemand wagen wird da etwas zu tun. Wir brauchen die Rohstoffe von dort und die brauchen unsere Devisen.
Und damit es so bleibt wird zwar in der Öffentlichkeit laut geknattert, aber hinter verschlossenen Türen geben sich alle wieder die Hände und haben sich doch so lieb. Denn alles hängt vom Geld ab.

Und die liebe Frau OB Britz. Was ziehen sie nun für Schlüsse. Keine! Ich würde sofort die Partnerschaft mit so einer Stadt aufkündigen. Sonst lernen die es nie.

Wie sagen die Schwaben so schön: "Gschwätzt wird viel, aber gmacht wird nix!"

Schönen Tag noch


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#7
20.05.2013
08:41:41


(-1, 7 Votes)

Von Krzyszek
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Stretchingmaster


"Ich würde sofort die Partnerschaft mit so einer Stadt aufkündigen. Sonst lernen die es nie. "

Dann ist es ja gut, dass du das nicht zu entscheiden hast, denn du scheinst den Sinn und Zweck einer Städtepartnerschaft überhaupt nicht verstanden zu haben. Es ist allemal besser, im Gespräch zu bleiben.


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#8
20.05.2013
11:13:29


(+6, 8 Votes)

Von Fred i BKK
Antwort zu Kommentar #1 von timpa354


...und so ueberlegte der Teufel ,welchen Fluch er ueber die Erde schicken soll ....

Streit,Hass,Mord, Kriege,Verfolgung,Diskreminierung, Unterdrueckung,Kindesmissbrauch ...benennt den Rest ....

und sein Endschluss stand fest .....
mit sichtlichem Erfolg ...
seine Idee hat funktioniert

....er erschuf die
RELIGIONEN


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#9
20.05.2013
13:36:10


(+4, 4 Votes)

Von Marek
Antwort zu Kommentar #7 von Krzyszek


Bei Faschisten bringen Gespräche leider nichts.

Dieselbe Appeasement-Politik hat auch Churchill viel zu lange mit Hitler gemacht, ehe ihn schon viel früher zu stoppen.


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#10
20.05.2013
13:48:28


(+6, 8 Votes)

Von Pinzettengriff
Antwort zu Kommentar #9 von Marek


Der Daumem ist kein großer Zeh.

Die sog. Appeasement-Politikwar die strategische Lenkung der Expansionsgelüste Richtung Osten, Richtung UdSSR, die von dem britischen Premierministers Neville Chamberlain und einer Gruppe britischer Politiker, der sogenannten Cliveden-Clique, betrieben wurde.

Im Rechenschaftsbericht an den 18. Parteitag der KPdSU führte Stalin am 10. März 1938 aus: In der Politik der Nichteinmischung macht sich das Bestreben geltend, die Aggressoren bei der Ausführung ihres dunklen Werkes nicht zu hindern, ...zum Beispiel Deutschland nicht zu hindern, ...sich in einen Krieg gegen die Sowjetunion einzulassen, alle Kriegsteilnehmer tief in den Morast des Krieges versinken zu lassen, sie im stillen dazu anzuspornen, dazu zu bringen, dass sie einander schwächen und erschöpfen, dann aber, wenn sie genügend geschwächt sind, mit frischen Kräften auf dem Schauplatz zu erscheinen und, natürlich im Interesse des Friedens aufzutreten, um den geschwächten Kriegsteilnehmern ihre Bedingungen zu diktieren. (J. Stalin, Fragen des Leninismus. Moskau 1947, S. 687 f.)

Hitler sprach in seiner Rede vor den Oberbefehlshabern am 22. August 1939 einen Tag vor dem Abschluss des Nichtangriffspaktes mit der Sowjetunion -, nur aus, worüber sich seine Zuhörer ohnehin klar waren, wenn er sagte:

Nun bestand bei den Westmächten die Hoffnung auf das Mitmachen von Russland. ...Der Entschluss, Blut einzusetzen, ist schwer. Man fragt dann leicht: Warum gerade ich? So richtete sich die Hoffnung Englands auf Russland. Aber nur ein blinder Optimist konnte glauben, Stalin würde so wahnsinnig sein, den Gedanken Englands nicht zu durchschauen: nämlich wie im Weltkrieg im Westen eine Art Stellungskrieg zu führen und im Osten Russland die Blutlast des Krieges tragen zu lassen. (38)
(38) Reinhard Kühnl, Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten, Köln 1975, S. 296


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