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  • 20.05.2013           42      Teilen:   |

Pfingsttreffen

Köln: We are Fetisch-Family!

Artikelbild
Springerstiefel: Als Wahlurne perfekt geeignet. Zwei Kandidaten bewarben sich um den Titel des Mr. Fetish NRWl. (Bild: CS)

Beim "Fetish Pride" kamen am Pfingstwochenende Männer mit diversen Bekleidungsvorlieben zum Feiern zusammen. Außerdem wählten sie den Mr. Fetish NRW.

Von Christian Scheuß

Man merkt Karsten Kornacker an, dass er sich verdammt schwer damit tut, die Schärpe abzulegen. Nur noch wenige Minuten, dann ist seine Amtszeit als Mr. Fetish NRW vorbei, ein Nachfolger wird die lederne Zierde über seine Schulter legen. Zwei Kandidaten stellen sich am Pfingstsonntagabend in der Kölner Cruisingbar Station 2b zur Wahl, gewählt von den Teilnehmern des Fetisch Pride-Wochenendes, das angefüllt war mit Partys, Sektempfängen und Spezialveranstaltungen in den Saunen und Cruisingbars der Stadt.

Die Partys, das bestätigt Jochen Volland vom organisierenden Verein Rheinfetisch, seien gut besucht gewesen. 2008 erstmals ins Leben gerufen, da noch unter dem Titel "Cologne Leather Pride, zieht die Pfingstveranstaltung als Cologne Fetisch Pride inzwischen ein internationales Publikum an. Eines der Zugpferde in diesem Jahr war Spencer Reed, der gerade eben seinen Ausstieg als Pornodarsteller vollzogen hat und sich nun als DJ etablieren möchte.

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Ex-Pornostar Spencer Reed dreht an Turntables statt an Nippeln

Aufmarsch der Schärpenträger in der Station 2b - Quelle: CS
Aufmarsch der Schärpenträger in der Station 2b (Bild: CS)

Gut vier Jahre stand der bullige Muskelmann für Label wie Nextdoor Buddies und Falcon vor der Kamera, 2011 gewann er den Branchenpreis XBIZ Gay Performer of the Year. Als öffentliche Person will er nun lieber an Mischpultknöpfen denn Nippeln rumdrehen, um die Leute in Wallung zu bringen. Dass der kerlige Techno-DJ sensibel für die Wünsche seiner Fans ist, bewies er Samstagnacht bei der Fetisch Night-Party im Bogen 2. Als er sieht, dass das Publikum das harte Techno-Bumm-Bumm verschmähte, schwenkte er schnell um zu House und Charts. Köln ist eben nicht Berlin.

Bei so viel Besucherandrang ist doch alles im Lot, oder? Zumindest eines der wichtigsten in der Satzung von Rheinfetisch e.V. festgeschriebenen Ziele scheint erfüllt zu sein: "Zweck des Vereins ist die Förderung der Leder-, Fetisch- und S/M-Szene in Köln und Nordrhein-Westfalen." Und doch scheint irgendwie die Sorge um das Aussterben der Fetischszene und seiner Treffpunkte über allem zu hängen. Zur Mr. Fetisch NRW-Wahl 2013 gab es lange Zeit nur einen Kandidaten, bis kurzfristig noch ein zweiter einsprang, damit es nicht peinlich wurde. Die Wahl am Sonntagabend in der Cruisingbar Station 2b wurde hauptsächlich vom harten Kern der Fetischszene besucht und verfolgt: Vertreter der befreundeten Vereine aus NRW und Hamburg sowie die diversen weiteren Schärpenträger, darunter Mr. Leather Hamburg, Mr. Leather Baden-Württemberg, Mr. Leather Hessen, Mr. Deaf Germany und Mr. Bear Germany.

Das Fetischleben soll belebt werden. Nur wie?

Ingo, der neue Mr. Fetisch NRW
Ingo, der neue Mr. Fetisch NRW

Bei der Kandidatenbefragung erklärte der 44-jährige Ingo, er wolle in seiner Amtszeit den Blick dafür weiten, das Fetisch nicht nur Leder und Gummi meine, sondern auch Sportswear und viele weitere Vorlieben. Damit reagierte er auf einen derzeit umfassenden Wandel der Fetischszene. Während der Ledermann, der in den Achtzigern noch das Szenebild dominiert hat, heute immer seltener anzutreffen ist, können sich die Sportswear-Hersteller über steigende Umsätze freuen. Der 44-jährige René will ebenfalls das Fetischleben beleben, würde gern mehr Veranstaltungen sehen, um die Leute vom Computer weg zu locken. Überhaupt das Internet. Auch sein Vorgänger Karsten sieht das Web eher als Bedrohung denn als Chance zur Vernetzung der Szene. "Wir können uns nicht beklagen, dass in der Szene nichts mehr los ist, wenn wir nicht mehr rausgehen", rief er und erhielt dafür kräftigen Beifall.

Um Mr. Fetisch NRW zu werden, braucht es neben der Message nicht viel. Es sind kleine Kindergeburtstagsspiele ("Finde im Publikum jemanden mit Poppers und Kondom", beziehungsweise: "Finde jemandem aus dem Publikum mit Schwanz und Cockring") sowie eine selbstinszenierte Fetischperformance zu absolvieren. Während sich Ingo als völlig talentlos erklärt und dies selbstironisch vorführt, verheddert sich der etwas schüchterne Renè bei seinem Strip im Army-Overall. Statt Gelächter gibt es freundlichen Applaus, hier ist schließlich die Fetisch-Family zusammen gekommen, und die nimmt sich lieber in statt auf den Arm.

Die Abstimmkärtchen in die Springerstiefel-Urnen geworfen, stand der Gewinner schnell fest. Ingo wird die Schärpe nun für zwölf Monate tragen dürfen. Sein Mann, mit dem er sich am 1. Juni verpartnern will, stürmte begeistert auf die Bühne, um ihn wild abzuknutschen. Dann übernahmen die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz den neuen Mr. Fetisch NRW 2013. Mit Kölnisch Wasser und Glitter benetzt sowie mit Segenswünschen versehen, schickten sie ihn in eine neue Amtszeit, die zu Pfingsten im Juni 2014 enden wird.

Mancher Amtsträger, so verrät Jochen Volland von Rheinfetisch, sei nach so einem Jahr voller Aufmerksamkeit, vielen Reisen und neuen Freundschaften schon in ein tiefes Loch gefallen. Bei Karsten muss man sich wenig Sorgen darum machen. In seiner Abschiedsperformance verwandelte er sich singend vom Fetischkerl zum Rosa Funken. Das ist zwar ein völlig anderer Fetisch, aber einer, in dem man ebenfalls persönlich voll aufgehen kann…

Youtube | Szenen von der Mr. Fetish NRW-Wahl
Links zum Thema:
» Website von Rheinfetisch
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Tags: cologne fetish pride, rheinfetisch, lederszene, kön
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Reaktionen zu "Köln: We are Fetisch-Family!"


 42 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
20.05.2013
17:22:42


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


HOT!!!


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#2
20.05.2013
21:02:27


(+1, 5 Votes)
 
#3
21.05.2013
07:22:43


(-3, 7 Votes)

Von Heide-Linde


sterile Barbiepuppen....


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#4
21.05.2013
08:57:00


(+2, 6 Votes)

Von Herbert


mit Verlaub, gnädigste:
ein selten blöder Beitrag !

Wären sie dabei gewesen hätten sie es gewusst, das sie es nicht waren entbehrt ein solcher Kommentar jedem Sinn !


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#5
21.05.2013
10:27:10


(0, 6 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Gähn.....


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#6
21.05.2013
11:05:17


(+2, 8 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008


seltsam.. da werden erkennungssymbole der faschos ( 20 lochstiefel mit weißem schnürsenkel...) als wahlurne hingestellt ...

Mal nachgedacht die herrn? Oder so blind wie klust und rest?


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#7
21.05.2013
11:58:34


(+1, 7 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #6 von stromboli


da bist du einer stadtlegende aufgesessen. die schnürsenkelfarbe war nie ein wirklich eindeutiger und allgemein anerkannter code für irgendwas. in einzelnen subszenen waren teilweise bestimmte codes verbreitet, aber fast jede farbe wurde irgendwann auch von ganz anderen skins getragen.

Link zu www.spontis.de


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#8
21.05.2013
12:26:52


(+3, 7 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #7 von fink


dein einwurf vertieft das thema, erklärt die ursprüngliche nutzung, aber es ändert nichts an der von den neonazis missbräuchlich verwendeten symbolik...

So ist ja auch das hakenkreuz oder die rutenbündel vormals kein faschistisches symbol, aber durch deren nutzung bis ins heute hinein, ein zuordnungssymbol.

Mir gehts drumm, nicht sich in gemachte wespennester zu setzen
Als alter fetischkerl erlaube ich mir mal diese interne kritik


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#9
21.05.2013
12:49:10


(+2, 6 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #8 von stromboli


>"erklärt die ursprüngliche nutzung, aber es ändert nichts an der von den neonazis missbräuchlich verwendeten symbolik..."

wenn die weißen senkel "missbräuchlich" von den neonazis verwendet werden, und die ursprüngliche nutzung eine andere war - weshalb sollte wir dann heute akzeptieren, dass die neonazis die bedeutung bestimmen?

das mit dem hakenkreuz ist was anderes. im europäischen raum ist und bleibt dieses symbol eindeutig als nazisymbol kodifiziert. es hat nach der nazizeit nie eine umdeutung gegeben. niemand würde es anders denn als eindeutiges nazisymbol verstehen, wenn es nicht gerade auf einem buddhistischen altar auftaucht.

die weißen senkel SIND aber diverse male umgedeutet worden, es gibt also keine "wahre" kodifizierung. sie nun als "eindeutig nazi" einzuordnen und in allen anderen zusammenhängen zu meiden, hieße m.e., den neonazis unnötigerweise ein symbolisches revier zu überlassen, das sie niemals erobert hatten.


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#10
21.05.2013
13:01:05


(+5, 7 Votes)

Von probondage
Aus Dortmund (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 10.07.2008
Antwort zu Kommentar #6 von stromboli


Ja, und Lonsdale ist auch ein No-Go und so weiter und so fort. Demnächst erscheint ein Buch, was Fetischkerl nicht machen sollte, um nicht irgendwie und irgendwo anzuecken. Die Knigge für den Fetischkerl in der Political-Correctness-Area ... Langsam reicht es ...


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