Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?19257

Präsident Miloš Zeman will einen promienten Literaturhistoriker wegen seiner CSD-Teilnahme nicht als Professor an der Karls-Universität dulden

Weil sich ein Literaturhistoriker zu sehr für Homo-Rechte engagiert hat, blockiert der sozialdemokratische Staatspräsident seine Nominierung als Professor einer öffentlichen Universität.

Der neue tschechische Präsident Miloš Zeman hat erstmals in der Geschichte der Tschechischen Republik einen von einer Universität vorgeschlagenen Akademiker für eine Professur abgelehnt. Die Karls-Universität in Prag hatte zuvor den schwulen Literaturhistoriker Martin Putna für den Posten des Professors nominiert.

Zeman begründete die Ablehnung in der Tageszeitung "Lidove Noviny" mit der Teilnahme Putnas am CSD in Prag vor zwei Jahren. Zwar sei die Homosexualität des Akademikers kein Ausschlussgrund, so der Präsident. Allerdings habe er damals ein obszönes Plakat in die Höhe gehalten, was Putna für den Job disqualifiziere.

Das bemängelte Plakat hatte die Aufschrift: "Katholische Tunten grüßen Bátora". Damit protestierte Putna gegen Ladislav Bátora, einen umstrittenen Beamten im Bildungsministerium. Bátora war vom damaligen Präsidenten Václav Klaus ernannt worden, obwohl er weniger Jahre zuvor in einer faschistischen Partei aktiv war, die den Holocaust geleugnet und die Zwangsausweisung aller "Zigeuner" aus Tschechien gefordert hatte.

Traditionell ernennt der tschechische Präsident alle Professoren des Landes in einer Zeremonie. Seine Vorgänger haben seit dem Ende der kommunistischen Diktatur nie einen Vorschlag abgelehnt.

Proteste gegen Präsidenten geplant


Stein des Anstoßes: Literaturhistoriker Martin Putna auf dem CSD 2011

Bei Universitäten hat die Ablehnung für Empörung gesorgt. Viele Akademiker werfen dem Präsidenten nun vor, seine Macht mit der Entscheidung ausbauen zu wollen. Für Donnerstag planen Studenten eine Protestaktion. Universitätsrektor Václav Hampl hat bereits erklärt, an seiner Nominierung festhalten zu wollen und verlangte eine Erklärung vom Präsidenten. Juristisch ist unklar, ob Zeman das Recht hat, nach Gutdünken Kandidaten abzulehnen.

Literaturhistoriker Putna ist ein Experte für katholische Literatur und hat mehrere preisgekrönte Bücher veröffentlicht. Dazu zählt eine Biografie von Václav Havel und eine Studie über Homosexualität und Christentum. (dk)



#1 HomorechteAnonym
  • 21.05.2013, 15:28h

  • Tschechei soll sich lieber ein Homoehengesetz stark überlegen. Sozialdemokratisch liebt Gleichheit. Gleiche Rechte. Viele Proffesoren sind schwul. Was soll das heissen.
    Osteuropa wird nicht diktieren. Hat es Demokratietraditionen so sehr?
    Das tschechische Homoehengesetz einführen. Natürlich kann ein Professor schwul sein. Oder lesbisch.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 BBPZAnonym
  • 21.05.2013, 15:28h
  • Man müsste meinen, dass sowas nur in stark religiös geprägten Ländern vorkommt, aber Tschechien ist das Land mit der prozentual höchsten Anzahl an Konfessionslosen und Atheisten. Erschreckend.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 ALexAnonym
  • 21.05.2013, 15:29h

  • Und sowas in der EU.

    Wundert es da noch irgendwen dass immer mehr Leute keinen Bock mehr auf die EU haben?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 TheDadProfil
  • 21.05.2013, 15:34hHannover
  • Ach so..

    Nicht die eigene Homosexualität, sondern die Teilnahme an einem CSD und das hochhalten eines Schildchen´s ist der Grund für die Ablehnung..

    Na dann..

    Da schämt Mann sich schon wieder fremd..
    So etwas blödes von einem Sozialdemokraten hören zu müßen ist schon ein Hammer..

    Wer Schwul ist, darf es sein, so lange er es nicht offen zeigt ?
    Zurück in den Schrank ?

    Dieser Mann hat sich für das politische Amt das er bekleidet disqualifiziert und sollte schnellstens zurücktreten !

    Unfaßbar..
  • Antworten » | Direktlink »
#5 little wordsAnonym
#6 MarkiAnonym
#7 TimonAnonym
#8 Aus Bad HomburgAnonym
  • 21.05.2013, 15:46h
  • Ein Sozialdemokrat (genauer gesagt, ein Exkommunist) und homophob. Und übrigens, gleich so wie der aktuelle Ministerpräsident der benachbarchten Slowakei auch. Ja, die Wahrheit kann manchmal sehr bitter sein (zumindest in so einem mehr linksgerichteten Forum wie queer.de). Und doch eine Wahrheit.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 RaffaelAnonym
  • 21.05.2013, 15:49h
  • Aha. In Tschechien gibt es also keine Grundrechte wie Redefreiheit mehr.

    Sieht die EU wieder mal tatenlos zu?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 RechteAnonym
  • 21.05.2013, 16:02h
  • Tschechien soll sich Vorbild vom Westeuropa nehmen. Es ist doch westlich orientiert. Deswegen ist es besser als gut die echte Homoehe laut politischer Gleichheit einzuführen. Die Richtung für diese Republik ist der Westen. Nicht durch den Wind. Andere Richtung ist schon Asien. Liegt etwa Prag in Asien? Eben nicht. Es liegt westlich.
  • Antworten » | Direktlink »