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  • 22.05.2013           14      Teilen:   |

Italien: Schulen sind homophobe Hochburgen

Artikelbild
Jeder zweite homosexuelle Oberstufenschüler wurde in der Schule schon einmal diskriminiert.

Lesbische und schwule Jugendliche werden besonders an Schulen gemobbt. Eine Homo-Gruppe macht dafür die Politik und die Lehrer verantwortlich.

Laut einer Umfrage der LGBT-Gruppe Gay Center unter mehr als tausend homosexuellen Schülern der Oberstufe ist in Italien die Diskriminierung von Jugendlichen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung weit verbreitet. Rund drei Viertel der Schüler gaben an, in ihrem Leben schon einmal Diskriminierung oder Gewalt aufgrund von Homosexuellenfeindlichkeit erlebt zu haben.

Der homophobste Ort ist der Umfrage zufolge die Schule, in der 49 Prozent der Befragten bereits Diskriminierung ausgesetzt gewesen seien. An zweiter Stelle folgt die Familie (42 Prozent) vor Kneipen und Cafés (33 Prozent). Hier gibt es einen Unterschied zwischen Schwulen und Lesben: Während Schwule eher in der Schule gemobbt werden, erleben Lesben eher Diskriminierungen in der Familie.

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Nationaler Aktionsplan gegen Homophobie gefordert

Fabrizio Marrazzo, der Chef von Gay Center, beklagte nach der Bekanntgabe der Ergebnisse, dass es in Italien keinen Nationalen Aktionsplan gegen Homophobie gebe. Das führe dazu, dass in Schulen oft "alte Lehrer mit Vorurteilen das Sagen haben". "Die verstehen nicht, warum Anti-Homophobie-Kurse so wichtig sind", so Marrazzo. Er nannte als Beispiel eine Schule in Rom, in der ein Anti-Homophobie-Projekt abgebrochen wurde, weil vor der Schule schwulenfeindliche Plakate aufgehängt wurden. Die Schulen hätten Angst, homophobe Schüler zu provozieren, so Marrazzo. Auch zu Hause würden homosexuelle Jugendliche – anders als Angehörige ethnischer oder religiöser Minderheiten – oft keine Unterstützung erfahren.

Mobbing an Schulen wurde in mehreren Studien als Hauptproblem für junge Homosexuelle ausgemacht. So kam im vergangenen Jahr eine britische Umfrage zu dem Ergebnis, dass 55 Prozent von schwulen, lesbischen oder bisexuellen Schülern wegen ihrer Sexualität gemobbt werden (queer.de berichtete). Homophobe Sprache ist demnach an Schulhöfen weit verbreitet.

In Italien ist die Situation besonders prekär, da die rechtliche Lage für Homosexuelle im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern schlecht ist. So werden keine Homo-Partnerschaften anerkannt, außerdem hat das Land nur einen begrenzten Diskriminierungsschutz für Schwule und Lesben. Homosexuelle dürfen anders als in Deutschland beim Zugang zu Dienstleistungen wegen ihrer Sexualität benachteiligt werden. Die neue Regierung unter Führung des Sozialdemokraten Enrico Letta hat bislang keine Verbesserung der Situation angekündigt. (dk)

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Tags: italien, schule, homophobie
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 Italien
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Reaktionen zu "Italien: Schulen sind homophobe Hochburgen"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
22.05.2013
13:01:59


(+5, 5 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Der homophobste Ort ist der Umfrage zufolge die Schule ... An zweiter Stelle folgt die Familie ... vor Kneipen und Cafés."

Wie, und niemand hat sich in bzw. von der christlichen Staatskirche diskriminiert gefühlt? Stand diese Antwort im erzkatholischen Italien etwa nicht zur Auswahl in der Umfrage, um den heiligen Stuhl nicht zu erzürnen?


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#2
22.05.2013
15:44:14


(+3, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Schwule werden nicht nur in Italien in den Schulen gemobbt, sondern es betrifft auch andere Länder, wie z. B. die USA oder Deutschland.


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#3
22.05.2013
15:51:06


(+4, 6 Votes)

Von Felix


Ist leider auch in vielen anderen Ländern ähnlich.

Gerade Jugendliche sind besonders empfindlich gegenüber Mobbing und sowas treibt viele Betroffene in den Tod.

Deswegen muss mit aller Macht dagegen angegangen werden.

Erstens durch volle rechtliche Gleichstellung (inkl. Eheöffnung und Adoptionsrecht), denn wenn man schon rechtlich Mensch 2. Klasse ist, ist man es auch gesellschaftlich.

Und zweitens umfangreiche Bildungs- und Aufklärungsprogramme an Schulen und Jugendeinrichtigen.

Drittens muss Homosexualität nicht nur verpflichtender Bestandteil des Sexualkunde-Unterrichts werden, sondern auch in Geschichte, Erdkunde, Politik, Sozialkunde, etc. bei passenden Gelegenheiten behandelt werden.


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#4
22.05.2013
16:37:00


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Am schlimmsten verhalten sich Lehrer im Schrank.
Männlich wie weiblich!


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#5
22.05.2013
16:56:34


(+3, 5 Votes)

Von Hochburg Germany


Es ist gut, dass Schwule und Lesben in Italien die Unterdrückung von Homosexualität gerade unter Jugendlichen breitenwirksam thematisieren.

Leider kann man das, trotz ähnlich verheerender Realitäten, hierzulande nicht unbedingt behaupten.

Immerhin sprechen die empirischen Daten, die in der drittgrößten Stadt erhoben wurden, eine deutliche Sprache. Wann endlich wir auch?

"90 Prozent der Fachkräfte attestieren den Schulen, dass dort ein unfreundliches soziales Klima für homosexuelle Jugendliche herrscht. Bei den Befragten aus der Schulsozialarbeit, die noch näher dran sind, teilen sogar 97 Prozent die Meinung.

Dass sich die jungen Leute bei Gleichaltrigen problemlos outen, halten die Fachleute daher für schwierig, wenn nicht unmöglich. Deshalb würde eine klare Mehrheit der Kräfte aus der Schulsozialarbeit ihnen auch nicht dazu raten.

82 Prozent der Befragten geben an, dass an Orten wie Schulen oder Jugend-Freizeitstätten homophobe Ereignisse verbreitet sind.

Und auch in den Familien, davon gehen 80 Prozent der Fachkräfte aus, wird die sexuelle Identität der jungen Leute nicht problemlos akzeptiert."

Link zu www.abendzeitung-muenchen.de

Wieviel mehr Unterdrückung von Schwulsein muss es noch geben, bis Schwule endlich aufwachen?

Bild-Link:
bzga2.jpg


Siehe auch hier ("werberelevante Zielgruppe"):

Link zu www.queer.de


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#6
22.05.2013
18:56:31
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich kann die Ergebnisse dieser Umfrage nur mit aller Deutlichkeit unterstreichen.

Der mit Abstand allerschlimmste Abschnitt meines bisherigen schwulen Lebens war die Zeit zwischen 14-16 nach dem Coming-out an der Schule. Getreten, geschlagen, bespuckt und als perverse schwule Sau beschimpft. Jeden Tag ging ich durch die Hölle.

Trotz den Erfolgen die es gegeben hat, ausgerechnet am Ort allerschlimmster Homophobie scheint sich nichts geändert zu haben.

Das macht immer wieder sehr traurig und betroffen. Wenn der Staat und seine Schulen nichts dagegen unternehmen, bleiben beide die Hauptschuldigen von Tausenden von Selbsttötungen. Diese Gleichgültigkeit ist ein Skandal!


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#7
22.05.2013
20:14:21


(+5, 7 Votes)

Von Foxie
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Antwort zu Kommentar #1 von userer


"Wie, und niemand hat sich in bzw. von der christlichen Staatskirche diskriminiert gefühlt? Stand diese Antwort im erzkatholischen Italien etwa nicht zur Auswahl in der Umfrage, um den heiligen Stuhl nicht zu erzürnen?"

Ganz genauso wird es sein. Man kann die RKK in Italien schon als Staatsreligion bezeichnen, die natürlich keiner in Frage stellen darf.
Franz1 hat seine Homophobie schon oft genug bewiesen.

Zum Bsp.:
-die Audienz für Robert Mugabe
-Glückwünsche an Uganda´s Parlamentschefin,
die homofeindliche Gesetze in Kraft setzt
bzw. verschärft
-Exkommunikation von Priestern, die sich für
Homo-ehe und Gleichstellung einsetzen.


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#8
22.05.2013
20:14:39


(+6, 6 Votes)

Von Ania


Man sollte diesen Artikel nicht allein auf Italien beschränken da es auch hier in Deutschland solche Diskriminierungen gibt und dies nicht zu knapp.
Genau wegen homophober Kommentare von meinen Mitschülern, trau ich mich seit Jahren nicht, mich zu outen.


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#9
23.05.2013
12:10:49


(+3, 3 Votes)

Von Marc


Gerade Schulen sollten sichere Orte für Jugendliche sein und Stätten der Bildung und Toleranz...

Schlimm, wenn gerade da gemobbt wird. Weil man dem auch nicht ausweichen kann.

Vor dem Hintergrund, dass solches Mobbing schwere psychische Schäden verursachen kann oder leider sogar relativ oft zum Selbstmord führt, MUSS da mit allen Mitteln gegengesteuert werden!!!


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#10
23.05.2013
12:24:26


(+4, 4 Votes)

Von Fennek


Während in meiner Jugend (1980er-Jahre bis frühe 1990er) gerade Jugendliche die sexuell aufgeschlossenen waren, ist schon seit einiger Zeit auch unter Jugendlichen ein konservativer Rollback zu beobachten.

Da das die kommenden Generationen sind, ist das sehr bedenklich!

Da muss endlich etwas gegen unternommen werden. Z.B. Umfangreiche Bildungsprogramme und was sonst noch so alles hier genannt wurde...


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