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Präsident Milos Zeman hat offenbar nicht mit der heftigen Kritik an seiner Entscheidung gerechnet (Bild: Wiki Commons / David Sedlecky / CC-BY-SA-3.0)

Der tschechische Präsident gibt nach: Er will nicht mehr die Ernennung eines Homo-Aktivisten zum Professor verhindern. Das Staatsoberhaupt hatte den Akademiker wegen seines Engagements beim CSD kritisiert.

Nach einer Krisensitzung haben Kultusminister Petr Fiala und Präsident Milos Zeman am Mittwoch in Prag angekündigt, dass der Literaturhistoriker Martin Putna doch zum Professor an der Prager Karls-Universität ernannt werden kann. Zeman erklärte nach dem Treffen, er sei "sehr froh", dass der Streit beendet sei. Der Präsident, der erst seit März im Amt ist, hatte die Ernennung zuvor abgelehnt und mit der Teilnahme Putnas am CSD in Prag vor zwei Jahren begründet. Damals habe Putna ein obszönes Plakat gehalten, so Zeman (queer.de berichtete). Die Ablehnung Putnas führte zu einem Aufschrei an Universitäten und unter Homo-Aktivisten.

Traditionell ernennt der tschechische Präsident alle Professoren des Landes in einer Zeremonie. Die Ablehnung war im demokratischen Tschechien ein Novum: Zemans Vorgänger Václav Havel und Václav Klaus hatten nie einen von einer Universität vorgeschlagenen Kandidaten abgelehnt.

Zeman bleibt Ernennung fern


Dieser Auftritt Putnas beim CSD ist dem tschechischen Präsidenten sauer aufgestoßen

Mit einem symbolischen Akt will der amtierende Präsident jedoch seine Ablehnung Putnas deutlich machen: Er wird die Ernennungsurkunde nicht wie in Tschechien üblich persönlich an den Akademiker übergeben. Das soll ein Vertreter des Bildungsministeriums übernehmen.

In Tschechien war nach der überraschenden Ablehnung debattiert worden, warum der Sozialdemokrat Zeman trotz der zu erwartenden Kritik versucht hatte, die Professur zu verhindern. So mutmaßten Beobachter, dass er seine Macht ausbauen und Tschechien von einer parlamentarischen in eine präsidentielle Demokratie umwandeln wolle. Außerdem könne der Atheist Zeman damit versucht haben, Sympathien innerhalb der katholischen Kirche zu gewinnen, die sich wiederholt ablehnend gegenüber dem schwulen Literaturhistoriker geäußert hat. Zudem hatte Putna im Präsidentschaftswahlkampf Zemans unterlegenen Gegenkandidaten Karel Schwarzenberg unterstützt, wofür sich der Präsident nun rächen könne. (dk)



#1 MarekAnonym
  • 22.05.2013, 18:26h
  • "Mit einem symbolischen Akt will der amtierende Präsident jedoch seine Ablehnung Putnas deutlich machen: Er wird die Ernennungsurkunde nicht wie in Tschechien üblich persönlich an den Akademiker übergeben."

    Ein Präsident, der nicht seine Pflichten erfüllt, sondern sich alles so macht, wie es ihm gerade passt.

    Was für eine Bananenrepublik ist Tschechien?!
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#2 ElliotAnonym
  • 23.05.2013, 11:05h
  • Von Demokratie und Rechtsstaat kann man da nicht sprechen. Aber das scheint ja der neue Trend in der EU zu sein.

    Man hat langsam das Gefühl, je faschistischer ein Staat ist, desto größer ist die Chance der EU-Aufnahme.

    Früher oder später wird die EU daran zugrunde gehen. Und für die Folgen sind dann all diese Politiker verantwortlich, die diese EU-Erweiterungen durchgesetzt haben.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.05.2013, 13:41h
  • Na bitte, geht doch! Aber erst deftig herumzicken, Herr Staatspräsident, das hätten sie auch sehr viel einfacher haben können!
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#4 dobrapivo
  • 23.05.2013, 14:53h
  • Tschechien ist ein ganz wunderbares Land. Es hat von allen Ländern, die die noch bis 89 unter einer sozialistischen Diktatur standen mit Abstand die größten Fortschritte erzielt.

    Jeder zweite Tscheche hat schon 2006 (!!) die gleichgeschlechtliche Ehe unterstützt. Im selben Jahr wurde die eingetragene Partnerschaft eingeführt. Damit sind sie gerade mal 5 Jahre hinter Deutschland. Vielleicht überholt uns Tschechien ja noch mit der Gleichstellung. In diesem Fall wird aber kein schwuler Tscheche auf die hirnverbrannte Idee kommen uns als "faschistisch" zu bezeichnen. Wirklich bei jedem zweiten Artikel auf queer.de kommen irgendwelche hasserfüllten Kommentare jenseits von Gut und Böse, die in keiner Relation zu irgendwas stehen. Einfach lautes Rumgepöbel!

    (Kein Wunder das in so einer Stimmung selbsternannte Anti-Faschisten ihren Pool mit "dem Blut der FDP" füllen wollen. )
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