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Wenn alles gut läuft, könnte US-Kicker Robbie Rogers im kommenden Jahr bei der WM auch Jogi Löws Jungs das Leben schwer machen (Bild: Wiki Commons / Longbomb / CC-BY-3.0)

Der 26-Jährige ist als erster schwuler Spieler nach einem Coming-out in der nordamerikanischen Fußball-Profiliga aufgelaufen.

Am Sonntag ist Robbie Rogers für die Mannschaft Los Angeles Galaxy beim Spiel gegen Seattle in der 77. Minute unter großem Beifall eingewechselt worden. Damit war erstmals ein offen schwuler Spieler in der amerikanisch-kanadischen Major League Soccer (MLS) auf dem Feld. Das Spiel gewann Los Angeles ungefährdet mit 4:0. Rogers hatte erst Mitte Februar sein Coming-out gehabt und seine Karriere beendet, weil sich der Mittelfeldspieler als erster geouteter Profifußballer der USA nicht dem Druck gewachsen sah (queer.de berichtete). Zu dem Zeitpunkt war er vom britischen Zweitligisten Leeds United an den Drittligisten FC Stevenage ausgeliehen.

Die letzten Wochen hat er aber viel Unterstützung aus der MLS erhalten. So setzte sich Sigi Schmid, der Trainer von Seattle, für eine Rückkehr von Rogers ein. Der in Tübingen geborene Coach, der in Kalifornien aufgewachsen ist, kennt Rogers bereits seit seinem siebten Lebensjahr. Der Nachwuchsfußballer spielte damals mit Schmids Sohn in einem Jugendteam. Als Grund für seine Rückkehr nannte Rogers Gespräche mit homosexuellen Jugendlichen und das erste Coming-out eines NBA-Basketballers Ende April (queer.de berichtete).

Youtube | Robbie Rogers als Gast der CNN-Talkshow von Anderson Cooper

"Um Gottes willen – wir haben 2013"

Unterstützung erhielt er auch von Robbie Keane, dem Kapitän von LA Galaxy, der gleichzeitig auch Kapitän des irischen Nationalteams ist. Nach dem Spiel antwortete Keane auf die Frage nach der Homosexualität seines Mitspielers kurz: "Um Gottes willen – wir haben 2013. Egal, wer, wie oder was du bist – wir sind alle gleich."

Rogers zeigte sich begeistert nach seinen ersten knapp 20 Minuten auf dem Spielfeld seit seinem Coming-out: "Das war wirklich perfekt", sagte der 26-Jährige. "Wir haben gewonnen, was gerade das Wichtigste ist. Meine Familie war da, meine Freunde, meine Großeltern. Ich versuche derzeit, mich selbst zu finden. Und jetzt bin ich zurück auf dem Spielfeld. Ich denke, hier gehöre ich hin!"

Rogers hat insgesamt 18 Mal für die US-Nationalmannschaft gespielt. 2008 nahm er außerdem an den Olympischen Spielen teil, im selben Jahr wurde er mit der Mannschaft Columbus Crew nordamerikanischer Meister.

Im Gegensatz zur MLS hat es in der deutschen Bundesliga noch nie einen aktiven offen schwuler Profi gegeben. In Europa hat sich bislang nur der Brite Justin Fashanu geoutet – vor 23 Jahren. Das Coming-out beendete jedoch praktisch seine Karriere. Fashanu beging weniger Jahre später unter mysteriösen Umständen Selbstmord. (dk)

Youtube | Rogers lief unter großem Applaus ins Stadion ein


#1 role modelAnonym
#2 LucaAnonym
  • 27.05.2013, 16:06h
  • Der ist ein echtes sportliches (und menschliches) Vorbild!!

    Nicht diese ganzen Versteckspieler, die sich selbst verleugnen und eine Schmierenkomödie spielen.

    Es ist nicht peinlich, als Sportler schwul zu sein. Es ist nur peinlich, sich zu verstecken wie ein Verbrecher und nicht zu sich selbst zu stehen.
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#3 Aramis
  • 27.05.2013, 16:58h
  • Was für mich noch wichtiger ist:
    er wurde mit großem Beifall von den Zuschauern begrüßt...

    das sollte doch Mut machen...
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#4 MarekAnonym
  • 27.05.2013, 17:06h
  • Antwort auf #3 von Aramis
  • Das ist es eben:
    die Reaktionen sind gar nicht so, wie immer alle fürchten.

    Natürlich wird es auch immer Schwachmaten geben, die einen deswegen beleidigen. Aber ansonsten suchen sie halt einen anderen Grund.

    Und umgekehrt hat man dann genug andere, die zu einem stehen.

    Leider sind die meisten Fußballer diesbezüglich ziemlich feige.

    Letztendlich schaden sie nur sich selbst: auch wenn man es noch nicht sofort merkt, bleibt diese Selbstverleugnung nicht ohne Folgen...

    Am Ende bereut man jeden einzelnen Tag, den man gewartet hat!!
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#5 m123Anonym
  • 27.05.2013, 17:34h
  • Hier wird Robbie Rogers das erste Mal nach seinem Coming Out eingewechselt:

    www.youtube.com/watch?v=q8uMVfBvbtk

    Die Menschen freuen sich scheinbar sehr, dass er wieder Fußball spielt. Und schaut euch nur den Gesichtsausdruck von Robbie Rogers an als er aufs Spielfeld läuft und merkt, dass die Menschen ihn freundlich empfangen.

    Robbie Rogers hat gesagt, dass er gemerkt hat, dass den Leuten ziemlich egal ist, dass er schwul ist. Und er hat gesagt, dass er, seitdem er wieder begonnen hat Fußball zu spielen und zu trainieren und mit seinem Team rumzuhängen, nichts Negatives gespürt hat.

    Ich persönlich glaube, dass die Zeit reif dafür ist, dass schwule Fußballer nicht mehr vorgeben müssen heterosexuell zu sein und eine Freundin zu haben, die sie bei einer Agentur "gemietet" haben. Ich glaube, dass die Menschen schon viel weiter sind als die schwulen Fußballer befürchten. Und letzteres hat Robbie Rogers übrigens auch gesagt. Und wenn das in den USA möglich ist, wo die Menschen sogar noch konservativer sind als in Europa, dann sollte das doch erst recht in Europa möglich sein.

    Ich finde auch nicht, dass sich schwule Fußballprofis unbedingt explizit in der Öffentlichkeit mit einer Nachricht outen müssen. Natürlich kann man das so machen, aber natürlich und viel besser wäre es, wenn sie einfach sie selbst sind und einfach nicht mehr leugnen und vorgeben eine Freundin zu haben und heterosexuell zu sein. Warum nicht, wenn man einen festen Freund hat, mit dem sich auch mal in der Öffentlichkeit zeigen, genau wie die heterosexuellen Fußballer ja auch mit ihrer Freundin zusammen sind. Ich glaube das tut auch der Psyche unheimlich gut keine Lüge mehr zu leben. Das wichtigste ist doch, dass man glücklich und mit sich im Reinen ist.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 27.05.2013, 18:19h
  • Da sollte sich wirklich mal jeder schrankschwule Fußballspieler ein Beispiel nehmen, wie's richtig gemacht wird!
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#7 FinnAnonym
  • 27.05.2013, 20:53h
  • Antwort auf #5 von m123
  • "Robbie Rogers hat gesagt, dass er gemerkt hat, dass den Leuten ziemlich egal ist, dass er schwul ist. Und er hat gesagt, dass er, seitdem er wieder begonnen hat Fußball zu spielen und zu trainieren und mit seinem Team rumzuhängen, nichts Negatives gespürt hat."

    Das macht das Verhalten mancher deutschen Spieler nur noch lächerlicher...

    Ich kann ja verstehen, wenn Teenies Angst haben sich zu outen, aber Erwachsene, die nicht schlecht verdienen und unabhängig sind, sollten doch langsam auch mal wie ein Erwachsener handeln.
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#8 frageAnonym
#9 Leo GAnonym
#10 Mister_Jackpot
  • 27.05.2013, 22:11h
  • Man merkt ihm in den beiden Videos wirklich an wie erleichtert und echt glücklich er jetzt ist. Deswegen sollte man sich outen... und am besten aus eigenem Antrieb, dann ist das Gefühl noch besser. Es freut mich sehr für ihn, dass er mit sich ins Reine gekommen ist und ich drücke ihm die Daumen für seine weitere Karriere. Sein Schwulsein gehört zu ihm, aber auch alles andere, was ihn ausmacht! Es sollte einfach selbstverständlich sein und wie das Publikum ihn empfangen hat macht echt Mut für die Zukunft! Mal schauen wie lang es im europäischen Fussball noch braucht bis sich endlich eienr outet und befreit. Von Zwangsoutings halte ich nicht viel, denn am ehesten wie gesagt hilft ein Outing wenn mans SELBST macht und ein Outing ist eben auch nur für einen selbst! Aber man sollte trotzdem immer auch allgemein andere zum Outing ermutigen, damit die Menschen in allen Bereichen selbst aus dem Schrank kommen....
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