Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?19309

Im Jahr 2010 nahm "Queers Against Israeli Apartheid" erstmals am CSD Toronto teil - die Aktivisten beharrten auf ihr Recht auf freie Meinungsäußerung (Bild: loozrboy / flickr / by-sa 2.0)

Während in Köln Rechtsextremisten bei der CSD-Parade mitmachen wollen, schlägt sich der Pride in Toronto mit der Teilnahme einer anti-israelischen Gruppe herum, die von manchen als antisemitisch eingestuft wird.

Der Stadtrat von Toronto debattiert darüber, ob wegen der Teilnahme einer israelfeindlichen Gruppe dem CSD die Zuschüsse in Höhe von 124.000 Dollar (93.000 Euro) gestrichen werden sollen. Grund ist die Genehmigung eines Paradewagens der Gruppe "Queers Against Israeli Apartheid" (QuAIA). Mehrere Stadträte haben kritisiert, dass der Wagen antisemitisch sei und Übergriffe auf Juden in Toronto provoziere.

Nach einem Bericht der Zeitung "Star" vom Montag habe die Rechtsabteilung der Stadt allerdings erklärt, dass ein Verbot des Wagens nicht möglich sei, da er nicht gegen bestehende Gesetze verstoße. In dem Bericht heißt es, dass eine "zu weite Definition des Begriffs Diskriminierung" wahrscheinlich von Gerichten kassiert werden würde. Zuvor hatte ein pro-israelischer Stadtrat sogar vorgeschlagen, den CSD-Verein einen "Bonus" zu zahlen, wenn er von sich aus die Gruppe ausschließt. Eine endgültige Entscheidung des Stadtrats soll Mitte Juni fallen, nur zehn Tage vor der CSD-Parade.

"Queers Against Israeli Apartheid" bestreiten, Antisemiten zu sein. Sie werfen dem jüdischen Staat aber vor, "Pinkwashing" zu betreiben. Der Begriff kritisiert, dass sich Israel trotz der Unterdrückung von Palästinensern im Stile des früheren südafrikanischen Apartheidstaates als "Oase der Toleranz im Nahen Osten" präsentiere, weil es Homosexuelle besser behandelt als die Nachbarstaaten. Auf seiner Website schreibt QuAIA: "Der Kampf für die Rechte von sexuellen Minderheiten kann nicht auf Kosten anderer ausgefochten werden."

CSD wird "Schauplatz der Antisemiten"


Gegendemonstrant beim CSD Toronto: "Beendet die Folter, Inhaftierung und Exekution von Schwulen im Nahen Osten. Folgt dem Beispiel Israels"

Jüdische Organisationen werfen QuAIA dagegen vor, aus Hass auf Juden zu agieren. Die Gleichsetzung von Israel mit Unrechtsregimen aus der Vergangenheit führe zu Gewalt gegen Juden und Israelis, heißt es. Anna Bromberg von der jüdischen Organisation B'bai Brith erklärte, dass die Teilnahme die "Haupt-Zielsetzung" des CSD ins Gegenteil verkehre. Das Simon-Wiesenthal-Center warnt zudem, dass auf diese Art der Pride zu einem "Schauplatz für Antisemiten statt für Homo-Rechte" werde.

Bereits in den letzten drei Jahren hat ein Wagen von QuAIA an der Parade teilgenommen. Zunächst schlossen die CSD-Organisatoren die antiisraelische Gruppe 2010 aus, machten aber nach massiven Protesten die Entscheidung rückgängig (queer.de berichtete). Damals hatten Stadträte ebenfalls den Entzug der Subventionen angedroht und die CSD-Organisatoren für den Anstieg der antijüdischen Hassverbrechen mitverantwortlich gemacht.

Auch in anderen Ländern kam es zu Kritik am "Pinkwashing", was zu Einschränkungen für israelische und jüdische Teilnehmer führte. Deshalb verzichtete in der deutschen Hauptstadt eine Delegation aus Tel Aviv 2011 erstmals auf das Zeigen des Davidsterns (queer.de berichtete). Im Jahr zuvor untersagte der CSD Madrid sogar einem israelischen Wagen, an der Parade teilzunehmen, angeblich wegen Sicherheitsbedenken (queer.de berichtete). (dk)



Petition gegen "Propaganda"-Gesetz in Moldawien

Der CSD Stuttgart hat gemeinsam mit der MCC-Kirche Stuttgart eine Petition gegen ein Verbot von Homo-"Propaganda" in Moldawien gestartet.
Hamburg: Weitere homo- und transphobe Übergriffe

In der Hansestadt erschüttern mehrere Gewalt-Attacken die Szene: Eine Transfrau und zwei heterosexuelle Männer, die offenbar für schwul gehalten wurden, sind Opfer brutaler Schläger geworden.
Merkel, Putin und Mugabe beim Hamburg Pride

Zwischenfall beim Hamburg Pride am Samstag: Bekannte Politiker aus dem In- und Ausland blockierten den Start der CSD-Parade in der Langen Reihe.
#1 seb1983
  • 29.05.2013, 13:53h
  • Mehrere Staaten hängen Schwule an Baukräne, in Dutzenden afrikanischen und asiatischen Staaten landen Schwule im Gefängnis.

    Wie kommt es dass eine solche Organisation nun gegen das einzige Land demonstriert dass Schwule im Nahen Osten schützt und über die anderen schweigt?
    Wenn das "Pink Washing" ist würde ich mir wünschen Iran, Saudi Arabien und Co. würden sich auch mal anmalen...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 ThorinAnonym
#3 finkAnonym
  • 29.05.2013, 14:21h
  • Antwort auf #2 von Thorin
  • bitte überrascht mich mit einer diskussion, in der kritik an konkreter israelischer politik, israelfeindlichkeit und antisemitismus ausnahmsweise einmal nicht automatisch gleichgesetzt werden...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 ThorinAnonym
  • 29.05.2013, 14:40h
  • Antwort auf #3 von fink
  • Weißt du, ich habe keine Lust auf das sich immer wiederholende Spielchen von guter Jude und schlechter Jude. Israelkritik und Islamkritik fallen unter das gleiche Schema, Hetze unter dem Denkmantel linker oder wissenschaftlichen Gesellschaftskritik. Momentan gibt es weltweit 60-80 Kriege, Bürgerkriege und bewaffnete Konflikte (die meisten in Afrika) die wesentlich blutiger und brutaler sind als der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, was mir aber auffällt, auch unter Linken, das bei Israel grundsätzlich immer ein anderer Maßstab angelegt wird als bei anderen vergleichbareren Situationen und wenn man denn dort tiefer gräbt, stößt man auf den gleichen braunen Sumpf wie es ihn auch bei Pro Köln, NPD und Co. gibt. In gewisserweise sind diese QuAIA Typen genauso braun wie Pro Köln auch wenn sie versuchen sich als das Gegenteil darzustellen. In der Bibel heißt es: "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen". Und ich sehe ganz klar wie man mit Schwulen in Israel umgeht und wie das in den arabischen Ländern drumherumn aussieht
  • Antworten » | Direktlink »
#5 teddy awardAnonym
#6 finkAnonym
  • 29.05.2013, 14:52h
  • Antwort auf #4 von Thorin
  • ja, mit dem unterschiedlichen maßstab hast du sicher recht.

    ich will das auch nicht pauschal kleinreden. aber hat das nicht vielleicht auch damit zu tun, dass wir es (leider) gewohnt sind, staaten, die wir ohnehin als undemokratisch kennen, gedanklich "abzuhaken", aber bei einer demokratie wie israel einfach die latte höher zu legen? wir vergleichen israel halt eher mit der brd oder schweden, andere länder im nahen osten eher mit dem iran.

    das mag zugegebenermaßen schräg sein, vermutlich auch unfair, ich sehe darin aber nicht automatisch (!) antisemitismus.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 seb1983
  • 29.05.2013, 15:13h
  • Antwort auf #6 von fink
  • Da mag was dran sein ja dass man an Israel höhere Maßstäbe setzt, die es definitiv auch nicht erfüllt.

    Fragt sich aber ob man den Nahostkonflikt auf einen CSD tragen muss? Was kommt morgen? Pro/Contra Kyotoprotokoll? Für oder gegen den Euro?.... Schon die von einigen hier betrieben Sozialismusfantasien sind ja nicht mehrheitsfähig.
    Dann doch lieber rettet die Wale und schützt den Regenwald, das passt besser zum Regenbogen und ist konsensfähiger.

    Zudem stößt mir extrem böse auf dass die Palästinensergebiete neben dem Iran wohl einer der schwulenfeindlichsten Orte auf diesem Planeten ist, mit einer Hamas die gezielt Jagd auf Schwule macht, dikatatorisch über Wasser und Lebensmittel herrscht und den Konflikt gezielt zu ihrem Machterhalt anheizt.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 goddamn liberalAnonym
  • 29.05.2013, 15:31h
  • Antwort auf #7 von seb1983
  • "Schon die von einigen hier betrieben Sozialismusfantasien sind ja nicht mehrheitsfähig"

    Na ja:

    "Für die meisten Deutschen ist ein Leben im Sozialismus offenbar keine Schreckensvorstellung. Solange für Arbeitsplätze, Solidarität und Sicherheit gesorgt wäre, könnten sich 80 Prozent der Ostdeutschen und 72 Prozent der Westdeutschen ein Dasein in einem sozialistischen Staat vorstellen, ergab eine Emnid-Umfrage." (Spiegel-Online 2010)

    Und nun?

    Zum Thema: Solange die von der massiv homophoben Hamas verblendeten Palästinenser nicht den Weg von Nelson Mandela und Bischof Tutu gehen, wird das ihnen selbst nichts bringen und solange weiß auch ich, wo ich stehe: In kritischer Solidarität mit den Resten des demokratisch-sozialistischen Israels der Zeit nach 1948.

    Ich bin doch nicht lebensmüde.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 RationalgalerieAnonym
  • 29.05.2013, 15:47h
  • Auf dieser Seite israelischer Bürger...

    972mag.com/

    ...bei "search" einfach "gay" oder "pinkwashing" eingeben und man hat eine Bandbreite von durchaus konträren Positionen zu den notorischen Reizbegriffen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 fachärztlichAnonym
  • 29.05.2013, 15:54h
  • Ich freue mich über jeden Schwulen außerhalb Deutschlands, der die in Deutschland erkämpften Rechte für LGBTs und die möglichen zukünftigen Emanzipationskämpfe nicht unter "Deutschland/Merkel" im internationalen Web durchgehen lässt.

    Israelische Gayaktivisten freuen sich, nicht auf
    "Israel/Netanjahu" eingeschrumpft zu werden.
    Ihre Rechte erkämpften sie gegen die geistigen Brüder von Netanjahu und Lieberman.
  • Antworten » | Direktlink »