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Zählte einst zu den journalistisch anspruchvollsten Stadtmagazinen: "hinnerk" aus Hamburg

Erneut segnen zwei unabhängige schwule Stadtmagazine das Zeitliche. Der Deal bringt "Flash" und "Fresh" in Gefahr.

Die Konzentration auf dem Markt der Gay-Printmedien schreitet weiter voran. Nur ein knappes Jahr nach der Übernahme der Titel "gab", "rik" und "Exit" durch das Lifestyleblatt "blu" (queer.de berichtete) schluckt es zum 1. Juni nun auch die Magazine "hinnerk" in Hamburg und "Leo" in München. "Der überall im Printbereich fortschreitende Konsolidierungsprozess findet damit auch unter schwulen Medien seinen Abschluss", heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Berliner blu media network GmbH.

Die beiden Titel sollen nun – wie zuvor "gab", "rik" und "EXIT" – mit den jeweiligen "blu"-Ausgaben verschmolzen werden. Konkret heißt das: In Hamburg und München verschwindet der Name "blu" vom Markt, die ehemaligen "blu"-Teams verantworten statt dessen "hinnerk" und "Leo". Die Anzeigenverkäufer von "hinnerk" und "Leo" werden übernommen. Durch den in Berlin produzierten Mantelteil werden die Heftumfänge erweitert, auch die Webseiten sollen in eine gemeinsame Plattform integriert werden. In seiner Pressemitteilung tönt Verleger Olaf Alp: "Mit diesen sechs lokalen Stadtmagazinen in einer monatlichen Auflage von 120.000 Magazinen sind alle relevanten deutschsprachigen Medien für die Zielgruppe unter dem Dach der blu Mediengruppe vereint."

Werbeverbund "publigayte" bricht auseinander


Plötzlich ohne Anzeigenverbund: Kölns Stadtmagazin "Flash" wurde ebenso wie "Siegessäule" und "Fresh" aus der "pubilgayte"-Vermarktung geworfen

Der Verkauf von "hinnerk" und "Leo" sei Corny Littmann und ihm schwer gefallen, erklärte Axel Strehlitz von der GSL Media UG in einem Brief an seine ehemaligen Kooperationspartner: "Bis zuletzt hatten wir gehofft, diesen Schritt nicht gehen zu müssen." Die wirtschaftliche Lage habe jedoch keine andere Wahl gelassen: "Zum zweiten Mal in Folge liegen wir mit den Umsätzen deutlich unter dem Vorjahresniveau und trotz erheblicher Sparanstrengungen von immerhin fast 25 Prozent können wir dies nicht auffangen."

Mit der Übernahme von "hinnerk" und "Leo" ist faktisch auch der Werbeverbund "publigayte" auseinandergebrochen, dessen Namensrechte ebenfalls an "blu" übergingen. Gemeinsam mit der Berliner "Siegessäule", "Flash" aus Köln und dem Ruhrgebietsmagazin "Fresh" hatte man sich zuvor um großformatige Anzeigen überregionaler Markenartikler bemüht. Während die "Siegessäule", die im selben Verlag wie "L-Mag" und "Du & Ich" erscheint, wirtschaftlich unabhängiger dasteht, drohen "Flash" und "Fresh" nun Umsatzverluste. Um Teil des publigayte-Verbunds werden zu können, hatte "Fresh"-Geschäftsführer Dietrich Dettmann das Format sogar erst vor wenigen Monaten von der günstig produzierten Zeitung auf Din-A4-Magazin umgestellt.

"Es gibt zwei wichtige Gradmesser für den Gesundheitszustand einer schwul-lesbischen Szene: Ein erfolgreicher lokal organisierter CSD und starke in lokalem Besitz befindliche Szenemedien", kommentierte "Flash"-Verleger Marc Kersten die Übernahme von "hinnerk" und "Leo". "Ich hoffe, dass man Mitte Juli bei beiden Punkten noch ein Häkchen setzen kann. Jetzt muss die Kölner Szene mal beweisen, dass sie begreift, worum es geht, und auch bereit ist etwas dafür zu tun und nicht nur zu lamentieren." (cw)



#1 stromboliProfil
  • 30.05.2013, 08:54hberlin
  • "Jetzt muss die Kölner Szene mal beweisen, dass sie begreift, worum es geht, und auch bereit ist etwas dafür zu tun und nicht nur zu lamentieren." (cw)"...
    wie wärs mit nicht lesen!
    Den schrott braucht keiner.
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#2 AlexAnonym
  • 30.05.2013, 10:27h
  • "In seiner Pressemitteilung tönt Verleger Olaf Alp"

    Das ist der, der auch die Teilnahme von Nazis an CSDs begrüßt...

    Und jetzt gehören ihm nach den bisherigen Aufkäufen auch noch Hinnerk und Leo... Ein trauriger Tag für die schwule Medienlandschaft und die Meinungsvielfalt.
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#3 finkAnonym
#4 Cora SAnonym
  • 30.05.2013, 10:48h

  • Die Rik ist nach der Übernahme so grottenschlecht geworden. Sie liegt ja in den meisten Kneipen bereits bei den Toiletten, wo ma bestimmt noch anderweitige Verwendung für sie findet.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 Simon HAnonym
  • 30.05.2013, 10:59h
  • Sehr schade! Vielfalt, Auswahl und Wettbewerb sind immer besser als Monopole und Konzentrationen...

    Teilweise sind die Magazine aber auch selbst schuld, weil sie einfach manches falsch machen.

    Für mich zeichnet sich ein gutes schwules Nachrichtenangebot (egal ob im Web oder als Printmedium) durch die richtige Mischung aus:

    - seriöse, zuverlässige Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

    - Kultur (inkl. Musik, Film, Theater, Bücher, Ausstellungen, etc.)

    - bunte Meldungen aus der Welt der Promis, Showbiz, Sport, etc.

    - Lifestyle (Pflege/Beauty, Fitness, Mode, Einrichtung, Design, technische Gadgets, etc.)

    - Gesundheit

    - Reisetipps, CSD-Kalender, für regionale Magazine Veranstaltungstipps

    - Meinung, journalistische Kommentare, Leserkommentare / Leserbriefe, Pro & Kontra, etc.

    - und ruhig auch ein wenig Erotik. Keine Pornographie, aber ein paar "Pin-Up-Boys" in Unterwäsche, Fotostrecken, etc. Und dann aber auch für jeden Geschmack. Nicht nur Twinks und Jüngelchen, sondern auch Sportler, Bären, echte Kerle.
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#7 RobinAnonym
  • 30.05.2013, 11:04h
  • Ich finde auch, dass viele schwule Medien einiges falsch machen:
    Da werden z.B. Leserwünsche konsequent ignoriert (passiert auch auf queer.de ab und zu). Nach dem Motto "Die haben doch eh keine Ahnung von Journalismus". Aber ohne die Leser halt keine Einnahmen - egal ob durch Verkaufspreise oder Werbe-Erlöse.
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#8 chillandAnonym
  • 30.05.2013, 11:25h
  • Grauenhafter Gedanke, dann ausschließlich schöne Menschen mit Milchgesicht, Mode, Style und Werbung anschauen zu müssen, wofür Blu hauptsächlich steht. Aktuell-Politisches ist, bei diesen Leuten, eher eine Randnotiz. OK ich muß ja nicht.
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#9 stromboliProfil
#10 PetterAnonym
  • 30.05.2013, 12:23h
  • Was ich mir für Deutschland wünschen würde, wäre ein Magazin wie in den USA der berühmte "Advocate".

    @Simon H:
    Gute Aufstellung. Was ich noch ergänzen möchte, wären Interviews und bebilderte Reportagen (z.B. von CSDs, Kiss-Ins, Idahos und anderen Demos).
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