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Anti-Homo-Gesetze verschärft

Nigeria: 14 Jahre Haft für einen schwulen Kuss


Das Repräsentantenhaus in der Hauptstadt Abuja beschloss die Verschärfung einstimmig (Bild: Wiki Commons / Shiraz Chakera / CC-BY-SA-2.0)

Homosexuelle Paare, die in der Öffentlichkeit ihre Zuneigung zeigen, können künftig mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden.

Bereits in der Vergangenheit wurde homosexueller Sex in Nigeria mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft, doch nun wurde die Gesetzeslage sogar noch weiter verschärft. Einstimmig verabschiedete das Unterhaus des nigerianischen Parlaments am Donnerstag ein Gesetz, das selbst Küssen zwischen zwei Männern oder zwei Frauen in der Öffentlichkeit mit bis zu 14 Jahren Haft bedroht.

Wer "seine Liebesbeziehung zu einem Menschen des gleichen Geschlechts direkt oder indirekt öffentlich zeigt", wie es wörtlich in dem Gesetz heißt, mache sich künftig strafbar. Damit ist es für ein schwules oder lesbisches Paar sogar nahezu unmöglich, einen gemeinsamen Haushalt zu beziehen. Für Eheschließungen und zivilrechtliche Partnerschaften zwischen zwei Frauen oder zwei Männern sind ebenfalls bis zu 14 Jahre Haft vorgesehen. Ein Jahrzehnt im Gefängnis droht zudem Menschen, die an einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung teilnehmen oder an der Gründung einer Homo-Gruppe oder Szenebar beteiligt sind.

Verschärfung wurde seit vielen Jahren diskutiert

Die Verschärfung der Homosexuellen-Gesetzgebung wurde in Nigeria seit vielen Jahren diskutiert. So wurde 2007 sogar ein Gesetz erwogen, das Homosexuellen jeglichen Kontakt miteinander verboten hätte – so wäre zum Beispiel ein gemeinsamer Restaurantbesuch von Lesben oder Schwulen illegal gewesen (queer.de berichtete). Bei einem Gesetzentwurf 2009 leistete auch die anglikanische Kirche Lobbyarbeit: Sie argumentierte, dass nur die staatliche Verfolgung von Homosexuellen den "sozialen Holocaust" verhindern könne (queer.de berichtete)

Für die jetzt beschlossenen Haftstrafen für "gleichgeschlechtliche Zuneigung" hatte vor dem Unterhaus Ende 2011 bereits der nigerianische Senat gestimmt (queer.de berichtete). Presseberichten zufolge ist noch unklar, ob beide Gesetzestexte genau übereinstimmen. Falls dies der Fall ist, geht der Entwurf zur Ratifizierung an Präsident Goodluck Jonathan. Der Staatschef hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob er das Gesetz auch unterschreiben will.

In der nigerianischen Bevölkerung ist Homophobie weit verbreitet. Laut einer Umfrage des Pew Global Attitudes Projects aus dem Jahr 2007 erklärten 97 Prozent, dass Homosexualität nicht akzeptiert werden sollte. Die Gesellschaft ist zudem stark religiös geprägt. Etwa die Hälfte der Nigerianer sind Christen, die andere Hälfte Muslime. Im islamisch dominierten Norden sieht die Scharia-Gesetzgebung sogar die Todesstrafe für schwule Männer vor. (cw)



#1 PelayoAnonym
  • 31.05.2013, 09:31h
  • "Im islamisch dominierten Norden sieht die Scharia-Gesetzgebung sogar die Todesstrafe für schwule Männer vor."

    Dann können die Schwulen in Nigeria ja noch froh sein, wenn sie im christlichen Süden wohnen, denn dort gibt es auf Homosexualität ja "nur" eine Gefängnisstrafe....
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 31.05.2013, 10:05h
  • Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen und die EU sehen dabei tatenlos zu! Wo bleiben hier die Proteste? Wieso wird der nigerianische Botschafter nicht ins Auswärtige Amt zitiert? Wo bleibt die Intervention deutschre LGBT-Politiker? Ach ja, es ist Wahlkampf und da haben die keine Zeit dafür!
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#3 Martin28a
  • 31.05.2013, 10:42h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • Ja gute Frage, seitdem die Resolution da ist, begehen solche Länder eigentlich Unrecht, es besteht mittlerweile in westlichen Staaten Konsens , dass so was völkerrechtlich verboten ist.

    Bislang hat die Resolution von 2011 ja noch Bestand, wenn sie weiterhin Bestand hat, könnte daraus Völkergewohnheitsrecht erwachsen und dann können Staaten so ein Unrecht nicht mehr praktivizieren .

    Unter den 23 Ja Stimmen gehört auch die USA und Großbritannien, diese Staaten sind eig. dazu verpflichtet, Entwicklungsländer von ihrer Politik abzubringen, sollte das nicht gelingen, zwingt sie diese mitunterzeichnete Resolution jedliche Entwicklungshilfe einzustellen.

    Könnt ihr euch ja mal durchlesen, ich wäre dafür Staaten zu verklagen, die solche Staaten weiterhin fördern !

    Res A/HRC/17/L.9/Rev.1
    Quelle Merkel
    www.frag-einen-anwalt.de/Homosexuelle-vor-der-UNO-__f152762.
    html
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#4 PelayoAnonym
  • 31.05.2013, 10:55h
  • Wenn moslemische Frauen das Recht haben sollen, in moslemischen Ländern mit Burka oder Schleier herum zu laufen, mit welchem Recht will man dann einem moslemischen Land verbieten, Homosexualität zu bestrafen?
    Wenn aber moslemischen Frauen dieses Recht nicht zugestanden wird, warum wird dann in Deutschland die Verschleierung von Frauen nicht auch -wie in Frankreich- verboten?
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#5 FinnAnonym
  • 31.05.2013, 10:59h
  • Was für ein Barbarenstaat!

    Und statt da aktiv zu werden und Sanktionen zu verhängen, sieht die zivilisierte Welt einfach zu und lässt die gewähren...
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#6 MichiCGN
#7 BroniowskiAnonym
  • 31.05.2013, 11:58h
  • Bitte, liebe Ko-Kommentatoren, erspart Euch und mir Ausdrücke wie "Barbarenstaat", "zivilisierte Welt" oder "Entwicklungsland". Die nigerianische Gesetzeslage betreffend Homosexualität ist beschissen und droht noch beschissener zu werden. Das ist empörend, rechtfertigt aber keine westliche Arroganz und schon gar keinen Rassismus. Es geht um Unrecht oder Recht - und nicht um "Kultur", Hautfarbe oder Religion.
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#8 lucdfProfil
  • 31.05.2013, 12:46hköln
  • Solchen Ländern sollte man jegliche Entwicklungshilfe verweigern aber die Politiker hier sind zu lasch und zu gleichgültig.
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#9 Timm JohannesAnonym
  • 31.05.2013, 12:56h
  • Keine Entwicklungshilfe mehr nach Nigeria !

    Es gibt genügend andere Entwicklungsländer, die homosexuelle Handlungen nicht unter Strafe gestellt werden. Dort wird das Geld genauso gut gebraucht.

    Daher weg mit der Entwicklungshilfe in Ländern wie Nigeria, Jemen, Mauretanien oder Simbabwe und umleiten dieser Gelder an Länder wie Guatemala, Honduras, El Salvador, Vietnam, Kambodscha, Laos, usw.
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#10 userer
  • 31.05.2013, 13:40h
  • Antwort auf #7 von Broniowski
  • Was Sie schreiben, ist verleumderisch und falsch.

    Es geht sehr wohl um Kultur und Religion, und zwar deswegen, weil die Befürworter von Todesstrafe und Gefängnis für Schwule mit Kultur und Religion argumentieren, Stichwort: 'Homosexualität ist "unafrikanisch" und "unislamisch"'.

    Dies zu benennen ist weder westlich arrogant noch rassistisch, sondern einfach klar denkend.

    Rassistisch wäre es, wenn ich schriebe, dass Ihr (gewählter?) polnischer Name "Broniowski" wohl ein Hinweis auf religiöse Fernsteuerung und, daraus resultierend, auf mangelnd klares Denkvermögen wäre. Das behauptet hier aber niemand.

    Mit der Hautfarbe hat hier m. W. noch niemals irgendjemand argumentiert; das zu behaupten ist schlichtweg verleumderisch von Ihnen.
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