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Auf der Halbinsel Kamtschatka leben auf einer Fläche so groß wie Deutschland nur 300.000 Menschen (Bild: Helen Flamme / flickr / by-nd 2.0)

Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats ermittelt die russische Polizei wegen eines Mordes an einem mutmaßlichen Schwulen in der russischen Provinz. Drei Verdächtige wurden festgenommen.

Die Behörden der ostrussischen Region Kamtschatka haben am Montag mitgeteilt, dass sie gegen drei Verdächtige wegen des Mordes an einem 39-Jährigen ermitteln. Die 18 bis 25 Jahre alten Verdächtigen sollen ihr Opfer, den Vizedirektor eines Regionalflughafens, am vergangenen Mittwoch wegen dessen "nicht-traditioneller sexueller Orientierung" erstochen haben, meldet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf Polizeiangaben. Es ist äußerst selten, dass Behörden in Russland Homophobie als Grund für ein Verbrechen benennen.

Ein Tag nach dem Mord wurde die verkohlte Leiche des 39-Jährigen in dessen ausgebranntem Auto gefunden. "Um das Verbrechen zu verschleiern, haben die Verdächtigen die Leiche in das Auto gelegt, Benzin drüber gekippt und es angezündet", so die Polizei. Einer der Festgenommenen, ein 23-jähriger Fischer, soll die Tat bereits gestanden haben.

Aktivisten: Putin-Regierung trägt Mitschuld wegen "homophober Rhetorik"

Bereits im vergangenen Monat sorgte ein sadistischer Mord an einem Schwulen in Wolgograd für Aufregung. Zwei Männer haben demnach einen jungen Mann am Rande der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg wegen dessen angeblicher Homosexualität zusammengeschlagen, Bierflaschen rektal eingeführt und mit Messern Verletzungen zugefügt. Die Leiche wurde von den mutmaßlichen Tätern daraufhin verbrannt (queer.de berichtete).

Homo-Aktivisten werfen der russischen Regierung vor, für die Brutalität gegenüber sexuellen Minderheiten mitverantwortlich zu sein. So erklärte der Moskauer CSD-Organisator Nikolai Aleksejew gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax, die "homophobe Rhetorik" gebe Homo-Hassern eine Rechtfertigung für ihre Taten.

Derzeit debattiert die Staatsduma ein landesweites Gesetz zum Verbot von Homo-"Propaganda" in der Öffentlichkeit. Anfang des Jahres stimmte das Oberhaus in der ersten Lesung mit 388 zu einer Stimme für das Gesetz (queer.de berichtete). Mehrere russische Regionen, darunter auch die zweitgrößte Stadt St. Petersburg, haben bereits positive öffentliche Äußerungen über Homosexualität untersagt, angeblich aus Gründen des Jugendschutzes. Vor einer Woche wurden in Moskau 40 LGBT-Aktivisten verhaftet, weil sie trotz Verbotes für ihre Rechte in der Öffentlichkeit demonstrierten (queer.de berichtete). (dk)



#1 Martin28a
  • 03.06.2013, 12:26h
  • Ich glaube nicht, dass die Täter verurteilt werden, darum haben sie ja wohl auch so schnell gestanden, wei sie sich sicher fühlen.

    Schwule werden in Russland noch schlechter behandelt als Hunde und das rächt sich eines Tages.
    Putin ist hier einen Pakt mit dem Patricharchen eingegangen.

    Allerdings ist deren (Oberpapst) der Patriarch von Konstantinopel kurz vorm Aussterben, weil die Regierung in Istanbul Christliche orthodoxe Schule nicht zulässt und ohne Nachwuchs keine Kirche mehr.
    Auch im Ausland kann man niemanden rekritieren, weil die Türken denen dann regelmäßig die türkische Staatsbürgerschaft entsteht, die aber widerrum zwingen gebraucht wird um Patriarch zu werden.

    Selbst wenn eine Lösung gefunden wird, wird das eher als liberal geltende Oberhaupt der orthodoxen in der Türkei den Kurs von Putin niemals gutheissen.
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#2 sanscapote2Anonym
  • 03.06.2013, 13:02h
  • Mein Mann und ich danken queer.de, dass es unseren Vorschlag ueber diese Ungeheuerlichkeit zu berichten durch eigene Recherchen aufgegriffen hat.

    Es ist bedrueckend was wiederholt in Russland passiert.

    Wir in Frankreich sind happy, weil die Ehe fuer alle geoeffnet wurde, in D kaempfen die Freunde fuer ihre Gleichstellung und weiter im Osten werden unsere Brueder wegen ihrer sexuellen Identitaet gefangen genommen, verhoert, ins Gefaengnis geworfen und anonym getoetet.

    Was der franzoesische Aussenminister dagegen unternimmt entzieht sich ebenso meiner Kenntnis wie das was der deutsche unternimmt, waehrend er "auf Reisen" ist.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.06.2013, 13:22h
  • Präsident Putin und seine Schergenn haben wieder einmal ein Menschenleben auf dem Gewissen! WEG mit dem Homopropagandaverbot!
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#5 RoggeAnonym
  • 03.06.2013, 14:31h
  • Es ist für mich sehr bedrückend, von diesem schrecklichen Mord zu lesen. Es macht mich wütend auf die Führungselite in Russland und ich denke die deutsche Politik muss viel stärker Kritik an diesem Homopropagandaverbot üben. Der internationale Druck auf Russland muß stärker werden und die demokratische Opposition aus dem Ausland gestärkt werden. Putin weiß natürlich darum, so dass z.B. ausländische politische Stiftungen und auch int. Nichtregierungsorganisationen stärker durch den russischen Geheimdienst beobachtet und durchsucht bzw. "gemaßregelt" werden.
    Alles natürlich zum Schutze des russischen Staates.
    Ob die mutmaßlichen Mörder wohl eine höhere Haftstrafe bekommen, als die Sängerinnen/Aktivistinnen der Gruppe Pussy Riot? Ich hab so meine Zweifel.
    Die Nazis haben andere als Untermenschen behandelt, die russischen Regierungsverantwortlichen stehen dem, in bezug auf uns Homosexuelle, in nichts nach.
    Traurig, dass Russland sich in eine so menschenverachtende Richtung entwickelt!
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#6 timpa354Ehemaliges Profil
#7 SilverclawEhemaliges Profil
  • 03.06.2013, 15:58h
  • Nach Putins Reaktion auf der Hannover Messe, denke ich, das es ihn in keinster Weise juckt, was andere denken. Er wird sein Ding durchziehen. Diese Augen sagen nur eines : "Fickt Euch, ich darf das"!
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#8 YannickAnonym
  • 03.06.2013, 16:16h
  • Schlimm!

    Genau das passiert, wenn Obrigkeiten immer gegen Schwule hetzen. Die brauchen gar nicht zu Gewalt aufrufen, sondern erzeugen auch so schon ein homophobes Klima, dass dann solche Taten verursacht!

    Ein weiterer Grund, weshalb Homophobie ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist.
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#9 PorokusiAnonym
  • 03.06.2013, 17:34h
  • Wenn russische Behörden Homophobie als Grund angeben muss man auf der Hut sein. Kann sehr gut sein, dass es ein staatlicher organisierter Mord war und er als homophobes Gewaltverbrechen getarnt werden soll. Wer weiß wem der arme Kerl im weg stand.
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#10 goddamn liberalAnonym
  • 03.06.2013, 18:10h
  • Antwort auf #2 von sanscapote2
  • Was unsere Außenminister gegen Russland unternehmen, hängt vom Gaspreis ab.

    Derweil proben in Paris die Bürgerkinder mal wieder den Aufstand. Französische Revolution als Simulation.

    Der Raufbold Horst Wessel war Pastorenkind.

    www.youtube.com/watch?v=FHKkEWyScu0

    Wünsche allseits genüsslichen Ekel!

    Merke: Revolte von Rechts klappt auch mit Perlenohrringen. Und: Coole Kids tragen kein Pali-Tuch.
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