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  • 04.06.2013           47      Teilen:   |

Streit vor Cologne Pride

"Pro Köln"-Teilnahme "aktiv verhindern"

Artikelbild
In der Domstadt hat es in den letzten Jahren wiederholt Protestaktionen gegen "Pro Köln" gegeben. (Bild: Wiki Commons / Jasper Goslicki / CC-BY-SA-3.0)

Der Druck auf die CSD-Veranstalter wird größer: Aktivisten drohen mit Konsequenzen, sollte der rechtsextremistischen Kleinpartei "Pro Köln" die Teilnahme gestattet werden.

Am Dienstagabend werden sich die CSD-Veranstalter vom Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST) zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung treffen, um die Anmeldung von "Pro Köln" zur CSD-Parade zu besprechen. Viele schwul-lesbische Aktivisten fordern dazu auf, die Partei nicht zuzulassen. Obwohl laut KLuST "die Inhalte der Partei konträr zum CSD stehen", kam ein Gutachten des ehemaligen Bonner Polizeipräsidenten Michael Kniesel zu dem Ergebnis, dass die Veranstalter keine Handhabe für einen Ausschluss haben (queer.de berichtete) – auch wenn die Partei "durch diffamierende Formulierungen" sexuelle Minderheiten herabsetzt, wie der NRW-Verfassungsschutz in einem Bericht vermerkte.

Zugleich formiert sich Widerstand. Ein CSD mit einer "rassistischen sowie schwulen- und lesbenfeindlichen Partei ist für uns undenkbar", erklärte etwa Manuel Izdebski vom Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe. Rassismus und Ausgrenzung fügten Menschen schweren Schaden zu, auch weil sie den Zugang zur HIV- und Aids-Prävention erschwerten. "Die Veranstalter haben es in der Hand, deutlich zu machen, dass der CSD keinen Raum für Diskriminierung bietet und sich klar zu positionieren", so Izdebski.

Fortsetzung nach Anzeige


"Pro Köln"-Wagen ist "Provokation"

Auch aus der Politik gibt es Forderungen an den Cologne Pride, gegenüber "Pro Köln" hart zu bleiben. Am weitesten ging die Linksfraktion, die bereits letzte Woche bei einer möglichen Teilnahme von "Pro Köln" mit Gegenwehr gedroht hatte (queer.de berichtete). Ein brauner CSD-Wagen sei eine "Provokation", gegen die sich die Linke "gemeinsam mit anderen antirassistischen und antifaschistischen Aktiven zur Wehr setzen" werde, drohte die innenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, die Dortmunder Abgeordnete Ulla Jelpke.

Das Düsseldorfer Ratsmitglied Frank Laubenburg, Sprecher der LAG Queer der Linken in NRW, hat am Montag zudem einen Aufruf gestartet, in dem unter der Überschrift "Kein Meter für Rassisten" gefordert wird, die "Pro Köln"-Teilnahme "aktiv" zu verhindern: "20 Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen wollen wir nicht wegsehen, wenn Rassisten Konflikte in der Einwanderungsgesellschaft für ihre Zwecke nutzen und Propaganda machen, die immer wieder in Gewalt münden wird", heißt es darin. 70 Leute haben den Aufruf in weniger als 24 Stunden unterzeichnet, darunter auch Mitglieder aus der SPD und von Gewerkschaften.

Beck klagt gegen Rechtsextreme

Pro-Aktivisten verteilten die Angriffe gegen Beck via Facebook
Pro-Aktivisten verteilten die Angriffe gegen Beck via Facebook

Der Kölner Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Grüne) sieht sich sogar direkt bedroht von den Rechtsextremisten: Wie der 52-Jährige am Dienstag mitteilte, stellte er Strafanzeige gegen Mitglieder des landesweiten Ablegers "Pro NRW". Auf Facebook-Seiten war zuvor ein Bild des Grünenpolitikers mit "Pro"-Parteilogo verbreitet worden, daneben der Kommentar: "Wenn Volker Beck uns vom CSD ausschließen möchte, erinnert das an 'russische Zustände'. Ob er diesmal mit einem BLAUEN AUGE davonkommen wird?". Die Autoren nehmen Bezug auf den CSD in Moskau 2006, auf dem Beck von Rechsextremisten angegriffen und verletzt wurde (queer.de berichtete).

Beck wirft der "Pro"-Bewegung vor, sich die Aufforderung zu einer Straftat zu eigen zu machen. "Pro Köln schreckt nicht vor unterschwelliger Gewaltandrohung zurück. Mit so einer Haltung hat sich Pro Köln für eine Teilnahme am CSD disqualifiziert", erklärte Beck.

Die Kölner Gruppe "Queergestellt" will am Dienstagnachmittag vor dem Haus demonstrieren, in dem der KLuST seine Mitgliederversammlung abhält. "Wir sind entsetzt, dass der KLuST tatsächlich darüber diskutiert, ob 'Pro Köln' die Teilnahme verboten werden kann oder nicht", erklärten die Aktivisten, die sich insbesondere den Kampf gegen die Kommerzialisierung des CSDs auf die Fahnen geschrieben haben. Sie haben bereits wiederholt den KLuST dafür kritisiert, sich nicht ausreichend nach rechts abzugrenzen.

Es hatte jedoch in der Szene auch Aufrufe gegeben, die "demokratisch legitimierte" Partei nicht auszuschließen, sondern sich mit ihr auseinander zu setzen, wie etwa der Verleger Olaf Alp (u.a. "blu" und "rik") Ende Mai gefordert hatte (queer.de berichtete).

Andere finden die Debatte um die Teilnahme oder Podiumsdiskussionen zu altbacken. So beklagte der Kölner Autor Johannes J. Arens in einem Offenen Brief, er vermisse den alten Biss der Szene. Immerhin seien "nicht-heterosexuelle Netzwerke" dafür bekannt, mit "grell-sarkastischem zivilen Ungehorsam" auf Belange aufmerksam zu machen – und nicht nur mit "distinguierter Diskussion". Er hat auch Vorschläge, wie mit den Rechten umgegangen werden kann: "Umgeben wir sie mit 11.000 keuschen, barbusigen, lesbischen Jungfrauen und ebenso vielen billigen Maria-und-Margot-Imitationen, deren Dirndl seit mindestens drei Karnevals-Sessionen nicht mehr in der Reinigung waren". Denn, da ist sich Arens sicher, "ein gemeinsames Kennzeichen aller Mitglieder brauner Bewegungen ist die Furcht, selbst als abweichend von der Norm gesehen zu werden". (dk)

Links zum Thema:
» Cologne Pride
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Tags: csd, köln, pro köln, klust, parade
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Reaktionen zu ""Pro Köln"-Teilnahme "aktiv verhindern""


 47 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
04.06.2013
13:02:43


(+6, 12 Votes)

Von MichaelTh
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Keine Teilnahme für alle, die gegen unsere Menschenrechte sind! Kein ProKöln, keine CDU/CSU und auch keine FDP. Der CSD ist UNSER Tag, an dem Schwule, Lesben, Tunten, Dragqueens, Transsexuelle für UNSERE Rechte auf die Straße gegangen sind und nicht GEGEN die Rechte von anderen (wie ProKöln gegen die Rechte von Migranten).
Ich bedauere, dass der CSD in Köln nicht in meinem Reiseprogramm steht, ich würde die Teilnahme zu gerne absagen, sollte ProKöln teilnehmen können.


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#2
04.06.2013
13:13:52


(+8, 10 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von MichaelTh


Volle Zustimmung!

Das ist so selbstverständlich, da bedarf es eigentlich weder Aufregung noch Diskussion.


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#3
04.06.2013
13:14:50
Via Handy


(+6, 10 Votes)

Von Foxie
Profil nur für angemeldete User sichtbar


In den f***book Angriffen gegen Volker Beck zeigen die ProKöln Mitglieder und ihre Nachbeter ihr wahres Gesicht! Kein braunes Pack auf irgendeinem CSD!


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#4
04.06.2013
14:32:56


(+6, 6 Votes)

Von lion


Eigentlich ist der CSD eine Veranstaltung der Schwulen und Lesben und sollte wieder zu seinen eigentlichen Anliegen dem Protest gegen Ungleichbehandlung und Unterdrückung zurückkehren.

In den letzten Jahren hat sich der CSD doch eher zu einer kommerziellen bzw. Wahlkampf-veranstaltung hin entwickelt. Es gehören keine Parteien und erst recht keine Fluglinien, Hotelketten, Fernsehsender, "Tageszeitungen" usw. - in den Demonstrationszug .

Die ersten CSD's in Deutschland sind auch ohne diesen ganzen Kommerz und "Wir haben euch doch lieb Parteien" ausgekommen.


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#5
04.06.2013
15:33:34


(-1, 5 Votes)

Von Kurt-FL


Die beste Symbolik gegen die Teilnahme von "Pro Köln" beim CSD wäre dass all die Vereinigungen, Vereine, Gruppen, Verbände, Parteien, Fußtruppen usw. ihre Teilnahme am CSD zurückziehen, falls Pro Köln vom CSD nicht ausgeschlossen wird.
Es gäbe dann zwar in diesem Jahr keinen CSD in Köln. Aber besser ein mal kein CSD als einen mit braunem Gesocks im Anhang. Eine solche Maßnahme wäre nur konsequent.

Ich bin jedoch sicher dass eine solche radikale Maßnahme letzten Endes doch sowohl politisch als auch juristisch zu einem Ausschluss von Pro Köln an der Parade führen würde und der CSD am Ende ohne Rechtsextreme stattfinden würde.


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#6
04.06.2013
15:50:22


(-8, 10 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Volker Beck steht die Uniform wirklich prima! Und wegen des beigefügten Textes eine Strafanzeige? Das ist es doch gar nicht wert! Außerdem handelt es sich ja auch um eine Redensart "jemand kommt mit einem blauen Auge davon" heißt ja nix anderes als "noch einmal Glück gehabt".

Da lobe ich mir doch "Queergestellt", die machen wenigstens etwas gegen die drohende Teilnahme von Pro Köln!


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#7
04.06.2013
16:09:12


(-12, 16 Votes)

Von aetna


"Beck wirft der "Pro"-Bewegung vor, sich die Aufforderung zu einer Straftat zu eigen zu machen. "Pro Köln schreckt nicht vor unterschwelliger Gewaltandrohung zurück. Mit so einer Haltung hat sich Pro Köln für eine Teilnahme am CSD disqualifiziert", erklärte Beck."

Die Drohung der Linken deren Teilnahme am CSD "aktiv" zu verhindern ist aber auch eine unterschwellige Gewaltandrohung.

Bei jeder Demo von PRO NRW ging die Gewalt bisher immer nur von gewaltbereiten Linken und Salafisten aus.
Das muß auch einmal gesagt werden dürfen.

Wenn man Pro Köln dazu bringen möchte die Teilnahme selbst abzusagen, dann muß nur ein anderes Motto her, etwa:
JA zur Homo-Ehe oder
JA zur Adoption

Dafür werden die nämlich zu konservativ sein und die werden auch nicht ihre "Christen" verprellen wollen.
Diese "Christen" haben nämlich etwas gegen Homosexualität. (s. Christen pro Köln auf deren Webseite).


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#8
04.06.2013
16:37:01


(+8, 10 Votes)

Von Zeitfenster


Dein Vorschlag würde bedeuten, dass man den Rechten das Feld überlässt. Schlimmstenfalls fände dann kein CSD statt - das hätten diese braunen Deppen dann nämlich erreicht. Das kann keiner von uns wollen, deshalb sind Boykott-Aufrufe völlig daneben!

Hingehen und ein Zeichen gegen den braunen Mob setzen! Die Rechten sollen es nicht schaffen, dass ihretwegen ein CSD nicht stattfindet. Zum ColognePride gehört die Straße uns!


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#9
04.06.2013
16:49:58


(-12, 14 Votes)

Von Thom_ass1973
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Wer bitteschön ist überhaupt "queergestellt" ?! - sorry aber noch nicht einmal deren eigene HP gibt Auskunft - es gibt noch nicht einmal ein "Impressum"

"Aktivisten" die den Boden des friedlichen Protestes verlassen, dazu gehören auch schon faule Eier und Tomaten-Werfer, sind keinen Cent besser wie das braune Pack von Pro Köln !!!

Es gibt wunderbare legale, friedliche Mittel und Wege die Teilnahme von ProKöln zu verhindern.

Bleibt zu hoffen das der schwarze Block beim Summerjam feiert - nicht auf dem CSD . . .


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#10
04.06.2013
16:52:53


(+5, 9 Votes)

Von Antifaschist


Sollten die Nazis wirklich teilnehmen dürfen ist was gebacken - genug Zustimmung gibt es bereits von antifaschistische/emanzipatorischen/antirassistischen Gruppen!

Prima wäre es wenn MILES eine große Gruppe an Leuten zusammenbekäme...

Link zu www.facebook.com


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