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  • 04.06.2013           14      Teilen:   |

Überraschend deutliches Ergebnis

Ehe-Öffnung nimmt erste Hürde im britischen Oberhaus

Artikelbild
Am Dienstagabend wurde das Ergebnis im Oberhaus bekannt gegeben

Ein Antrag, das Gleichstellungs-Gesetz ohne weitere Lesung scheitern zu lassen, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

Nach dem Unterhaus scheint auch im britischen Oberhaus eine Mehrheit für eine Öffnung der Ehe in England und Wales greifbar. Zum Abschluss der ersten und zweiten Lesung am Montag und Dienstag stimmten die Peers mit großer Mehrheit gegen einen Antrag, das Gesetz ohne weitere Lesung scheitern zu lassen.

Der entsprechende Antrag des unabhängigen Lords Geoffrey Dear, eines ehemaligen Polizisten, fand nur 148 Befürworter bei 390 Gegenstimmen. Vorab war mit einem knapperen Ergebnis gerechnet worden. Allerdings hatten einige kirchliche Vertreter erklärt, an der Abstimmung nicht teilzunehmen – auch wenn mindestens 13 Bischöfe es doch taten.

Zudem dürften für viele Peers verfassungsrechtliche Gründe ausschlaggebend gewesen sein: Entwürfe des Unterhauses lehnt man äußerst selten ab, da es demokratisch gewählt ist. Allerdings nutzen die Peers die Kammer, um Gesetzentwürfe abzuändern. Zu dieser Art Revision kommt es später im Monat im Rahmen des "Committee stage", in dem der Entwurf Zeile für Zeile abgearbeitet wird und Ergänzungsanträge folgen können. Dann kann in der dritten Lesung die endgültige Abstimmung erfolgen.

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Homophobe Zwischentöne

Lady Stowell, stellvertretende Whip und Gleichstellungssprecherin der Konservativen, verteidigte den Gesetzentwurf der Koalitionsregierung ausführlich
Lady Stowell, stellvertretende Whip und Gleichstellungssprecherin der Konservativen, verteidigte den Gesetzentwurf der Koalitionsregierung ausführlich

Im Rahmen der Parlamentsdebatte waren einige homophobe und wirre Aussagen zu hören. So kritisierte Lord Waddington, eine Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe werde geradezu als "Hate Crime" angesehen. Lord Davies of Stamford ergänzte, das Gesetz könne zu Entlassungen führen, wenn sich Beamte etwa weigerten, eine Ehezeremonie durchzuführen. Der frühere Schatzmeister Lord Tebbit wiederholte gar seine Furcht vor einer lesbischen Königin, die die Thronfolge per künstlicher Befruchtung erledigen müsste. Andere "Argumente": Das Gesetz werde selbst von Homosexuellen nicht erwünscht oder gefährde die Fortschritte im Kampf gegen Diskriminierung, weil das Gesetz Teilen der Bevölkerung zu weit gehe.

Auch die Kirche schaltete sich ein: Der Erzbischof von Canterbury sagte, durch das Gesetz werde die Familie geschwächt und die Definition von Ehe verwässert. Der Bischof von Leicester ergänzte, zum Internationalen Tag der Frauenrechte sei der Öffentlichkeit erneut der Wert von Frauen klar geworden. Auf diesen Wert, die Ergänzung der Geschlechter im Rahmen der Ehe, werde nun verzichtet.

Andere Peers erklärten ihre Unterstützung für die Ehe-Öffnung und Homosexuellenrechte, darunter auch konservative. Mehrere Abgeordnete betonten zudem die Wichtigkeit, nicht der Zeit hinterherzuhinken. Die konservative Baroness Berridge fasste die Debatte in Bezug auf die verfassungsrechtlichen Bedenken zusammen: "Möchte ich gegen das Gesetz stimmen? Ja. Sollte ich das? Nein."

Gesang vor dem Parlament

An beiden Tagen hatten hunderte Schwule und Lesben vor dem Palace of Westminster demonstriert, darunter auch Prominente wie der Schauspieler Russel Tovey. Zudem sang der London Gay Men's Chorus "A little respect" von Erasure.

Das britische Unterhaus hatte Mitte Mai für das Gesetz gestimmt, mit 366 zu 161 Stimmen (queer.de berichtete). Es sieht die gleichen Rechte wie für Eheleute vor, inklusive eines gemeinschaftlichen Adoptionsrechts. Im Unterschied zu den bereits mit fast den gleichen Rechten versehenen Civil Partnerships sollen auch gemeinschaftliche Kirchen offizielle Eheschließungen anbieten können. Die Staatskirchen von England und Wales, die zunächst ihr Kirchenrecht anpassen müssen, sind davon ausgenommen.

Schottland hat im regionalen Parlament eine eigene Initiative zur Ehe-Öffnung auf den Weg gebracht, in Nordirland hatte das Parlament Ende April gegen die Gleichstellung im Eherecht gestimmt (queer.de berichtete). (nb)

Youtube | Vor dem Parlament wurde von Befürwortern der Ehe-Öffnung auch gesungen
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Tags: großbritannien, england, wales, ehe-öffnung, house of lords
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Reaktionen zu "Ehe-Öffnung nimmt erste Hürde im britischen Oberhaus"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
04.06.2013
20:58:07


(+7, 7 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Den Engländern wünsche ich alles Gute. Hoffentlich läuft das Ganze reibungsloser und ruhiger als in Frankreich.


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#2
04.06.2013
21:08:00
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(-7, 9 Votes)

Von Martin28a
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Das Oberhaus ist hier fast noch wichtiger, denn es geht hier um Ethik, Naturrechte und Völkerrecht
Das Oberhaus hat Bischöfe und Adelige, sie repräsentieren ein Stück weit das, was die Queeh schon in Sachen Diskriminierung im Commonwealth umgesetzt hat


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#3
04.06.2013
21:10:32


(+8, 10 Votes)

Von fink


oberhaus? was soll dieser undemokratische unfug eigentlich?


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#4
04.06.2013
21:35:30
Via Handy


(0, 2 Votes)

Von kompliziert


Nach anderen Königsreichen ist die Ehe stärker geworden. Hetero heiraten Hetero, Schwule Schwule, Lesben Lesben. Britische Homoehen
einführen. Es gab niemals weniger oder mehr Schwule und Lesben. Angeborene Veranlagung. Mehr Liebe, weniger Stress. Stress macht alle Ehen kaputt. Das Kind London was beibringen. Paris Stadt der Liebe. Homoehe als intime Ehe schadet niemanden. Aber natürlich englisch in chinesische zu verstehen ist ja anderes System.


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#5
04.06.2013
22:02:21


(+7, 9 Votes)

Von m123


Abgesehen davon, dass das Oberhaus

- einen Männeranteil von um die 75% hat
- die Mitglieder ein Durchschnittsalter von 69 Jahren
- die Mitglieder nicht vom Volk gewählt sind
- die Mitglieder auf Lebenszeit im Oberhaus sitzen
- 12 Bischöfe (Geistliche) der Kirche über weltliche Gesetze wie alle anderen abstimmen dürfen

konnte man in der Debatte, die ich gestern und heute komplett verfolgt habe, durchaus erkennen, dass es am Ende eine Mehrheit für die Öffnung der Ehe geben wird.

Es gab sogar ein Coming Out einer Lesbe und ein Coming Out eines Schwulen während der Debatte, sowie zahlreiche Erwähnungen von schwulen Söhnen, lesbischen Töchtern und sonstigen homosexuellen Verwandten, Bekannten und Freunden.

Allerdings gab es auch jede Menge angestaubte Senioren dort, die Schlimme Dinge über Schwule gesagt haben. Beispielsweise hat eine Baroness gesagt, dass genauso wie man Blinde nicht sehend machen, Homosexuellen auch nicht die Ehe eingehen könnten. Sie sei aber natürlich nicht homophob und findet Homosexuelle haben "gute akrobatische Fähigkeiten (im Zirkus)", sie hätte das mal gesehen. Gruselig! Und natürlich waren da natürlich auch alte Opis um die 80 Jahre, die gesagt haben Schwule würden die Zivilisation zerstören und wenn Schwule heirten dürfen geht die Welt unter. Und Kinder würden dann gezwungen in der Grundschule Homosexualität zu erlernen und homosexuell zu werden, usw... und natürlich müsste man die Bibel berücksichtigen, d. h. den religiösen Glauben, und wenn dieser sagt, dass Homosexuelle sündig sind, dann sollte man sie nicht gleichstellen, und natürlich kam das Argument "Warum beschäftigen wir uns überhaupt mit Rechten irgendeiner winzigen unbedeutenden Minderheit, und nicht mit den drängenderen wirtschaftlichen problemen". Und überhaupt sei die Ehe nur für Fortpflanzung gedacht und Schwule können sich untereinander nicht fortpflanzen, und deswegen sollten sie nicht heiraten dürfen. Dass natürlich nicht alle Ehepaare Kinder haben, und die "Prokreation" somit kein Argument ist, wurde dann natürlich glatt ignoriert. Unglaubliche Homosexuellenfeindlichkeit trat da bei den Gegnern der Eheöffnung zutage. Man konnte den alten Opis regelrecht ansehen wie wütend die waren dass homosexuelle Paare jetzt dieselben Rechte bekommen.

Naja... von den übrigens 25% Frauen war der Großteil für die Eheöffnung. D. h. der Anteil der Frauen pro Eheöffnung war deutlich größer als der Anteil der Männer pro Eheöffnung. Und das mit extrem guten rationalen Argumenten, die die "Argumente" der Gegner sauber in ihre Einzelteile zerlegt und als völlig unlogisch und irrational auf den Müll der Geschichte geworfen haben. :D

Wahrscheinlich wird die Eheöffnung in Großbritannien noch vor der Bundestagswahl in Deutschland endgültig das Parlament durchlaufen haben, d. h. vor dem 22. September 2013, wird aber erst danach in Kraft treten, voraussichtlich also erst 2014. Aber dann stünde Deutschland unter den bevökerungsreichsten Ländern in West und Nordeuropa ganz alleine da, ohne gleichgeschlechtliche Ehe und sogar ohne Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften, sofern das Bundesverfassungsgericht nicht schnell genug urteilt.


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#6
04.06.2013
22:42:34


(0, 4 Votes)

Von Timm Johannes


Da das Unterhaus bereits zugestimmt hat, dürfte auch das Oberhaus zustimmen.

Insgesamt ist erstaunlich, dass in London das Gesetzvorhaben bisher ohne nennenswerte Proteste abgelaufen ist und das England/Wales anscheinend viel weniger an Protestpotential auf den Strassen aufweist, als dies in Frankreich der Fall war. Ursache hierfür dürfte wohl sein, dass in London ein KONSERVATIVER Premier die Eheöffnung nunmehr durchsetzt und die Opposition ihm keine Schwierigkeiten bereiten wird -ganz im Gegenteil wird Labour zustimmen.


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#7
04.06.2013
23:04:17


(+1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Super und das Beste ist vor allem, daß der Antrag dieses einen Quertreibers abgeschmettert wurde und der Kirche ein Maulkorb verpaßt wurde!


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#8
05.06.2013
09:49:22


(+2, 2 Votes)

Von Felix


Das ist zwar erst mal nur der Beschluss, überhaupt darüber zu disktutieren. Aber immerhin: der erste Schritt ist getan.

Wollen wir hoffen, dass die volle Eheöffnung ohne Abstriche bald endgültig beschlossen ist!


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#9
05.06.2013
09:50:00
Via Handy


(+2, 2 Votes)

Von Linu86
Aus Aachen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 20.09.2008
Antwort zu Kommentar #4 von kompliziert


Alter, was hast du geraucht?


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#10
05.06.2013
09:51:12


(+2, 2 Votes)

Von Sebi


"Lord Davies of Stamford ergänzte, das Gesetz könne zu Entlassungen führen, wenn sich Beamte etwa weigerten, eine Ehezeremonie durchzuführen."

Hallo? Wenn Beamte sich weigern, ihre Aufgaben zu erfüllen und Gesetze missachten, dann müssen sie entlassen werden!!

Bei Homo-Themen wird immer so getan, als bräuchte man sich nicht an Recht und Gesetz zu halten und als würden Homohasser über dem Gesetz stehen...


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