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Von Jürgen Friedenberg

Der Cowboy hat über den Intellektuellen gesiegt: Bush bleibt Mr. President. Das heißt vor allem: Der Wertekonservativismus gewinnt in den USA an Gewicht, die Traditionalisten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wittern Morgenluft. Die dringend notwendige Erneuerung des "American Way of Life" durch sozial progressive Ideen, wie man sie von Kerry vielleicht hätte erwarten können, bleibt ein Wunschtraum.

Was bedeutet das für die Welt? Vor allem, dass Krieg für die Weltmacht Nummer Eins nach wie vor eben "Politik mit anderen Mitteln" ist, koste es, was es wolle. Was bedeutet das für Europa? Dass der amerikanische Druck auf politische Entscheidungen, auf das Wirtschaftsgeschehen, auf das kulturelle Leben noch stärker werden wird. Die Kooperation der EU-Partner daher umso notwendiger.

Auch Deutschland, das sich schon mit seiner Modernisierung - nämlich mit der Anpassung an die Erfordernisse der Globalisierung - schwerer tut als seine Nachbarn, muss versuchen, diesem Druck zu widerstehen, ohne sich selber zu isolieren. Diplomatisches Geschick ist künftig besonders gefragt.

Was bedeutet das Votum der Amerikaner schließlich für uns Homos? Es bedeutet kurz gesagt, dass die Luft womöglich dünner wird. Bush selbst macht aus seiner Abneigung gegen uns keinen Hehl. Dazu haben die Wähler bei den gleichzeitig mit der Präsidentenwahl in elf Bundesstaaten stattgefundenen Volksabstimmungen Bestrebungen auf Einführung der Homo-Ehe eine Absage erteilt. Und die uns seit eh und je als "Sünder" geißelnden fundamentalistischen Bibelworttreuen werden jetzt nichts unversucht lassen, die bereits erreichte Tolerierung und Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Liebe durch Staat und Gesellschaft zu stoppen oder sogar umzudrehen.

Druck erzeugt erfahrungsgemäß Gegendruck. Das ist tröstlich. Darf man deshalb hoffen, dass das Erstarken der Traditionalisten in den USA, aber auch sonst in der Welt, eine neue Solidarität unter Schwulen und Lesben auslösen mag mit dem ernsthaften Willen, sich den unsere Identität bedrohenden neuen Herausforderungen gemeinsam zu stellen?

5. November 2004, 14:43 Uhr



43 Kommentare

#1 Hans PeterqAnonym
  • 05.11.2004, 16:15h
  • wieso Bedrohung?Traditionelle, "bibeltreue"Menschen vertragen und verstehen sich nun mal nicht mit Schwulen,genauso wenig wie Homosexuelle gross Verständnis haben für die traditionelle Kleinfamilie mit Mann,Ehefrau und eigenen Kindern mit Reihenhaus,Schrebergarten und Gartenzwerge!Die meisten Schwulen verachten doch solche Menschen als rückständige Spiesser,also dürfen umgekehrt strenggläubige Menschen genauso gut Schwule als Sünder bezeichnen welche mit ihrer Sexualität ("Arschficker und Schwanzlutscher")gegen die Natur und gegen die göttliche Ordnung verstossen...beschriebene Sexualpraktiken führen bekanntlich ja zu keiner genetischen Erzeugung neuen Lebens,oder? Also, lasst ihr Schwulen uns "Spiessern" die schwulenfreien Zonen in der ländlichen Schweiz,und in Teilen der U.S.A. und lebt euer Leben in San Francisco,Zürich,Berlin,Amsterdam,das ist besser FUER UNS ALLE!!!!
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#2 OlafAnonym
  • 05.11.2004, 16:50h
  • Die Wahl war der Sieg der Christenheit über den Realitätssinn. Schade um ein eigentlich schönes Land.
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#3 Kleinstadt_MenschAnonym
  • 05.11.2004, 17:28h
  • @Hans Peter 'Pan' ....

    Spinn' ich, oder fehlt mir wieder einmal der intellektuelle Zugang zu dieser Botschaft?

    ... ich werd's ausdrucken und mir an den Kühlschrank heften ... so langsam erkenne ich den Witz .... da kann ich ja nur lachen ....
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#4 PhilippAnonym
  • 05.11.2004, 17:31h
  • Ihr seid doch alle verrückt! Bis jetzt ist es noch zu keinem einzigen SchwulenProgrom seit der Wiederwahl gekommen und ist wohl auch nicht zu befürchten! Dieser Kerl ist in vier Jahren weg vom Fenster und höchstwarscheinlich auch seine Partei. Wenn die Community in den USA klug sind forcieren sie bis dahin ihr Ziel, die bundesgesetzlich erlaubte Ehe, so, dass sie unter Hillary, oder einem anderen zügig realisiert werden kann. Wenn jetzt alle nur auf Bush und seine NeoCons schimpfen pellt der sich ein Ei drauf!
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#5 Hans PeterAnonym
  • 05.11.2004, 18:04h
  • ...da irrt ihr aber, die Homo-Ehe ist eine Sache welche die einzelnen Bundesstaaten der U.S.A. in eigener Kompetenz regeln können. Da religiöse Fundamentalisten und aggressive Schwule sich gegenseitig nur zerfleischen würden,ist es besser, schwulenfreie Bundesstaaten zu schaffen und "Schwulen-Zonen" wie San Francisco,dann hauen sie sich nicht gegenseitig die Köpfe ein! Bei uns in der Schweiz ist es auch so,es gibt die praktisch schwulenfreien kleinen Dörfer in den Bergen, und die städtischen Agglomerationen mit eigentlichen "Schwulen-Zentren". Ist doch besser so,wenn jeder unter sich bleibt,denn wieviele Schwule "stehen" schon auf die Kleinfamilie mit Ehemann, Ehefrau und eigenen Kindern???
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#6 GerdAnonym
  • 05.11.2004, 19:11h
  • Ich denke in den USA werden die Fortschritte für die homosexuellen Rechte vergleichsweise zu Europa gering sein. Canada hat es geschafft in Amerika und wird weiter daher seine Wirkung in den USA erzielen. Kleine Fortschritte werden in einigen US-Bundesstaaten kommen, wie z.B.Rhode Island, Conneticut, New York oder New Jersey,...wie es bereits Vermont und Massachusetts zeigen (es ist ein wenig wie die Ausbreitung der Sklavenbefreiung, die begann auch von Canada und den industrialisierten NordOst-AtlantikBundesstaaten). Daneben sehe ich eine Chance für die Pazifikküste.

    Ansonsten für den "grossen Wurf" der Anerkennung sehe ich in den USA erstmal schwarz.

    Demgegenüber wird die EU weiter voranschreiten, was die Durchsetzung der Anerkennung von Rechten angeht...im nächsten Jahr kommen Spanien und Grossbrittanien bei der Anerkennung von Rechten für Paare hinzu. Ebenso kann sich einiges verändern in Italien, wenn Berlusconi dort endlich stürzt und das wird bestimmt kommen...
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#7 DavidAnonym
  • 05.11.2004, 20:01h
  • "wieviele Schwule "stehen" schon auf die Kleinfamilie mit Ehemann, Ehefrau und eigenen Kindern???"

    Ich verstehe mich bestens mit meinen Nachbarn und freue mich immer, die liebe Kleine zu sehen.
    Komisch, die fragen uns andauernd, wann wir uns verpartnern lassen und fühlen sich keineswegs benachteiligt - sondern reagieren mit Unverständnis, wenn man behauptet, dass noch nachteiele bestehen, weil sie sich in ihren Rechten beschnitten fühlen würden"

    Geht es um Konkurrenz? Nein!
    "Homofreie Gegenden".
    Wie wäre es mit "weissen Gegenden" oder "Judenfreien Gegenden"?
    Ach, das gab es ja schon und nannte sich KZ.

    Ups - was passiert denn, wenn sich rausstellt, das es sich bei dem Kind in späteren jahren, in dem Umfeld "Ehemann-Ehefrau-Jungendliches Kind-Schrebergarten" um einen Homosexuellen handelt?
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#8 Hans PeterAnonym
  • 05.11.2004, 21:01h
  • an David: Das ist ja sowas von billig,immer mit dem Nazi-Vergleich zu kommen! Fällt Dir nichts anderes dazu ein? Dort wo ich herkomme gibt es wirklich weit und breit keine Schwulen, sind alles Einfamilienhäuschen mit verheirateten Hetero-Eltern und eigenen Kindern! Die Scheidungsrate ist mit nur rund 30% auch viel tiefer als in den Städten wie Zürich oder Berlin...was auch nicht unbedingt für die grossen Städte spricht, oder? Die Schwulen gehören in die Gross-Stadt und nicht in die ländlichen Gebiete Bayerns oder der Innerschweiz!Schliesslich, und DAS ist die Arroganz der Schwulen, würdet ihr es auch nicht begrüssen, wenn eine Familie mit Kindern direkt neben eine "Fick-Stube"(sprich Dark-Rooms und so weiter) in die Stadt direkt neben euch ziehen würde,ganz abgesehen von dem nächtlichen schwulen Gestöhne und Geschreie welches die Kinder erschrecken und vom Schlaf abhalten würde.Ich fände es eine Zumutung wenn ein Kind direkt neben einem Schwulen wohnen müsste und diesem kleinen Kind erklärt werden müsste (na,weisst Du,dieser Mann liebt halt keine Mami,sondern er hat einen zweiten Papi und wenn die Sex haben dann nehmen sie gegenseitig ihr Zipfelchen in den Mund oder stossen es sich von hinten rein..." kleine Kinder müssen vor so was geschützt werden!!!
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#9 DavidAnonym
  • 05.11.2004, 21:38h
  • "Fällt Dir nichts anderes dazu ein"

    Doch. Mir fällt was ein.
    Mir fällt ein, das ich Paare kenne, Verwandte mit Kindern, die mit mir und meinem Partner kein Problem haben, wenn wir zu Besuch sind und umgekehrt.
    Es gibt keine Schwulen bei euch?
    das meint man auch, von der Gegend aus der ich abstamme. Und doch gibt es mich.

    Dann gibt es sicherlich Lesben ;-)
    Woher willst du das wissen? Nur, weil man nicht dazu steht? WEeil man es dir nicht unter die Nase reibt?

    Du hast es wohl immer noch nicht verstanden:
    Was hat die sexuelle Orienteriung mit Konkurrenz zu tun? Oder Hass?
    Man ist schwul weil mann einen mann liebt, und nicht weil man Frauen hasst.
    Man lebt schwul, weil man mit dem liebsten
    menschen zusammen lebt (nehmen sich das Heterosexuelle etwa nicht raus? Ist das etwa nicht anders)
    und nicht, weil man Familien hasst.

    Aber in einem hast du Recht:
    Ich will nicht das Gestöhne von Heterosexuellen hören. Ich finde das sowas von Pervers. Wenn ich mir das nur vorstelle, eklig. Wie kann man mir das nur antun? Ich glaube, heterosexuelle habe nichts anderes zu tun als offen rumzupoppen, und nicht Werte zu leben, wie Vetrauen, Fürsorge, Liebe, in Guten wie schlechten Zeiten...
    Ach ja, ich vergass ja - darum geht es ja nicht in einer Beziehung.
    Komisch, das ich meine Beziehung aber dadurch definiere.
    Offenbar lag ich ihm Irrtum das dieses wichtiger ist, als was man im Bett macht.
    danke, das du mich über dieses Missverständnis aufgeklärt hast.
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#10 DavidAnonym
  • 05.11.2004, 21:44h
  • PS.
    Ich finde es eine Zumutung, das Homosexuellen in Ihrer Kindheit die Existenz dieser vorenthalten wird, sie zu einer Orientierung zu zwingen, der sie nicht entsprechen, ihnen zuzumuten, das sie zu viel Leid gewzungen werden, wenn sie feststellen "ich bin anders und deshalb pervers und krank".
    KEINER setzt sich für deren Wohl ein.

    Ach ja, wie läuft es denn in einem Darkroom ab? Offenbar hast du darin mehr Erfahrung als ich - vielleicht kann ich dich dafür mal über das Gestöhne und Gekreische in den benachbarten Puffs aufklären, und weshalb es keine Zumutung für Kinder ist, wenn sie sehen wie Männer da raus gehen. Auch, das es ok. ist, wenn Papa da mal hingeht.
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