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  • 15.06.2013           53      Teilen:   |

Wirbel um Cologne Pride

Kölner CSD-Parade abgesagt, neue Demo angemeldet

Artikelbild
Dieses "Testbild" veröffentlichte der KLuST e.V. am Freitag auf seiner Facebook-Seite

Obwohl die rechtsextreme Wählervereinigung "Pro Köln" nun doch nicht mit einem Wagen am CSD teilnehmen möchte, sagte der KLuST die Parade ab und meldete stattdessen eine neue Demonstration an.

Nicht nur die Kölner Szene ist in Aufruhr. Am Freitagnachmittag sorgte die Absage der diesjährigen CSD-Parade durch den Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. für heftige Irritationen bei Einheimischen wie Touristen. Dennoch wird sich für die Besucher des Cologne Pride wenig ändern: Genau am selben Sonntag, den 7. Juli, zur selben Uhrzeit um 12 Uhr wird nun die "CSD-Parade für Vielfalt" stattfinden.

Mit dem taktischen Manöver wollte es der KLuST der rechtsextremen Wählervereinigung "Pro Köln" deutlich erschweren, sich in die lesbisch-schwule Parade einzuschleichen. Dafür wurden nicht nur Motto und Aufruf des CSD geändert, sondern auch das Verfahren der Bestimmung der Wagenreihenfolge. Statt per Los entscheidet nun der Vorstand des KLuST, welcher Truck etwa ganz vorn und welcher ganz hinten mitrollen darf. Zuvor hatte eine außerordentliche Mitgliederversammlung des KLuST sich bei nur zwei Enthaltungen für einen CSD-Ausschluss von "Pro Köln" ausgesprochen
(queer.de berichtete). Die Rechtsextremen kündigten daraufhin an, ihre Teilnahme gerichtlich erzwingen zu wollen (queer.de berichtete).

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Rechtsextreme von Teillnahme an neuer Demo ausgeschlossen

Kann wieder aus dem Keller geholt werden: Transparent vom Kölner Europride 2002 - Quelle: Norbert Blech
Kann wieder aus dem Keller geholt werden: Transparent vom Kölner Europride 2002 (Bild: Norbert Blech)

Im dem Aufruf zur neuen "CSD-Parade der Vielfalt" wird nicht nur die "Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften und eine gesellschaftliche Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen" gefordert. Dort heißt es nun auch explizit: "Wir stehen ein für Vielfalt und sind gegen rechtspopulistische, rechtsextremistische, rassistische, nationalistische, antiislamische, antisemitische, antidemokratische, homo- und transphobe, sexistische, frauenverachtende und gewaltverherrlichende Anschauungen und Darstellungen. So oder so!"

Man schließe daher Personen aus, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rechtspopulistische, rechtsextremistische, rassistische, nationalistische, antiislamische, antisemitische, antidemokratische, homo- und transphobe, sexistische, frauenverachtende und gewaltverherrlichende oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von einer Teilnahme aus." In einem Rechtsgutachten des ehemaligen Bonner Polizeipräsidenten Michael Kniesel waren klare Vorgaben als Voraussetzung für einen möglichen Ausschluss von Teilnehmern genannt worden (queer.de berichtete).

Wer am Kölner CSD mit einem Wagen oder mit einer Fußgruppe teilnehmen möchte, muss sich ab 17. Juni unter colognepride.de neu anmelden. "Alle Teilnehmer werden unser Wertefundament und unsere Teilnahmebedingungen bei ihrer Anmeldung für sich als verbindlich anerkennen müssen", erklärte KLuST-Vorstandsmitglied Ina Wolf.

"Die Anmeldung der Rechtspopulisten war eine aggressive Propaganda, die einzig und allein darauf zielte, Aufmerksamkeit und Gegenproteste hervorzurufen", ergänzte ihr Vorstandskollege Pascal Siemens. "Insbesondere Rechtspopulisten inszenieren sich damit immer wieder als Opfer von Meinungsdiktatur und Politischer Correctness. Sie wollten die CSD-Parade instrumentalisieren, unsere Community spalten und Minderheiten gegeneinander aufhetzen." Diese Strategie sei aber nicht aufgegangen. "In der gesamten Stadtgesellschaft hat sich ein beispielloser Schulterschluss und eine kaum vorstellbare Solidaritätswelle entwickelt", so Siemens.

"Pro Köln" feiert sich als Sieger

Will nicht als "Ausrede für linke Krawallmacher" herhalten: "Pro Köln"-Fraktionsgeschäftsführer Markus Wiener
Will nicht als "Ausrede für linke Krawallmacher" herhalten: "Pro Köln"-Fraktionsgeschäftsführer Markus Wiener (Bild: Christian Scheuß)

"Pro Köln" selbst hat unterdessen das Interesse am CSD verloren. Noch bevor der KLuST die ursprüngliche Parade absagte, kündigten die Rechtsextremen die Rücknahme ihrer Anmeldung an – und feierten sich gleichzeitig als Sieger: "Wir haben mit unserer Anmeldung zum diesjährigen CSD und der anschließenden medialen Debatte darüber politisch viel erreicht", erklärte Fraktionsgeschäftsführer Markus Wiener. "Das Thema der gewaltbereiten Homophobie in islamistischen Kreisen wurde ein Stück weit enttabuisiert und öffentlich diskutiert."

Zur Politikfähigkeit gehöre, "dass man nicht immer mit dem Kopf durch die Wand muss, vor allem wenn die Dinge in Bewegung geraten", so Wiener. "Deshalb wollen und werden wir am 7. Juli nicht als Ausrede für linke Krawallmacher herhalten, die bereits rechtswidrige Blockaden und Schlimmeres für den CSD angedroht haben."

Der Rückzugsankündigung von "Pro Köln" vorausgegangen war ein Tabubruch eines schwul-lesbischen Mediums: Während Kölner Zeitungen und Magazine den Rechtsextremen bewusst keinen unkommentierten Raum zur Verbreitung ihrer rassistischer Thesen bieten, veröffentlichte das zur Berliner Blu-Gruppe gehörende Stadtmagazin "rik" ein "Streitgespräch" über Islam und Homophobie zwischen dem schwulen "Pro Köln"-Fraktionssprecher Michael Gabel und dem früheren KLuST-Vorsitzenden Markus Danuser, der sich in seinem privaten Blog für eine Teilnahme der Rechtsextremen ausgesprochen hatte (queer.de berichtete).

Die für den heutigen Samstag angekündigte Demonstration gegen die"offene Provokation" von "Pro Köln" zum CSD findet trotz der neuen Entwicklungen statt, teilte der Deutsche Beamtenbund mit. Treffpunkt ist um 12:30 Uhr am Bahnhof Leverkusen-Opladen. (cw)

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Tags: pro köln, csd köln, cologne pride
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Reaktionen zu "Kölner CSD-Parade abgesagt, neue Demo angemeldet"


 53 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
15.06.2013
09:49:41


(+6, 8 Votes)

Von Zeitfenster


Ich gebe zu, dass ich erst verwirrt war. Aber die Maßnahme ist ein echter Paukenschlag und eine gelungene Strategie, von der PR der Rechten abzulenken, damit ihnen nicht weiter Aufmerksamkeit geschenkt wird und sie der Lächerlichkeit preiszugeben!
Die Botschaft für mich: Lieber sagen wir einen CSD ab, als mit "pro Köln" gemeinsam zu marschieren! Dass man gleich darauf eine neue Demo anmeldet und die Bedingungen für eine Teilnahme klar definiert und damit auch ein politisch wesentlich schärferes Profil vorgibt, ist einfach genial gemacht.

Die Inszenierung gestern war der Hammer und ist eine große Verarsche an die Adresse von "pro Köln", die mit ihrem kurz vorher verkündeten Rückzug nun lächerlich aussehen.

Und zum "Streitgespräch" in der RIK:
Es ist ein ungeheuerlicher Vorgang, dass ausgerechnet in einem Schwulenmagazin ein Rechter seine kruden Thesen verbreiten und sich dabei als Opfer aufspielen darf. Ich werde RIK, EXIT, Blu und Co. künftig nicht mehr mitnehmen und hoffe, dass möglichst viele Anzeigenkunden darauf verzichten, bei einem Verlag Werbung zu schalten, der Rechtsextremen ein Forum bietet. Was sich der Verleger Alp im Zusammenhang mit der CSD-Anmeldung von "pro Köln" geleistet hat, zeugt von wenig politischem Verständnis und ist nicht zu tolerieren. Seine bunten Blättchen, die ohnehin fern jeglichen Qualitätsjournalismus waren, haben sich damit endgültig disqualifiziert. Den Scheiß kloppt man am besten gleich in die Tonne. Ich hoffe, dass möglichst viele Kneipen und Szenetreffpunkte die Zeitschriften nicht mehr auslegen. Wer sich mit der braunen Scheiße einlässt, muss sich nicht wundern, wenn er anschließend stinkt!


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#2
15.06.2013
10:02:11


(+3, 5 Votes)

Von Marek


" 'Pro Köln' selbst hat unterdessen das Interesse am CSD verloren. Noch bevor der KLuST die ursprüngliche Parade absagte, kündigten die Rechtsextremen die Rücknahme ihrer Anmeldung an"

Das habe ich doch von Anfang an gesagt:
nicht von Klagedrohungen bange machen lassen. Die Frage ist doch, ob diese braunen Pussys im Ernstfall überhaupt klagen. Und selbst wenn, hätte man diesen Kampf eben kämpfen müssen.

Und ich habe recht behalten. Sobald es wirklich hart auf hart kommt, ziehen die ganz schnell den Schwanz ein und verzichten auf eine Klage.

Es war ein Fehler mit dem Ausschluss überhaupt so lange zu warten und so viele Diskussionen zu provozieren. Damit hat man denen mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen, als ihnen zusteht.


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#3
15.06.2013
10:04:27


(+6, 6 Votes)

Von Sebi


An dem Rückzieher von Pro Köln (schon vor der Neuplanung des CSD) sieht man wieder mal:
es ging Pro Köln nie um schwule Themen, sondern sie wollten einfach nur Unruhe stiften und sich ins Gespräch bringen.

Das beweist, dass der Ausschluss vollkommen gerechtfertigt war. Ich hoffe, dass man in Zukunft schneller auf solche Sachen reagiert bzw. das von vornherein ausschließt.


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#4
15.06.2013
10:07:12


(0, 2 Votes)

Von Rene
Antwort zu Kommentar #1 von Zeitfenster


Echt? Ich deute das eher so, dass Pro Köln dem CSD den Spiegel vorgehalten hat und das dazugeführt hat, dass das ganz Konzept infrage gestellt werden musste. Dadurch wurde der CSD wieder politisch. "CSD der Vielfalten" klingt auch anders..
Pro Köln hat dem CSD also einen Bärendienst erwiesen.


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#5
15.06.2013
10:07:26
Via Handy


(+3, 3 Votes)

Von Martin28a
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Vielleicht hat pro Köln jetzt auch gemerkt was der klust vorhatte, immerhin wurde in der neuen Demo klar festgelegt, was das Ziel der Demo ist

Ob pro Köln sich hätte immer noch einklagen können, wage ich zu bezweifeln, zumal Homosexuelle als Minderheit aktiv bedroht werden und hier auch Sicherheitsbedenken einer dem Staatsauftrag zu schulützende Minderheit eine Rolle spielen.


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#6
15.06.2013
10:07:34


(+5, 5 Votes)

Von Robin


Wie peinlich dieses braune Pack ist:
jetzt versuchen sie auch noch ihre Niederlage und ihr Kneifen als Erfolg zu verkaufen.

@ProKöln:
Ihr ewigen Loser habt auf ganzer Linie versagt! Eure Strategie ist voll nach hinten losgegangen. Statt uns zu spalten, habt Ihr nur bezweckt, dass wir noch fester zusammenstehen als je zuvor und dass ihr noch tausende Gegner mehr als vorher habt.

Und jetzt könnt Ihr in Eure Löcher zurückkriechen, aus denen Ihr gekommen seid. Hoffentlich für immer...


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#7
15.06.2013
10:08:21


(+3, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Geschickter Schachzug des KLuST!


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#8
15.06.2013
10:12:07


(+5, 7 Votes)

Von Ersoy


Wenn Pro Köln eh schon kein Interesse mehr hatte, frage ich mich zwar, wieso man dann noch mal den CSD absagen und neu vergeben muss, aber nunja...

Ich hoffe nur, dass dieses Durcheinander nicht zu Verunsicherung bei Besuchern führt, die jetzt denken, das wäre komplett abgesagt. Und ich hoffe, dass alle Teilnehmer das mit der Neuanmeldung nicht verpassen. Die Organisatioren weisen hoffentlich alle Angemeldeten nochmal darauf explizit hin bzw. fragen nochmal nach, wenn vorher angemeldete sich nicht neu anmelden.

@Pro Köln:
Ich als schwuler Migrant werde stolz auf dem CSD mitmarschieren!! Und bin mir der Unterstützung der echten Deutschen (egal ob hetero oder homo) sicher!!

Ihr nicht!!


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#9
15.06.2013
10:20:11
Via Handy


(+4, 6 Votes)

Von Martin28a
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Rene


Wieso Bärendienst ?
Ist doch gut, denn pro Köln hat indirekt erreicht das CSD wieder politisch wird


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#10
15.06.2013
10:21:27
Via Handy


(-6, 8 Votes)

Von Martin28a
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #8 von Ersoy


In der Türkei baut Erdogan grad einen islamistischen Staat auf


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