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  • 20.06.2013           15      Teilen:   |

Erfolg für Ex-Gay-Bewegung

Brasilien: Ausschuss billigt Homo-Heilung

Artikelbild
Pfarrer Marco Feliciano betreibt als Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses einen Kreuzzug gegen Schwule und Lesben

Homosexualität darf in Brasilien seit 1999 nicht mehr als Krankheit behandelt werden – jetzt dreht ein parlamentarischer Menschenrechtsausschuss die Uhr zurück.

Am Dienstag hat der brasilianische Ausschuss für Menschenrechte und Minderheiten beschlossen, dass Homosexualität von Psychologen wieder als "behandlungswürdige Störung" angesehen werden darf. Der Ausschuss wird angeführt von einem 40-jährigen evangelikalen Pfarrer, der einer kleinen christdemokratischen Partei angehört. Marco Feliciano hat bereits seit Jahren versucht, dass 14 Jahre alte Verbot wieder zu kippen.

Feliciano konnte sich im Ausschuss durchsetzen, weil viele Mitglieder am Tag der Abstimmung nicht anwesend waren. Noch eine Woche zuvor hatten Gegner der Homo-Heilung seinen Antrag abgelehnt.

Der Autor des Gesetzes ist João Campos, der Abgeordnete einer sozialdemokratischen Partei. Er begrüßte den Erfolg: "In der Praxis bedeutet die Initiative, dass eine homosexuelle Person über 18 Jahren, die für ihre eigenen Taten verantwortlich ist, die Entscheidung treffen kann, ihre Sexualität zu reorientieren. Ein Psychologe kann dieser Person dann helfen."

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Psychologenverband sprachlos

Der brasilianische Psychologenverband hat sich entsetzt gezeigt über den Erfolg der Evangelikalen. Die sexuelle Orientierung sei keine "Perversion, Störung oder schlechte Verhaltensweise". Es sei daher "unethisch", Homosexuelle behandeln zu wollen. Auch in anderen Ländern warnen Psychologen davor, dass eine entsprechende Behandlung Homosexuelle in Depressionen oder sogar in den Selbstmord treiben kann.

Die Initiative muss noch von anderen Ausschüssen beraten werden, bevor sie dem Plenum vorgelegt werden kann. Jean Wyllys, der erste offen schwule Abgeordnete in Brasilien, erklärte, er halte es für äußerst unwahrscheinlich, dass dieser Entwurf Gesetzeskraft erlangen kann.

Der Initiator des Gesetzes gilt als einer der homophobsten Parlamentarier des Landes. So hatte Marco Feliciano in der Vergangenheit gesagt, dass Aids "schwuler Krebs" sei, und LGBT-Aktivisten vorgeworfen, eine "schwule Diktatur" errichten zu wollen. Mit Blick auf die Bibel ist er auch für rassistische Äußerungen bekannt. So sagte Feliciano: "Afrikaner stammen von Vorfahren ab, die von Noah verflucht worden sind. Das ist ein Fakt". Wegen Gottes Zorn würden im afrikanischen Kontinent "Hunger, Krankheiten und ethnische Kriege" vorherrschen.

In Deutschland sind sogenannte "Konversionstherapien" legal. Erst im April diesen Jahres lehnte es Schwarz-Gelb ab, Homo-Heilung von unter 18-Jährigen zu verbieten (queer.de berichtete). Es gebe "keine Notwendigkeit" für gesetzliche Regelungen, so ein CDU-Abgeordneter. (dk)

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Tags: brasilien, ex-gays, homo-heilung
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Reaktionen zu "Brasilien: Ausschuss billigt Homo-Heilung"


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
20.06.2013
11:46:38


(-1, 3 Votes)

Von Timm Johannes


Da muss halt der Ausschuss wohl dann nochmals zusammenkommen und den "Schachzug" des evangelikalen Feliciano wieder aufheben. Die Legislaturperiode in Brasilien ist schliesslich noch nicht zu Ende.


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#2
20.06.2013
11:56:14


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Mein Gott kann der nicht endlich die Eier in der Hose haben und zu seiner eigenen Homosexualität stehen? Das wäre ein echter Segen für die Menschheit. Naja und das wir Rückständig sind Dank CDU wissen wir ja.Allerdings geht es auch andersherum!

Link zu www.queerty.com


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#3
20.06.2013
12:16:27


(+6, 8 Votes)

Von -hw-


"Wegen Gottes Zorn würden im afrikanischen Kontinent "Hunger, Krankheiten und ethnische Kriege" vorherrschen.

Da das ganze nicht im luftleeren Raum stattfindet, noch ein Beitrag zum aktuellen Klima.

Außerhalb der Euro-Zone

Die letzten sozialen Massenproteste der Mittelschicht in Israel begannen mit einem Preissprung bei Hüttenkäse. In Brasilien waren es Fahrpreise.

Link zu www.nzz.ch

In den letzten Tagen konnte man zweimal lesen, dass Regierende mit einem Armee-Einsatz drohen (Türkei, Brasilien).

Link:
g1.globo.com/sc/santa-catarina/noticia/2013/06/ten
ista-gustavo-kuerten-declara-apoio-aos-protestos-e
m-florianopolis.html


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#4
20.06.2013
13:00:26


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Daß ist doch nicht zu fassen! Hoffentlich wird das Vorhaben vom Parlament abgeschmettert, sonst wäre das ein empfindlicher Rückschritt bei den LGBTII-Rechten!


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#5
20.06.2013
14:06:42


(+4, 4 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Bei solchen und ähnlich gearteten Meldungen beschleicht mich immer wieder der Gedanke, dass man es zunehmend mit Schwachsinnigen bzw. Idioten zu tun hat.

Langsam aber sicher geht es im Eiltempo in die Steinzeit zurück, wobei ich eher denke, dass die damals fortschrittlicher waren als viele Menschen in unserer angeblich aufgeklärten "christlichen" (!!) Epoche.

Wehret den Anfängen - die Dummheit lauert überall!



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#6
20.06.2013
15:50:00


(+5, 7 Votes)

Von m123


Wenn Kirchenleute in politischen Institutionen arbeiten, dann wird es immer gefährlich.

Im britischen Parlament sitzen 25 Bischöfe, die genau wie alle anderen Parlamentarier politische Macht haben und über Gesetze abstimmen dürfen:

Youtube-Video:


Finde das unglaublich.


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#7
20.06.2013
16:13:06


(+4, 6 Votes)

Von userer
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Ich plädiere dafür, das Wort "christdemokratisch" aus aufgeklärter Berichterstattung als Unwort zu verbannen. Christen sind per se undemokratisch. Ihre Selbstorganisation mag, wie im Falle einiger evangelischer Kirchen, demokratisch anmuten (und einige Lichtlein wie TJ mögen darauf hereinfallen), aber auch dort gibt es Dogmen, an denen nicht gerüttelt werden darf, egal wie die Mehrheit darüber denkt. Und über allem schwebt eine imaginäre Vaterfigur, die sowieso jede menschliche Entscheidung mit einem Federstreich zunichtemachen kann.

Demokratie sieht in meiner Vorstellung anders aus.


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#8
20.06.2013
16:24:57


(+4, 4 Votes)

Von Marek


Ein sog. Menschenrechtsausschuss, der Menschenrechte mit Füßen tritt, hat seinen Namen nicht verdient.

Es ist schon lange erwiesen, dass solche Gehirnwäsche-Therapien nicht nur erfolglos sind, sondern sogar schwerste psychische Schäden bis him zum Selbstmord zur Folge haben.


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#9
20.06.2013
17:53:41


(+4, 4 Votes)

Von panzernashorn
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Antwort zu Kommentar #8 von Marek


Solche Gehirnwäsche-Therapien sind ein massives Verbrechen an der Psyche und dem Körper von ansonsten kerngesunden Menschen!

Weg mit sämtlichen (Religions-)Fanatikern, die ihren pathologischen Wahn zum Dogma erheben!

In der geschlossen Abteilung der Psychiatrie wäre diese am besten und fürsorglichsten aufgehoben - auch zum Wohle ihrer unschuldigen Opfer.


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#10
20.06.2013
19:09:20


(+4, 6 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Eine Studienreise in die USA zu diesen Leuten könnte dem Mann helfen die Dummheit seiner Pläne zu erkennen :

Link zu www.queer.de

Von Brasilien aus dürfte das ja nicht unbezahlbar sein, und lohnt sich sicher..

Was für eine hinterlistiger Schwachkopf..

Niemand braucht solche Therapien, zumal Mann in einigen Brasilianischen Bundesstaaten sogar Heiraten darf..
Hat der Typ das verpaßt ?
Wenn er selbst eine Therapie will, dann soll er sich selbst darum bemühen, aber nicht anderen Menschen in´s Leben pfuschen..


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