Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?19479


Im neuesten "Stern" darf der 70-Jährige damit prahlen, dass er die richtige sexuelle Orientierung hat

Im "Stern"-Interview erklärt der CDU-Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, warum er so lange gegen die Anerkennung von Lebenspartnerschaften gewettert hat: Er ist halt Hetero und mag keine Schwulitäten – daher hat er kein Verständnis dafür, dass Schwule und Lesben gleich behandelt werden wollen. Erst jetzt, wo die "große Mehrheit" die Meinung geändert hat, muss der Macho hinterherhecheln.

Im Anschluss zitieren wir die Interview-Äußerungen. Schäuble wurde von den "Stern"-Reportern gefragt, warum Politikerinnen im Umgang leichter seien als ihre männlichen Kollegen:

In vielerlei Hinsicht bin ich lieber mit Frauen zusammen als mit Männern. ["Stern"-Frage: Warum?] Weil's einfach schöner ist. Ich küsse keine Männer. Deshalb ist ja mein Verhältnis zur Lebenspartnerschaft durch ein nicht hinreichendes Maß an Verständnis vorbelastet gewesen.

Zuvor hatte Schäuble bereits gesagt, dass er die Homo-Ehe lange Zeit grundsätzlich abgelehnt habe (er hat ja die Gleichstellung bis zu den Ordern aus Karlsruhe jahrelang bekämpft):

Ich hatte dafür lange kein Verständnis. Es fällt mir auch jetzt nicht leicht, aber wenn die große Mehrheit dafür ist, muss man das akzeptieren. Wir können anderen nicht vorschreiben, wie sie leben sollen. Freiheit ist ein zentraler Begriff in meinem politischen Verständnis."

Diese Sätze sind sehr widersprüchlich: Wenn "Freiheit" tatsächlich für ihn ein so "zentraler Begriff" ist, warum gibt Schäuble dann ohne Umwege zu, für die Einschränkung der Freiheit von Schwulen und Lesben eingetreten zu sein? Ist sein Freiheitsbegriff wirklich nur auf seine eigene Klientel beschränkt? Und zum Schluss: Warum müssen manche heterosexuelle Politiker immer wieder ihre Heterosexualität betonen und indirekt den "Igitt-Faktor" in ihrer Klientel bedienen ("Ich küsse keine Männer")?

Wenn schwule Politiker genauso dumm wie Schäuble argumentieren würden, müsste beispielsweise Klaus Wowereit aus Überzeugung Frauenhäuser und Frauenquoten ablehnen. Denn er küsst schließlich keine Frauen. (dk)



#1 BineAnonym
  • 21.06.2013, 11:59h
  • Ich finde es durchaus respektwürdig, dass Herr Schäuble seinen Kurs geändert hat!

    Genau das ist es doch, was sich alle hier wünschen: dass ehemalige Hardliner Einsicht zeigen und ihre Meinung überdenken! Selbst wenn es eine rein politisch motivierte Kursänderung ist, ist das in Ordnung. Denn das ist die Aufgabe der Volksvertreter: das Volk zu vertreten.

    Warum darüber jetzt wieder gewettert wird ist mir unbegreiflich!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 timpa354Ehemaliges Profil
  • 21.06.2013, 12:21h
  • Also ernsthaft, als ob irgend jemand Schäuble küssen will, also da hätte ich aber auch einen Ekel Faktor.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 gayos
  • 21.06.2013, 12:35h
  • Das zeigt doch nur wie armselig es doch in Wolfgang Schäuble aussieht, nur weil er keine "Schwulitäten (was für ein Wort)" mag, hat er er die Gleichstellung abgelehnt.

    Das zeigt aber auch dass Politiker (CDU / CSU) nur von sich auf Andere schließen.

    Man kann nur hoffen, dass es einen Wechsel an der Regierung gibt.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 UweBerlinProfil
  • 21.06.2013, 12:42hBerlin
  • Wenn es um die Polit-Männer in der Eu geht und Zusagen von finanzieller Hilfe, hat Herr Schäuble keine Hemmungen und Berührungsängste.

    Eine seiner unglaublichen Zusagen an Portugal, ohne vorherige Klärung durch den Bundestag, wurde ja mitgefilmt und ist bei YouTube zu sehen und zu hören.

    Herr Schäuble kann küssen, wen er will. Ich kenne keinen Mann, der scharf auf einen Zungenkuss von Herrn Schäuble wäre.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Mister_Jackpot
  • 21.06.2013, 12:52h
  • Antwort auf #1 von Bine
  • Weil er seinen Kurs zumindest innerlich nach eigenen Aussagen eben nicht geändert hat, was er ja selbst sagt. Er hat seinen politischen Kurs nur den Realitäten anpassen müssen, aber das ist keine Änderung bezüglich seiner persönlich offensichtlichen Abneigung gegenüber "Männerküssen"...Ginge es danach müssten mir die ständig und überall knutschenden Heten überall auch auf die Nerven gehen. Und wenn dieser Mann sich in Russland befinden würde und dort Abgeordneter wäre, er hätte für die homophoben Gesetze gestimmt...auch heute noch! Eine wahre "Kurskorrektur" muss auch aus der eigenen Persönlichkeit heraus kommen...sonst ist es keine ehrliche Kurskorrektur udn deswegen wird hier auch zurecht darüber "gewettert" wie du es ausdrückst!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 PatrickAnonym
  • 21.06.2013, 13:09h
  • Ich hoffe inständig, dass dieser Heuchler nicht noch mal im Bundestag sitzt...
    Wenn Karlsruhe nicht geurteilt hätte, würde er immer noch dagegen wettern..
  • Antworten » | Direktlink »
#7 LucaAnonym
  • 21.06.2013, 13:23h
  • Genau diese Ignoranz ist das Problem:
    nur weil viele Heteros sich das nicht vorstellen können, meinen sie, man solle da auch nichts gleichstellen.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, mit einer Frau zu schlafen, aber deswegen will ich dennoch nicht Frauen und Hetero-Männer irgendwie diskriminieren.

    Mann kann Grundrechte doch nicht von persönlichen Geschmäckern abhängig machen...
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 21.06.2013, 14:03h
  • Zu Herrn Schäubles Aussagen würde ganz toll der Buchtitel "Ansichten eines Clowns" von Heinrich Böll passen!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 AUFSCHREIAnonym
  • 21.06.2013, 14:08h
  • Das antisexistische Speerspitzenblatt konnte vor lauter Begeisterung den Satz "Ich küsse keine Männer" gar nicht groß genug abdrucken...

    Botschaft an alle Jungs, die sich ihre Geschlechterrolle und Sexualität weiterhin von der Gesellschaft diktieren lassen: So sehen eure megacoolen Role Models aus
  • Antworten » | Direktlink »
#10 TommAnonym