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  • 21.06.2013           9      Teilen:   |

Umfrage

Nigeria: 92 Prozent unterstützen homophobes Gesetz

Artikelbild
Auslandsnigerianer protestieren in aller Welt gegen die homosexuellenfeindliche Gesetzgebung in ihrem Heimatland

Im westafrikanischen Staat gibt es eine deutliche Mehrheit für ein Gesetz, das Homosexuelle selbst für einen harmlosen Kuss mit 14 Jahren Haft bedroht.

92 Prozent der Nigerianer befürworten in einer repräsentativen Umfrage ein Gesetz gegen Schwule und Lesben, das Ende Mai im Repräsentantenhaus verabschiedet worden ist (queer.de berichtete). Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut NOI unter über 1.000 Nigerianern aus allen Landesteilen durchgeführt. Nur fünf Prozent sprachen sich gegen das Gesetz aus, drei Prozent der Befragten haben dazu keine Meinung.

Die Bürger des mit 170 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Landes Afrikas beklagen in der Umfrage insbesondere, dass Homosexualität nicht Teil der nigerianischen Kultur sei. 85 Prozent befürworteten diese These. So wird auch im Parlament argumentiert, dass die gleichgeschlechtliche Liebe eine Angelegenheit sei, die die europäischen Kolonialherren importiert hätten. Letztes Jahr sagte etwa Mehrheitsführerin Mulikat Adeola-Akande, dass die Homo-Ehe "in unserer Gesellschaft und Kultur fremd ist".

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Gesetz soll Schwule und Lesben unsichtbar machen

In dem Gesetz heißt es, dass sich jeder strafbar mache, der seine Liebesbeziehung zu einem Menschen des gleichen Geschlechts direkt oder indirekt öffentlich zeigt. Damit ist es für ein schwules oder lesbisches Paar sogar nahezu unmöglich, einen gemeinsamen Haushalt zu beziehen. Für Eheschließungen und zivilrechtliche Partnerschaften zwischen zwei Frauen oder zwei Männern sind bis zu 14 Jahre Haft vorgesehen. Ein Jahrzehnt im Gefängnis droht zudem Menschen, die an einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung teilnehmen oder an der Gründung einer Homo-Gruppe oder Szenebar beteiligt sind.

Noch ist unklar, ob und wann Präsident Jonathan Goodluck das Gesetz unterschreiben wird. Die deutsche Bundesregierung betreibt bislang keine öffentliche Kritik am Vorgehen Nigerias (queer.de berichtete).

Die Verschärfung der Homosexuellen-Gesetzgebung wurde in Nigeria seit vielen Jahren diskutiert. So wurde 2007 sogar ein Gesetz erwogen, das Homosexuellen jeglichen Kontakt miteinander verboten hätte – beispielsweise wäre dann ein gemeinsamer Restaurantbesuch von Lesben oder Schwulen illegal gewesen (queer.de berichtete). Bei einem Gesetzentwurf 2009 leistete auch die anglikanische Kirche Lobbyarbeit: Sie argumentierte, dass nur die staatliche Verfolgung von Homosexuellen den "sozialen Holocaust" verhindern könne (queer.de berichtete).

Bereits jetzt kann gleichgeschlechtlicher Sex mit bis zu 14 Jahren Haft geahndet werden. In den nördlichen Gebieten, in denen Muslime die Bevölkerungsmehrheit stellen, gilt nach Scharia-Recht sogar die Todesstrafe für männliche Homosexuelle. (dk)

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Tags: nigeria, umfrage, homo-verbot
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Reaktionen zu "Nigeria: 92 Prozent unterstützen homophobes Gesetz"


 9 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
21.06.2013
14:00:17


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ein besorgniserregendes Umfrageergebnis! Nigeria braucht ja auf Grund seines Ölreichtums auch gar keine Entwicklungshilfe mehr!


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#2
21.06.2013
14:01:26


(+6, 6 Votes)

Von Porokusi


Kommt einen wirklich das Kotzen. Die Machthaber im Land reißen sich die Milliarden aus dem ölgeschäft unter den nagel und wir müssen mal wieder als innenpolitisches Ablenkungsmanöver herhalten. Und die Bevölkerung scheint auch noch darauf hereinzufallen.


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#3
21.06.2013
14:04:37


(+3, 5 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""Ich glaube keiner Statistik die ich nicht selbst gefälscht habe""..
Winston Churchill..

Wie glaubwürdig kann eine solche Umfrage denn sein ?
1.000 Menschen sind befragt worden..

Und vor dem Hintergrund das bereits jetzt Menschen inhaftiert werden die sich geküsst haben sollen immerhin 50 der Befragten gesagt haben sie wäre gegen ein homophobes Gesetz, und weitere klägliche 30 hätten gar keine Meinung dazu, während die überwältigende Mehrheit von 920 Personen auf der Linie der Regierung liegt ?

Wer dieser "Umfrage" Glauben schenkt, der glaubt auch das die Baby´s vom Storch gebracht werden..


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#4
21.06.2013
16:57:19


(+5, 5 Votes)

Von Klärchen


natürlich ist der Papst schuld!


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#5
21.06.2013
18:27:34
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Klärchen


Im katholischen Landesteil auf jeden Fall!


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#6
21.06.2013
23:15:59


(0, 6 Votes)

Von OliverZi
Antwort zu Kommentar #3 von TheDad


1000+ gilt auch hierzulande als repräsentativ.

Wenn du zufällig befragst, bekommst du mit Steigerung der Befragten so gut wie keine Veränderung. Gute Mathelehrer zeigen das ihren Schülern anhand von stochastischen Experimenten, damit sie nicht nur davon hören, sondern es auch verstehen. Wir haben dazu die Verteilung von Autofarben analysiert - schon ab 100 änderte sich prozentual gar nichts mehr.
Ich will deinem Beitrag nicht widersprechen. Nur eben der Aussage 1000 sei zu wenig.

Natürlich kann man das Ergebnis einer Umfrage durch suggestive Fragestellung abändern.

Würdest du hier in Deutschland fragen: "Befürworten Sie scharfe Internetüberwachung ohne Verdacht um Terrorismus oder Kinderporbographie zu bekämpfen?" oder "Befürworten Sie schärfere Internetüberwachung ohne Verdacht?", bekämest du sicher Abweichungen von 50-70% - wer will sich schon gegen KiPo Bekämpfung aussprechen?
Man kann theoretisch auch steuern, indem man in Telefonbüchern nach alten Namen sucht um konservativere Ergebnisse zu bekommen.

Aber in diesem Falle glaube ich das Ergebnis leider absolut. Was erwartest du von einem Land mit vielleicht 1% Atheisten, schlechter Bildung (die Elite sorgt schon dafür), grassierender Korruption, grenzenloser Schere zwischen Arm und reich und Religionswirren, die Bürgerkrieg gleich kommen? Der Islam ist dort, wie immer in seiner Geschichte, dabei per Demografie das Land zu übernehmen (das ist der sog. Große Dschihad - nach Koranregeln leben, Kinder ohne Ende bekommen und in Schlüsselpositionen der Gesellschaft kommen. Die Anleitung dafür steht im Koran - viel gefährlicher als der Kleine Dschihad, den wir als Heiligen Krieg kennen).
Im Norden lebt eine wachsende Gruppe untergebildeter Muslime - wenn es da eine Schule gibt, dann eine dieser für das 21. Jh absolut nutzlosen Koranschulen, die eine Religion des ersten Jahrtausends leben und die sogar für moderne islamische Verhältnisse barbarische und rückständige Scharia befolgen.
Im Süden leben verarmte Massen, die von einer korrupten Priesterkaste, die sich mit den noch korrupteren Machthabern eingelassen haben um den Status Quo zu erhalten, weltanschaulich geleitet werden. Diese Kaste lebt eine Religion, die im 19. Jh. im Vatikan gemacht wurde. Die Zugeständnisse an die Moderne wurden dort ignoriert. Das Volk war noch dumm und unaufgeklärt genug.

Und ganz ehrlich: da zweifelst du das Ergebnis an?! Nein... Es ist real. Und vor 2050 oder so wird sich nichts ändern. Nach dem Öl vielleicht.
Ein Anfang wäre es, wenn die Lämmer ihre eigenen Schlachter entmachten. Das Öl bringt Unsummen ins Land - Summen mit denen sich in Afrika ein unbekannter Breitenwohlstand erreichen ließe. Aber in Afrika hab ich immer den Eindruck, die wollen und brauchen Politiker, die sie nach Strich und Faden verarschen und ausnehmen. Jedes mal wird wieder so ein Vogel gewählt, ruft die Freie Demokratische Volksrepublik von dies und jenem aus und setzt die alte Politik fort

Dass die Machthaber noch nicht verstanden haben, dass sie noch viel mehr Reibach mit einem reichen Volk machen können. Es klingt zynisch - aber in einem reichen Land prosperiert auch die Oberschicht. Oder sind die Superreichen in der Schweiz ärmer als in Nigeria, weil dort das Volk besser am Wohlstand beteiligt wird? Das einzige was in Nigeria passiert, ist der Bau des größten Schwarzgeldsumpfes der Welt vor der größten Stadt Lagos (Hauptstadt ist meines Wissens nach Abuja). Dort wird Sand für eine gewaltige Retortenstadt für 300.000EW aus dem Boden gestampft. Mit schicken Magistralen, Einkaufszentren, Parks und Elfenbeintürmen. Mit Sichtweite auf Slums für Millionen Menschen, in denen ist nichtmal Strom, geschweige denn Schulen da sind.

Dieses Land ist verdorben, der Geist des einfachen Volkes ist verdorben von der noch verdorbeneren Machtelite. Dort hilft nur eine Reinigung - das Problem ist nur, dass in Afrika bisher jede Revolution nach dem oben genannten Muster abläuft. Am Ende hat ein Land einen neuen Namen, eine neue korrupte Elite, Zehntausende Tote und Zerstörungen in Millardenhöhe... Schlimm.

Sorry, dass der Kommentar ausuferte


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#7
22.06.2013
01:27:44


(+2, 4 Votes)

Von wanderer LE


Wieso unterstützt die Anglikanische Kirche - wo in Großbritannien ein Schwuler Bischof sein kann - in Nigeria so eine homophobe Gesetzgebung? Hat die britische Kirche darüber nicht mit zu entscheiden?

Zu Nigeria gehört Biafra, wegen der Bodenschätze war dort mal Krieg, könnte wieder Krieg kommen und die Regierung hätte ganz andere Probleme als so dämliche Gesetze. Jeden Schwulen bräuchte sie als Soldaten, die Übervölkerung würde gelöst, man könnte unsereins nicht mehr verprellen. Soll dies Regime sich mal nicht so sicher fühlen, eine Lunte dran und schon fliegt ihm alles um die Ohren.


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#8
22.06.2013
09:49:55


(0, 6 Votes)

Von GerdBerlin
Antwort zu Kommentar #7 von wanderer LE


"Wieso unterstützt die Anglikanische Kirche - wo in Großbritannien ein Schwuler Bischof sein kann - in Nigeria so eine homophobe Gesetzgebung? Hat die britische Kirche darüber nicht mit zu entscheiden?"

Die Anglikanische Kirche Nigerias entwickelte sich unter ihrem Bischof Peter Akinola zu einer der schwulenfeindlichsten Kirchen der Welt.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Peter_Akinola


Da alle anglikanischen KIrchen selbständig sind, hat die Kirche von England keinen Einfluß auf die Entwicklung in Nigeria.


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#9
22.06.2013
14:19:03


(0, 6 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von OliverZi


Natürlich zweifle ich das Ergebnis an..
Nicht weil wir es mit 1.000 Befragten am äußersten unterstem Rand im Promillebereich der nigerianischen Bevölkerung zu tun haben, sondern weil das Pro-Ergebnis ZU eindeutig ausfällt..

Wer ein "repräsentatives Ergebnis" will, kann die Befragten weiter streuen, und könnte sogar 10.000 Leute befragen, aber allem voran befragt er nicht ausschließlich Leute aus der Nähe der Regierung, denn das wird hier gemacht worden sein, wenn die Umfrage überhaupt stattgefunden hat..

Und ich bin jemand der gegen eine I-Net-Überwachung ist, weil Mann die Pfütze nicht für den Regen verantwortlich machen kann..

Wie die Erfahrungen der letzten 20 Jahre gezeigt haben, konnten weder die Anschläge von New York, von London, Madrid, und zuletzt in Boston durch I-Net-Überwachung verhindert werden..

Obwohl alle Anzeichen dafür im Netz vorhanden waren haben die Geheimdienste nicht die richtigen Schlüße gezogen, und nicht die richtigen Informationen miteinander verknüpft..

Diese mangelhafte Auswertung wird durch Ausweitung der Datensammelwut nicht verändert..

Was nun Nigeria betrifft..
Dort werden immer wieder die Kirchen verantwortlich gemacht..
Andere beschuldigen den Islam..

In Nigeria gibt es nachweislich zusätzlich noch mehr als 1.000 Naturreligionen in den einzelnen Regionen..
Und die sollen zusammen mit dem Islam und dem Christentum eine seltene Einigkeit von 92 % erreichen ?

Im Leben nicht..
Da sind andere Kräfte am Werk, und andere Intentionen der Regierung, die hinter dem Gesetz und der Umfrage steckt..

Deine persönlich Einschätzung wie Islam "funktioniert" ist von Ressentiments und falschen Informationen durchsetzt..

"Dschihad" ist kein Krieg, sondern richtig übersetzt ein KAMPF..
Der tägliche kleine Kampf jedes einzelnen Gläubigen mit sich, um sich in einer Welt und Umwelt der Ungläubigen durchzusetzen, und es bedeutet zunächst den Kampf zu bestehen den eigenen Gleuben in dieser Umwelt nicht zu verlieren..

Analogien dazu gibt es im Christentum, die ebenso den Auftrag haben von ihrem Glauben immer und überall Zeugnis abzulegen, also zu missionieren, zu werben..

Wozu das führt kann Mann aus jedem Post von TJ herauslesen..

Auch Christen haben den Auftrag das Land, wenn es auf geistiger Ebene nicht klappt, demographisch zu übernehmen, und das gilt nicht nur für die dem Papst-Dogma des Kondom-Verbotes unterliegenden Katholiken in Afrika..

Wer Koran-Schulen für nutzlos hält, sollte nicht gleichzeitig durch Spenden an "Brot-für-die-Welt" oder "Miserior" katholische und evangelische Missions-Schulen unterhalten..

Glaubt Mann Deiner Einschätzung es gäbe im Norden eine
""wachsende Gruppe untergebildeter Muslime"",
so kann Mann denen unterstellen entweder noch nie etwas von Homosexualität gehört zu haben, denn das ist kein Thema in den Koran-Schulen, oder sie haben noch nie etwas von der Regierung und dem Gesetzesvorhaben gehört..

Beides würde das Ergebnis der "Umfrage" signifikant beeinflussen..


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