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Ob Schwule Safer Sex betreiben oder es ungeschützt mit vielen Partnern treiben, ist in Deutschland derzeit egal: Alle sind automatisch als Risikogruppe abgestempelt (Bild: warrenski / flickr / by-sa 2.0)

In Deutschland wollen die Ärzte darauf hinwirken, das generelle Blutspendeverbot für Schwule aufzuheben.

Die Bundesärztekammer will "im Rahmen ihrer Möglichkeiten" auf eine Veränderung der Blutspenden-Regulierung auf EU-Ebene hinwirken, gab die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung am Sonntag bekannt. Ziel soll es sein, künftig Menschen nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung vom Blutspenden auszuschließen, sondern aufgrund eines riskanten Sexualverhaltens.

Derzeit dürfen Männer, die mindestens einmal Sex mit Männern gehabt haben, nicht Blut spenden. Bei Heterosexuellen ist dagegen nur Männern mit "sexuellem Risikoverhalten", z.B. häufig wechselnden Geschlechtspartnerinnen, die Blutspende untersagt. Homo-Gruppen beklagen seit langem, dass diese Regelung diskriminierend sei. Die Deutsche Aids-Hilfe fordert ein Ende des generellen Verbots für Schwule, da "viele Heterosexuelle zumindest zeitweise höhere Infektionsrisiken" aufweisen würden.

Andere EU-Länder sind in dieser Frage bereits weiter: So gibt es in Spanien keinerlei Diskriminierung beim Blutspenden aufgrund von sexueller Orientierung. Großbritannien hat 2011 seine Regelungen gelockert: Dort dürfen Schwule nun Blut spenden, wenn sie ein Jahr lang keinen Sex gehabt haben (queer.de berichtete).

Gesundheitsminister: "Wir brauchen mehr Menschen, die bereit sind, Blut zu spenden"

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat den Vorstoß der Bundesärztekammer begrüßt: "Es ist eine medizinische Entscheidung, aber der faktische Ausschluss von homosexuellen Männern wird nicht verstanden. Wir brauchen mehr Menschen, die bereit sind, Blut zu spenden. Wenn bessere medizinische Kriterien von den Experten gefunden werden, ist das ein Fortschritt", so Bahr nach dpa-Angaben am Sonntag. Selbst aktiv werden will der Minister aber nicht, sondern lässt der Bundesärztekammer das letzte Wort. "Wir entscheiden nicht, was medizinisch richtig ist und was falsch", sagte Bahr.

Mehrere Bundesländer haben bereits das Ende der Diskriminierung von Schwulen beim Blutspenden gefordert. So erklärte der Landtag von Sachsen-Anhalt im Februar fast einstimmig, Schwule vom "Generalverdacht" zu befreien (queer.de berichtete). Teile der CDU sprechen sich aber für eine Fortführung des generellen Verbotes aus. So erklärte Peter Enders, der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion in Rheinland-Pfalz, dass der generelle Ausschluss von Schwulen die Empfänger schütze (queer.de berichtete).

Zwar wird das Blut aller Blutspender stets auf sexuell übertragbare Krankheiten getestet. Weil in den ersten Tagen nach einer HIV-Infektion selbst modernste Bluttests die Viren nicht nachweisen können, werden Schwule als Risikogruppe generell ausgeschlossen. Von 2000 bis 2010 sind in Deutschland fünf HIV-Infektionen durch Blutprodukte aufgetreten. Davon sind zwei auf Männer zurückzuführen, die sexuellen Kontakt mit Männern hatten. Das Risiko, sich bei einer Bluttransfusion mit HIV anzustecken, beträgt hierzulande eins zu 4,3 Millionen. (dk)



#1 GerdBerlinAnonym
  • 24.06.2013, 12:39h
  • Über diese Entscheidung bin ich als schwuler Mann überhaupt nicht glücklich!
    Mir wäre es lieber, wenn die Sicherheit Vorrang hätte und medizinische Fragen im Vordergrund ständen. Lieber etwas "diskriminiert" werden, als durch eine Blutübertragung infiziertes Blut zu bekommen. Dass die Gefahr bei Männer, die Sex mit verschiedenen anderen Männern haben, nunmal wesentlich höher ist, ist eine Tatsache.
    Spätestens wenn man selbst vor einer Blutübertragung steht, wird man sich wünschen, dass der Staat in diesem Fall (und nur in diesem Fall!) etwas "diskriminieren" würde.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 kallehhProfil
#4 thorium222Profil
  • 24.06.2013, 13:22hMr
  • Antwort auf #1 von GerdBerlin
  • Viele Schwule wissen viel besser über ihren Status, eventuelles Risikoverhalten und diagnostische Lücken bescheid und gehen auch öfter zum Test, so dass sie zu 100 % wissen, ob sie gerade negativ oder positiv sind oder ob das Risiko eines falsch neg. Tests besteht.
    Es gibt daher keine sachlichen Gründe, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung auszuschließen, vor allem da lügende, unverantwortliche Arschlöcher mit Risikokontakten in den letzen vier Wochen (homo oder hetero) so oder so nicht ausgeschlossen werden können.
    Ich kann mich verantwortlich verhalten und ehrlich sein, hetero kann ich aber nicht werden. Mit Vollidioten möchte ich aber keinesfalls in einen Topf geworfen werden!!!
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#5 TheDad
  • 24.06.2013, 13:39h
  • Antwort auf #1 von GerdBerlin
  • Das ist totaler Quatsch..

    Zum einem ist die Möglichkiet sich mit HIV über eine Blutkonserve anzustecken denkbar gering, wie oben im Artikel auch zu lesen ist, und zum anderem ist die "Chance" einer Infektion durch konsequenten Ausschluß von Schwulen Spendern nicht besser..

    Drei von Fünf nachgewiesenen Infektionen in den Jahren zwischen 2000 und 2010 sind durch NICHT Schwule Spender übertragen worden, was immerhin einer Rate von 60 % entspricht !

    Fakt ist, Blutspenden müßen so sicher wie möglich sein..
    Fakt ist aber auch, mit Blutspenden und den daraus hergstellten Produkten werden Milliarden umgesetzt, nicht zuletzt über die Blutspendedienste des DRK, der Johanniter und des ASB..

    Damit verdienen die "caritativen" Organisationen Millionen mit denen sie ihre Dienste nicht zuletzt "durchfinanzieren"..

    Aber bei aller caritativer Grundidee darf im Gesundheitswesen eines nicht vergessen werden :
    Sicherheit MUSS vor Profit gehen !

    Es ist durchaus zumutbar die Blutspenden auf alles mögliche zu testen, und damit sicher zu stellen das keine Infektionskrankheiten übertragen werden können..

    Dazu gehört aber auch das der einzelne Spender sich die Notwendigkeit vergegenwärtigt NICHT aus Profit zu spenden, sondern weil er helfen will..

    Deshalb bin ich grundsätzlich dafür das Spender sich direkt an die Blutbanken der Kliniken zum Spenden wenden..

    Darüberhinaus kann Mann aber von jedem Spender erwarten das er sich an Regeln hält..

    Gleichzeitig kann Mann aber auch erwarten das die Blutspendedienste ihre Fragenkataloge entsprechend überarbeiten, und so auformulieren das JEDER der ungeschützten riskanten Sex hat aus der Liste der Spender herausgefiltert wird, unabhängig davon ob er Schwul oder Hetero ist..

    Ein Spendeverbot allein davon abhängig zu machen das Mann Schwul ist entspricht weder den medizinischen Standards noch den Kenntnissen über Übertragungswege..

    Und es gibt kein "bisschen diskriminiert"..

    Es ist nicht notwendig ein "bisschen" zu diskriminieren, und es widerspricht auch der gesetzlichen Lage im Europarecht !

    Allein deshalb MUSS ein generelles Spendeverbot fallen..
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#6 ollinaieProfil
  • 24.06.2013, 15:20hSeligenstadt
  • Nein, nein, in Deutschland spenden schwule und bisexuelle kein Blut. Das ist doch verboten!
    Also macht das auch keiner.

    Und wenn ich doch zufällig einen erwische sag ichs gleich der Tante!

    Oh HERRRR, lass Hirn herab!

    (Inhaltlich habe ich TheDad nichts hinzuzufügen)
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#7 MarekAnonym
  • 24.06.2013, 15:31h
  • "Von 2000 bis 2010 sind in Deutschland fünf HIV-Infektionen durch Blutprodukte aufgetreten. Davon sind zwei auf Männer zurückzuführen, die sexuellen Kontakt mit Männern hatten."

    Das ist natürlich mehr als ärgerlich, dass sowas überhaupt noch vorkommt.

    Aber wenn 40% dieser Fälle von Schwulen kommen und 60% von Heteros, dann müsste man auch Heteros das Blutspenden verbieten.

    Zumal ja eh niemand gezwungen ist, die Wahrheit zu sagen - egal ob schwul oder hetero mit vielen wechselnden Sexualkontakten.

    Und wer garantiert z.B. dass sich ein absolut treuer Hetero nicht bei seiner Frau ansteckt, die ihn betrogen hat?

    Fakt ist doch, dass diese Fragen nicht wirklich zuverlässig sind. Viel besser wäre es, wenn man

    1. Blutkonserven so lange zwischenlagert, bis man wirklich eine Belastung zweifelsfrei ausschließen kann. Dafür braucht man zwar mehr Blutspenden als bisher, aber dazu kann die Öffnung für Schwule dann beitragen.

    2. Daran arbeiten, dass Tests noch schneller und zuverlässiger als bisher eine Infektion nachweisen oder ausschließen können.
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#8 Timm JohannesAnonym
  • 24.06.2013, 15:46h
  • Antwort auf #1 von GerdBerlin
  • @GerdBerlin
    " Dass die Gefahr bei Männer, die Sex mit verschiedenen anderen Männern haben, nunmal wesentlich höher ist, ist eine Tatsache."

    --> Erstens ist dies falsch, denn beispielsweise auch für Frauen, die mit vielen anderen Männern ungeschützt schlafen, besteht die Gefahr gleichermaßen. Die Gefahr wird umso höher, je mehr ungeschützte Sexualkontakte ein Mensch pflegt: egal welcher sexuellen Orientierung.

    Und zweitens ist dies nicht Thema des Artikels: hier geht es um die Blutspende.

    Aber das du hier öfter als homophober Troll dich zeigst, ist uns hinreichend bekannt. Bei anderen Politikthemen hast du manchnmal Recht, aber sobald es um LGBT Themen geht, stehst du oft allein hier in der Runde mit deinen negativen Kommentaren.
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#9 TatsachenAnonym
  • 24.06.2013, 16:01h
  • Antwort auf #8 von Timm Johannes
  • "Erstens ist dies falsch, denn beispielsweise auch für Frauen, die mit vielen anderen Männern ungeschützt schlafen, besteht die Gefahr gleichermaßen. Die Gefahr wird umso höher, je mehr ungeschützte Sexualkontakte ein Mensch pflegt: egal welcher sexuellen Orientierung. "

    Das ist leider falsch - denn der Anteil der schwulen Männer mit HIV ist um ein wesentliches höher als bei Heten. Die Chance ist also wesentlich erhöht, jemanden mit HIV zu treffen, der es im Zweifelsfall noch nicht einmal selbst weiß.
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#10 Aus Bad HomburgAnonym
  • 24.06.2013, 16:08h
  • Seit wann ist Blutspenden zum "Bürgerrecht" geworden ? Außerdem sollte die Gleichheit zuerst und vor allem im Eherecht erreicht sein, denn sonst erinnert das ganze an den wenig sinnvollen Versuch, den Wagen vor dem Pferd zu stellen, wieder einmal.
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