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In Brasilien machen Schwule und Lesben deutlich, dass sie nicht "geheilt" werden wollen

In Brasilien haben am Wochenende tausende Menschen dagegen protestiert, die "Heilung" von Homosexualität wieder zuzulassen.
Am Samstag haben mehrere tausend Menschen in der Hauptstadt Brasilia gegen einen Gesetzentwurf protestiert, mit dem Konversionstherapien wieder zugelassen werden sollen. Bereits einen Tag zuvor waren mehr als 4.000 LGBT-Aktivisten in São Paulo auf die Straße gegangen, um gegen die Wiedereinführung der Homo-Heilung zu protestieren. Hintergrund: Vergangene Woche hatte der Ausschuss für Menschenrechte und Minderheiten einem dementsprechenden Entwurf zugestimmt (queer.de berichtete).

Die Demonstranten trugen Transparente mit Aufschriften wie "Wir sind nicht krank" oder "Meine Mamis brauchen keine Therapie"; sie sehen sich als Teil der Massenproteste gegen soziale Ungleichheit und Korruption, die in Brasilien im Rahmen eines internationalen Fußballturniers ausgebrochen sind. Dem Sender "Euronews" sagte der Lehrer Luis Eduardo bei der Demonstration in São Paulo: "Alle Augen sind wegen des Koföderationen-Pokals auf Brasilien gerichtet und wir wollen das ausnutzen. Wir haben einfach genug. Es gibt so viel Korruption, während Lehrer leiden. Und jetzt wollen wir auch noch Homosexuelle heilen. Das ist albern und wir müssen uns dagegen wehren."

Homo-Heilung wurde in Brasilien im Jahr 1999 mit Unterstützung des nationalen Psychologenverbandes generell verboten. Mediziner warnen davor, dass eine "Behandlung" der sexuellen Orientierung nicht möglich ist und Schwule und Lesben in die Depression oder sogar den Selbstmord treibt.

Initiiert wurde der Gesetzentwurf vom Chef des Menschenrechtsausschusses, dem evangelikalen Pfarrer und christdemokratischen Politiker Marco Feliciano. Er konnte sich im Ausschuss durchsetzen, weil viele Mitglieder am Tag der Abstimmung nicht anwesend waren. Noch eine Woche zuvor hatten Gegner der Homo-Heilung seinen Antrag abgelehnt. Das Gesetz muss noch von zwei anderen Ausschüssen gebilligt werden, bevor es im Plenum behandelt werden kann. Es gilt als sehr unwahrscheinlich, dass es dafür eine Mehrheit gibt.

Erst vergangene Woche hat sich die größte Homo-Heiler-Organisation der Welt aufgelöst: Die amerikanische Gruppe Exodus International entschuldigte sich dabei bei den Menschen, "denen wir geschadet haben" (queer.de berichtete).

Anders als in Brasilien ist in Deutschland die Homo-"Heilung" legal, auch bei Minderjährigen. Eine Initiative der Grünen, Konversionstherapien zumindest von unter 18-Jährigen zu verbieten, scheiterte im April an der schwarz-gelben Regierungskoalition (queer.de berichtete). (dk)



#1 MarekAnonym
  • 24.06.2013, 15:38h
  • Die sollten so lange weiter demonstrieren, bis dieses faschistische Gesetz zurückgenommen wird!!

    Ich hoffe, es werden von mal zu mal mehr...
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#3 timpa354Ehemaliges Profil
  • 24.06.2013, 16:06h
  • Unfassbar, wie rückständig Deutschland, dank der CDU ist. Heilungstherapien für Teenager. Geht´s noch? Sind denn alle verrückt geworden in ihrem religiösen Wahn, dass sie sogar über die Leichen von Teenagern gehen?
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#4 anomeAnonym
  • 24.06.2013, 16:41h
  • Diese Demonstrationen sind Blödsinn. In einem freien Land, was Brasilien weitestgehend ist, kann sich jeder Mensch therapieren lassen, wie er will. Ich glaube nicht an die Wirkung solche Therapien, aber es ist das Recht jedes einzelnen diese in Anspruch zu nehmen. Wer etwas anderes sagt, sollte sich Artikel 2 GG nochmal ganz genau durchlesen und sich mal fragen, was mit "Die Freiheit einer Person ist unverletzlich." gemeint sein könnte. Niemand darf zu so einer Therapie gezwungen werden, genauso wenig wie jemandem eine solche Therapie verboten werden darf.
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#5 -hw-Anonym
  • 24.06.2013, 16:47h
  • Você lê bastante?
    No Brasil, o livro é colocado como uma coisa chata na realidade dos jovens. Comecei com quadrinhos e um dia me peguei lendo Machado de Assis. Hoje sou fã de Mario Quintana, Fernando Pessoa, Pablo Neruda. Tenho interesse também por assuntos relacionados à escravidão. É uma história triste, mas que definiu muitas características da nossa cultura.

    www.dw.de/rapper-emicida-traz-a-poesia-das-ruas-paulistanas-
    para-berlim/a-16096159


    Die Mehrheit der Demonstranten stammt aus der Mittelschicht. Weshalb ist gerade sie so unzufrieden?

    Da gibt es Studenten, die unser Land ändern wollen. Die Bewegung Passe Livre hat die Proteste organisiert, um für einen besseren und bezahlbaren Busverkehr fürs Volk zu kämpfen. Das ist unglaublich bereichernd. Es sind aber auch viele auf der Straße, die einfach generell gegen die Regierung der Arbeiterpartei sind. Wir sind im Vorwahlkampf, es geht darum, die Regierung ins Wanken zu bringen. Natürlich gibt es Tausend Dinge, die besser gemacht werden können. Aber viele Forderungen sind nebulös; ein Beispiel ist das Gegen Korruption.

    Der Kampf gegen Korruption ist wichtig, ok. Er muss aber in allen Instanzen geschehen, auch im Alltag der Menschen. Dafür müssen sie akzeptieren, dass sie eine Strafe zahlen, wenn sie zu schnell fahren. Dass sie ins Gefängnis kommen, wenn sie besoffen Auto fahren. Dass auch der Sohn eines Reichen in den Knast muss, wenn er einen armen Arbeiter überfährt. Aber da schaut die brasilianische Gesellschaft weg. Für sie ist es nur Korruption, wenn ein Politiker Millionen veruntreut. Das allgemeine Thema Korruption wird von vielen vorgeschoben, um andere, extrem konservative Forderungen zu überdecken.

    www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/rap-saenger-emicid
    a-der-tod-eines-armen-schockiert-in-brasilien-keinen-1224122
    2.html
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#6 JannisAnonym
  • 24.06.2013, 17:23h
  • Antwort auf #4 von anome
  • Du übersiehst, dass es nicht um harmlose "Anwendungen" geht, sondern um gefährliche Scharlatanerie, die Menschen erheblichen Schaden zufügen kann.

    Nach deiner Argumentation müsste man jeden gefährlichen Unsinn erlauben. Aderlass bei Muskelschwund? Quecksilber gegen Krebs? Darmbakterien intravenös als Impfung gegen HIV?

    Alles kein Problem, solange sich doch erwachsene Menschen "freiwillig" dafür entscheiden?

    Die Freiheit kann dort eingeschränkt werden, wo Menschen gefährdet werden. Eine "Therapie" gegen Homosexualität widerspricht nicht nur den anerkannten Kriterien für Therapien, sondern fällt außerdem in den Bereich des Betruges. Auch der ist zu recht strafbar.
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#7 mx5972Profil
  • 24.06.2013, 17:27hKerpen
  • Sorry für meine ""Dummheit"" aber was ist bitteschön eine Konversionstherapie???

    Wie ""heilt"" man UNS??????

    OK klar das niemand zu solch einer unnützen Therapie gezwungen werden darf!!!! Aber ist ja leider schon alles vorgekommen,das Eltern ihre Kinder zu solchen Scharlatanen hin schleifen!!

    Und gerade deswegen sollte...ok müsste es von Anfang an verboten werden!!!
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#8 Der_UnglaeubigeAnonym
  • 24.06.2013, 17:42h
  • Antwort auf #4 von anome
  • liebe(r) anome,
    Du uebersiehst dabei aber ganz offensichtlich, dass Eltern die Erziehungsberechtigten ihrer Kinder sind, und wenn ebendiese Eltern der Meinung sind, dass ihr Kind "therapiert" werden muss, kann/will dass Kind herzlich wenig dagegen ausrichten (aus welchen Gruenden auch immer; Abhaengigkeit, "Vetrauen" im Sinne von "die sind aelter und erfahrener als ich, die wollen auch nur da Beste fuer mich"...). Dann MUSS der Staat dagegen aktiv werden, v.a. vor dem Hintergrund, dass diese unsaeglichen Konversion-/Heilungstherapien laengst wissenschaftlich widerlegte psychische Vergewaltigung eines Menschen ist, die u.U. bis zum Selbstmord fuehrt.
    Und nicht zu vergessen, die Menschen, die lange genug von der Gesellschaft eingehaemmert bekommen haben, dass Homosexualitaet "wider die Natur ist" und in ihrer Not/Naivitaet dann ihre Hoffnung auf eine "Normalisierung" ihrer Lebenssituation in den Heilungsversprechen dieser "Therapeuten" sehen.
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#9 ollinaieProfil
#10 anomeAnonym
  • 24.06.2013, 19:23h
  • Antwort auf #9 von ollinaie
  • Artikel 2 GG hat überhaupt nichts mit Brasilien zu tun. Es ist aber kein Geheimnis, dass sich die queere Community in Deutschland auf einer Linie mit diesen Demonstranten befindet, was man auch an den Kommentaren und Bewertungen hier erkennen kann. Viele Schwule treten auch für ein Verbot solcher Therapien und damit gegen die Selbstbestimmung der Bürger ein und ich wollte denen klar machen, dass sie sich damit mit unserem GG auf Kriegsfuß befinden. Sie sind also nicht besser als Politiker, die die Gleichstellung der Homo-Ehe ablehnen.
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