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Diskriminierung in der Arbeitswelt

DGB macht sich für schwule LKW-Fahrer stark


Beklagt eine "schleichende und verdeckte Alltagsdiskriminierung": DGB-Chef Michael Sommer (Bild: DGB/Simone M. Neumann)

Der Erfolg schwuler Führungskräfte könne als "Persilschein" dafür missbraucht werden, dass die Diskriminierung der weniger Privilegierten weitergehe, warnte DGB-Chef Michael Sommer in einer Grußbotschaft an den Völklinger Kreis.
Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer hat die nach wie vor bestehende Diskriminierung von Homosexuellen in der Arbeitswelt kritisiert: "Es hat Fortschritte gegeben bei der Gleichstellung von und dem Respekt gegenüber Homosexuellen, auch in der Arbeitswelt. Aber es gibt sie immer noch, diese schleichende und verdeckte Alltagsdiskriminierung, dieses Naserümpfen über Menschen, die anders sind", erklärte der DGB-Vorsitzende in einer Grußbotschaft an den Völklinger Kreis (VK).

Der Bundesverband schwuler Führungskräfte hatte am Freitagabend zu seinem Jahresempfang ins Allianz Forum am Pariser Platz in Berlin geladen. Die Veranstaltung mit über 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft stand unter dem Motto "Vielfalt Können – Gemeinsam gegen Homophobie am Arbeitsplatz". Hintergrund sind aktuelle Studien, nach denen über die Hälfte der berufstätigen Lesben und Schwulen in Deutschland aus Angst vor Diskriminierung am Arbeitsplatz ihre Homosexualität verheimlicht.

Sommer erinnert an besondere Verantwortung der Führungskräfte

In seiner Begrüßungsrede kritisierte der Vorsitzende des Völklinger Kreises, Bernd Schachtsiek, die schleppende politische Umsetzung der vom Verfassungsgericht mehrfach eingeforderten Gleichstellung. Er kündigte zudem an: "Der VK wird seine Aufklärungsarbeit zu den Vorteilen von Vielfalt in Betrieben und öffentlichen Verwaltungen auch in der Zukunft fortsetzen und weiter für die Gleichbehandlung im Arbeitsumfeld kämpfen."

In seiner Videobotschaft wies DGB-Chef Sommer auf die Rolle der Gewerkschaften bei der Akzeptanz von LGBT-Menschen hin: "Die, die es geschafft haben in Unternehmen, in Medien, in der Politik, die sich outen können und outen wollen, diejenigen sind sozusagen gleichzeitig der Persilschein dafür, dass die Diskriminierung für die anderen weitergeht. Das wollen Sie nicht. Das will ich nicht. Und deswegen lassen Sie uns offen darüber reden, dass Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung von uns genauso zu bekämpfen ist und zwar im Alltag und in jedem einzelnen Fall, wie Diskriminierung aus rassischen Gründen, aus weltanschaulichen Gründen oder was auch immer."

Zugleich erinnerte der DGB-Vorsitzende die homosexuellen Führungskräfte an ihre besondere Verantwortung: "Sie haben es geschafft. Sie sind Führungskräfte geworden – in einer Welt, die Ihnen nicht immer positiv gesinnt war. Sie sind jetzt diejenigen, die dafür sorgen müssen, dass auch diejenigen von Ihren Erfolgen partizipieren, die nicht in privilegierter Stellung sind. Es gibt eben nicht nur schwule Führungskräfte, sondern es gibt auch schwule Verkäufer oder Lastwagenfahrer. Die sind im Zweifelsfall sehr viel stärker einer alltäglichen Diskriminierung ausgesetzt als wir alle wissen oder wahrhaben wollen." (cw)



#1 -hw-Anonym
  • 30.06.2013, 15:05h
  • " Es gibt eben nicht nur schwule Führungskräfte, sondern es gibt auch schwule Verkäufer oder Lastwagenfahrer. Die sind im Zweifelsfall sehr viel stärker einer alltäglichen Diskriminierung ausgesetzt als wir alle wissen oder wahrhaben wollen."

    Wer doch den sozialen Aufstieg versucht, stößt auf seinem Weg auf zahllose Hindernisse und nicht selten werden ihm von denen, die es bereits geschafft haben, noch zusätzliche Steine in den Weg gelegt.

    www.heise.de/tp/artikel/39/39389/1.html
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#2 timpa354Ehemaliges Profil
  • 30.06.2013, 15:29h
  • Das wurde aber auch Zeit, dass der DGB endlich die Lebensrealität der meisten LGBT in Deutschland zur Kenntnis nimmt und Massnahmen überlegt, wie den Menschen geholfen werden kann, gerade nach den Attacken der CDU.
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#3 Sveni MausAnonym
  • 30.06.2013, 15:30h
  • Sehr guter Hinweis des DGB!
    Inwieweit der selbst über seiner Mitgliedsgewerkschaften oder im eigenen Hause mit dem Thema Vielfalt wäre allerdings auch mal interessant.
    Führungskräfte sollten dies immer im blick halten. So wie Frauen in hohen Positionen nicht einfach nur Frauen begünstigen sollen, sollten Schwule auch auf andere Benachteiligte in ihrem Mitarbeiterkreis achten.
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#4 TheDad
  • 30.06.2013, 16:07h
  • Antwort auf #1 von -hw-
  • Klingt in sich alles ganz hübsch..

    Wer sich aber nicht mit dem "Speach" beschäftigt wird sich nie in den Führungsetagen der DAX-Konzerne etablieren :

    ""Die Initiative ArbeiterKind.de versucht seit 5 Jahren junge Menschen aus sogenannten bildungsfernen Schichten auf ihrem Weg nach oben die Steigbügel zu halten.""..

    Der Begriff "bildungsferne Schichten" ist dazu entwickelt worden um armen Menschen klar zu machen :
    Du bist selbst Schuld an Deiner Misere, denn Du bist in der falschen Familie geboren, Pech gehabt..

    Du hast keine Verbindungen, keine Bindungen, keine Netzwerke, keine Connection´s..

    Schwule schaffen sich schon lange selbst Netzwerke..
    Deren Problem, aber manchmal auch deren Glück :
    Sie schaffen zumeist keine Netzwerke zu anderen (heteronormativen) Netzwerken, denn die schotten sich nach wie vor vehement ab..

    Solche tradierten "Vereine gibt es bei uns zum Glück nicht :

    www.abendblatt.de/hamburg/article592783/Demo-gegen-Treffen-d
    er-Burschenschaft-Germania.html


    "Bildungsferne Schichten" existieren aber nicht aus eigener Tradition heraus..
    Sie werden geschaffen und mit Hilfe solcher Burschenschaften und auch der DAX-Konzerne am Leben erhalten..

    Mann braucht einen Pool aus dem sich die prekären Arbeitsverhältnisse speisen können, und dieser Pool wird konsequent am Leben erhalten..

    Eine Veränderung in der Bildungspolitik wird seit Jahrzehnten gefordert, aber sie wurde nie ernsthaft angegangen oder umgesetzt..

    Spätestens seit 1974 wurde die Diskussion der Lehrstellenknappheit geführt..
    Die geburtenstarken Jahrgänge verschärften dieses real existierende Problem, allein, beseitigt wurde es weder durch die Politik, noch durch die Wirtschaft, die spätestens 1990 einen Facharbeitermangel beklagte, ihn aber durch eigene Anstrengungen nicht beseitigen wollte..

    Mann "importierte" lieber gut ausgebildete indische IT-Spezialisten anstatt selbst welche auszubilden, denn das kostet Geld und schmälert den Profit, den Mann an die Aktionäre als Dividende, und an die Manager als Boni weiterreichen muß..

    Zeitgleich forderte Mann massive Einschnitte in´s ungeliebte Sozialsystem, um auch weiterhin auf eine verarmte Gruppe von Menschen zurückgreifen zu können, die Mann danach als "bildungsferne Schichten" verhöhnen kann..

    Natürlich gibt es schwule Verkäufer und auch Lastwagenfahrer; die gab es schon immer..
    Die sind aber weit weniger der alltäglichen kleinen Diskriminierung ausgesetzt als etwa der Friseur, der Ballettänzer, die Tresenkraft oder gar Krankenpfleger..

    Ein Mittel dieser Misere zu begegnen :
    Freie, kostenlose Bildung..
    Ohne Studiengebühren, mit viel mehr Bafög damit der Stundent während des Studium´s nicht für´s Überleben arbeiten muß..
    Stipendien aus schwulen Netzwerken für LGBT-Studenten..
    Gewerkschaftliche Stipendien vor allem im Bereich Wirtschaft und Soziales..

    Da muß noch viel entwickelt werden..
    Aber bitte keine auf schwul "lackierte" neue Frauenquote..
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#5 AgnostikerbaerAnonym
  • 30.06.2013, 16:08h
  • Da liegen meine Sympathien eindeutig auf Seiten des DGB-Vorsitzenden. Gewerkschaften sind zwar auch nicht mehr das, was sie mal waren: Man denke nur an die aktive Rolle des DGB bei der Einführung von Hartz IV. Jedoch: Wer sich glaubt als (neoliberaler) "Bundesverband schwuler Führungskrädte" inszenieren zu müssen, der kann bei mir keine Sympathiepunkte erlangen.

    Claro, im Kapitalismus - da braucht es "Führungskräfte". Die Menschen würden sonst auch nicht spuren. Und mit der Verschärfung der kapitalistischen Krise wird in der Tränengasdemokratie wieder verstärkt die autoritäre Karte ausgespielt. Auch wenn ich der Auffassung bin, dass der soziale Ort für ein Engagement für eine post-kapitalistische Gesellschaft keine Rolle spielen kann, so sind mir (selbsternannte?) "Führungskräfte" (egal welcher sexuellen Orientierung) doch suspekt. Wer braucht eigentlich Führungskräfte? Und wozu? "Wir wissen selber, was zu tun ist, unser Kopf ist groß genug" (Ton, Steine & Scherben). Und: Der Mensch "will unter sich keinen Sklaven sehn und über sich keinen Herrn" (Bert Brecht).

    Mit der Erwähnung schwuler LKW-Fahrer trifft Michael Sommer - vielleicht unbewusst - ins Schwarze. Die Ikonographie des "Truckers" hat im schwulen Mikrokosmos inzwischen den Mythos des Matrosen abgelöst. Und es ist ja auch etwas dran: Unter den "men having sex with men" sind Lastwagenfahrer international bekanntlich besonders stark vertreten.

    Wer etws Spanisch versteht, hier der Link zu einem Blog ("La marcha del camionero"), den nicht-heterosexuelle LKW-Fahrer nach einem Lastwagenfahrer-Streik in Spanien (die hatten etwas gegen ihre "Führungskräfte") eingerichtet haben:

    www.lamarchadelcamionero.blogspot.com

    Und noch drei Videos aus dem mexikanischen Lastwagenfahrerleben:

    www.youtube.com/watch?v=bxJEGBhaD8w

    www.youtube.com/watch?v=wEm5Qaipt6Q

    www.youtube.com/watch?v=1y5LZ4qTbPs
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#6 assiprollAnonym
  • 30.06.2013, 16:34h
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Der gewünschte Habitus wird in den Chefetagen der deutschen Großunternehmen an vier zentralen Persönlichkeitsmerkmalen festgemacht:

    Man sollte eine intime Kenntnis der Dress- und Benimmcodes aufweisen, weil dies aus Sicht der Entscheider anzeigt, ob der Kandidat die geschriebenen und vor allem die ungeschriebenen Regeln und Gesetze in den Chefetagen der Wirtschaft kenne und auch zu beherzigen gewillt sei.

    Eine breite Allgemeinbildung sei erwünscht, weil sie als ein klares Indiz für den berühmten und als unbedingt notwendig erachteten Blick über den Tellerrand angesehen werde.

    Notwendig sei auch eine breite unternehmerische Einstellung und der damit als notwendig erachteten optimistischen Lebenseinstellung.

    Persönliche Souveränität in Auftreten und Verhalten als wichtigstes Element schließlich zeichne in den Augen der Verantwortlichen all diejenigen aus, die für Führungsaufgaben dieser Größenordnung geeignet seien.

    Solche habituellen Persönlichkeitsmerkmale werden in erster Linie von dem Milieu vermittelt, in dem man aufgewachsen ist, und sind nicht durch fachliche persönliche Leistung zu erwerben.

    de.wikipedia.org/wiki/Michael_Hartmann_(Soziologe)#Forschung
    en
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#7 FDP-IngoAnonym
  • 30.06.2013, 16:48h
  • Beruflichen Erfolg gibt es nur mit zäher Arbeit - bei Schwulen und bei Heteros!
    Wer seine Zeit schon in früheren Jahren mit Sex verplempert, muss sich nicht wundern, wenn er beruflich der letzte Arsch bleibt. Dann bleibt ihm nur noch Hartz IV oder der Eintritt in eine linke Partei, wo er dann mit anderen Loosern über die "Ausbeuter" jammern kann...
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#8 momoAnonym
  • 30.06.2013, 16:51h
  • Antwort auf #6 von assiproll
  • wie kann man sich nur so negativ über den Bundesverband schwuler Führungskräfte äußern ?
    Gerade die schwulen Führungskräfte sorgen doch dafür, dass schwule Arbeitnehmer bessere Chancen haben in den Job einzusteigen und ungestört Karriere zu machen. Gerade sie sorgen doch dafür, dass Intoleranz und Mobbing der hetero-Kollegen keine Chance haben. Dafür sollten wir ihnen dankbar sein.
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#9 assiprollAnonym
#10 anomeAnonym
  • 30.06.2013, 18:24h
  • Antwort auf #7 von FDP-Ingo
  • Da hast du absolut recht. Immer wird in unserer deutschen Neidgesellschaft auf die "Reichen" geschimpft. Dabei sind sie es, die in unserer Gesellschaft die größte Leistung erbringen, unsere Wirtschaft stark machen und mit ihren hohen Steuerzahlungen den Sozialstaat überhaupt erst ermöglichen.
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