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Die Organisatoren sehen die CSD-Parade als Teil der neuen Protestbewegung in der Türkei (Bild: LGBT Istanbul)

Zehntausende Menschen protestierten in der größten türkischen Stadt für mehr Toleranz und gegen die immer autoritärer auftretende Regierung in Ankara.

Am Sonntag haben laut Medienberichten mindestens 20.000 Menschen beim CSD in Istanbul teilgenommen – und damit weit mehr als in den vergangenen Jahren. Die Pride-Parade ist die größte Demonstration, seitdem die Polizei die Proteste am Gezi-Park gegen die autoritäre Erdogan-Regierung mit Gewalt beendet hat. An der Demo nahmen neben LGBT-Aktivisten auch viele Heterosexuelle teil, die sich zuvor an den Gezi-Protesten beteiligt hatten. Es gab keinerlei Berichte von Ausschreitungen.

Die Organisatoren von LGBT Istanbul forderten die Erdogan-Regierung auf, Homosexuelle anzuerkennen und gegen homophobe Übergriffe zu schützen. In einer Pressemitteilung erklärten sie, dass sie sich als ein Teil der türkischen Widerstandsbewegung sehen: "Zusammen mit dem Protest des Gezi-Park, der die gesamte Türkei erfasst hat, schreien wir unsere Forderung heraus nach einer Welt, die nicht homophob, transphob und sexistisch ist. Zusammen stehen wir gegen die Angriffe der Regierung auf Homosexuelle und Transmenschen und fordern ein Recht auf Leben, Arbeit und Unterkunft."

Youtube | Video- und Bildereindrücke vom CSD in Istanbul

EU: Türkei verfolgt LGBT

In der Türkei ist Homosexualität zwar bereits seit 1858 legal – und damit mehr als 100 Jahre länger als in Deutschland. Allerdings beklagen Homo-Organisationen systematische Diskriminierung von Homosexuellen durch Staat und Gesellschaft. Die Europäische Union kritisierte in ihrem Fortschrittsbericht 2012 "die regelmäßige Verfolgung von LGBT" im Land (queer.de berichtete).

In der Kritik steht insbesondere Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Der islamisch-konservative Politiker hatte vor seinem Amtsantritt 2003 Homosexuellen einen besseren Antidiskriminierungsschutz versprochen, allerdings bislang keine derartigen Gesetzesinitiativen gestartet. Zuletzt gab er den Hardliner und erklärte, Homosexualität widerspreche der "Kultur des Islam" (queer.de berichtete).

An der Demonstration nahmen auch deutsche Politiker teil, darunter der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck und der Berliner Linkspartei-Abgeordnete Hakan Taş. Auch mehrere türkische Abgeordnete der Republikanischen Volkspartei (CHP) marschierten bei der Parade mit. Die größte türkische Oppositionspartei hat erst vor wenigen Wochen ein Antidiskriminierungsgesetz ins Parlament eingebracht, scheiterte aber am Widerstand aus Erdogans AKP. (dk)

Youtube | Rede von Volker Beck beim Istanbul Pride


Petition gegen "Propaganda"-Gesetz in Moldawien

Der CSD Stuttgart hat gemeinsam mit der MCC-Kirche Stuttgart eine Petition gegen ein Verbot von Homo-"Propaganda" in Moldawien gestartet.
Hamburg: Weitere homo- und transphobe Übergriffe

In der Hansestadt erschüttern mehrere Gewalt-Attacken die Szene: Eine Transfrau und zwei heterosexuelle Männer, die offenbar für schwul gehalten wurden, sind Opfer brutaler Schläger geworden.
Merkel, Putin und Mugabe beim Hamburg Pride

Zwischenfall beim Hamburg Pride am Samstag: Bekannte Politiker aus dem In- und Ausland blockierten den Start der CSD-Parade in der Langen Reihe.
#1 SebiAnonym
  • 01.07.2013, 16:45h
  • "An der Demonstration nahmen auch deutsche Politiker teil, darunter Grünenchefin Claudia Roth, der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck und der Berliner Linkspartei-Abgeordnete Hakan Ta."

    Ich bin froh, dass es mit Grünen und Linkspartei auch Parteien gibt, die nicht nur reden, sondern auch handeln. Auch dort, wo es keine Wählerstimmen für sie gibt.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 01.07.2013, 17:25h
  • Sehr gut, daß es soviele Teilnehmer geworden sind und der LGBT-Community kann es nur dann besser gehen, wenn Erdoan endlich die Biege macht. Nur stellt sich hierbei die Frage: warum war eigentlich von der SPD niemand bei der Parade mit dabei? Es wäre schöner gewesen, wenn statt dem wieder so umtriebigen Herrn Volker Beck mal Frau Höll und Herr Kahrs mitmarschiert wären!
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 alfiAnonym
  • 01.07.2013, 17:47h
  • Auch eine Berliner SPD-Bundestagsbgeordnete (Rawert) hat an der Demonstration teilgenommen.
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#5 VolkerHeckAnonym
  • 01.07.2013, 17:59h
  • Antwort auf #3 von FoXXXyness
  • Nachdem heute das schwulenfeindliche Kroatien in die EU aufgenommen wurde, in Kürze auch der homophobe Staat Serbien, fehlt uns jetzt noch die Türkei zu unserem Glück. Diese Staaten werden, zusammen mit den homophoben östlichen Ländern, demnächst die Mehrheit in der EU stellen.
    Das bedeutet für Schwule: Schluß mit lustig!
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#6 alexander
#7 daVinci6667
  • 01.07.2013, 18:24h
  • Antwort auf #5 von VolkerHeck

  • Das schreibe ich hier schon lange. Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein wollen alle nicht in euren Club. UK ist wieder mal auf dem Absprung.

    Kroatien, Serbien und die Türkei ist leider noch längst nicht alles! Es werden noch viel mehr homophobe Staaten folgen:

    Moldawien, Bosnien, Montenegro, Mazedonien, Kosovo, Albanien, Ukraine, Weissrussland und irgendwann auch Russland selbst.

    Das kommt nicht gut, leider!
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#8 -hw-Anonym
  • 01.07.2013, 18:40h
  • Yourtçu, Maçka, Abbasaa gibi parklarda Gezi Park ile ilgili forumlara katlanlar da toplu halde yürüyüe gitme karar ald.

    Geçen yl 20.000 kiinin katld yürüyüe bu yl

    -Alman Yeiller Partisi Federal Meclis Milletvekili Volker Beck,

    -Die Linke Berlin Eyalet Meclisi Üyesi Hakan Ta,

    -Federal Mecliste Sosyal Demokrat Parti Milletvekili Mechthild Rawert,

    -Sosyal Demokrat Parti Eyalet Meclisi Üyesi Erol Özkaraca ve

    -Die Linkeden Federal Milletvekili Andre Hunko gibi isimler katlacak.

    80i akn ülke ile 6 ktaya uluslararas dayanma çarsnn yapld yürüyüe Türkiyeden de Melda Onur, Binnaz Toprak, Srr Süreyya Önder, Sabahat Tuncel, Gültan Kanak, Sezgin Tanrkulu gibi isimlerle çok sayda sanatçnn katlmas bekleniyor.

    www.facebook.com/pages/Istanbul-LGBT-Onur-Haftas%C4%B1-Istan
    bul-LGBT-Pride-Week/160223430771945
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#9 timpa354Ehemaliges Profil
  • 01.07.2013, 18:46h
  • Antwort auf #7 von daVinci6667
  • Irgendwie klingt das nach der Farce, die mit dem EUROPEAN SONG CONTEST stattfindet. Man will es nicht mehr sehen, weil alles so offensichtlich ein abgekartertes Spiel ist. Noch mehr Ostländer und das gleiche geschieht mit der EU.
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