Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 03.07.2013           31      Teilen:   |

Schrillere Töne

US-Homohasser bewundern Russland

Artikelbild
Amerikanische Homo-Hasser sind davon überzeugt, dass Schwule und Lesben das heterosexuelle Amerika mit Gehirnwäsche gefügig machen wollen (Bild: CBN Screenshot)

Homo-Propaganda, darin sind sich viele evangelikale und katholische Aktivisten einig, ist Schuld am Verfall der Sitten. Daher sehen sie plötzlich im einstigen amerikanischen Erzfeind ein Vorbild.

Von Dennis Klein

"Man muss einige Sachen bewundern, die in Russland gegen Homo-Propaganda unternommen werden", sagte Austin Ruse, der Chef des Catholic Family and Human Rights Institute. Leider, so Ruse weiter, sei der Maulkorb für Homo-Aktivisten ja in den USA undenkbar, aber Russland habe mit seiner Homo-Politik die Unterstützung vieler amerikanischer Nichtregierungsorganisationen.

Auch Peter LaBarbera von der Gruppe "Americans for Truth About Homosexuality" lobt Russland plötzlich in den höchsten Tönen: "Die Russen wollen nicht Amerikas gefährlicher und dekadenter Verherrlichung von Geschlechtsverwirrung, sexueller Perversion und antibiblischer Ideologien folgen".

Fortsetzung nach Anzeige


Putin ist der neue Reagan

Wladimir ist der neue feuchte Traum von Homo-Hassern aus Amerika
Wladimir ist der neue feuchte Traum von Homo-Hassern aus Amerika

Die aus Illinois stammende Gruppe "World Congress of Families" will zu Ehren Russlands sogar seine nächstes Treffen im Moskauer Kreml abhalten. Bei den letzten Zusammenkünften in Amsterdam, London und Sydney, an denen jeweils mehrere tausend Aktivisten teilgenommen hatten, musste die Organisation noch viel Kritik von lokalen Politikern einstecken. Diese Gefahr besteht in Russland nicht.

Es scheint überraschend, wie schnell die amerikanische Rechte Russland als Vorbild sieht und Putin in eine Reihe mit Ronald Reagan stellt. Bis Anfang der 90er Jahre galt das Land als "Reich des Bösen", danach nach China als größter wirtschaftlicher Konkurrent auf der Weltbühne. Seit Putins Abgeordnete gegen Homosexuelle vorgehen, bewundern religiös-konservative Aktivisten das Land, das Sarah Palin einst von ihrem Balkon aus beobachtet haben will.

Die amerikanische Rechte übernimmt auch die Argumente aus Russland: So beklagte vergangene Woche etwa der größte christliche Fernsehsender CBN, dessen Programme in Deutschland auf Bibel TV ausgestrahlt werden, dass Homo-Aktivisten Propagandamethoden anwenden, "die den Gehirnwäsche-Methoden von Mao Tse-tung im kommunistischen China sehr ähnlich sind". Das Ziel der bösen Homos sei es demnach, "Heterosexuelle zu desensibilisieren". Mit einer "Flutwelle von homosexuellen Themen" im Fernsehen werde versucht, armen Heterosexuellen Homosexualität als "trojanisches Pferd" unterzuschieben.

Ein christlicher Aktivist beklagt sich in dem Beitrag: "Plötzlich sind Menschen, die sich homosexuell verhalten, also Unzucht begehen, Opfer. Das ist verrückt". Würde die Sendung nicht von Millionen Amerikanern ernst genommen, wäre sie eine wunderbare Satire.

Youtube | Das Christian Broadcasting Network berichtet, dass Schwule und Lesben an Heterosexuellen Gehirnwäsche betreiben

Kampf gegen "Homo-Faschisten"

Michele Bachmann und ihr Ehemann Marcus (links) betreiben seit Jahren einen Kreuzzug gegen Homosexuelle
Michele Bachmann und ihr Ehemann Marcus (links) betreiben seit Jahren einen Kreuzzug gegen Homosexuelle

Die Opferrolle wollen die Homo-Hasser nun selbst übernehmen. Seit der Entscheidung des Supreme Courts, der am vergangenen Mittwoch Homo-Rechte gestärkt hat, warnen die Fundamentalisten davor, dass sie bald unterdrückt werden würden: "Das Urteil warnt zukünftige Christen, dass sie die Wahl haben: Entweder halten sie ihren Mund oder sie werden nicht nur zum gesellschaftlichen Außenseiter, sondern müssen empfindliche Geldstrafe oder Gefängnis befürchten", so Janice Crouse von den "Concerned Women for America", eine in den 70er Jahren von einer Pfarrersgattin gegründete Hassgruppe.

Auch Nazi-Vergleiche werden angestellt, insbesondere wenn Schwule und Lesben vom Catholic Family and Human Rights Institute oder der American Family Association als "Homo-Faschisten" diffamiert werden. Amerikanische Christen, so die Botschaft, werden gegenwärtig so verfolgt wie einst europäische Juden.

Ironischerweise versuchen die kalten Hetero-Krieger auch, die Strategien der Homo-Bewegung zu kopieren. So will das Family Research Council, einer der größten derartigen Gruppen, am 31. Juli den "Ex-Gay Pride" feiern. Weil Schwule und Lesben als "geschützte Klasse" anerkannt werden würden, sollten auch "geheilte" Homosexuelle diesen Status erhalten, meinen die Aktivisten. Sie planen eine große Gala in Washington D.C. mit den homofeindlichsten Kongressabgeordneten, Tim Huelskamp aus Kansas und Michele Bachmann aus Minnesota.

Von Fakten oder aktuellen Entwicklungen lassen sich die Eiferer dabei nicht aufhalten. Denn es ist noch nicht einmal zwei Wochen her, dass die größte Homoheiler-Organisation ihre Auflösung bekannt gegeben hat (queer.de berichtete). Der Vorsitzende entschuldigte sich sogar dafür, Homo-Heilung betrieben zu haben und erklärte, dass sich die sexuelle Orientierung nicht wie die Frisur verändern lasse. Das Family Research Council hält aber auch das nur für "Propaganda".

Youtube | Fernsehprediger: Die Homo-Ehe zerstört Amerika und die Welt
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 31 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 80             6     
Service: | pdf | mailen
Tags: cbn, usa, michele bachmann, catholic family and human rights institute, american family association, homo-heiler, russland, wladimir putin
Schwerpunkte:
 Homo-Ehe in den USA
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "US-Homohasser bewundern Russland"


 31 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
03.07.2013
14:51:25


(-20, 20 Votes)

Von Pelayo


Verfall der Sitten? Könnte es sein, dass etwas dran ist?

Link zu www.zeit.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
03.07.2013
15:11:11


(+9, 11 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von Pelayo


Da ist sicher was dran, wenn man den Klerus machen lässt:

Link zu www.spiegel.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
03.07.2013
15:22:11


(-14, 16 Votes)

Von Aus Bad Homburg


Es ist schon mehr als nur bemerkenswert, daß der Heilige Vater bis heute absolut nichts (positives) über die neuesten homophoben Tendenzen in Rußland gesagt hat - anders als z.B. über die Proteste gegen die Homo-Ehe in Frankreich. Ein Zufall, "Versehen" ? Nicht im Vatikan, wo alles bis zu kleinsten Details gut bedacht und organisiert ist. Manchmal ist schon das Schweigen allein eine klare Botschaft.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
03.07.2013
15:25:50


(+8, 8 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Na dann, auf nach Russland husch,husch!!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
03.07.2013
15:53:00


(+7, 7 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar


[Auch Nazi-Vergleiche werden angestellt, insbesondere wenn Schwule und Lesben vom Catholic Family and Human Rights Institute oder der American Family Association als "Homo-Faschisten" diffamiert werden. Amerikanische Christen, so die Botschaft, werden gegenwärtig so verfolgt wie einst europäische Juden.]

"IST DAS JETZT "WUNSCHDENKEN"??? (wenn, dann von wem?)

"ach könnte det schön sein, ein häuschen mit garten, im lieblichen moskau, bei mütterchen russland..........."???

die infamie und rotzigkeit "alles und jeden" für ihren miesen feldzug gegen uns zu missbrauchen, müsste langsam als straftatbestand gelten, denn die abgründe, die damit zusammenhängen, alle zu ergründen, würde uns in jeder beziehung überfordern!!!
wir würden uns wundern, was diese "ENGAGIERTEN MENSCHENFREUNDE", alles mit uns anstellen würden, wenn sie könnten wie sie wollten?
wir verteufeln das mittelalter und seine inquisition und alles was damit zusammenhängt!
offenbar sind wir in einigen, vielen gehirnen, immer noch nicht weiter? ich frage mich langsam, welche "menschliche ordnung" es schaffen könnte, diese "absolut bösartigen mutanten" endlich zur ordnung zu zwingen?
wielange noch wollen wir uns dreck bewerfen lassen, ohne dagegen vorgehen zu können???
obwohl jeder anständige, denkende bürger genau weiss, dass diese schmutzigen anwürfe lediglich die HIRNGESPINSTE von FANATIKERN sind?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
03.07.2013
15:57:22
Via Handy


(-9, 13 Votes)

Von Medman
Antwort zu Kommentar #1 von Pelayo


Verfall der Sitten finde ich dann doch übertrieben. Dass eine politische Demonstration anders ausschauen sollte ist allerdings für mich auch außer Frage. Wenn also die Schwulen Sportvereine, Chöre, Wandergruppen, Selbsthilfegruppen, Aidshilfen... Demonstrieren und zum Teil immer noch um die Aufnahme in dir althergebrachten Verbände kämpfen müssen, dann ist das politisch und SEHR WICHTIG.

Was bei so einer Veranstaltung allerdings die Zurschaustellung von Fetischvorlieben zu suchen hat, habe ich nie verstanden. Oder kennt jemand einen Hetero-Fetischverein, der so auf die Straße geht?

Der größte Vorwurf in diesem Zusammenhang ist aber der Presse zu machen, die den politischen Teil der Demo weglässt und lediglich den Fetisch zeigt. Denn jedem wird klar sein, dass man auf diesem Weg nur Kopfschütteln auslöst und sonst (im besten Falle) nichts.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
03.07.2013
16:08:16


(+3, 7 Votes)
 
#8
03.07.2013
16:40:42


(+2, 4 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Medman


[Oder kennt jemand einen Hetero-Fetischverein, der so auf die Straße geht?]
ja in berlin gab es vor ein paar jahren eine alljährliche "fetischparade", nur lack und leder, die überwiegend heterosexuell dominiert war.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
03.07.2013
16:43:42


(+5, 5 Votes)

Von XYZ1


War mir klar, dass das solche Arschkriecher sind. Auf auf, Koffer packen und ab nach Russland mit Euch ^^


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
03.07.2013
17:05:03


(+5, 5 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #6 von Medman


>"Was bei so einer Veranstaltung allerdings die Zurschaustellung von Fetischvorlieben zu suchen hat, habe ich nie verstanden."

die vielen schwulen lederclubs sind seit jahrzehnten ein wichtiger teil der sozialen netzwerke der bewegung (u.a. hat sich ein teil der aidshilfen aus dieser subkultur heraus entwickelt) und haben selbstverständlich das selbe recht, beim csd mitzulaufen wie ein schwuler chor oder eine wandergruppe. dass sie dabei ihre "tracht" tragen und sich also als das sichtbar machen, was sie vertreten, das versteht sich für mich von selbst.

der csd war auch nie ausschließlich als bürgerrechtsdemonstration für schwule und lesben definiert, auch wenn das heute gern so dargestellt wird. wer das trotzdem behauptet, der klammert damit einen nicht unwichtigen teil der csd-geschichte aus. das ist nämlich auch eine veranstaltung für andere "sexuelle minderheiten", um dieses etwas unschöne wort einmal zu verwenden. es geht dabei um die idee einer gesellschaft, in der jede_r seine_ihre art von sexualität entdecken und ohne beengende tabus entwickeln kann. hierzu gehören nicht nur schwuler oder lesbischer blümchensex, sondern auch bdsm und fetische. die darf und muss man zu diesem zweck auch sichtbar machen. für viele teilnehmer_innen, und auch für mich, ist diese idee mindestens so wichtig wie die bürgerrechtsforderungen, die für andere die hauptmotivation sind.

ich finde nicht, dass ich irgendwem gegenüber rechtfertigen muss, was ich beim csd anziehe. ich verfolge damit nicht nur mein persönliches ding, sondern sehe mich auch als eine art aufklärer im weitesten sinne. das klingt vielleicht ein bisschen hochgestochen, ist aber ernst gemeint. bei bdsm und fetischen geht es immer noch darum, für beides schlicht und einfach sichtbarkeit herzustellen, so wie es für homosexualität vor einigen jahren auch noch notwendig war. und wie bei homosexualität geht das nicht, ohne dass sich dabei irgendjemand "provoziert" oder abgestoßen fühlt.

verschiedene im weitesten sinne politische ideen stehen auf dem csd nebeneinander, und das ist gut so. es hat niemand das recht, anderen teilnehmer_innen seine eigene prioritätensetzung vorzuschreiben.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234  vor »


 POLITIK - INTERNATIONAL

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Gayromeo-Räuber "Marcus" festgenommen Magdeburg: Einstimmiger Beschluss für Hirschfeld-Gedenktafel "Tapetenwechsel 2.0" im Schwulen Museum* Studie: Intimrasur erhöht Krankheitsrisiko
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt