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  • 05.07.2013           31      Teilen:   |

Staatsschutz ermittelt

Homophobe Drohbriefe gegen Farid Müller

Artikelbild
"Weg mit der Schwuchtel scheissse!!!!" Diesen Brief bekam Farid Müller erst vor wenigen Wochen

Der schwule Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete der Grünen bekommt seit Jahren Hassbriefe. Nun hat er die Polizei eingeschaltet.

"Dir alten schwulen Drecksau sollten sie mal die geilen Eier abschneiden." Es war nicht das erste Mal, dass Farid Müller einen schwulenfeindlichen Brief in seinem Poststapel fand. "Ich habe im Laufe der vergangenen Jahre bestimmt 20 solcher Briefe bekommen, alle anonym", erklärte der schwule Abgeordnete der Grünen in der Hamburger Bürgerschaft gegenüber der "Hamburger Morgenpost". Doch Mitte Mai platzte ihm der Kragen und er machte den Drohbrief auf seiner Facebook-Seite mit über 500 Fans öffentlich.

Einer der Gründe: "Jetzt war tatsächlich mal der Absender genannt", schrieb Farid Müller damals auf Facebook. "Als Anlagen erhielt ich diverse andere Beschimpfungen, die auf einen rechtsextremen Hintergrund deuten." Der 51-jährige Grünen-Politiker schaltete den Staatsschutz, der seitdem ermittelt – auch nach anderthalb Monaten jedoch noch ohne Ergebnisse. Nun griff mit der "Mopo" eine lokale Tageszeitung das Thema auf.

Fortsetzung nach Anzeige


"Einsperren und zwar für IMMER !!!!!"

Farid Müller ist seit 1997 ist  Mitglied der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg
Farid Müller ist seit 1997 ist Mitglied der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg

Der jüngste Brief, der auf einer Schreibmaschine geschrieben wurde und in dem es vor Rechtschreibfehlern geradezu wimmelt, enthielt weitere Bedrohungen: "Ihr seid außerdem Kinderficker und Verderber. Einsperren und zwar für IMMER !!!!!", fordert der bislang nicht identifizierte Absender in dem Pamphlet. Und: "Fahre mal nach MOSK U und lAAS Dir Deine geile Fresse polieren. Weg mit dem BECK, der fährt bestimmt nicht mehr dorthin." Hintergrund: Beim CSD Moskau im Jahr 2007 war der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck erst von Homo-Gegnern verletzt und dann von der Polizei festgenommen worden.

"Man ja nie weiß, ob aus den Worten nicht irgendwann auch mal Taten werden", begründete Müller, warum er die Polizei eingeschaltet hat. Auf Facebook erhielt er dafür einhellige Unterstützung. "Leider muss man auf sowas wohl wirklich juristisch reagieren, in letzter Zeit scheint das Klima wieder rauer zu werden, nicht nur in Frankreich", schrieb ein Kommentator. "Wenn Hass pathologisch ist, nützt nur noch klare Abgrenzung und Selbstschutz", meinte ein anderer User.

Trotz aller gesellschaftlichen Fortschritte sei Homophobie noch immer weit verbreitet, erklärte Farid Müller gegenüber der "Hamburger Morgenpost": "In der Hafenwirtschaft etwa ist es fast unmöglich, sich als homosexuell zu outen. Auch in den oberen Bank-Etagen ist das tabu." Die Grundlagen für den Hass, der im Extremfall zu brutalen Folter-Drohungen wie in den Briefen führe, würden schon auf den Schulhöfen gelegt. "Zwar ist die Gesellschaft liberaler geworden", so Müller, "aber die Akzeptanz unter Jugendlichen zu fördern, das ist noch eine Riesen-Aufgabe, nicht nur für Lehrer." (cw)

Links zum Thema:
» Facebook-Page von Farid Müller
» Homepage von Farid Müller
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Tags: farid müller, drohbriefe, hassbriefe, staatsschutz
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Reaktionen zu "Homophobe Drohbriefe gegen Farid Müller"


 31 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
05.07.2013
09:28:58


(+11, 11 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Mit der Duldung homophober Aeusserungen muss Schluss sein.
Die Einschaltung von Polizei und Oeffentlichkeit (Facebook, Morgenpost, etc.) um dem selber dreckigen Schreiberling das Handwerk zu legen.

Tun wir nichts, geht das Drohspiel nur immer weiter, wie die Beispiele in Frankreich gezeigt haben.

Erst wenn die deutsche Regierung die Ehe oeffnet wird ebenso allmaehlich Schluss sein mit Diskriminierung wie hier in Frankreich.

Im uebrigen ist fuer mich der Schreiber eine total verklemmte Schrankschwester, die keinen mehr hoch bekommtund mit Sicherheit christlich angehaucht


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#2
05.07.2013
09:59:09


(+11, 11 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Gut, dass Farid Müller diese Hass-Drohungen öffentlich macht. Hier geht es nicht um belanglose Sticheleien, sondern um schwere Diskriminierungen, die zum Straftatbestand führen.

Da ist die Gesetzgebung gefordert, um Abhilfe zu schaffen.

Letztendlich kommen diese Diffamierungen von Menschen mit niedrigem Bildungsstand, die selbst in extremen Konfliktsituationen leben und natürlich von Religionen, die die Diskriminierung seit je her einfordern, um damit friedliche Menschengruppen, die nichts verbrochen haben, kriminalisieren zu können.

Auch in Sachen Pädagogik ist noch viel Aufklärung zu leisten; bundesweit, europaweit, weltweit


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#3
05.07.2013
10:01:58


(+4, 8 Votes)

Von Klärchen


Arabisch und schwul ist sicher auch in Deutschland nicht einfach.


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#4
05.07.2013
10:10:06


(+9, 9 Votes)

Von Robin


Hätte er schon viel eher machen sollen...

Solche homophoben Gestörten sind tickende Zeitbomden, die man kaltstellen muss, bevor sie explodieren.


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#5
05.07.2013
11:13:21


(+10, 10 Votes)

Von Burkhard Krause


Ich finde es sehr wichtig, diese Dinge (Hassmails ua.) öffentlich zu machen und zwar permanent und breit. Wir sollten uns nicht davor fürchten, daß Abwertung, Spott und Haß über uns ausgegossen werden. Dinge , die uns in unserem Innersten berühren unter den Teppich zu kehren bringt gar nichts. Die sogenannte aufgeklärte Gesellschaft sollte ruhig wissen in welchem Zustand sie sich wirklich befindet. Solange sogar Volksvertreter wie Frau Steinbach damit prahlen können daß sie hinter vorgehaltener Hand zu ihrem homorepressiven Verhalten von den feigen Heckenschützen im Parlament ermuntert werden, sollten wir uns keinen Illusionen hingeben. Die Gesellschaft sollte durchaus sehen wie der Humus aussieht, aus dem heraus sie ihre Entscheidungen uns gegenüber legitimiert.


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#6
05.07.2013
11:23:13


(+9, 9 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von sanscapote


Sehe ich genauso.

Es darf für Rechte keine rechtsfreien Räume geben. Das gilt für anonyme Drohbriefe und für homophobe 'Kulturjournalisten'.

Was die Drohbriefe betrifft, können die jüdischen Gemeinden hierzulande auch auf eine lange traurige Erfahrung zurückblicken.

Auch da gilt: Anzeigen und öffentlich machen. Sich nicht in ein ängstliches Schneckenhaus zurückziehen.


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#7
05.07.2013
11:33:49


(+7, 11 Votes)
 
#8
05.07.2013
11:59:59


(+6, 6 Votes)

Von Marek


Die Polizei muss alles daran setzen, die Urheber solcher Drohbriefe zu finden und dann muss denen mit entsprechenden Strafen klar gemacht werden, dass das nicht toleriert wird und dass SIE der Abschaum sind und nicht die anderen.

Das sind so Leute, die andere Schuldige suchen um sie für ihr eigenes verkorkstes Leben verantwortlich zu machen. Aber das MUSS beendet werden. Mit aller Kraft...


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#9
05.07.2013
12:01:39


(+6, 6 Votes)

Von Fennek


Diese feigen Loser haben nur unter dem Deckmantel der Anonymität ein großes Maul. Das sind so arme Würstchen, die sonst nichts zu sagen haben im Leben...

Dennoch sind die natürlich brandgefährlich und müssen gestoppt werden!


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#10
05.07.2013
12:20:19


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Hoffentlich wird der anonyme Schmierfink so bald wie möglich gefunden und wandert hinter Gitter!!!


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