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  • 06.07.2013               Teilen:   |

Künftiger König liebt Ausgestoßenen

Der Gespiele des Kriegerprinzen

Artikelbild
Ausschnitt aus dem Cover: Zwei Alphatiere kämpfen um Macht und Liebe

C. Dewis erster Roman "Staub und Stolz" bietet eine Riesenportion Fantasy mit einem gerüttelt Maß an schwuler Erotik.

Von Frank Hebenstreit

C. Dewis Roman "Staub und Stolz" ist die zweite große Veröffentlichung des Incubus Verlags, wieder eine Gay-Fantasy-Story. Mit seinen 624 Seiten steht dieses Buch dem "Zenjanischen Lotus" von Raik Thorstadt (queer.de rezensierte) nicht nur in Nichts nach, sondern legt sogar noch um die 70 Seiten drauf. Erneut ein fesselnder Roman, der mich nicht losgelassen hat, bis ich das Ende erreicht habe, welches ich, soviel sei direkt gesagt, nicht verraten werde.

Die Autorin nimmt uns mit in eine mittelalterlich anmutende, archaisch strukturierte Welt. Ein Mann aus dem Süden vom Volk der Forlán wird verstoßen. Mit einer Zeremonie wird ihm sein Name genommen, so dass auch er selbst sich nicht daran erinnern kann. Fortan wird jeder seines Volkes ihn nicht mehr sehen, selbst wenn er ihm gegenüber stehen würde. Bei seinen folgenden Reisen wurde er, um ansprechbar zu sein, mit dem Namen seines Volkes gerufen.

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Ein Strudel aus Gewalt und unterdrückter Anziehung

Verwirrendes Coverfoto: Beide Männer entsprechen nicht wirklich dem geschilderten Aussehen der Hauptdarsteller
Verwirrendes Coverfoto: Beide Männer entsprechen nicht wirklich dem geschilderten Aussehen der Hauptdarsteller

Nach einer Odyssee landet Forlán bei den Nordländern am Hofe des Kriegerprinzen Iain. Er wird zu dessen Leibwächter und damit recht bald zu einem Teil seines Lebens. Die nun folgende Entwicklung kann man nicht besser beschreiben, als es der Verlag selbst tut: Forlán gerät "in einen Strudel aus Gewalt und unterdrückter Anziehung. Zwischen den Männern entspinnt sich ein gefährliches Katz- und Mausspiel, bei dem es augenscheinlich nur Verlierer geben kann – denn Iains Weg als König ist vorgezeichnet. An seiner Seite ist kein Platz für einen Mann, der mehr als ein heimlicher Gespiele ist."

Eine ganze Zeit lang begleitet man das Katz- und Mausspiel, das beide Männer perfide betreiben. Immer näher kommen sie sich, so dass Iain den attraktiven Südländer zu seinem Vertrauten macht. Dieser akzeptiert das zwar, hat aber keinesfalls die Absicht, selbst als Gespiele in den Kissen des Prinzen zu landen. Ob dieser Ablehnung leistet Iain sogar einen Schwur, dass er niemals gegen Forláns Willen Hand an ihn legen werde und niemals etwas tun werde, was Forlán nicht will. Der aufmerksame Leser erkennt es in der Formel, wenn er denn will, wird er alles tun. Das, soviel sei verraten, tut er dann auch irgendwann und zwar rrrrichtig…

"Staub und Stolz" ist ein durch und durch markant männliches Buch. Im Umgang miteinander sind beide Männer ruppig und gnadenlos, aber auch sanft, zärtlich und im wahrsten Sinne des Wortes liebevoll. Sie schenken sich aber nichts – und wenn einem ordentlichen Fick zwischendrin mal eine Schlägerei vorausgehen muss, dann ist das eben so.

Die Autorin nimmt kein Blatt vor die Tastatur

Der Roman von hinten: Blutiger Dolch in Männerhand
Der Roman von hinten: Blutiger Dolch in Männerhand

C. Dewi nimmt dankenswerter kein Blatt vor die Tastatur. Sie beschreibt ihre beiden Hauptdarsteller klar und prägnant. Beide bieten durch die deutliche Sprache und die klar beschriebenen Bilder ihr jeweiliges Wesen und ihren Körper dar, ohne dass man als Leser das Gefühl hat, ein Voyeur zu sein. Wenn Iain mit Hand und Auge die in die Haut gebrachten Zeichen auf Forláns Rücken nachzieht, so nimmt das den Leser genau so gefangen wie die Momente, in denen beide um die Vormachtstellung in ihrer Beziehung ringen. Nachgeben ist ihre Sache nicht, hier haben sich nun einmal zwei Alpha-Tiere gefunden. Damit müssen sie nun klarkommen, wenn sie denn zusammenbleiben wollen.

Wollen reicht allerdings manchmal nicht aus, so dass eine Trennung unausweichlich ist. Es gibt aber ein nicht nur körperliches und durchaus erfreuliches Wiedersehen. Das tatsächliche Ende hat mich dann tief bewegt und beeindruckt, aber in gewisser Weise auch entsetzt. Mehr wird nicht verraten.

Die weiteren Charaktere neben Forlán und Iain sind mit ebenso viel Liebe zum Detail erdacht und ausgestattet. Schnell sind einem die Beteiligten vertraut, und auch neue Charaktere werden so klar und unkompliziert eingeführt, dass man bald das Gefühl längerer Verbundenheit aufbaut. C. Dewis Roman versinkt zudem nicht in Belanglosigkeiten, sondern holt den Leser immer wieder ab, nimmt ihn mit auf die Reise. Dieses Buch ist spannend bis zu den letzten Seiten. Auf denen nimmt die Geschichte dann noch eine Wendung, die man so definitiv nicht erwartet hätte.

Man klappt das Buch zu und verspürt diese kleine süße Leere im Bauch und will mehr. Viel mehr!

  Infos zum Buch
C. Dewi: Staub und Stolz. Roman. Taschenbuch, 624 Seiten. Incubus Verlag. Dortmund 2013. 12,95 € (E-Book 8,99 €). ISBN 978-3-9815220-8-2
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit bei Amazon
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» Blog der Autorin
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Tags: c. dewi, gay fantasy, incubus verlag, staub & stolz
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