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Die Homosexuelle Initiative Wien unterstellt Österreichs Bahn Schwulenfeindlichkeit, weil diese keine Züge nach ihr benennen will.

Von Tanja Reinsfelder

"Liebe Fahrgäste, auf Gleis sechs fährt in wenigen Minuten der ICE 'LSVD' nach Köln ein." "Der Interregio 'Junge Lesben Berlin' hat voraussichtlich 20 Minuten Verspätung." "Wir begrüßen Sie im Eurocity 'AK LesBiSchwul der SPD Düsseldorf'." Was klingt, wie die Ankündigung einer CSD-Parade unter dem Motto "Die Deutsche Bahn" sollte in Österreich nach Meinung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien Wirklichkeit werden.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo seit dem 15. Dezember 2002 Fernzüge nur noch nach Städtenamen und nicht mehr nach Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, Landschaften und Sehenswürdigkeiten benannt werden, ist es bei Österreichs Bundesbahnen (ÖBB) für Firmen, Verbände und Museen möglich, sich einen Zugnamen zu "kaufen". Als eine Art der Produkt- und Imagewerbung fahren beispielsweise Züge mit den Namen "Hotel Ibis" oder "Kunsthistorisches Museum". Sogar örtliche Geschäfte nutzen die Werbung der "Zugpatronanz" auf regionalen Verbindungen. Alle neuen Namen werden vorher von der ÖBB geprüft, Pornografie, Politik und Konkurrenzunternehmen sind nicht erlaubt.

Einen großen Aufschrei gab es in dieser Woche bei der HOSI Wien. Zur Feier ihres 25-jährigen Bestehens wollte der Verein im kommenden Fahrplanjahr zwei ÖBB-Züge auf ihren Namen taufen lassen. "Obwohl bereits fix gebucht und angezahlt, wurde der Auftrag storniert, nachdem das zuständige ÖBB-Gremium den Zugnamen abgelehnt hatte", berichtet HOSI-Wien-Obmann Christian Högl.

Mit aller Macht und Verzweiflung versucht die HOSI Wien dennoch ihren Herzenswunsch durchzusetzen. In zwei Briefen fordert sie ÖBB-Vorstandssprecher Martin Huber und Verkehrsminister Hubert Gorbach auf, ein Machtwort zu sprechen und die Zugpatronanz zu ermöglichen. Sie droht sogar, sich an die neue EU-Kommission zu wenden, da der Fall anschaulich zeige, dass "die bisherigen EU-Antidiskriminierungsrichtlinien im Bereich des Zugangs zu Waren und Dienstleistungen nicht ausreichen". Auch die SPO und Grüne sollen entsprechende parlamentarische Initiativen setzen, um "diese unglaubliche Diskriminierung abzustellen". Schließlich sei die HOSI Wien "eine Menschenrechtsorganisation, die sich für die Gleichstellung und Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen in der Gesellschaft einsetzt." Durch die Ablehnung durch die ÖBB würde die Initiative "auf einem wichtigen Feld der Spendenakquirierung" benachteiligt werden.

Für die HOSI Wien ist die Sache ganz eindeutig schwulen- und lesbenfeindlich: Obwohl die Bahn ihr gegenüber keinerlei Gründe genannt hat, ist die Ablehnung ganz sicher auf den Namen "homosexuell" zurückzuführen. Eine ganz andere Begründung erfährt man auf Nachfrage bei der ÖBB, die mitteilt, dass generell Namen von "sexuellen und religiösen Interessenvertretungen" abgelehnt werden. Auch für heterosexuelle Initiativen seien Züge keine geeigneten Werbeträger. "Wir wollen weder Inhalte bewerten noch jemanden ausgrenzen oder diskriminieren", erklärt ÖBB-Kommunikationschef Michael Hlawa. "Alle Fahrgäste sind für uns gleich."

Redaktionskommentar

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#1 VictorAnonym
  • 10.11.2004, 18:09h
  • Liebe Redaktion!
    Es ist nicht besonders verwunderlich, dass sogar die (deutsche) schwule Community entbehrliche "Meinungen" absondert, wenn es gegen Österreich geht.
    Eure größte Freude ist es doch, sich über Österreicher/innen lustig zu machen, was ihr euch aber bei dem bekannten "average population IQ" in eurem g´scheiten Land nicht erlauben solltet.
    Wieviel Energie HOSI gegen derzeitige ungerechte Gesetze aufwändet, könnt ihr nicht im Entferntesten abschätzen.
    Warum versucht ihr nicht, eure Komplexe abzubauen? Auch ihr kocht nur mit Wasser!
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#2 cgnroyAnonym
  • 10.11.2004, 19:32h
  • in kölle sagt man zu sowas: de hann se nich me all.....
    Wozu dieses Medienspektakel...Gibts denn keine tiefgreifenderen Probleme zu lösen?

    Wenn das so weitergeht,, ne danke.. peinlich.....
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#3 StefanAnonym
#4 NormanAnonym
#5 StefAnonym
  • 11.11.2004, 10:10h
  • Zum Redaktionskommentar:

    Es ist zwar tatsächlich so, dass es Dinge gibt, die schlimmer sind, aber das heißt ja nicht, dass man vermeintliche Kleinigkeiten nicht auch kritisieren könnte. Diskriminierung fängt schließlich im Alltag an. Hier ist ein Unternehmen, dass Zugnamen "vermietet", aber nicht an Homogruppen. Das ist wie wenn ein Fernsehsender sich weigern würde, einen Werbespot einer Homo-Initiative zu senden: man kann rechtlich sicher nicht viel dagegen tun und es gibt Schlimmeres, aber kritisieren sollte man soetwas trotzdem.

    Wie gesagt, Diskriminierung fängt im Alltag an.
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#6 WernerAnonym
  • 12.11.2004, 18:56h
  • Vielleicht sollten sich einige Schreiberlinge -auch "queer.de"-Redakteure bzw. Redaktricen- mal vor Augen führen, was es in einem Land mit halbherziger Homo-Gesetzgebung bedeuten würde, wenn zwei Züge namens "Homosexuelle Initiative" durch das Land brausen und somit das Thema sichtbar machen. Es ist vollkommen legitim, wenn Organisationen wie die HOSI jegliche Möglichkeit nutzen, um eine breite öffentliche PR-Wirkung zu erzielen, und um nichts anderes geht es hier. Also: was soll eigentlich das ganze unqualifizierte Gemäkel darüber?
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#7 RalfAnonym
  • 12.11.2004, 19:36h
  • Die Begründung, man vergebe keine Zugnamen an "sexuelle" Interessenverbände, ist so dumm wie ignorant, unterstellt sie doch, die HOSI beschäftige sich mit der Veranstaltung von Gruppensexveranstaltungen u.ä. Sie ist schlicht eine Bürgerrechtsorganisation. Aber nicht mal so weit ist man in Österreich, auch nur das anzuerkennen. Die Ösis sind auf dem Stand, auf dem wir in Deutschland etwa um 1970 waren.
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#8 MarkusAnonym
  • 15.11.2004, 22:41h
  • Also, zu dieser unqualifizierten Meldung von "Norman": bitte mach dich mal etwas schlau über Österreich! Zu behaupten, aus unserem Land komme "nur Scheiße" kann ja nur von einem eingebildeten Deutschen kommen. Bitte vergleich mal z. B. die wirtschaftliche Situation Deines Landes mit Österreich und Du wirst erkennen, dass wir Euer gutes Deutschland längst überholt haben. Mal ehrlich: Ihr pfeift doch wirklich aus dem letzten Loch und hättet VIEL zu lernen
    Und außerdem: es stimmt zwar: in Österreich gibt es de facto die Gleichberechtigung noch nicht, ein Schritt, der noch kommen wird, aber in den Köpfen der Leute schaut es schon sehr viel anders aus und das ist meiner Meinung nach der erste Schritt!

    Und ist es nicht lustig, dass in Umfragen die Deutschen im Vergleich zu Österreichern immer schlechtere Sympathiewerte erhalten??
    Man sollte halt doch immer zuerst vor der eigenen tür kehren!
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#9 paulAnonym
  • 01.05.2005, 09:49h
  • gibt es nichts wichtigeres als züge mit homo namen zu versehen ... gottchen ne, diese gesellschaft hat aber auch nix anderes zu tun als deswegen so'n hype zu veranstalten ...
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