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  • 09.07.2013           32      Teilen:   |

Bereits drei Todesfälle

Sorge über Meningitis unter Berliner Schwulen

Artikelbild
Der Tod des 33-jährigen Anwalts Brett Shaad aus West Hollywood hatte im April in den USA zu einer großen Medienberichterstattung über Meningitis-Fälle in der Schwulenszene geführt. Nun sind auch aus Berlin drei Todesfälle bekannt geworden.

Nach Fällen in Amerika und Frankreich starben auch in Deutschland in den letzten Monaten drei schwule Männer an einer bakteriellen Hirnhautentzündung. Während eine Impfempfehlung diskutiert wird, rät die Aids-Hilfe, Symptome früh ernst zu nehmen.

Von Norbert Blech

Es sind zu wenig Fälle, um von einer Epidemie zu sprechen. Und doch machen sich Gesundheitsexperten zunehmend Sorgen über einen Ausbruch einer bakteriell hervorgerufenen Hirnhautentzündung unter Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). Wie erst jetzt bekannt wird, kam es nach New York, Los Angeles und Paris in den letzten Monaten auch in Berlin zu mehreren Meningitis-Infektionen. Und zu Todesfällen.

Bislang traten invasive Meningokokken-Erkrankungen in diesen Ländern vor allem bei Säuglingen und Jugendlichen auf, zudem bei vereinzelten lokalen Ausbrüchen und nach Fahrten in Risikoländer. Eine erhöhte Infektionsrate unter schwulen Männern ist ein neues Phänomen. "Hier spielen möglicherweise Faktoren wie die Zahl der Sexualpartner und die Sexualpraktiken oder Zungenküsse bzw. intensive Küsse als Begrüßungsritual eine Rolle", schreibt die Deutsche Aids-Hilfe in einer ersten Handreichung zum Thema (PDF).

Wie das European Center for Disease Prevention and Control (ECDC) am 4. Juli in einem Bulletin (PDF) berichtete, wurden aus Deutschland am 25. Juni drei Fälle gemeldet – inzwischen gehen Experten von fünf Infektionen und drei Todesfällen in Berlin aus. Zwei Männer, beide 24 Jahre alt und in Kontakt zueinander, präsentierten sich im Mai innerhalb von zwei Tagen mit Symptomen in Kliniken. Einer ist verstorben, der andere liegt, Stand Ende Juni, in einem Koma.

Der weitere dem ECDC gemeldete Fall betrifft einen 22-Jährigen, der im Februar an der Infektion starb. Die beiden noch nicht offiziell gemeldeten Infektionen sollen ebenfalls aus dem Februar und aus Oktober 2012 stammen. Keiner der Männer war offenbar HIV-positiv oder hatte New York besucht.

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Berlin vor Impfempfehlung

Alle Infektionen von schwulen Männern gingen offenbar auf die Meningokokken-Serogruppe C zurück, gegen die man sich impfen lassen kann - Quelle: Wiki Commons / Dr. Brodsky / PD US HHS CDC
Alle Infektionen von schwulen Männern gingen offenbar auf die Meningokokken-Serogruppe C zurück, gegen die man sich impfen lassen kann (Bild: Wiki Commons / Dr. Brodsky / PD US HHS CDC)

In der amerikanischen Metropole waren in den letzten drei Jahren mindestens 22 Männer an Meningitis erkrankt, von denen sieben starben; in Los Angeles fielen der Meningitis seit Dezember 2012 drei von mehreren Infizierten zum Opfer. In New York weiteten die Gesundheitsbehörden ihre Impfempfehlungen immer mehr aus: Zunächst richteten sich diese nur an schwule HIV-Positive in bestimmten Stadtteilen, im März wurde eine Impfung allen Männern angeraten, die "unabhängig von ihrem HIV-Status regelmäßig intimen Kontakt mit anderen Männern durch eine Webseite, App oder in einer Bar beziehungsweise bei einer Party haben" (queer.de berichtete).

Dann folgten Meldungen aus Europa: In Belgien kam es im März zu mindestens einer Infektion eines Mannes, der sich kurz zuvor für drei Wochen in London aufgehalten hatte. In Paris traten im Juni drei Fälle auf. Nach der AIDS-Organisation "Act Up" hat inzwischen auch der französische "Hohe Rat der Öffentlichen Gesundheit" schwulen Männern aus dem Großraum Paris eine Impfung empfohlen, die dort "Orte schwuler Geselligkeit aufsuchen wollen" oder bei Großveranstaltungen in ganz Europa wie dem Europride in Marseille teilnehmen (queer.de berichtete). Die Warnung bezieht sich wie die Gesamtansicht aller Fälle auf Männer aus allen Altersklassen.

In Deutschland diskutieren nach queer.de-Informationen Experten derzeit den genauen Wortlaut einer Impfempfehlung, die für die nächste Woche erwartet wird und wohl mindestens Berlin umfassen wird. Das Anliegen, keine Panik zu verbreiten und schwule Männer nicht unnötig in den Mittelpunkt einer möglichen Medienhysterie zu stellen, spielt dabei eine Rolle. Auch praktische Details sind noch zu klären.

Der Sinn der Impfung ist es dabei nicht nur, sich selbst vor einer Infektion zu schützen. So besiedeln Bakterien auch Menschen, ohne dass sie erkranken. Nach einer ersten, von dem ECDC veröffentlichten Schätzung für Deutschland liegt die Inzidenz bei 3,8 von 100.000 Männern, die Sex mit Männern haben. Bei jungen Erwachsenen zwischen 20 bis 24 Jahren liegt sie bei 0,8.

Allgemeine Impfempfehlungen zur Meningitis gelten in Deutschland bereits für alle Kinder ab dem zweiten Lebensjahr (allerdings erst seit 2006) und für Personen mit erworbenen Immundefekten – HIV wird nicht ausdrücklich genannt, kann aber als eingeschlossen gelten. Zudem sollen sich "Kontaktpersonen" von Infizierten impfen lassen: Sexualpartner, Haushaltsangehörige und sonstige Personen mit engem Kontakt. Eine weitere Impfempfehlung gilt für Reisende in Länder mit einem hohen Vorkommen der Krankheit (vor allem Afrika und Asien) sowie auf näheren Rat der Gesundheitsbehörden bei lokalen Ausbrüchen.

Für den Fall der Meningokokken-Serogruppe C, die zu den Infektionen unter Schwulen führte, werden die verschreibungspflichtigen Mittel Menveo und Nimenrix zur Impfung eingesetzt. Sie bieten zumindest für einige Jahre einen Schutz vor einer Infektion; wann eine Auffrischung erfolgen sollte, ist bislang nicht ausreichend geklärt. In der Regel werden die Kosten einer Impfung nur dann von den Krankenkassen getragen, wenn sie im Rahmen der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes erfolgt. Für Selbstzahler kosten die Medikamente rund 50 Euro.

Auf Symptome achten

Auf mögliche Symptome von Meningitis sollte man achten, da sich die Krankreit schnell verschlimmert und zum Tod führen kann
Auf mögliche Symptome von Meningitis sollte man achten, da sich die Krankreit schnell verschlimmert und zum Tod führen kann (Bild: Wiki Commons / Mikael Häggström / PD)

"Die Meningitis-Erkrankung verläuft so schwer, dass man trotz einer geringen Fallzahl davor warnen muss", erklärt Armin Schafberger von der Deutschen Aids-Hilfe. "Die hohe Sterblichkeit und die ansonsten schweren Folgeschäden verlangen ein schnelles Handeln".

Bereits 2001 und 2003 war es zu Ausbrüchen von Meningitis unter schwulen Männern in Toronto und Chicago gekommen, berichtet Schafberger. Insgesamt starben fünf von zwölf Infizierten. Vermutlich auch aufgrund rascher Massenimpfungen konnte eine weitere Ausbreitung gestoppt werden, allein in Chicago wurden dazu fast 15.000 Männer geimpft.

Die Wahrscheinlichkeit, an der Meningitis zu erkranken, ist insgesamt weiter gering. Aufgrund des schnellen Verlaufes der Meningitis sei es aber wichtig, auf Symptome schnell zu reagieren, findet Schafbeger. Die Krankheit kann tödlich sein, wenn sie nicht sofort nach der Infektion mit bestimmten Antibiotika behandelt wird. Diese werden teilweise neben der Impfung auch vorsorglich Personen gegeben, die näheren Kontakt zu Infizierten haben. Symptome einer Ansteckung – darunter ein steifer Nacken, hohes Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschläge – treten innerhalb weniger Tage auf.

Meningitis kann durch Tröpfchenkontakt beim Husten, Spucken, Küssen, Blasen und Ficken übertragen werden, die Verwendung eines Kondomes bietet also nur einen Schutz in Teilbereichen. Manchmal werden die Bakterien auch durch gemeinsam genutzte Utensilien übertragen. In der Regel ist für die nicht-sexuelle Übertragung jedoch ein größerer Kontakt nötig: "Das Risiko senken kann man, wenn man z.B. Bekannte zur Begrüßung nicht intensiv auf den Mund küsst und beim Drogensniefen nur das eigene Röhrchen verwendet", schreibt die DAH.

Wie Kollegen aus anderen Ländern ist man sich bei der DAH unklar, wie die Infektionswelle verlaufen wird. Während Schafberger von den Fällen zunächst über die offiziellen Meldesysteme erfuhr und etwa bei der Aids-Hilfe NRW noch keine regionalen Fälle bekannt wurden, entpuppte sich eine Meldung über drei Männer in Kopenhagen, die nach einem Berlin-Besuch Symptone gezeigt haben sollen, als falsch.

Das ECDC hat derweil die Kollegen in Europa aufgefordert, rückliegende Meinigitis-Fälle auf einen Zusammenhang mit einer Übertragung durch Kontakte unter Männern, die Sex mit Männern haben, zu überprüfen. Auch müssen mikrobiologische Untersuchungen folgen, in denen nach Zusammenhängen der Bakterienstämme unter den europäischen Fällen sowie derer aus New York gesucht wird – entsprechende Belege wurden bislang nicht gefunden.

Trotzdem vermutet man aus den wenigen Fällen, dass die Meningitis in diesem Fall auch durch in Metropolen reisende Schwule mit ausländischen Sexualkontakten verbreitet wird, und bittet die Mitgliedsstaaten auch in Hinblick auf CSDs und ähnliche Massenveranstaltung mit internationalen Besuchern, für eine Bekanntheit des Problems in der Szene zu sorgen. Als "effektive Prävention" seien dabei auch Impfaktionen zu beraten.

Nachtrag, 11.7.
Die Deutsche Aids-Hilfe hat heute alle aktuellen Informationen in ihrem HIV-Report (PDF) zusammengefasst.

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Tags: meningitis, berlin
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Reaktionen zu "Sorge über Meningitis unter Berliner Schwulen"


 32 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
09.07.2013
17:27:02


(-5, 11 Votes)

Von Frusty


toll, jetzt berlin-sommer-trip ohne viel anonymen sex oder was? deswegn fährt man doch hin.
der herr hält wohl tatsächlich immer eine neue peitsche für die homosexuellen bereit.


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#2
09.07.2013
17:41:07


(+3, 9 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar


mir ist nicht ganz klar, warum diese "hochansteckende krankheit", wieder einmal überwiegend schwule betreffen soll?
wenn z.b., eine tröpfchenkontakt genügt, dann kann mir doch keiner erzählen, dass schwule keinen kotakt zu heterosexuellen haben??? BEIM NIESEN!!!


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#3
09.07.2013
18:03:44


(+1, 9 Votes)

Von m123


Grundsätzlich muss man sich bewusst sein, dass bei vielen intimen Kontakten (Küssen, Sex) mit vielen unterschiedlichen Intimpartnern generell ein viel höheres Risiko besteht "sich was einzufangen", was gravierende gesundheitliche Schäden verursachen oder sogar das Leben kosten kann.

Meningitis ist nur eine von vielen Erkrankungen, die sich auf diese Weise schnell ausbreiten kann.

An Grippe sterben in absoluten Zahlen viel mehr Menschen als an Meningitis. Das liegt vor allem daran, dass Grippe viel ansteckender ist, d. h. wesentlich mehr Menschen betroffen sind. Aber wenn man Meningitis hat, dann sind die Folgen weitaus gravierenderer.

Ich persönlich knutsche nicht mit vielen Typen rum. So toll ist Küssen ohne Liebe nun wirklich nicht als dass ich mich in derart große Gefahr begeben will. Es ist einfach viel schöner in jemanden verliebt zu sein und dann zu küssen. Da bebt die Seele vor Glück.

Ich bin selbst schwul, aber hab noch nie verstanden wie manche Schwule unverantwortlich mit ihrer eigenen Gesundheit und der Gesundheit von anderen umgehen. Es soll ja sogar Schwule geben, die sich absichtlich mit HIV infizieren um "dazu zu gehören". Da kann ich nur den Kopf schütteln.

Auch und gerade in einer festen Beziehung sollte man auf Kondome nicht verzichten, das ist meine persönlich Meinung und ich logischerweise hab ich nichts dagegen wenn andere es anders machen, es ist ja ihre Gesundheit. Aber so sehr man seinem Partner auch vertraut und liebt etc., so ist rein theoretisch nicht ausgeschlossen, dass er fremdgeht und sich woanders was einfängt. Wenn jedes Liebespaar der Überzeugung wäre, dass der Partner nicht fremdgehen würde, und das stimmen würde, dann würde es kein Fremdgehen geben.

Vertrauen ist gut, aber Kondome sind sicherer.

Denkt an Safer Sex, auch beim Blasen.

Und überlegt euch gut ob es euch wert ist für ein bisschen Rumknutschen mit einem Fremden eure Gesundheit oder gar euer Leben zu riskieren.


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#4
09.07.2013
18:20:57


(-2, 10 Votes)

Von Leo G
Antwort zu Kommentar #3 von m123


Na, Rumzüngeln ist doch ganz geil, auch anonym, wenns passt. Und blasen lassen mit Gummi ist doch öde.
Hattest du denn schon mal einen Lover?
Dein Post klingt eher nach Theorie-Praxis-Diskrepanz mit hypochondrischen Tendenzen.


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#5
09.07.2013
18:28:26


(+3, 5 Votes)
 
#6
09.07.2013
19:32:18


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User HadschiHalef
Antwort zu Kommentar #1 von Frusty


"der herr hält wohl tatsächlich immer eine neue peitsche für die homosexuellen bereit."

Da es keinen Herrn gibt, gibt es auch keine Peitsche. Aber diese Art von Annahmen gibt es schon lange. Sie helfen nicht weiter.

Weiterhelfen kann aber die Verbreitung dieser Nachricht. Dabei gehe ich davon aus, dass queer.de sich gut überlegt hat, diesen Beitrag zu veröffentlichen.

Religionsfanatiker werden das Thema ganz sicher schnell aufgreifen. :-(


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#7
09.07.2013
20:13:08


(-4, 8 Votes)

Von Christian
Antwort zu Kommentar #6 von HadschiHalef


Wie warb der Bus der Atheisten: "Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott.
Also, wohl formuliert in Klammern das angsteinflößende Restrisiko, es könne am Ende doch ein Gottestier geben, und man dürfe nicht teilnehmen am Was-auch-immer. Sehr lustig.

Der Atheist muss mit dieser Ungewissheit, die selbst die großen Philosophen beschreiben, leben und hadern, ja regelrecht damit fighten -Beweise kann er ja nicht liefern- und gibt es doch immer wieder religiöse und glücklichere Menschen, die als Gegenbeispiele dienen.
Der Gottesglaube hat eine jedoch auch sowieso eine andere Funktion, wenn er ohne Diskriminierung und mit Annahme des Anderen vollzogen wird.
Er wirkt im Hier und Heute:

"denn nach dem Öffnen aller Türen
steht am Ende der Trick des Endes
der Suche durch das Finden im Augenblick"


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#8
09.07.2013
20:22:46


(+2, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""Es sind zu wenig Fälle, um von einer Epidemie zu sprechen""..

Das wird auch so bleiben, denn es handelt sich um eine Pandemie, da die Keime von Außen eingeschleppt wurden, wie jede normale Influenza auch..

""Trotzdem vermutet man aus den wenigen Fällen, dass die Meningitis in diesem Fall auch durch in Metropolen reisende Schwule mit ausländischen Sexualkontakten verbreitet wird, und bittet die Mitgliedsstaaten auch in Hinblick auf CSDs und ähnliche Massenveranstaltung mit internationalen Besuchern, für eine Bekanntheit des Problems in der Szene zu sorgen. Als "effektive Prävention" seien dabei auch Impfaktionen zu beraten""..

Da trifft es sich besonders gut das die beiden größten CSD´s, die in Köln und Berlin, bereits gelaufen sind bevor der Artikel erscheint..

So kann Mann eine wirksame frühzeitige Information auch vermeiden..

Da hätte das BZgA, das Paul-Ehrlich-Institut, das Robert-Koch-Institut und die AIDS-Hilfe auch ein bisschen früher reagieren können um Info´s unter´s Volk zu bringen..

Die von Bundesgesundheitsminister Bahr in die Diskussion eingeführte Impf-Pflicht für Masern ist auch nur Ausdruck eines Versagens der Gesundheits-Politik..

Seit fast 20 Jahren gibt es immer wieder aufflackernde Masern-Herde in immer den gleichen Gebieten in NRW, Nord-Hessen und Bayern, und niemand reagiert in angemessener Weise darauf..

Im Jahr 2012 gab es 167 gemeldete Masern-Fälle bundesweit..

In diesem Jahr bereits über 1300 Fälle !

Das ist mehr als alarmierend, zumal die Zahl der Todesopfer unter den Betroffenen Kindern und Jugendlichen dramatisch sind..

Wer das Glück hat die Masern zu überleben hat zusätzlich das Risiko innerhalb von 5 Monaten bis 10 Jahren an einer weiteren Komplikation der Masern-Infektion zu erkranken, der so geannten Subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE), und in ein Wach-Koma zu verfallen..
Diese Infektion betrifft wenigstens 0,1 Promille der Masern-Überlebenden, tritt bei Kindern auf die vor dem 2. Lebensjahr an Masern erkrankten und führt immer zum Tod..

Diese Nach-Infektionen sind in den letzten 20 Jahren dramatisch angestiegen :

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Masern#Subakute_sklerosieren
de_Panenzephalitis


In den USA gibt es eine Impf-Pflicht für Masern die quasi an die Schul-Pflicht gekoppelt ist, denn kein Kind darf ohne Masern-Impfung eine öffentliche Schule besuchen..
Damit hat die USA auf ihrem Gebiet die Masern schon mehr als ein Jahrzehnt besiegt..

Hier bei uns scheitert dieses Ziel der WHO die Masern in Europa bis 2015 zu besiegen an der Impf-Müdigkeit und an großen Impf-Lücken in der Bevölkerung..

Trotz großer Impf-Sicherheit der kombinierten MMR- (Masern-Mumps-Röteln) Impfung, zu der in über 30 Jahren als Impf-Komplikation nicht ein einziger Todesfall gemeldet wurde, und die die Erkrankungsrate der SSPE von 1 : 1.000/10.000 auf bis zu 1 : 1.000.000 verändern könnte, lag in 2006 in Deutschland die Impfrate nur bei 94 % für die erste und 77 % für die zweite Impfdosis, und die Lücken wurden seitdem größer..

Um Masern-Epedemien in der Zukunft zu verhindern sollte die Impf-Rate für beide Impfungen wenigstens 95 % betragen..


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#9
09.07.2013
20:35:32


(+3, 5 Votes)

Von nicht unselten
Antwort zu Kommentar #5 von eher selten


Erwachsene die nicht wissen, ob sie in ihrer Kindheit gegen die fiesesten "Kinderkrankheiten" geimpft wurden.


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#10
09.07.2013
20:59:59


(-2, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Vorsorge ist besser als Nachsorge!


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