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Der Mormone Orson Scott Card setzt sich politisch seit Jahren gegen Homo-Rechte ein (Bild: Justin Higuchi / flickr / by-nd 2.0)

Der 110 Millionen Dollar teure Scifi-Film "Ender's Game" soll mit Stars wie Harrison Ford und Ben Kingsley der Herbst-Blockbuster werden. Doch Aktivisten empören sich über den homophoben Autor.

Eine US-Gruppe hat zum Boykott des Films "Ender's Game" aufgerufen, weil der Schriftsteller Orson Scott Card, auf dessen Roman die Geschichte basiert, seit Jahren gegen Homosexuelle polemisiert. Der 61-Jährige hatte etwa im vergangenen Jahr homosexuelle Liebe als "Fortpflanzungsstörung" bezeichnet. Die Ehe-Öffnung werde von der politischen Linken nur angestrebt, um "antireligiöse Werte unseren Kindern aufzuzwingen", so Card. 2008 rief er in einem Essay sogar zu einem gewalttätigen Umsturz auf, sollte die Regierung die Ehe für Schwule und Lesben öffnen.

Die Gruppe "Geek Out" protestiert wegen derartigen Zitaten gegen den Film, der von Card mitproduziert wurde: "Geht nicht ins Kino, kauft nicht die DVD, schaut euch den Film nicht On-Demand an, ignoriert das Merchandising und Spielzeug", heißt es in dem Aufruf. "Mit diesem Versprechen senden wir eine Botschaft an Card und diejenigen Firmen, die seine Form von homofeindlichem Aktivismus unterstützen". In mehreren amerikanischen Städten plant die Gruppe des weiteren Protestaktionen zum Filmstart. "Ender's Game" soll in den USA am 1. November (in Deutschland am 31. Oktober) in den Kinos anlaufen.

Card an Aktivisten: Seid tolerant!

In einer ersten Reaktion erklärte der gescholtene Schriftsteller in "Entertainment Weekly", dass "Ender's Game" 100 Jahre in der Zukunft spiele und "mit gegenwärtigen politischen Fragen nichts zu tun" habe. "Mit dem Urteil des obersten Gerichtshofs zur Homo-Ehe ist die Frage sowieso schon entschieden worden", so Card weiter. Die Richter hatten Ende Juni entschieden, dass Washington auch gleichgeschlechtliche Ehen akzeptieren muss (queer.de berichtete). "Jetzt wird sich zeigen, ob die siegreichen Unterstützer der Ehe-Öffnung tolerant mit denen umgehen, die früher mal eine andere Meinung hatten".

"Ender's Game" basiert auf Cards erfolgreichstem Buch, der 1985 veröffentlichten militärischen Science-Fiction-Geschichte "Das große Spiel". Darin wehrt sich die Menschheit gegen insektenartige Außerirdische. Das Buch gewann zwar mehrere Science-Fiction-Preise, allerdings gab es auch Kritik: So beschwerte sich die Autorin Elaine Radford über die Brutalität und über faschistoide Tendenzen, die im Buch positiv dargestellt werden würden.

Der Film ist als großer Blockbuster geplant, der die 110 Millionen Dollar Produktionskosten wieder einspielen muss. Die Hauptrollen haben Asa Butterfield, Harrison Ford, Ben Kingsley und Viola Davis übernommen.

Card ist ein Anhänger der Mormonenkirche, die neben der katholischen Kirche als einer der Hauptsponsoren im Kampf gegen die Homo-Ehe gilt. Mehrere seiner Bücher sind christlich-mormonisch gefärbt. Politisch vertritt er immer wieder rechtskonservative Ansichten: So kämpft er gegen das Energiesparen, weil er den Klimawandel für eine Erfindung der politischen Linken hält. (dk)



#1 Mr NiceAnonym
  • 10.07.2013, 15:26h
  • Ahhh, das ist einfach zu lösen:

    Wenn es im Film keine homophoben Messages gibt, muss man ganz klar zwischen Autor und Werk trennen. Sonst müsste man ja auch Klaus Kinski u.a. aus der Filmgeschichte streichen.
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#2 timpa354Ehemaliges Profil
  • 10.07.2013, 15:51h
  • Was für ein verlogener Heuchler! Dieser Film interessiert eh keine Sau, ich meine Insekten als Ausserirdische? Das gab es doch schon Hunderttausendmal, wie einfallslos.
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#3 OliverZiAnonym
  • 10.07.2013, 16:08h
  • Das geht nun wirklich etwas weit.

    Wenn in dem Film polemisiert wird, ist absolut klar, wie damit umzugehen ist. Aber wie schon gesagt - Autor und Werke sind zu trennen.

    Sonst wäre es auf dem Buchmarkt für uns sowieso "eng"

    Aber es kann durchaus das Zünglein an der Wage sein, den Film zu ignorieren.

    Er ist mir schlicht egal und durch genau diese Sache werde ich ihn nirgendwo kostenpflichtig sehen. Nur wenn er irgendwann mal im Free TV läuft und nichts besseres kommt, kann man darüber nachdenken.

    Und außerdem ist das doch schon fast Low Budget - das kann ja nix werden!
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#4 ItechbAnonym
  • 10.07.2013, 17:30h
  • Antwort auf #1 von Mr Nice
  • absolut richtig ... man kann sich auch krankhaft diskriminiert und angegriffen fühlen .... Die Kritiker sollten mal über das Recht der freien Meinungsäußerung nachdenken!!!

    Ihr wollt Akzeptanz und verdammt jeden, der nicht Eurer Meinung ist.

    Und ja, das sagt ein Schwuler!
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#5 eDailyAnonym
#6 sperlingAnonym
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.07.2013, 18:05h
  • Ob der Film ein Blockbuster wird, ist doch noch gar nicht sicher. Es gab schon seit vielen Jahren solche ähnlichen Ankündigungen und am Ende wurden die dann von der Kritik verrissen!
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#8 MarekAnonym
  • 10.07.2013, 18:11h
  • Dem Boykott kann ich mich nur anschließen:
    wer sogar zu gewalttätigen Umstürzen aufruft, darf nicht auch noch gefördert werden!!

    Wir haben so viel Macht, wir sollten sie viel öfter nutzen...
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#9 Steve GAnonym
  • 10.07.2013, 18:15h
  • leider sollte man werk und film nicht trennen denn regisseur und autor verdienen beide damit eine goldene nase. wenn der film erfolgreich läuft fließt eine menge geld in die kasse des buchautors, was dieser dann aufgrund seiner religiösen haltung homohassern in die tasche spielt. ganz einfacher logischer weg den das geld nehmen würde, deswegen ist ein boykottaufruf wichtig
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#10 itchebAnonym
  • 10.07.2013, 19:59h
  • Antwort auf #6 von sperling
  • die Art und Weise, wie hier wieder krankhaft auf die Tränendrüse gedrückt wird. Als gäbe es keine wirklich wichtigen Themen. Schwule Sensationsgier wie üblich - fern jeder Ratio ....

    eine Arbeit zu verdammen und zu zerreissen, nur weil der verantwortliche eben eine andere meinung als so manche Tucke hat ist schändlich und schädlich. Und völlig unnötig. Etwas mehr Geist vor der veröffentlichung solcher Berichte tät uns Schwulen gut und wäre hilfreicher als Berichterstattung um jeden Preis
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