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Alois Glück will das ZdK auf strammen Anti-Homo-Kurs trimmen

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken glaubt, dass Homo-Paare nicht gleich behandelt werden sollten, weil Schwule und Lesben "ungleich" seien.

In einem auf der Website des kirchlichen Senders "Domradio" veröffentlichten Beitrag hat ZdK-Präsident Alois Glück die Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnern beim Adoptionsrecht abgelehnt. Der CSU-Politiker schrieb, dass "Unterschiedliches" nicht gleich behandelt werden dürfe. Am wichtigsten sei das "Kindeswohl". Das sei aber unter anderem bei lesbischen Paaren gefährdet, weil für die Kinder "das männliche Element des Zusammenlebens der Menschen zu wenig erfahrbar" werde.

Der ehemalige bayerische Landtagspräsident kritisierte Debatten, in denen homosexuelle Paare zu positiv dargestellt werden würden: "Argumentationsmuster, die die Realität mangelnder Zuwendung zu Kindern in Familien mit Vater und Mutter einer fürsorglichen Zuwendung in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften gegenüberstellen, sind in der Sache falsch und intellektuell unredlich", erklärte der 73-Jährige.

Warnung vor Dominoeffekt

Gleichzeitig behauptet Glück, es sei keine Diskriminierung, Homosexuelle wegen ihrer sexuellen Ausrichtung in der Frage des Adoptionsrechts zu benachteiligen. Er warnte davor, dass es sich hierbei im Gegensatz zur Frage der Gleichstellung im Steuerrecht um eine "neue Dimension von grundsätzlicher Bedeutung" handle. Er warnte insbesondere vor einem Dominoeffekt: So könnten homosexuelle Paare in Kürze auch in Deutschland Zugang zur Reproduktionsmedizin und zur Leihmutterschaft erhalten, wenn das Adoptionsrecht fällt.

Entgegen Glücks Aussagen über das Kindeswohl haben Studien immer wieder bestätigt, dass Homo-Paare keine schlechteren Eltern sind als Heterosexuelle. Das stellte auch eine Untersuchung des Bundesjustizministeriums im Jahre 2008 fest (queer.de berichtete). Auch Studien aus anderen Ländern, insbesondere den USA, kommen zu den gleichen Ergebnissen.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist der Zusammenschluss von Vertretern der katholischen Verbänden und Laien. Ihm gehören auch Poltiker von Parteien an, die die Beibehaltung der Ungleichbehandlung ablehnen, darunter Philipp Rösler (FDP), Wolfgang Thierse (SPD) und Winfried Kretschmann (Grüne). (dk)



#1 GerdBerlinAnonym
  • 10.07.2013, 18:15h
  • Die Ablehnung der Homo-Ehe durch die Römisch-Katholische Kirche wäre glaubhafter, wenn diese Kirche endlich einmal deutlich erklären würde, was sie denn nun gleichgeschlechtlichen Paaren zuzugestehen gedenkt. Wenn diese Kirche eingetragene Lebenspartnerschaften (anstelle der Homo-Ehe) ohne Wenn und Aber anerkennen würde, könnten katholische Schwule (ich bin keiner!) unter Umständen auch ohne Homo-Ehe und Adoptionsrecht leben.
    So wie es jetzt ist, bleibt aber das Gerede von "Homosexuelle nicht diskriminieren" nur Wischie-Waschie.
    (Achtung: Diesen Kommentar schreibe ich für schwule Katholiken, nicht für die Atheisten in diesem Forum, die sowieso alle Religionen abschaffen wollen.)
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.07.2013, 18:16h
  • Schräge homophobe Töne aus Bayern und dann ja auch noch vom ZdKL: einfach nur widerlich!
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#3 KokolemleProfil
#5 sperlingAnonym
  • 10.07.2013, 18:23h
  • >"Das sei aber unter anderem bei lesbischen Paaren gefährdet, weil für die Kinder "das männliche Element des Zusammenlebens der Menschen zu wenig erfahrbar" werde."

    der kennt keine lesben...

    aber mal im ernst: was genau soll es denn wohl sein, dieses "männliche element"? der kern dieses ganzen heterosexistischen unfugs ist ja die behauptung, männer und frauen seien auf irgendeine mirakulöse, bisher noch nie wissenschaftlich bewiesene weise sozial (!) so unterschiedlich, dass kein mann jemals so sein könne wie eine frau und umgekehrt.

    hier werden nicht nur homos angegriffen, hier wird eine durch und durch sexistische weltordnung gepflegt. ich warte ja insgeheim immer noch darauf, dass dieser quatsch auch einmal von feministischer seite aufgegriffen und kritisiert wird.

    hat jemand eine idee, weshalb das nicht passiert?
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#6 Zentralkomi TeeAnonym
#7 Aus Bad HomburgAnonym
  • 10.07.2013, 18:28h
  • Antwort auf #1 von GerdBerlin
  • Ich glaube, die Römisch-Katholische Kirche hätte schon längst ihren Frieden mit den Homo-Rechten beschlossen bzw. gleichgeschlechtliche Partnerschaften anerkannt (oder zumindest - als den Teil des Zivilrechts - geduldet), wäre da nicht der gerade angesprochene "Dominoeffekt": die Kirche glaubt, daß die Legalisierung von Partnerschaften nur der Anfang der familienpolitischen Reformen ist - und in dieser Sicht hat sie wohl recht: zuerst homosexuelle Partnerschaften, dann Adoption, künstliche Befruchtung, nicht vergessen Liberalisierung des Abtreibungsrechts usw. Jedes Mal, wenn die katholische Kirche eine gewisse Ebene der Toleranz erreicht, ist die Schwulenbewegung schon weiter - und da beginnt alles wieder ganz vom Anfang. Leider.
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#8 sperlingAnonym
  • 10.07.2013, 18:30h
  • Antwort auf #1 von GerdBerlin
  • >"wenn diese Kirche endlich einmal deutlich erklären würde, was sie denn nun gleichgeschlechtlichen Paaren zuzugestehen gedenkt"

    ich verstehe die frage nicht. das hat sie doch immer klar gesagt: schwule und lesben dürfen leben. das war es im wesentlichen auch schon.

    sex - ist eine schlimme sünde.
    liebe - wird nicht als solche anerkannt.
    eine eigene subkultur - teufelswerk.
    irgendwelche rechtlichen absicherungen - nimmermehr.
    für diese rechte politisch streiten - dürfen nicht mal heteros.
    eheöffnung - da sei gott vor!

    ach doch, eines dürfen wir noch: wir dürfen uns für das elend, das die rkk so bereitwillig für uns erzeugt, bemitleiden lassen.

    reicht dir das?
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 10.07.2013, 18:35h
  • Antwort auf #1 von GerdBerlin
  • Der Zug ist glücklicherweise auf beiden Seiten abgefahren.

    Wie kommst Du also dazu, dem Feind verspätet Argumentationshilfen zu liefern? Die gesammelten Werke Ratzingers seit den 80er Jahren sprechen eine eindeutige Sprache. Wir sind von Gott nicht gewollt (O-Ton seines Interviews mit dem unsäglichen Seewald). Das nimmt unsere Auslöschung in Kauf.

    Das heißt für unsereinen: Wer sich als Christ definiert, hat eine flächendeckende Alternative zu Rom. Wer immer noch an Rom hängt, verrät sich selbst und seine Liebe.

    Es gibt Entscheidungen die notwendig sind und um die niemand herum kommt. So ist das im Leben.
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#10 Sabelmann
  • 10.07.2013, 18:46h
  • Antwort auf #1 von GerdBerlin
  • Kannst Du mir erklären warum wir vom Wohlwollen irgendeiner Kirche abhängig sein sollen?
    Wenn mich nicht alles täuscht waren alle Religionen genau in unserer Lage und haben sich ihre Rechte und heutige Stellung(im Gegensatz zu uns)mit brachialer Gewalt "genommen"!Da schliesse ich jede Gewalt mit ein die es auf dieser Erde nur geben kann...teilweise bis heute!
    Mir sind gesellschaftliche(zivile) Recht- und Gleichstellung wichtiger als das Gefasel dieser Heuchler,Pharisäer und Lügner.
    So...jetzt dürfen alle Religiositäten auf mich einhauen!
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