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  • 11.07.2013           14      Teilen:   |

Schwuler Fußballer macht Jugendlichen Mut

Robbie Rogers schreibt an sich selbst


Robbie Rogers im Trikot von Los Angeles Galaxy – er absolvierte auch schon 18 Länderspiele für die US-Nationalmannschaft.
Bild: Wiki Commons / Noah Salzman / CC-BY-SA-3.0


Der amerikanische Fußballstar verspricht schwulen Jugendlichen, dass es besser wird – er würde das gerne auch sich selbst im Alter von 14 Jahren sagen.

Robbie Rogers hat einen bewegenden Brief an sich selbst geschrieben. Der Empfänger ist der 14-jährige Robbie. In diesem Alter wusste er bereits, dass er schwul war. Für einen jungen Fußballer mit Ambitionen war das keine leichte Zeit. Der alte Rogers ist mit seinen inzwischen 26 Jahren aber weiser – und verspricht seinem jüngeren Selbst, dass er keine Angst vor der Zukunft zu haben braucht.

Wir dokumentieren den Brief in deutscher Übersetzung. Ursprünglich hat Rogers ihn per Hand auf Anfrage des Sportsenders ESPN verfasst. Der überzeugte Christ schreibt:

Lieber Robbie,

du läufst mit einem Magenkrampf herum. Du denkst, du bist eingeschlossen in deinem eigenen Gefängnis. Es ist schon stressig genug, ein Achtklässler zu sein und für das U16-Nationalteam zu spielen. Aber dazu kommt, dass du Angst hat, anders als die anderen zu sein – besonders gegenüber deinen Mannschaftskameraden. Und du denkst, sobald sie herausfinden, wer du wirklich bist, kannst du nicht mehr deinen Lieblingsport machen und deine Familie wird dich ausgrenzen. Manchmal betest du und denkst: Ich will da nicht durch. Warum kann ich nicht so sein wie meine Brüder und Schwestern?

Ich sage dir nicht, dass du als 14-Jähriger ein Coming-out haben sollst. Ich sage dir auch nicht, was in der Zukunft passieren wird, weil die Reise wichtig ist. Aber ich will, dass du weißt, dass Gott dich aus einem guten Grund so gemacht hat. Du bist nicht verflucht worden und musst nicht in die Hölle. Du hattest keine Wahl bei dieser Frage. Aber du hast ein Ziel im Leben, so wie jeder andere auch.

Wenn Typen sich im Umkleideraum das Maul zerreißen, dann erinnere dich daran, dass die meisten das nicht so meinen. Die sind nicht wirklich homophob. Diese Leute möchten es anderen Recht machen oder denken, dass man das halt so macht. Jeder hat Probleme, egal ob man schwul oder hetero ist. Du musst dich nicht alleine fühlen. Mein Rat ist: Finde jemanden, mit dem du darüber reden kannst, wie du dich fühlst in dir drinnen; jemanden, dem du vertraust und der dich nicht verurteilt oder bloßstellt. Du kannst nämlich nicht allein mit dieser Last herumlaufen. Du musst das mit jemandem teilen.

Ich habe bereits geschrieben, dass ich dir nichts von der Zukunft erzählen werde. Aber ich will dir eines sagen: Alles wird gut. Eines Tages wirst du glücklicher sein, als du es dir gerade vorstellen kannst. Und wenn du glaubst, dass du heute dein Geheimnis noch nicht preisgeben kannst, denke daran, dass die Welt sich ändert. Die Akzeptanz steigt. Und wenn die Zeit gekommen ist, wirst du der Welt zeigen können, was für ein toller Mensch du wirklich bist.

Robbie Rogers



Viele Homo-Aktivisten begrüßten den Brief und gaben zu, dass sie beim Lesen die eine oder andere Träne vergossen haben. Auch wenn der 14-jährige Robbie ihn nicht lesen kann, gibt es genug andere Teenager, denen der Brief heute helfen wird. (dk)

Mehr zum Thema:
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Tags: fußball, robbie rogers, usa
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Reaktionen zu "Robbie Rogers schreibt an sich selbst"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
11.07.2013
18:48:05


(+8, 8 Votes)

Von GeorgB


Ein schöner Brief.
Könnt ihr nicht eine russische Übersetzung ins Netz stellen? Da brauchen die Jungs und Mädchen das gerade sehr. Vielleicht stoßen sie ja beim Surfen drauf und es hilft ihnen, weil sie sich sonst keinem anvertrauen können.


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#2
11.07.2013
19:10:12


(+5, 7 Votes)

Von Sabelmann
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von GeorgB


Nicht nur in russisch!Es benötigt leider mehrere Sprachen um es der verunsicherten schwulen Jugend nahezubringen!


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#3
11.07.2013
19:12:04


(+7, 7 Votes)

Von tobias
Aus bremerhaven (Bremen)
Mitglied seit 25.03.2012


...habe auch so die eine oder andere Träne vergossen...

fussball is ja so überhauptnicht mein ding!!! aber das bezieht sich ja auf alle lebensbereiche.

mit 14 wusste ich auch schon, dass ich schwul bin. wollte es aber nicht wahrhaben und hatte angst.
erst mit 40 hatte ich den mut endlich offen auch zu mir zu sein!!!

hätte ich damals diesen brief gelesen wär sicher vieles anders gekommen.


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#4
11.07.2013
20:13:14


(+6, 6 Votes)

Von small
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Hammer!
Genau so etwas braucht es, um jungen Schwulen Mut zu machen.

Also bitte Herr Christiano Ronaldo....


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#5
11.07.2013
20:50:16


(+2, 4 Votes)

Von tobias
Aus bremerhaven (Bremen)
Mitglied seit 25.03.2012
Antwort zu Kommentar #4 von small


richtig!!! ...und löw auch


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#6
11.07.2013
21:37:34


(+4, 6 Votes)

Von m123


so rührend find ich den Brief ehrlich gesagt nicht. Vor allem find ich es gefährlich zu sagen "weil Gott dich so geschaffen hat". Damit lässt er andere 14-Jährige denken, dass es einen Gott gibt. Wenn diese dann zufällig bei streng religiösen Eltern aufwachsen, dann werden die die Existenz von Gott und den Glauben nicht so schnell in Frage stellen. Und dann haben die streng religiösen Eltern mehr Macht über sie, auch wenn sie sich nicht gegenüber ihren Eltern geoutet haben.

Die wichtigste Botschaft ist, dass wenn man aus der Schule rauskommt, dass es ziemlich genau DANN besser wird. Weil man dann aus dem homophobsten Dauerort im Leben, zu dem einen der Staat verpflichtet, rauskommt. Und die Schüler sollten bis dahin durchhalten und müssen sich nicht outen wenn es ihnen zu gefährlich erscheint. In meiner Schulzeit empfand ich es als zu gefährlich, weswegen ich mich nicht geoutet hab. Ich glaube wenn man doch drüber reden will mit wem, dann sollte man sich anonym an irgendwelche schwul-lesbbische Beratungsstellen wenden. Denn dort wird man 100%ig gestützt.

Am schwierigsten finde ich es den richtigen Partner für eine langfristige Beziehung zu finden, ohne in die schwule Szene abzudriften. Denn sobald man die schwule Infrastruktur benutzt kommt man in Kontakt mit der schwulen Szene wo es um Sex, Sex und nochmals Sex geht und die Wahrscheinlichkeit dort die Liebe seines Lebens zu finden eher gering ist. Ich glaube man braucht ziemlich viele "normale" soziale Kontakte, gute Freunde, gute Kollegen um über diese dann irgendwann durch Zufall den Richtigen kennenzulernen. Ein Coming Out gegenüber Freunden und Kollegen ist immer ein zweischneidiges Schwert. Man macht sich angreifbar und wenn jemand es übel mit einem meint, kann er das ausnutzen und gegen dich verwenden, egal wieviel Selbstbewusstsein man hat. Die Zeiten sind leider immer noch so. Andererseits hat man auch die Chance, wenn es gut läuft, zu erfahren ob derjenige vielleicht noch andere Schwule persönlich kennt. Ganz soooo selten sind wir nämlich nicht. Aber unter dem Strich bleibt es schwer, solange viele Nichtszeneschwule ihr Schwulsein verbergen und man es nicht erkennen kann.

Was man definitiv nicht machen darf, ist, jungen Schwulen zu vermitteln die Welt sei besonders schwulenfreundlich geworden. Hinter oberflächlicher, vermeintlicher Toleranz verbirgt sich nicht selten hässliche, teils auch subtile Homophobie. Man kann an politischen und religiösen Einstellungen und daran, wie gut jemand zu anderen Menschen ist, schnell erkennen wem man sich noch am ehesten anvertrauen kann, wo also wirklich echte Toleranz und Akzeptanz sehr wahrscheinlich vorhanden ist. Wer politisch eher links orientiert und nicht religiös ist, und andere Menschen, auch Minderheiten, gut behandelt, der wird wahrscheinlich auch eher tolerant und akzeptant gegenüber Homosexuellen sein. Ich glaube viel wichtiger als zu sagen "it gets better" oder "vertrau dich wem an", ist es jungen Schwulen Hinweise darauf zu geben, welche Menschen eher homophob sein könnten. Ältere, religiöse, politisch rechts orientierte Männer, die schlecht über Minderheiten reden, werden wahrscheinlicher homophob sein als jüngere, nicht religiöse, politisch links orientierte Frauen, die andere Menschen und Minderheiten gut behandeln. Dieses Wissen sollte man vermitteln.


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#7
11.07.2013
23:05:22


(+5, 5 Votes)

Von Marek


Toll!

Und er zeigt, dass alle die nach einem Outing befürchteten Dinge nicht passieren und nur faule Ausreden sind.

Ich wünschte, auch deutsche Spieler hätten den Mumm das Schmierentheater und Versteckspiel zu beenden, zu sich selbst zu stehen und ein echtes Vorbild an Sportsgeist zu sein.


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#8
11.07.2013
23:40:57


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Bewegend!


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#9
12.07.2013
01:03:35


(+4, 4 Votes)

Von sperling


in diesem brief wie auch in den vergleichbaren botschaften der "it gets better"-aktion wird eine ermunternde, akzeptierende und bestärkende botschaft an jugendliche gerichtet, die diese botschaft dringend benötigen.

was an diesen botschaften so bewegend ist, sind, glaube ich, gar nicht unbedingt die details dieser botschaften. anrührend und entsetzlich traurig ist das wissen, dass sehr viele jugendliche solche botschaften von niemandem sonst bekommen.

sie sind einsam, und es klafft eine große lücke zwischen ihrem bedürfnis, ihre ängste mitzuteilen und anerkennung und bestärkung für ihre unsichere psyche zu erhalten, und ihrem umfeld, das von diesen problemen nichts wissen will.

ich glaube, die meisten von uns erkennen diese situation wieder.

deine anregungen finde ich insgesamt sinnvoll und gut.

aber es geht vielleicht aktuell noch gar nicht so sehr darum, diese lücke perfekt zu füllen. zunächst einmal ist es gesellschaftlich ungeheuer wichtig, auf diese lücke erst einmal aufmerksam zu machen.

ich halte "it gets better" (das ja vermutlich auch für diesen brief pate stand) immer noch für eine der homopolitisch wichtigsten aktionen der neueren zeit.

haben die erfinder eigentlich schon einen preis dafür bekommen?


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#10
12.07.2013
02:16:49


(+1, 3 Votes)

Von keyjahn


Der Brief ist schon schön.
Die Aussage ist positiv.

Aber ich muss sagen, den Brief, den Darren Hayes vor seinem 40 Geburtstag an sein 15jähriges selbst geschrieben hat, ist um Längen besser.

Link zu www.facebook.com


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