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Homo-Themen im Fernsehen stehen dieses Jahr im Mittelpunkt des schwul-lesbischen Medienpreises: Zu den Nominierten gehört die „Des Kaisers schmutzige Wäsche“ (ZDF/Arte)

Für den schwul-lesbische Journalistenpreis sind dieses Jahr drei TV-Dokumentationen öffentlich-rechtlicher Sender nominiert.

Der "Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen" (BLSJ) hat am Freitag die Nominierungen für den Felix-Rexhausen-Preis 2013 bekannt gegeben. Damit wird jedes Jahr ein "besonderes publizistisches Engagement bei der Berichterstattung über Lesben, Schwule und Bisexuelle" gewürdigt.

Nominiert ist die österreichische Doku "Wenn Frauen Frauen lieben" (ORF 2), die aufzeigt, wie weit Vorurteile in der Alpenrepublik verbreitet sind. Außerdem können sich zwei historische Dokumentationen Chancen ausrechnen: Der Beitrag "Homosexuelle und der Paragraf 175" aus dem NDR-"Kulturjournal" fragt, ob die 50.000 Homosexuellen, die in der Bundesrepublik wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt worden sind, rehabilitiert werden können. Außerdem wurde die ZDF/Arte-Koproduktion "Des Kaisers schmutzige Wäsche" nominiert. Darin wird gemutmaßt, ob es zum Ersten Weltkrieg gekommen wäre, wenn Wilhelm II. auf einen Kreis schwuler Berater gehört hätte.

Der Sieger soll am 3. August gegen 16:30 Uhr auf der Hamburger CSD-Bühne am Jungfernstieg bekannt gegeben werden. Die Preisverleihung wird von der NDR-Journalistin Anja Reschke ("Panorama", "Zapp", "Wissen vor acht") moderiert. "In ihren Sendungen hilft sie regelmäßig, Missstände in der Republik aufzudecken – wer könnte da passender durch die Veranstaltung führen als sie?", erklärte Arnd Riekmann von der Rexhausen-Jury.

Der Preis sei weiterhin wichtig, weil die Medien nach wie vor eine entscheidende Rolle beim Abbau von Vorurteilen in der Bevölkerung spielen würden, so Riekmann weiter. "Leider ist eine faire Berichterstattung über Lesben und Schwule noch immer nicht selbstverständlich, wie beispielsweise homophobe Ausfälle von Gegnern der Öffnung der Ehe in Talkshows zeigen. Umso wichtiger ist es, dass wir mit unserem Preis Journalistinnen und Journalisten ehren, die wissen, wie es geht."

Mit dem mit 500 Euro dotierten Preis erinnert der ausschließlich ehrenamtlich organisierte BLSJ an den Namenspatron: Felix Rexhausen, deutscher Journalist, Schriftsteller und Satiriker, griff in seinen Publikationen als einer der ersten schon in den 1960er Jahren offen das Thema Homosexualität auf. Eingereicht werden konnten Beiträge, die zwischen Mai 2012 und März 2013 veröffentlicht wurden. Der Preisträger wird durch eine Jury, bestehend aus Medienwissenschaftlern, Medienschaffenden, sowie aus Mitgliedern des BLSJ, bestimmt.

Auch 2012 wurde bereits eine TV-Dokumentation ausgezeichnet: Der Journalist Jobst Knigge gewann für seine WDR-Dokumentation "Der Aids-Krieg" den Medienpreis (queer.de berichtete). Bereits in den vergangenen Jahren wurde die Auszeichnung auf CSD-Bühnen der Republik überreicht, zuletzt in München, Berlin und Frankfurt. (dk/pm)



#1 WäscheAnonym
#2 SmileyEhemaliges Profil
  • 12.07.2013, 14:03h
  • Ob die 50000 Homosexuellen die verfolgt wurden rehabilitiert werden können? KÖNNEN?

    Die müssen rehabilitiert werden. Völlig egal ob der §175 damals als grundgesetzkonform beurteilt wurde (BVG 1957). Der Rechtsstaat sollte selbst- und schuldbewußt zugeben daß es sich dabei um finsteres Unrecht gehandelt hat. Keine Ausreden mehr. Deshalb ist dieser Beitrag sehr wichtig und mE. auszeichnenswert.

    Dagegen eine Doku zum Liebenberger Kreis? Zu spekulativ. Ich weiß nicht ob es angesichts eines überbordenden Militarismus und nationalistischen Chauvinismus realistisch ist anzunehmen daß dieser kleine komplexbeladene, ebenso willensschwache wie großmäulige Wilhelm den Krieg tatsächlich hätte verhindern können. Die Mechanismen die die Mobilmachungen der beteiligten Mächte in Gang setzten waren zu groß, zu stark und zu zwingend für die erbärmlichen Zwerge die damals die Geschicke der Welt zu lenken glaubten.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 12.07.2013, 17:20h
  • Der NDR-Beitrag wird das Rennen machen! Darum, weil die Diskussion darüber hohe Wellen schlägt!
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