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  • 12.07.2013           85      Teilen:   |

Neuer Hass-Song

Bushido: "Du Schwuchtel wirst gefoltert"

Artikelbild
Bushido (l.) mit Shindy. Das Hetz-Video ist bei Youtube und anderen Seiten erschienen, die Single (Sony!) in allen möglichen Online- und Offline-Marktplätzen erhältlich (Bild: Screenshot Youtube)

In einem neuen Song nutzt der Skandal-Rapper wieder Homophobie zum Verkauf – und ruft zum Mord an Politikern auf.

Skandal-Rapper Bushido hat wieder zugeschlagen und einen Song mit homophoben Texten veröffentlicht. Damit nicht genug: In "Stress ohne Grund", zusammen aufgenommen mit Rapper Shindy, wird zum Mord an Politikern aufgerufen.

Das Lied, eine Single-Auskopplung des bei Sony erscheinenden Shindy-Albums "NWA", richtet sich ungewohnt hart gegen einige Politiker: "Ich will, das Serkan Tören jetzt ins Gras beisst", heißt es über den FDP-Politiker. Und: "Ich schieß auf Claudia Roth und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz." Das erinnert schon stark an den – später indizierten – Nazi- (und V-Männer-)Song "Diese Kugel ist für dich", der vor einem Jahrzehnt die Öffentlichkeit erschreckte. Auch in ihm war zum Mord an Prominenten aufgerufen worden.

Auch Homophobie kommt im neuen Bushido-Song wieder vor: "Es ist ganz normal: Männer lutschen keine Schwänze", heißt es im Refrain. An anderer Stelle: "Du wirst in Berlin in deinen Arsch gefickt wie Wowereit". Und, an einer Stelle, die sich direkt auf Tören bezieht: "Du Schwuchtel wirst gefoltert".

Fortsetzung nach Anzeige


Bislang nicht für Volksverhetzung bestraft

Bushido traf 2010 auf Teilnehmer des Transgenialen CSD in Kreuzberg
Bushido traf 2010 auf Teilnehmer des Transgenialen CSD in Kreuzberg

Wenige Stunden nach Veröffentlichung ist die Empörung der Medien groß – was wohl beabsichtigt ist. Aber hat er diesmal die Grenze zu einer Straftat überschritten? Erste Anzeigen sollen gestellt worden sein.

Der Grund für die Hetze gegen Tören: Der niedersächsische Bundestagsabgeordnete hatte in einem Schreiben an den Burda-Verlag die Aberkennung des Integrations-Bambis verlangt. Den hatte der 34-jährige 2011 erhalten, trotz zahlreicher Proteste vorab (queer.de berichtete).

Der mehrfach wegen Körperverletzungen und Beleidigungen, nie jedoch wegen Volksverhetzung verurteilte Rapper hatte immer wieder homophobe Sprüche in seine Songs eingebaut – und war auch ansonsten nicht zimperlich im Umgang mit Schwulen und Lesben. So zeigte er 2007 bei einem "Antigewaltkonzert" in Berlin LGBT-Aktivisten, die gegen seine homophoben Liedtexte protestierten, demonstrativ den Mittelfinger (queer.de berichtete). "Die Wichser können demonstrieren, sich aufhängen – ich scheiß drauf", sagte er dazu der "Bravo", die das Konzert ausgerichtet hatte.

2010 kam es am Rande des Transgenialen CSD in Berlin, als Teilnehmer zufällig Bushido entdeckten, zu einem Gerangel, bei dem der Rapper beleidigende und homophobe Sprüche abgab: Laut "taz" fielen unter anderem "Ihr seid Lesben? Ihr wurdet einfach nicht ordentlich durchgefickt" sowie "Ihr seid doch eh keine Männer – euch nehm ich nicht ernst" (queer.de berichtete). Ein Strafverfahren in der Sache wurde zugunsten einer weiteren Strafe wegen Polizistenbeleidigung eingestellt (queer.de berichtete).

Gefragter Mediengast

Ein pseudo-braver Bushido 2011 bei Markus Lanz
Ein pseudo-braver Bushido 2011 bei Markus Lanz

Eingestellt wurde 2005 auch ein Verfahren wegen einer Liedzeile "Ihr Tunten werdet vergast", die Bushido PR-wirksam an einen Journalisten verschickt und von diesem verbreitet worden war. Die Staatsanwaltschaft ging allerdings nicht von einer beabsichtigen Veröffentlichung aus (queer.de berichtete), der Song selbst erschien mit der Zeile "ihr Tunten werdet verarscht".

Das macht wenig Hoffnung, dass Bushido diesmal bestraft werden könnte. Bleibt die Frage, wie Medien mit ihm umgehen werden. Bislang war er gern gesehener Gast: Erst im November 2011 durfte er ohne besonders kritische Nachfragen bei "Markus Lanz" behaupten: "Ich war noch nie schwulenfeindlich" (queer.de berichtete).

Claudia Roth ließ am Abend verbreiten, sie sehe sich durch den Angriff Bushidos nur darin gestärkt, "wie wichtig der Kampf für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben, für die Rechte von Frauen und gegen jede Form des Antisemitismus ist". (nb)

Korrektur: "Stress ohne Grund" und "NWA" erscheinen beim Label ersguterjunge, das von Bushido gegründet wurde, und werden von Sony BMG vertrieben.

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Tags: bushido, rap, claudia roth
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Reaktionen zu "Bushido: "Du Schwuchtel wirst gefoltert""


 85 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
12.07.2013
20:01:59


(+18, 22 Votes)

Von Marek


Wer zu Folter und Mord aufruft, muss endlich wegen Volksverhetzung bestraft werden. Und seine Machwerke gehören verboten. Und der hat auch in Talkshows oder anderswo in den Medien oder auf Bühnen nichts zu suchen!

Würde er dasselbe über andere Minderheiten sagen, wäre das auch schon alles längst geschehen...


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#2
12.07.2013
20:04:32


(+19, 23 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Diese mutmaßliche Melange aus Aufmerksamkeitsdefizitstörung, Narzissmus, Menschenfeindlichkeit und Geschäftssinn namens Bushido hat sich diesmal hoffentlich zu weit aus dem Fenster gelehnt und wird seitens der namentlich erwähnten Politiker mit einer Strafanzeige überzogen. Es wäre dann abzuwarten, wie Richter hierzulande die Kunstfreiheit auslegen. Die notorische Schwulenfeindlichkeit dieses Herrn empfinde ich als ebenso widerlich wie den gesamten Text dieses Machwerks. Dennoch wird es eine Zielgruppe geben, die auch das "cool" und "abgefahren" findet und dem Herrn das Bankkonto weiter auffüllt. Zum Kotzen!


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#3
12.07.2013
20:07:27


(+9, 15 Votes)

Von luxi81
Aus Hamburg
Mitglied seit 10.04.2012


verknacken die kackbratze! darf ich jetzt eigentlich auch sagen - du möchtegern-deutscher mit migrantenhintergrund wirst gefoltert?!

aaaah nee - da bin ich ja n nazi


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#4
12.07.2013
20:07:58


(-8, 16 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Als der Skandal um Milli Vanilli hochkochte, da hat man sämtliche CDs der Band genommen und dann hat man die mit einer Dampfwalze plattgemacht! Das Gleiche sollte man mal mit den Bushido-CDs machen. Diese Kackbratze sollte mal mit einem mehrjährigen Berufsverbot belegt werden und die Sender MTV und VIVA seine Clips auf gar keinen Fall mehr ausstrahlen!

Wer außerdem zum Mord an Politikern aufruft, der gehört für immer weggesperrt (ich dachte schon, er erwähnt in seinem Liedtext mit den Löchern Volker Beck und nicht Claudia Roth)!


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#5
12.07.2013
20:09:07


(+11, 15 Votes)

Von Sebi


Wenn dieses Subjekt jetzt nicht sehr schnell gestoppt wird, wird der immer extremer werden und noch viel Schaden anrichten...


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#6
12.07.2013
20:11:52


(+11, 17 Votes)

Von Zeitfenster


Armer, armer Bushido. Wenn die Glanzzeiten vorbei sind und der große Erfolg ausbleibt, dann muss man wenigstens noch mit so einem Schwachsinn ein wenig Aufmerksamkeit erhaschen. Was für ein erbärmliches Würstchen!
Der Typ hat seine besten Jahre längst hinter sich, und wenn er seine Skandale und Skandälchen nicht regelmäßig inszenieren würde, dann würde keine Sau mehr über ihn sprechen.

Hoffentlich kriegt ihn die Staatsanwaltschaft diesmal an den Wickel!


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#7
12.07.2013
20:23:39


(+15, 19 Votes)

Von Raffael


Überall schlagen sich Wahnsinnige die Köppe ein und wir tolerieren hier in Deutschland so einen wahnsinnigen Hetzer.

Solche geistigen Brandstifter sind keinen Deut besser als die Leute, die Gewalt ausüben.

Dieser Abschaum muss endlich gestoppt werden.


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#8
12.07.2013
20:23:58


(+6, 12 Votes)

Von sperling


bin kein jurist: ist so ein gewaltaufruf nicht eindeutig strafbar?


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#9
12.07.2013
20:28:27


(+8, 12 Votes)

Von Nico


Wie lange sollen wir diese menschenverachtende Hetze noch tolerieren?

Solche Leute scheißen auf alle anderen! Die bekommt man nur, wenn es ihnen selbst an den Kragen geht. Sprich: wenn es ihm ans Geld geht...


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#10
12.07.2013
20:28:54


(-24, 34 Votes)

Von Aus Bad Homburg


Wäre der "Sänger" heute in der linken Szene aktiv und entsprechendes gegen Dr. Merkel oder den Heiligen Vater gesungen, wäre das Lied von nicht wenigen - in der besten Tradition der 68-er - wohl als "provokante politische Botschaft" bejubelt.


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