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Seltsame Koalitionen

Elton John lobt Papst


Wie passt der britische Sänger mit Mann und Kind zusammen mit dem Religionsführer, der vor der "Homo-Lobby" warnt?
Bild: Ernst Vikne / flickr / cc by-sa 2.0


Sir Elton John ist ein Papst-Fan. Aber das beruht wohl nicht auf Gegenseitigkeit.

2006 hatte der britische Künstler in einem Interview noch gesagt, dass Religionen immer versuchten, "Hass gegen homosexuelle Menschen" zu erzeugen. Die Christianisierung würde Menschen zu "hasserfüllten Lemmingen" machen, so John weiter. Jetzt hat er aber Kreide gefressen: In der italienischen "Vanity Fair", die Papst Franziskus zum "Mann des Jahres" erklärte, wird der 66-Jährige in diesem Monat mit folgenden Worten zitiert:

Franziskus ist ein Wunder der Bescheidenheit im Zeitalter der Eitelkeit. Ich hoffe, er verbreitet seine Botschaft weiter an die am meisten marginalisierten Gruppen, zu den Gruppen, die am ehesten Liebe brauchen, zum Beispiel Homosexuelle. Dieser Papst scheint die Kirche zurückbringen zu wollen zu den Urwerten Christi. […] Wenn er Kindern, Frauen und Männern, die mit HIV und Aids leben […], seine Hand gibt, wird dieser Hoffnungsschimmer mehr Licht bringen als jede Fortschritt durch die Wissenschaft, weil es keine Medikamente für die Kraft der Liebe gibt.

Redet der "Rocket Man" wirklich über die Person, die gegen die "Homo-Lobby" in der Kirche hetzt? Redet er über die Person, die die Gleichstellung von Homosexuellen als "anthropologischen Rückschritt" bezeichnet? Redet er über die Person, die in Frankreich für das Ende der "Ehe für alle" wirbt? Immerhin hat ja Elton John erst vor wenigen Monaten seine Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass er in England in Kürze "richtig" heiraten kann (queer.de berichtete).

Die Entwicklung ist aber nichts Neues: Elton John hat sich schon vorher mit Menschen gemein gemacht, die Homosexuelle – sagen wir es zurückhaltend – generell für ein Problem halten. So gab er vor wenigen Jahren ein Konzert für den US-Radiokommentator Rush Limbaugh, der Homosexualität gerne mal mit Tier-Sex oder Pädophilie in Verbindung bringt. Aber immerhin ist dieser Einsatz zu erklären: Limbaugh hat dem Briten eine Million Dollar gezahlt, damit er auf seiner Hochzeit singt. Gibt es vielleicht bald ein prunkvolles Konzert im Vatikan? (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 LorenProfil
  • 19.07.2013, 15:32hGreifswald
  • Elton John hat seit ca. 10 Jahren keinen Song mehr veröffentlicht, der meinen Geschmack auch nur annähernd trifft. Selbiger heißt "It's getting dark in here" (2004). Ich frage mich nach seinen uninformierten Äußerungen, ob sich der Titel womöglich auf sein Oberstübchen bezieht. Die Zeiten des "Madman across the Water" scheinen endgültig vorbei zu sein.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 sperlingAnonym
  • 19.07.2013, 17:32h
  • >"Wenn er Kindern, Frauen und Männern, die mit HIV und Aids leben [], seine Hand gibt, wird dieser Hoffnungsschimmer mehr Licht bringen als jede Fortschritt durch die Wissenschaft, weil es keine Medikamente für die Kraft der Liebe gibt."

    so isses wohl, wenn man in einer hölle aus schlechter poesie lebt statt in der politischen realität.

    alle wissentlich hiv-positiven, die ich kenne, würden sich die hand eher abhacken als die bergoglios zu ergreifen.
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#4 daVinci6667
  • 19.07.2013, 18:12h

  • Jetzt habe ich eine CD von Elton John weniger...Sie stand gerade zufällig zuvorderst im CD-Regal...

    Mein Mann verstand erst nicht...Dann zertrampelte er die nächste!

    Es mag Menschen geben die Spagate machen können. Die z.B. gläubige Katholiban sind und schwul. Oder schwul sind und doch gen Mekka zu Allah beten. In der Tat können die intern vielleicht etwas bewirken.

    Oder auch gar nichts und mit Verachtung und Hass bestraft werden...

    Sowas wollen wir uns nicht antun. Denn beim Spagat landet man früher oder später schmerzhaft auf seinen Eiern.

    Wir haben noch 4 CDs von Sir Elton John. Es liegt an ihm wie lange noch!
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#5 alexander
  • 19.07.2013, 18:35h
  • offenbar ertragen privilegierte schwule die tatsache nicht, dass weniger bevorzugte (auch für sie!) eine menge erreicht haben! zumindest wenn sie für die erreichten "verbesserungen zu der hetennormalität", zu denken aufhören und alles als "selbstverständlich" (ihnen zustehend!), betrachten!
    schwupps, kommt der "konservative" zum vorschein!
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#6 Foxie
  • 19.07.2013, 19:09h

  • Was für oberpeinliche Schleimerei.
    Will Sir.Elton auf seine alten Tage etwa katholisch werden?
    Grrrrhhhh!
    Aber meine "Lion King"-Soundtrack
    CD behalte ich!
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#7 Harry1972Profil
  • 19.07.2013, 20:40hBad Oeynhausen
  • Das zeigt doch bloß eindrucksvoll, was ich immer schon gesagt habe. Wir Menschen sind nunmal egoistische Bestien.
    Wie weit jeder Einzelne dabei geht, hat nur mit der Persönlichkeit zu tun. Elton John geht sehr weit, für meinen Geschmack zu weit und wird von mir ebenso leichtfertig aussortiert, wie ihm so eine opportunistische Scheisse über die Lippen kommt.
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#8 GerdBerlinAnonym
  • 19.07.2013, 20:48h
  • Redet der "Rocket Man" wirklich über die Person, die gegen die "Homo-Lobby" in der Kirche hetzt?"

    Ist queer.de nicht in der Lage zu erkennen, dass die Homo-Lobby im Vatikan aus verklemmten erzkonservativen Homosexuellen besteht, die der emanzipierten Schwulenbewegung in den Rücken fällt? Diese Homo-Lobby stabilisiert mit ihrem Dasein die Katholische Kirche! Je schneller sie verschwindet, um so besser!
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#9 kuesschen11Profil
  • 19.07.2013, 23:18hDarmstadt
  • Von Elton John habe ich nur eine CD im Regal.

    Er ist ein guter Musiker, aber der Ausdruck seiner Stimme konnte mich nie tief in der Ehrlichkeit berühren, wie das andere Sänger und Sängerinnen geschafft haben. Eine gewisse Arroganz schwingt bei ihm immer mit. Er trägt seinen Mantel nach dem Wind und dafür sympathisiert er selbst mit dem Papst, wenn es für ihn denn einen Vorteil bringt.

    Als großer, etablierter Sänger könnte Elton John doch mal ein Liebeslied für seinen Mann komponieren und veröffentlichen oder zumindest ein Lied über die gleichgeschlechtliche Liebe schreiben. Das würden ihm viele Menschen als ehrlich abnehmen.

    Die Kraft der Liebe geht ja bekanntlich viele Wege ...
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#10 Roman BolligerAnonym
  • 20.07.2013, 00:34h
  • Die Ärzte sind schuld am gestörten Output, wird Elton jetzt argumentieren: Bei der Haartransplantation passierte ein Malheur und die Haare wurden statt in der Kopfhaut im Gehirn verankert mit den konsekutiven synaptischen Dysfunktionen.

    Es könnte natürlich genau so gut sein, dass Elton John einfach ein Opportunist ist wie Jennifer Lopez, welche Diktatoren aus der Hand frisst.
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