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Der 83-jährige Altkanzler hat für einen schwulen Freund die Rolle des Trauzeugen übernommen (Bild: kasonline / flickr / by 2.0)

Auf seine alten Tage hat Helmut Kohl offenbar noch einmal eine "geistig-moralische Wende" vollzogen: Der Altkanzler war Trauzeuge bei der Eintragung einer Lebenspartnerschaft in Bayern.

Bei der Hochzeit von Helmut Kohls Anwalt Stephan Holthoff-Pförtner mit seinem Partner Klaus Sälzer übernahm der sechste deutsche Bundeskanzler Anfang Juli am Tegernsee die Rolle des Trauzeugen. Das hat der 83-Jährige am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bestätigt. Er erklärte: "Ich habe es – gerade auch menschlich – für einen guten Freund sehr gern getan".

Zuvor hatte die "Bunte" bereits gemeldet, dass Helmut Kohl mit seiner Frau Maike Kohl-Richter neben Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) und Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und dessen Lebenspartner Michael Mronz an der feierlichen Schließung der Lebenspartnerschaft teilgenommen habe. Allerdings war bislang unbekannt, dass er eine Rolle in der Zeremonie gespielt hat. Weil der Altkanzler im Rollstuhl sitzt, wurde die Verpartnerung nicht im Trauungszimmer im ersten Stock durchgeführt, sondern in einem Raum im Erdgeschoss.

Anwalt vertrat Kohl bei Spendenaffäre

Kohl kennt den Anwalt Holthoff-Pförtner bereits seit langem: So vertrat der Anwalt 1999 den abgewählten Kanzler in der CDU-Parteispendenaffäre. Die Staatsanwaltschaft Bonn eröffnete damals ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue gegen Kohl, das 2001 nach einer Zahlung in Höhe von 300.000 Mark eingestellt wurde.

Holthoff-Pförtner wurde auch durch andere Verfahren gegen Prominente bekannt: So verteidigte er 2005 den Fußballschiedsrichter Robert Hoyzer, der wegen Betruges im Rahmen des Wettskandals angeklagt wurde. Fünf Jahre später war Adolf Sauerland, damals CDU-Oberbürgermeister in Duisburg, sein Mandant. Sauerland musste sich nach dem Loveparade-Unglück verteidigen. Außerdem beriet Holthoff-Pförtner 2012 den ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus in der EnBW-Affäre. Mappus machte sich vor allem als Gegner von Homo-Rechten im Südwesten einen Namen (queer.de berichtete).

Helmut Kohl war von 1982 bis 1998 Bundeskanzler einer schwarz-gelben Regierungskoalition. Bei seinem Amtsantritt versprach er mit seinem Schlagwort von der "geistig-moralischen Wende" konservative Politik. Homo-Rechte waren nie eine Priorität der Regierung. In seine Amtszeit fiel aber die Streichung des Paragrafen 175, die wegen der Rechtsanpassung mit der ehemaligen DDR auf Initiative der FDP durchgesetzt wurde.

Der ehemaliger Hamburger Bürgermeister Ole von Beust behauptet, dass sich Kohl 1997 gegen seine Kandidatur in Hamburg ausgesprochen habe, offenbar wegen der sexuellen Orientierung des Norddeutschen (queer.de berichtete). Der Altkanzler hat dazu nie Stellung genommen. (dk)



#1 Lars3110
  • 19.07.2013, 16:27h
  • Ich fordere ein Verpartnerungsverbot für alle Menschen, die uns Steine in den Weg gelegt haben!!!!

    Ist doch seltsam, dass sich dieser Bonzenanwalt jetzt, nachdem die steuerliche Gleichstellung durch ist, sich verpartnert. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

    Jetzt ernten leider auch die Idioten die Früchte, die sie nie wollten und immer vergiftet haben.
    Sollen sie doch dran ersticken.
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#2 reiserobbyEhemaliges Profil
#3 goddamn liberalAnonym
  • 19.07.2013, 16:38h
  • Antwort auf #1 von Lars3110
  • "Jetzt ernten leider auch die Idioten die Früchte, die sie nie wollten und immer vergiftet haben."

    Stimmt natürlich.

    Bischof Algermissen wird sich trotzdem über den schwarzen Kohl noch schwärzer ärgern, als er ist.

    Und er ist nicht allein.

    Urgesteine werden weich.

    Und das ist wiederum gar nicht soooo schlecht.

    Und jetzt die tränenerstickte Rührung aus Bad Homburg!!!
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#4 Foxie
#5 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 19.07.2013, 16:47h
  • Antwort auf #3 von goddamn liberal
  • Homofeindlichkeit kann und konnte man Kohl nicht nachweisen, vielmehr attestieren, dass er Homosein und christliche Bürgerlichkeit als für miteinander vereinbar erachtet. Schließlich hat es Birne auch nicht gestört, dass sein "Mädel" eine Lesbe sein soll.
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#6 Aus Bad HomburgAnonym
  • 19.07.2013, 16:51h
  • Das überrascht mich kaum. Wer unter den lebenden Altkanzlern hätte dazu ein größeres moralisches Recht als der, unter dessen Regierung 175 abgeschafft wurde: etwa ein anderer Helmut, der bereits in den 70-ern als Innenminister von Hamburg die Klappen vor den Schwulenbars einrichten ließ oder vielleicht ein Geschäftspartner von Putin ?
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 ZeitfensterAnonym
  • 19.07.2013, 17:17h
  • Ich will nicht verhehlen, dass es auch eine Wirkung haben mag, wenn der Altkanzler sich als Trauzeuge für eine Verpartnerung zur Verfügung stellt. Das ist vielleicht der positive Aspekt.

    Trotzdem zeigt es für mich aber auch den Irrsinn der Homo-Debatte unter den Konservativen. Einerseits die Gleichstellung bekämpfen und ständig etwas über die Werte der traditionellen Familie faseln, aber dann zur "Homo-Hochzeit" gehen und den Trauzeugen geben. Irgendwie verrückt...!

    Ich hoffe, dass sowas der Öffentlichkeit zeigt, dass die Konservativen selbst nicht mehr an den Quatsch glauben, den sie verbreiten. Der Zug ist abgefahren und "die Schwatten" werden es nicht mehr verhindern können. Das hat wohl auch der alte Helmut eingesehen......
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#9 alexander
  • 19.07.2013, 17:30h
  • Antwort auf #1 von Lars3110
  • deine rede :
    [Jetzt ernten leider auch die Idioten die Früchte, die sie nie wollten und immer vergiftet haben.
    Sollen sie doch dran ersticken.]
    schlimmer noch, diese idioten profitieren auch noch am meisten von diesen "früchten", im verhältnis zu "normalschwulen"!!!
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#10 alexander
  • 19.07.2013, 17:42h
  • [Er erklärte: "Ich habe es gerade auch menschlich für einen guten Freund sehr gern getan".]
    so klingt es in der CDSU :
    "ICH BIN GRUNDSÄTZLICH GEGEN GLEICHE RECHTE FÜR HOMOSEXUELLE PARTNERSCHAFTEN, WEIL DER SCHUTZ DER "EHE", GEWÄHRLEISTET BLEIBEN MUSS, NACH UNSEREM GRUNDGESETZ!!!!!"
    DANN WIRD ABER " GEMENSCHELT"!!!
    aber alle haben sie "nette, schwule, langjährige freunde!!!??? die vor allem noch VERLOGENER SIND, ALS SIE SELBST!!!
    schade, dass die prügelstrafe und der pranger abgeschafft wurden! dieser misthaufen wäre es wert tagelang zur volksbelustigung zu dienen!
    es ist mehr als ZUM KOTZEN!!!
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