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Bürgermeister Jón Gnarr beim Reykjavik Pride 2010, 2011 und 2012

Vom 6. bis 11. August 2013 lädt Islands Hauptstadt Reykjavik zum 15. "Hinsegin dagar" – dem vermutlich einzigen CSD, bei dem man auch Wale beobachten kann.

Welches Outfit wird Jón Gnarr wohl in diesem Jahr wählen? Reykjaviks heterosexueller Bürgermeister gilt als einer der größten Unterstützer der queeren Community; homophobe Menschen nannte er Arschlöcher, und wegen des Verbots von "Homopropaganda" in Russland will er die Städtepartnerschaft mit Moskau beenden.

Natürlich lässt sich der ehemalige Komiker und Gründer der Spaß- und Protestpartei "Besti flokkurinn" den Auftritt beim jährlichen CSD nicht nehmen. Im vergangen Jahr fuhr er als Pussy Riot mit roter Sturmhaube bei der Parade mit, 2010 und 2011 schmiss er sich in einen Fummel. Foto-Teller mit diesen Motiven gehen in Reykjaviks Souvenirläden noch immer weg wie warme Semmeln.

Fast die gesamte Insel ist auf den Beinen


Nordischer Engel beim Reykjavik Pride (Bild: Helgi Halldórsson / flickr / by-sa 2.0)

Das Geheimnis um das diesjährige CSD-Outfit des Bürgermeisters wird am 10. August gelöst. Zum 15. Mal findet dann in Reykjavik der "Hinsegin dagar" statt, wie der Gay Pride auf Isländisch genannt wird. Das Event hat sich gewaltig gemausert: Wurden 1999 nur 1.500 Teilnehmer gezählt, kommen mittlerweile fast 100.000 Besucher zum größten kleinen CSD der Welt, der gleichzeitig das größte isländische Festival ist. Das muss man sich mal vorstellen: Am zweiten August-Wochenende ist im wahrsten Sinn des Wortes fast die gesamte Insel auf den Beinen, die insgesamt ja nur 320.000 Einwohner hat.

Auch politisch gesehen,ist das kleine Land viel weiter als Deutschland: So wurde die Ehe auf Island bereits 2010 für Lesben und Schwule geöffnet – ohne eine einzige Gegenstimme im Parlament. Bis zum Mai 2013 war Island mit Jóhanna Sigurðardóttir das einzige Land der Welt mit einer offen lesbischen Regierungschefin.

Kostenloses Outdoor-Konzert mit Páll Óskar


Regenbogen-Elfe beim Reykjavik Pride (Bild: Helgi Halldórsson / flickr / by-sa 2.0)

Doch zurück zum CSD: Nach der Parade am Samstag findet traditionell ein kostenloses Outdoor-Konzert in der Altstadt statt, bei dem natürlich auch Islands schwuler Eurovision-Teilnehmer Páll Óskar nicht fehlen darf. Vom 6. bis 11. August 2013 stehen darüber hinaus Konzerte, Ausstellungen, ein schwul-lesbischer Stadtrundgang und ein gemeinsamer Ausflug für Regenbogenfamilien auf dem Programm. Selbst eine "Queer Cruise" zum CSD wird angeboten, bei der man Wale beobachten kann – das dürfte weltweit einmalig sein.

Die LGBT-Reiseagentur "Pink Iceland" bietet zudem besondere "Gay Pride Packages" an, mit denen man auch die einmalige Natur der toleranten Insel entdecken kann.

Was für einen Besuch Island gerade im Sommer spricht: Bei angenehmen Temperaturen ist es im August fast 24 Stunden am Tag hell. Dennoch ist das kleine, nördliche Land, das so weit abgelegen scheint, in Wirklichkeit nur dreieinhalb Flugstunden von Deutschland entfernt. (cw)

Anreise

Für eine Reise nach Island empfehlen wir Icelandair. Die Fluggesellschaft unterstützt nicht nur seit vielen Jahren schwul-lesbische Events wie den Reykjavik Pride, sondern gilt mit ihrer strikten Antidiskriminierungspolitik als einer der LGBT-freundlichsten Gesellschaften der Branche. Islands internationaler Flughafen Keflavik wird aus Deutschland direkt von Hamburg, Frankfurt und München angeflogen. Am 1. Juni wurde auch eine Verbindung nach Zürich aufgenommen. Bei Flügen nach Nordamerika kann ein kostenloses Stopover auf Island eingelegt werden.


#1 SmileyEhemaliges Profil
  • 22.07.2013, 14:38h
  • Geliebtes Island.

    Das wären nach Adam Rise und Eva Zwerg umgerechnet für den CSD Berlin um die 25 Millionen Besucher.

    Zutiefst beeindruckendes Volk. Víkingar.
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#2 w66hAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 FelixAnonym
#5 AlexandreAnonym
  • 22.07.2013, 20:50h
  • Ich weiß nicht, was an schrillen Karnevalsveranstaltungen (höflich formuliert) so fortschrittlich sein soll...
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#6 FelixAnonym
  • 22.07.2013, 21:43h
  • Antwort auf #5 von Alexandre
  • 1.
    Eine politische Demo für Gleichstellung wird nicht schrill und kein Karneval, nur weil man die Demo mit Freude verbindet und nicht bierernst und sauertöpfisch rumläuft.

    Zumal ja hier von queer.de nur ein paar Beispielbilder verwendet wurden.

    2.
    Dass Island fortschrittlicher ist, bezieht sich nicht auf den CSD, sondern auf die rechtliche Gleichstellung, die Anti-Diskriminierungs-Gesetze, die gesellschaftliche Akzeptanz, etc.
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#7 daVinci6667
  • 22.07.2013, 22:41h

  • Tja Island macht uns vor wie es dann mal aussieht, wenn Schwule und Lesben wirklich in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind!

    Wenn jeder dritte Einwohner des Landes am CSD teilnimmt muss keiner mehr Angst vor einem Coming-Out haben!

    Danke liebes Queer.de für diesen Artikel! Wir lesen hier ständig die abstrusesten Meinungen von Religioten aller Art, von konservativen Politikern und Diktatoren, von grässlichsten Verbrechen an unseren warmen Brüdern und Schwestern abderswo und und und.

    Da ist einmal so eine Nachricht Balsam für Körper und Geist!!
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#8 AlexandreAnonym
  • 23.07.2013, 08:29h
  • Groteske Outfits haben für mich mit Freude nichts zu tun - und Normalität noch lange nichts mit Sauertöpfischkeit und Bierernstheit...
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#9 FelixAnonym
  • 23.07.2013, 09:10h
  • Antwort auf #8 von Alexandre
  • Und wer definiert, was normal ist? Du? Genauso wie Kirchen definieren wollen, was normal ist und was nicht?

    Wir werden NIEMALS gleichgestellt sein, wenn wir nicht endlich auch innerhalb unserer Gemeinschaft Vielfalt akzeptieren und verstehen, dass "normal" kein absoluter Begriff ist, sondern etwas rein subjektives, was jeder für sich selbst definiert.

    Zumal das ja nur Beispielfotos sind. Ist z.B. dieser hübsche Mann unnormal, weil er Regenbogen-Flügel an hat? Oder ist diese Frau unnormal, weil sie eine Hawaii-Girlande im Haar hat und die Wimpern in Regenbogenfarben?

    Unsere graue Welt kann ein paar bunte Paradiesvögel gut gebrauchen und so wie die mich nicht als graue Maus bezeichnen, weil ich so aussehe, wie Du es wahrscheinlich von allen wünschst, genauso werde ich die auch akzeptieren und freue mich über diese Leute.
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#10 Simon HAnonym
  • 23.07.2013, 09:12h
  • Antwort auf #8 von Alexandre
  • Wenn Du ein Problem mit Leuten hast, die nicht Deinem Idealbild von Schwulen und Lesben entsprechen, ist das Dein Problem - nicht deren.

    Eigentlich beweisen Deine Kommentare nur, dass Du ein Problem mit Dir selbst hast.

    Wer sich selbst voll akzeptieren kann, hat auch kein Problem mit Leuten, die vielleicht etwas bunter rumlaufen als man selbst. Das ist nicht "grotesk", sondern genauso Teil der bunten, menschlichen Vielfalt wie ein grauer Anzug.
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