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Heinrich Bedford-Strohm ist seit November 2011 Chef der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern

In der Debatte um die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen verteidigt der evangelische Landesbischof von Bayern die Gleichwertigkeit von homosexuellen Beziehungen.

Heinrich Bedford-Strohm, der Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, hat in einem von der Landeskirche auf Youtube veröffentlichten Video erklärt, dass die Ehe das Leitbild bleibe, aber nicht auf die traditionelle Mann-Frau-Beziehung eingeengt werden dürfe. Der 53-Jährige sagte, dass sich Homosexuelle ihre sexuelle Orientierung nicht aussuchten und daher die gleichen christlichen Maßstäbe angewandt werden sollten wie für Heterosexuelle: "Der entscheidende Punkt ist, dass da, wo Menschen gleichgeschlechtlich zusammenleben […], genau das gleiche gelten muss wie bei der Ehe auch – nämlich dass sie verbindlich miteinander leben."

Wenn Homosexuelle heiraten wollten, sei dies ein gutes Zeichen: "Es kann uns nichts besseres passieren, als wenn Menschen, die in solchen Lebensgemeinschaften leben, das für sich als erstrebenswertes Ziel sehen, dass sie sich nicht wechselseitig fallen lassen, sondern mit dieser Verbindlichkeit leben". Dieses Streben sei "im besten Sinne biblisch".

Bedford-Strohm stellte sich damit hinter die vor einem Monat von der EKD veröffentlichten Orientierungshilfe "Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken". Darin bezeichnet die evangelische Kirche erstmals homosexuelle Beziehungen als "gleichwertig" mit heterosexuellen Ehen (queer.de berichtete). Bei Evangelikalen und Katholiken war die Orientierungshilfe auf Kritik gestoßen. Sie halten die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben für eine Abwertung der heterosexuellen Ehe.

Youtube | Das Interview mit Bischof Bedford-Strohm

"Lebenslange Verbindlichkeit" auf "moderne Formen" der Familie übertragen

Landesbischof Bedford-Strohm beharrte darauf, dass die Orientierungshilfe die heterosexuelle Ehe nicht abwerte. Intention sei gewesen, die biblisch geforderte "lebenslange Verbindlichkeit" auch auf "moderne Formen" der Familie zu übertragen. "Letztlich geht es darum, solche Wertmaßstäbe so breit wie möglich in der Gesellschaft zu verankern", so Bedford-Strohm.

Innerhalb der 20 evangelischen Landeskirchen gibt es in Deutschland Streit darüber, ob Homosexuelle gleich behandelt werden sollen. So sind in mehr als der Hälfte der Landeskirchen Segnungen von homosexuellen Paaren möglich. In konservativen Landeskirchen werden Pfarrer aber sogar gefeuert, wenn sie in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft zusammenleben (queer.de berichtete). (dk)



#1 AlexAnonym
  • 22.07.2013, 16:12h

  • Schön, dass es auch noch vernünftige Menschen gibt, die Liebe über Hass stellen.
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#2 GerdBerlinAnonym
  • 22.07.2013, 16:16h
  • Die evangelischen Landeskirchen sind die einzigen Kirchen, in denen schwule Männer das Gefühl haben können, willkommen zu sein.
    Schwule sollten nicht mit der Römisch-katholischen Kirche, mit evangelischen Freikirchen oder mit charismatischen und evangelikalen Gruppen herum experimentieren. Das bringt auf Dauer nur Frust.
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#3 VolumeProProfil
  • 22.07.2013, 16:31hMönchengladbach
  • Ich selbst bin Atheist und habe daher mit Kirchen als solches nichts am Hut. Für mich ist das alles unnötig.
    Aber wenn ein Schwuler oder eine Lesbe dem christlichen Glauben folgt, dann halte ich die Evangelische Kirche in Deutschland für erste Wahl.

    Auch bin ich dafür, dass der seltsame Mann aus Russland, Kyrill oder wie er heißt, sich mal von Herrn Bedford-Strohm in Bibelkunde unterrichten lässt. Da wird er mit Sicherheit viel lernen können.
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#4 Martin28a
#5 AndreasAnonym
#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 GerdBerlinAnonym
  • 22.07.2013, 17:08h
  • Antwort auf #5 von Andreas
  • Die Alt-Katholische Kirche unterscheidet zwischen der kirchlichen Ehe für Heteros und der kirchlichen Segnung für Homos.
    Damit liegt sie also deutlich hinter den evangelischen Landeskirchen zurück.
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 22.07.2013, 17:25h
  • Antwort auf #2 von GerdBerlin
  • "Schwule sollten nicht mit der Römisch-katholischen Kirche, mit evangelischen Freikirchen oder mit charismatischen und evangelikalen Gruppen herum experimentieren. Das bringt auf Dauer nur Frust."

    Meine Erfahrung ist:

    Das gilt eigentlich für alle vernunftbegabten Christinnen und Christen - unabhängig von ihrer sexuellen Identität.
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#9 HugoAnonym
  • 22.07.2013, 17:57h
  • Sag noch einer Bayern währ konservativ.
    Da sieht man, das die evangelische Kirche weit voraus der katholischen kirche ist.
    Weiter so Herr Heinrich Bedford-Strohm, sie sprechen mir aus dem Herzen:
    "Es kann uns nichts besseres passieren, als wenn Menschen, die in solchen Lebensgemeinschaften leben, das für sich als erstrebenswertes Ziel sehen, dass sie sich nicht wechselseitig fallen lassen, sondern mit dieser Verbindlichkeit leben". Dieses Streben sei "im besten Sinne biblisch".
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#10 Roman BolligerAnonym