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  • 23.07.2013           56      Teilen:   |

"Rachekommando"

Kieler Landgericht bestätigt Urteil gegen homophoben Messerstecher

Artikelbild
Der Mann muss nach dem Urteil eines Schöffengerichts für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Die Verteidigung hat jedoch eine Revision angekündigt (Bild: Wiki Commons / Mylius / GFDL-1.2)

Ein aus dem Jemen stammender Mann muss ins Gefängnis, weil er den Freund seines schwulen Schwagers mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt hatte.

Das Landgericht in Kiel hat nach einer viertägigen Verhandlung die Verurteilung eines 25-jährige zweifachen Vaters im Fall "Rachekommando" bestätigt. Das erklärte eine Gerichtssprecherin gegenüber den "Kieler Nachrichten". Der Beschuldigte war von einem Schöffengericht zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er Ende Februar 2012 einen schwulen 44-Jährigen in dessen Wohnung in Kiel-Gaarden mit einem Messer attackiert hatte.

Das Opfer erlitt schwere Schnittverletzungen im Gesicht und am Unterarm. Der Grund für den Überfall: Der 19-jährige Bruder der Frau des Angeklagten führte eine Beziehung mit dem 44-Jährigen. Mit dem Angriff wollte der mutmaßlich homophobe Täter dem schwulen Mann eine Lektion erteilen, war das Schöffengericht überzeugt.

Das Landgericht schloss sich diesem Urteil an. Es stützte sich auf die Aussage des Opfers, das schwere Schnittverletzungen im Gesicht und am Unterarm erlitten hatte. Noch heute ist eine neun Zentimeter lange Narbe vom Mundwinkel bis ans Jochbein sichtbar. Der Angeklagte schwieg zum Tathergang.

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Verteidigerin kündigt Revision an

Dennoch ist das Urteil noch nicht rechtskräftig: Verteidigerin Annette Marberth-Kubicki will Revision einlegen. Dieses Rechtsmittel erlaubt nicht, neue Beweise oder Argumente vorzulegen; die Verteidigung kann lediglich Rechtsfehler geltend machen. Die Anwältin rügt in diesem Fall, dass der 19-jährige Schwager von Polizeibeamten nicht über sein Zeugnisverweigerungsrecht belehrt wurde. Dem junge Mann, der sich zur Tatzeit verängstigt im Badezimmer eingeschlossen hatte, sei nicht mitgeteilt worden, dass er nicht gegen seinen Onkel hätte aussagen müssen, weil er mit ihm verwandt ist. Daher sei seine Aussage vor Gericht nicht verwertbar, so die Anwältin. Das Verfahren wird voraussichtlich frühestens im Herbst eröffnet.

Im Urteil der ersten Instanz fiel strafverschärfend ins Gewicht, dass der vorbestrafte mutmaßliche Täter unter Bewährung stand. Auch die psychischen Folgen für das Opfer führten zur vergleichsweise hohen Haftstrafe: Der 44-Jährige gab nicht nur seine Wohnung auf, sondern zog aus Angst in eine andere Stadt. (cw/dk)

Mehr zum Thema:
» Messerattacke auf Freund des schwulen Schwagers (01.06.13)
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Tags: homophobe gewalt, messerattacke, rachekommando, kiel
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Reaktionen zu "Kieler Landgericht bestätigt Urteil gegen homophoben Messerstecher"


 56 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
23.07.2013
13:24:42


(+9, 13 Votes)

Von Fennek


Richtig so!

Das Opfer wurde im Gesicht entstellt. Das Urteil gegen diesen Homohasser ist sogar noch viel zu milde...


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#2
23.07.2013
13:45:27


(+8, 10 Votes)

Von chris
Aus Dortmund (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2008
Antwort zu Kommentar #1 von Fennek


Genau das habe ich mir gerade auch gedacht.

"Auch die psychischen Folgen für das Opfer führten zur vergleichsweise hohen Haftstrafe."

Hoch genug ist die Strafe allerdings nicht. Alleine schon das "vergleichsweise" zeigt, dass unsere Jusitz mit solchen Taten viel zu lasch umgeht.

Wäre das Strafmaß eigentlich höher gewesen, wenn das Opfer nicth schwul gewesen wäre?


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#3
23.07.2013
14:02:01


(-3, 15 Votes)

Von DerUli


Wartet mal, bis "TheDad" diesen Artikel kommentiert. Dann erklärt er euch, weswegen der Messerstecher nicht ins Gefängnis soll. Das wird lustig :-)

Oder lest ganz einfach seine Kommentare unter dem verlinkten ersten Artikel zu dem Thema.


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#4
23.07.2013
14:12:25


(+8, 12 Votes)

Von -hw-


Hat zwar nichts mit dem Prozess zu tun:

Zwei Angreifer aus der Ansar al-Sharia-Gruppe im Jemen eröffneten am Abend des 15.07. in der Provinzhauptstat Huj das Feuer auf den 20-jährigen Hashem al-Asmi. (AFP)

Er ist dort der 34. Ermordete, der in dieser Weise einer vermuteten Homosexualität zum Opfer fiel.

Ansar al Sharia hat mittlerweile Filialien z.B. in:
Libyen, Syrien, Tunesien, Ägypten, Jemen, Bosnien, Tschetschenien, Dagestan, Kosovo,....

Die Aktivitäten lassen sich natürlich mit Informationsvorsprüngen und leading from behind beeinflussen.


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#5
23.07.2013
14:21:05


(+4, 10 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Zumindest reden die nicht von Strichermilieu. Ist doch auch schon ein Fortschritt.


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#6
23.07.2013
14:23:21


(+6, 10 Votes)

Von jaykay
Aus Kiel (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 02.06.2013
Antwort zu Kommentar #2 von chris


Ich denke, das milde Urteil fußt weniger auf den Eigenschaften des Opfers als auf gewissen Eigenschaften des Täters...


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#7
23.07.2013
14:44:51
Via Handy


(-12, 14 Votes)

Von Martin28a
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Das Thema ist doch kein Homosexuellenthema


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#8
23.07.2013
14:49:19


(-4, 8 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Für diese abscheuliche Tat muß der Typ so schnell wie möglich eingebuchtet werden! Schleierhaft ist zudem, weshalb das Urteil des Schöffengerichts zu diesem Fall nicht rechtskräftig ist! Ich als Richter hätte WEDER Berufung noch REVISION zugelassen! Dann wäre der Messerstecher längst im Kittchen!


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#9
23.07.2013
15:26:18


(+6, 8 Votes)

Von chris
Aus Dortmund (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2008
Antwort zu Kommentar #6 von jaykay


Ich habe natürlich keine Beweise. Aber trotzdem habe ich immer das Gefühl, dass es mehr akzeptiert bzw. verstanden wird, wenn ein Opfer wegen seiner Homosexualität angegriffen wird. Dann wird wahrscheinlich der soziale, kulturelle und religöse Hintergrund durchleuchtet und da kommt dann bei Gericht raus: "Tja, die Erziehung war schuld. Da kann man nichts machen." Und dann gibts für den Armen Täter halt "mildernde Umstände". Mein Eindruck.


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#10
23.07.2013
15:59:46


(+4, 10 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Verteidigerin Annette Marberth-Kubicki ist die Frau des schlewsig-holsteinischen FDP-Fraktionschefs Wolfgang Kubicki. Insofern sollte es nicht weiter verwundern, dass sie einen Homophoben verteidigt - das tut die FDP ja auch schon, seitdem sie der CDSU hilft, in der Regierung zu bleiben.


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