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Das kamerunische Rechtssystem sperrt jeden ein, bei dem Homosexualität vermutet wird (Bild: Mariya Umama / flickr / by 2.0)

Nur eine Woche nach dem brutalen Mord an einem Schwulenaktivisten sind in Kamerun wieder zwei schwule Männer wegen Homosexualität zu Gefängnisstrafen verurteilt worden.

Ein Gericht in der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé hat einen 19-Jährigen zu einer einjährigen Haftstrafe und einen 48-Jährigen zu zwei Jahren verurteilt. In beiden Fällen wurden die Urteile nicht zur Bewährung ausgesetzt. Ein weiterer Mann ist im Verfahren freigesprochen worden, berichteten lokale Medien.

Die Männer waren 2011 verhaftet worden. Die Militärpolizei hatte zunächst das Haus des 48-Jährigen durchsucht, weil ein Polizist den Mann als Homosexuellen verdächtigte. Sie fanden daraufhin Gleitcreme und Kondome und schlossen auf die Homosexualität des Mannes. Der 19-Jährige wurde später verhaftet, weil er den älteren im Gefängnis besucht hatte.

Der Verteidiger erklärte, er werde gegen das Urteil Berufung einlegen: "Die Entscheidung des Gerichts macht mich traurig und wütend", sagte Michel Togue. "Es gab keinen Beweis, um diese Männer wegen Homosexualität zu verurteilen."

Amnesty: Kamerun foltert und verfolgt Schwule und Lesben

Menschenrechtler beklagen auch, dass sich mindestens einer der Männer einer Anal-Untersuchung unterziehen musste. Diese Praxis wird vom Weltärzteverband seit Jahrzehnten als Folter bezeichnet und führte Anfang des Jahres zu scharfen Protesten von Amnesty International (queer.de berichtete). Die Menschenrechtsorganisation beklagt eine systematische Verfolgung von Homosexuellen in Kamerun. Das Strafrechtssystem werde als "Waffe gegen Schwule, Lesben und Transgender" missbraucht.

Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass der prominente Schwulenaktivist Eric Lembembe in seinem Haus ermordet worden ist (queer.de berichtete). Bereits zuvor hatten Homo-Aktivisten beklagt, dass die Atmosphäre im Land rauer werde und Schwule und Lesben immer offener verfolgt werden würden.

In der früheren französischen Kolonie Kamerun steht auf gleichgeschlechtlichen Sex fünf Jahre Haft. Allerdings sind bereits mehrfach Menschen ins Gefängnis gesteckt worden, bei denen aktive Homosexualität nur vermutet wird. So wurde vergangenes Jahr ein Mann zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er einem anderen Mann per SMS seine Liebe gestanden hatte (queer.de berichtete). (dk)



#1 timpa354Ehemaliges Profil
  • 24.07.2013, 17:26h
  • Ich stelle mir gerade vor wie jeder jeden bezichtigt, dann sitzt das ganze Land im Gefängnis. Wäre es schade drum?
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#3 vulkansturmAnonym
  • 24.07.2013, 17:59h
  • 70 % der Bevölkerung sind dort Christen, die grösste Gruppe darunter Katholiken. Da soll bitte niemand mehr etwas von der aufgeklärten christlichen Kultur daher faseln.
    Wenn der Besitz von Kondomen zu einer Verhaftung führen kann, muss man sich auch nicht wundern, wenn sich AIDS und andere Geschlechtskrankheiten ausbreiten. Absolut irre
    Aids-Präventionsstraegie.
    Ein Besuch im Gefängnis als Beweis der Homosexualität. Scheint eine regelrechte Hexenjagd zu sein, die dort betrieben wird.
    Entwicklungshilfe bitte nur noch an Projekte dort, die sich gegen Homophobie einsetzen.
    Und man sollte die katholische Kirche zwingen,
    Stellung zu beziehen. In Afrika zeigt sie so richtig ihr hässliches Gesicht.
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#4 HugoAnonym
  • 24.07.2013, 19:26h
  • Amnesty International muß dürfen Sanktionen gegen solche Staaten aussprechen.
    Wenn ich solche Melldungen ließ, könnte ich vor Wut platzen, mit was für einem gottverdamtem Recht kann ein anderer Mensch einam anderen Menschen diktieren wie er zu leben hat?
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#5 üäöploikjuztAnonym
  • 24.07.2013, 19:27h
  • Tolles Christliches Land - ich glaub mal so mancher Katholiban würde sich das hier auch wünschen
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#6 HugoAnonym
  • 24.07.2013, 19:28h
  • Der Internationale Strafgerichtshof müßte die ganze Kamerunische Regierung in Beugehaft nehmen.
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#7 daVinci6667
  • 24.07.2013, 21:12h

  • Manchmal würde ich mir wünschen man sähe uns die Homosexualität eindeutig an!

    Dann sähe man endlich wie viele wir sind. Kein Staat auf der Welt kann so viele Menschen einsperren. So viele Gefängnisse gibt es gar nicht!
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#8 FinnAnonym
  • 24.07.2013, 21:44h
  • "Amnesty: Kamerun foltert und verfolgt Schwule und Lesben"

    Und unsere schwarz-gelbe Bundesregierung inklusive des schwulen Außenministers Guido Westerwelle schweigen weiterhin. Von Sanktionen mal ganz zu schweigen...
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.07.2013, 21:52h
  • Normalerweise müßte der Botschafter Kameruns ins Auswärtige Amt einbestellt werden und sich unangenehme Fragen gefallen lassen!

    Merkwürdig nur, daß sich die Afrikanische Union, der LSVD und mein Intimfeind Volker Beck noch nicht dazu geäußert haben! Naja, dann gönnen wir unserem Oberkampfschwulen mal den verdienten Sommerurlaub!
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#10 RobinAnonym
  • 24.07.2013, 22:43h
  • Antwort auf #8 von Finn
  • Naja, das müssen wir schon verstehen, Guido Westerwelle hat so viel Arbeit, seine Multimillionen-Villa auf Mallorca einzurichten, wie soll er sich da noch um seine Arbeit kümmern sollen.

    Sind wir ja selbst schuld, wir Steuerzahler haben ihm diese Villa finanziert.
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