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Dieses Plakat macht Homo-Aktivist Alexei Davidow in Russland zum Kriminellen

In Russland wurden wieder sechs Aktivisten festgenommen. Ihr "Vergehen": Sie behaupteten in der Öffentlichkeit, dass Homosexualität "normal" sei.

Sechs Homo-Aktivisten sind am Mittwoch in Moskau wegen "Homo-Propaganda" verhaftet worden. Einer von ihnen hatte vor einer Kinderbibliothek ein Plakat mit der Aufschrift "Homosexuell zu sein, ist normal" gezeigt, die anderen wollten Informationsbroschüren verteilen. Polizisten und Anti-Terror-Einheiten nahmen die Aktivisten daraufhin in wenigen Minuten fest. Ihnen drohen nun Geldstrafen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax war zuvor ein Antrag der Aktivisten auf eine Demonstration abgelehnt worden, weil diese gegen das Gesetz gegen "Homo-Propaganda" verstoßen würde. Daraufhin führten sie offiziell unabhängig voneinander sogenannte Ein-Mann-Demos durch, die nach russischem Recht nicht angemeldet werden müssen.

Youtube | Ein Video der Verhaftung

Aktion war "Testballon"

Laut der amerikanisch-russischen Aktivistin Masha Gessen war die Aktion ein "Testballon", um die Reaktion der Justiz zu testen. Damit sollte öffentliche Aufmerksamkeit für diskriminierende Behandlungen von schwulen und lesbischen Jugendlichen erzeugt werden.

Das Gesetz gegen "Homo-Propaganda" ist in Russland Ende Juni mit der Unterzeichnung durch Präsident Wladimir Putin in Kraft getreten (queer.de berichtete). Damit kann jeder bestraft werden, der "Werbung" für "nicht traditionelle sexuelle Verhältnisse" unter Minderjährigen verbreitet. Das Gesetz hat zur Folge, dass praktisch jegliche öffentliche Diskussion über Homosexualität untersagt wird. Auf Nachrichtenseiten warnen russische Medien nun bei Berichten, in denen es um Homo-Rechte geht: "Dieser Artikel enthält Informationen, die laut russischem Recht nicht für ein Publikum unter 18 Jahren geeignet sind".

Das Gesetz hat auch Auswirkungen auf Ausländer: So sind am Wochenende vier niederländische Filmemacher in Murmansk festgenommen worden, weil sie Interviews mit Homosexuellen durchgeführt hatten. Die russische Regierung hat gegen sie ein dreijähriges Einreiseverbot verhängt (queer.de berichtete). Inzwischen sind die Niederländer wieder in ihrer Heimat.

Homo-Aktivisten befürchten, dass bei internationalen Veranstaltungen in Russland Schwule und Lesben künftig stets ihre Festnahme befürchten müssen. Das nächste Großevent in Russland sind die Olympischen Winterspiele Anfang 2014 in Sotschi. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.07.2013, 17:27h
  • Homosexualität ist ja auch normal, nur kapieren das die Großkopferten und Konsorten im Kreml nicht!
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#2 keithAnonym
#3 germancanadian
  • 24.07.2013, 17:42h

  • Warum darf Russland immer noch die Olympischen Winterspiele ausrichten und was ist dann mit den homosexuellen Sportlern?
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#4 TheDadProfil
  • 24.07.2013, 17:51hHannover
  • Jetzt geht das aber Schlag auf Schlag..

    Bin ja mal gespannt ob die russischen Bürgermeister es schaffen alle Städte bis zur Eröffnung der Olympischen Spiele "Schwulen-Aktivisten-Frei" zu melden !?..

    Nazi-Pack, elendes !
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#5 MatroschkaAnonym
#6 Foxie
  • 24.07.2013, 18:44h
  • Antwort auf #5 von Matroschka

  • Wer es immer noch nicht rafft, die Russen machen ernst mit dem Weg ins Mittelalter!
    Ich frage mich entsetzt, was kommt als nächstes?
    Verbannung? Homo-Gulag?
    Was wird die EU-Menschenrechtskommission dazu sagen? Nichts, befürche ich.
    Man will doch den Geschäftspartner Nr. 1 nicht verärgern.
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#7 Aus Bad HomburgAnonym
  • 24.07.2013, 20:10h
  • Ironischerweise haben womöglich die schwulenfeindlichen Befürworter dieses Gesetzes und nicht wenige russische Schwule und Lesben eines doch noch gemeinsam - für sie alle wäre es viel besser in der Zeit leben zu bleiben, als im Ostblock "gar keine Homosexualität gab": besser ein formell illegales, aber ruhiges Leben mit Breznew als so heftige Konfrontation mit Putin, ohne kleinste Chance auf den Erfolg. Wichtig nur, daß die russischen Schwule jetzt noch auch das Recht auf straffreien Sex mit solchen total aussichtslosen Aktionen nicht verspielen - denn das wäre in der Tat tragisch.
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#8 Roman BolligerAnonym
  • 24.07.2013, 20:52h
  • 19 Jahre nach der US-amerikanischen Psychiatrievereinigung (APA) hat die Weltgesundheitsorganisation WHO 1992 Homosexualität aus dem Katalog psychischer Krankheiten gestrichen und dadurch ihre Normalität anerkannt.

    Russland reiht sich unter Putins Führung offiziell in die Lobby altertümlich-relgiös-homophober Pseudodemokratien und Diktaturen ein. Es ist zu hoffen, dass es dieser Lobby im Schlepptau der katholisch-evangelikal-islamistischen Allianz nie gelingt, ihr strategisches Ziel der Führungshoheit innerhalb der WHO zu verwirklichen.

    Leider gehen die angeblich menschenrechts-orientierten-liberal-progressiven westlichen Demokratien viel zu halbherzig gegen die besagte Lobby vor: das Geld/der Markt kommen vor der Moral.
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#9 daVinci6667
  • 24.07.2013, 20:57h

  • Anti-Terror-Einheiten

    Wäre es nicht so unglaublich traurig müsste man lachen.

    Da braucht's also Anti-Terror-Einheiten bloss um 6 schwule Aktivisten zu verhaften. Russland hat einen Knall, aber einen gehörigen.

    Ich fass es nicht Anti-Terror-Einheiten !!!!

    Wer terrorisiert denn bitte hier wen?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 total off-topicAnonym