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Gonzalo Ruiz und Carlos Hernando Rivera sind das erste staatlich anerkannte schwule Paar in Kolumbien

Das südamerikanische Land erkennt nach Gerichtsentscheidungen erstmals gleichgeschlechtliche Partnerschaften an. "Ehen" dürfen sie allerdings noch nicht heißen.

Ein Gericht in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota hat am Mittwoch zum ersten Mal die Partnerschaft von zwei Männern in einer feierlichen Zeremonie offiziell bestätigt. Der 44-jährige Gonzalo Ruiz und der 57-jährige Carlos Hernando Rivera genießen damit die gleichen Rechte wie Heterosexuelle, allerdings wird nicht der Name "Ehe" verwendet. Dennoch erklärte Ruiz enthusiastisch: "Wir sind jetzt zivilrechtlich verheiratet. Wir wollten dieselben Bedingungen wie Heterosexuelle und das haben wir heute erreicht."

Die Gleichstellung geht auf ein Urteil des obersten Verfassungsgerichts aus dem Jahr 2011 zurück. Damals entschieden die Richter einstimmig, dass die Nichtanerkennung von Homo-Paaren gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz in der Verfassung verstößt (queer.de berichtete). Die Richter gaben dem Parlament bis zum 20. Juni 2013 Zeit, entweder die Ehe zu öffnen oder eingetragene Partnerschaften mit gleichen Rechten und Pflichten einzuführen.

Allerdings scheiterten alle Versuche, ein Gesetz auf den Weg zu bringen. Zuletzt lehnte der Senat mit 17 zu 51 Stimmen die Gleichbehandlung ab (queer.de berichtete). Insbesondere die katholische Kirche, der mehr als 80 Prozent der Kolumbianer angehören, hat im Land gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben Stimmung gemacht.

Ruiz und Rivera hatten bereits zum Fristablauf des Verfassungsgerichts am 20. Juni einen Antrag auf Eheschließung gestellt. Daraufhin hat das Gericht am 11. Juli entschieden, dass sie das Recht auf Anerkennung haben. Der erzkonservative Gerneralstaatsanwalt Alejandro Ordóñez hatte noch erfolglos Einspruch gegen das Urteil eingelegt.

Wegen des politischen Widerstands hat der neue Partnerschaftsvertrag in Kolumbien keinen Namen. Verfassungsexperten erklärten lediglich, dass es sich dabei nicht um eine Ehe handele, weil diese als Verbindung zwischen Mann und Frau festgelegt sei. Nach dem Urteil dürfte die neue Verbindung aber in keiner Frage schlechter gestellt werden als die heterosexuelle Ehe.

Homo-Aktivisten kündigten an, sie wollten nun Druck auf das Parlament ausüben, um Verbindungen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren auch offiziell als Ehe bezeichnen zu können.

In Südamerika haben bislang Argentinien, Brasilien und Uruguay die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. (dk)



#1 AlexAnonym
  • 25.07.2013, 15:13h

  • Wenn es rechtlich vollkommen gleichgestellt ist, sollte es auch gleich heißen. Sonst wäre es wieder diskriminierend, für dasselbe unterschiedliche Namen zu wählen.

    Zumal man separate Rechtsinstitute auch leichter wieder ändern kann. Und bei jeder Änderung der Ehe muss man wieder neu kämpfen, dass das auch für die eingetragene Partnerschaft gilt.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 chrisProfil
  • 26.07.2013, 10:08hDortmund
  • Antwort auf #1 von Alex
  • Die nenen es halt nicht gleich, weil sonst die ganzen Christfanatiker wieder auf die Barrikaden gehen. In deren Köpfe will doch einfach nicht hinein, dass eine Ehe eine zivilrechtliche und keine (rein) religiöse Angelegenheit ist.
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#4 MariposaAnonym
#5 Timm JohannesAnonym