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  • 26.07.2013           98      Teilen:   |

Internet-Pranger

Russland: Schwule Teenager öffentlich vorgeführt

Artikelbild
Selbstjustiz mit Pranger: Diverse russische Neonazigruppen locken schwule Männer und Teenager in eine Falle, um sie öffentlich vorzuführen

Videos, in denen homosexuelle Jugendliche schikaniert und bloßgestellt werden, sorgen für Empörung auf der ganzen Welt – in Russland herrscht hingegen Ignoranz.

Von Norbert Blech

Für weltweite Empörung in sozialen Netzwerken sorgen gerade Videos aus Russland, in denen Rechtsextreme vermeintlich schwulen Jugendlichen nachstellen und diese dann beschimpfen, verprügeln und bloßstellen.

Über die entsprechenden Videos wird in Russland selbst schon seit Wochen diskutiert, das soziale Netzwerk VKontakte.ru hat immer wieder Seiten und Videos sperren lassen. Für internationale Empörung sorgten die Videos erst in diesen Tagen, nachdem eine US-Menschenrechtsgruppe einen von vielen LGBT-Medien verbreiteten englischsprachigen Bericht darüber verfasste.

Die eher unbekannte und um Spenden werbende "Spectrum Human Rights Alliance" postete auch ein Beispielvideo der Vorführung eines Jugendlichen bei Youtube – ohne den Jugendlichen unkenntlich zu machen. Dieses Video wird seitdem auch international in sozialen Netzwerken verbreitet, ganz im Sinne der Attackierer.

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Zum Coming-out gezwungen, Eltern informiert

Die Pranger-Videos sind unter russischen Titeln auch bei Youtube verfügbar – noch immer
Die Pranger-Videos sind unter russischen Titeln auch bei Youtube verfügbar – noch immer

In dem Film wird der Jugendliche beleidigt, mit Urin überschüttet und getreten. Er ist einer von zahlreichen Videos, die in den letzten Monaten in sozialen Netwerken und Videoplattformen verbreitet wurden und die Schikanierung von Jungen zeigen, die zumeist unter 20 Jahre alt sind.

Zu einem Trend wurden solche Aktionen durch Videos des Neonazis Maxim Martsinkewisch gegen vermeintliche Pädophile: Die Männer wurden in eine Falle gelockt und öffentlich vorgeführt. Dabei handelte es sich oft um Schwule, die auf ein Date mit erwachsenen Männern reagiert hatten. Angelehnt an den Namen der Gruppe, "Occupy Pedophilia", entstanden dutzende Nachahmer auf VKontakte, wo die Videos sich wie wild verbreiteten.

Immer mehr Aktionen richteten sich im Laufe der Zeit gegen schwule Teenager. Federführend ist dabei der erst 16-jährige Nationalist Philip Razinsky, der sich selbst den Nachnamen Dönitz (nach Karl Dönitz) gegeben und die Gruppe "Occupy Gerontophilia" gegründet hat. In den Videos werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter Vortäuschung eines Dates zu einem Treffen gelockt.

Neben der Schikane werden sie zu einem öffentlichen Bekenntnis ihrer "nicht traditionellen" Neigung genötigt – eine entsprechende Formulierung ist Kern des landesweiten Gesetzes gegen Homo-"Propaganda". In einigen Filmen wurden sexuelle Handlungen simuliert, in anderen zudem Eltern oder Geschwister per Telefon über die sexuelle Orientierung des Opfers informiert – und auch der Anruf auf Video festgehalten.

Ignoranz der Justiz

Philip "Dönitz" und Freunde beim öffentlichen Hitlergruß. Bislang wird nicht gegen sie ermittelt
Philip "Dönitz" und Freunde beim öffentlichen Hitlergruß. Bislang wird nicht gegen sie ermittelt

Die russischen Behörden sehen dem Treiben bislang tatenlos zu; bereits gegen Martsinkewisch wurden sie nicht aktiv, weil sie angeblich keinen Straftatbestand finden konnten. Bislang wird nur gegen die Filmer eines Videos aus der Stadt Tambow ermittelt: Ihr Opfer war zwölf Jahre alt.

Das Portal VKontakte hat einige Einträge und Videos gesperrt, Philip Razinsky darf aber etwa weiter sein Profil betreiben. Auch die Gruppe "Kinder 1488" ist noch online, eine Gegenbewegung zu dem LGBT-Projekt Kinder 404, in dem angelehnt an die "It get's better"-Kampagne Jugendliche von ihrer Homosexualität berichten. Bei "Kinder 1488" und ähnlichen Seiten wird dazu aufgerufen, die teils anonymen Jugendlichen zu identifizieren. Auch zu Gewalt und Mord wird aufgerufen.

Die Spectrum Human Rights Alliance und auch der LGBT-Aktivist Nikolai Aleksejew berichten, die Vorführ-Videos hätten zu Selbstmorden geführt. Es ist zumindest davon auszugehen, dass sie zu Isolierung und Ängsten bei Schwulen und zum Hass gegen sie in einem ohnehin schon brisanten gesellschaftlichen Klima beitragen. Sie sind damit auch ein Zeichen der offiziell geschürten Homophobie.

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Tags: russland, neonazi, pranger
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Reaktionen zu "Russland: Schwule Teenager öffentlich vorgeführt"


 98 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
26.07.2013
18:18:24


(+17, 19 Votes)

Von VolumePro
Aus Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.06.2008


Aus meiner Sicht müsste man den Betroffenen hier in Deutschland Asyl gewähren. Mich erinnert das irgendwie an systematische Verfolgungen, wie es sonst nur im Vorlauf von Völkermorden vorkommt.


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#2
26.07.2013
18:21:40


(+15, 17 Votes)

Von Sabelmann
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Sorry....aber da könnte man zu Rambo werden!
Wie ekelhaft und menschenverachtend ist das denn?
Diese Blödmänner sind ja selbst auch noch "Milchbubis"!Solange die von offizieller Seite eigentlich nix zu befürchten haben werden sie so weitermachen!


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#3
26.07.2013
18:26:19
Via Handy


(+16, 18 Votes)

Von Alex


Gibt es da bald auch Aufrufe wie " Kauft nicht bei Schwulen." und bei Geschäften schwuler Besitzer werden Scheiben eingeschlagen oder Brandsätze geworfen?


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#4
26.07.2013
18:30:57
Via Handy


(+16, 16 Votes)

Von Timon


Und Google sieht wieder mal zu und sperrt die Videos nicht mal nach Hinweisen. Klar, jeder Seitenaufruf bringt denen Geld, da sind denen die Inhalte scheissegal.

Google wird wieder mal erst dann reagieren, wenn der öffentliche Druck zu groß wird.


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#5
26.07.2013
18:36:24


(+20, 20 Votes)

Von sperling


so viel zum thema "wer ist hier eigentlich pervers und gestört?"

ich bin fassungslos.


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#6
26.07.2013
18:50:10


(+9, 11 Votes)

Von small
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Timon


Das ist wieder mal so eine Meldung, da kann man gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte......
Die Diktion erinnert mich stark an 1933 in Deutschland. Russland wird immer faschistischer.

Ich trete morgen eine Kreuzfahrt an, da wird auch Petersburg angelaufen....
Ich sollte eigentlich an Bord bleiben und die Regenbogenflagge vom Pooldeck wedeln....
Hab nur keine....


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#7
26.07.2013
18:55:18


(+17, 19 Votes)

Von RWTH


Genau so hat es im Dritten Reich auch angefangen.

Ein faschistisches Regime gibt eine Minderheit zur Jagd frei und schon wütet der Mob im Blutrausch und jubelt den Führern zu, weil er sich auch mal stark fühlt.

(Der Hitlergruß auf dem Foto passt ja schon mal. Diese Gehirnamputierten haben wohl nie gehört, wie Russland unter Hitler gelietten hat.)

Und genau wie damals sieht die Welt weg...

Heil Putin!


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#8
26.07.2013
18:56:19


(+3, 5 Votes)

Von MeineFresse


Dazu fällt mir nur das hier ein

Link zu www.alice-miller.com

Link zu www.alice-miller.com

Aber diese Idioten wären wahrscheinlich eh zu unterbelichtet um den Text auch nur zu erschliessen.


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#9
26.07.2013
18:57:40


(-9, 25 Votes)

Von anome


Soetwas ekelhaftes. Da bin ich echt fassungslos.

Wir, die Schwulen, die das Glück hatten, in Deutschland geboren zu werden, sollten uns mehr darauf konzentrieren, den Homosexuellen in anderen Ländern zu helfen, denen es viel schlechter geht, anstatt ständig an der Situation hier in Deutschland rumzumeckern.


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#10
26.07.2013
19:05:33


(+12, 14 Votes)

Von Roman Bolliger
Antwort zu Kommentar #5 von sperling


Die Perversion der russischen Gesellschaftsordnung blüht unter den Oberperverslingen Putin und Kyrill so richtig hemmungslos auf. Faschismus pur....

...und sozialdemokratische Bundeskanzler (Schröder), deutsche Freizeitparks (Europapark Rust) und Bundesliga-Mannschaften (Schalke 04) lassen sich weiterhin von der russischen Staatsfirma Gazprom mit Geld vögeln, um im Gegenzug das Bild Gazproms und somit Russlands im Ausland aufzupolieren. Wie lange noch?


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