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  • 27.07.2013           2      Teilen:   |

Frankreich

Bordeaux – die Schöne mit den wilden Stränden

Artikelbild
Zentrale Brücke aus napoleonischer Zeit: pont de pierre (Bild: Matthieu Sévère / flickr / cc by 2.0)

Die Metropole im Südwesten Frankreichs bietet sich für eine wahre Genuss-Reise an – und auch die schwule Szene kann sich sehen lassen.

Von Ulrich Würdemann

Ein "hässliches Entlein", eine dunkle, grauschwarze Stadt – das war Bordeaux noch vor 20 Jahren. Die meisten Häuser der Innenstadt schwarz von Abgasen der letzten Jahrzehnte, die Straßen verstopft von Verkehr, die wenigen vorhandenen Plätze meist als Autoabstellflächen missbraucht.

Ganz anders heute: In den vergangen Jahren hat sich die Stadt im Südwesten Frankreichs beeindruckend verändert: Bordeaux ist eine strahlende, junge und sehr lebendige Stadt, die dem Touristen (auch dem schwulen) viel zu bieten hat.

Bordeaux ist die neuntgrößte Stadt Frankreichs, Hauptstadt der Region Aquitanien und die Metropole des Südwestens. Mit umliegenden Kommunen kommt der Großraum Bordeaux auf knapp 750.000 Einwohner (Platz 6 der größten Stadträume in Frankreich).

Der Stadtkern ist sei 2007 Unesco-Weltkulturerbe

Seit 2007 ist das annähernd 2.300 Jahre alte Bordeaux Unesco-Weltkulturerbe, genauer der Stadtkern ("Stein-Stadt") innerhalb der historischen Stadtmauer – ein beeindruckendes Ensemble, in dem man beim Herumstromern immer neue interessante Ecken entdecken kann.

Seit Beginn der 1990er Jahre hat sich Bordeaux stark verändert – und es dabei doch geschafft, seine Identität zu bewahren. Wichtigstes Verkehrsmittel in der Innenstadt ist seit 2004 nicht mehr der PKW, sondern eine moderne Straßenbahn (im Innenstadt-Bereich völlig ohne Oberleitung). Das Radwege-Netz wurde (in der gesamten Region bis zu den Atlantik-Stränden) massiv ausgebaut. Nahezu alle Häuser des Innenstadt-Bereichs sind inzwischen saniert, strahlen wieder zwischen Ocker und Gelb. Viele Straßen wurden verkehrsberuhigt, Fußgängerzonen ausgeweitet, Plätze neu gestaltet.

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Bordeaux – Stadt der Lebensqualität

Beim Gay Pride Bordeaux 2008. Die Forderung nach Ehe-Öffnung ist nun abgehakt - Quelle: Wiki Commons / Ddalbiez / CC-BY-SA-3.0
Beim Gay Pride Bordeaux 2008. Die Forderung nach Ehe-Öffnung ist nun abgehakt (Bild: Wiki Commons / Ddalbiez / CC-BY-SA-3.0)

So bietet sich die gesamte Innenstadt heute zu Entdeckungs-Spaziergängen an, zum sich treiben lassen in den verschiedenen Vierteln, verweilen auf kleinen Plätzen oder staunen auf einem der größten unbebauten Plätze Europas, der 125.000 Quadratmeter großen place des Quinconces. Touristen-Ecken und Shopping-Straßen, Museen und Theater, bürgerliche Wohnbezirken mit Parks und Boutiquen oder studentisch geprägte Vierteln (Bordeaux hat vier Universitäten, ist seit 1441 Universitätsstadt) – die Stadt hat viele verschiedene Quartiere zu bieten.

Und Bordeaux hat sich auf beeindruckende Weise zum Wasser geöffnet: Der Verkehr entlang der Uferstraße wurde stark eingeschränkt, an den Kai-Anlagen an der Garonne wurden viele der seit Aufgabe des städtischen Seehafens leerstehenden Schuppen abgerissen. Stattdessen wurden Plätze angelegt, Brunnen und Parks, während im nördlichen Teil die Schuppen saniert wurden und sich dort Geschäfte, Restaurants und Bars ansiedelten – auch im früher als etwas bizarre nächtliche Cruising-Area bekannten "Hangar 17". Wo früher Stückgut-Frachter anlegten, stehen heute Angler und Touristen – oder Kreuzfahrschiffe legen an.

Touristen wie Einheimische, sie wissen beide Bordeaux auch als Stadt der Lebensqualität zu schätzen. Zuvorderst natürlich: der Wein, die Weingüter und Chateaux des Médoc (für deren Besichtigung sich übrigens im Gegensatz z.B. zur Champagne eine vorherige Anmeldung z.B. über Internet empfiehlt).

Joggen mit Weinprobe: Marathon du Medoc

Ein besonderer Höhepunkt für Sportler: der Marathon du Medoc (2013 am 7. September) – weit mehr als "nur" ein weiterer Marathon-Lauf, geht es hier doch vielmehr darum, die verschiedensten Weingüter zu entdecken, auch in Form von Kostproben, und sich zwischendurch mit lokalen Spezialitäten zu stärken. Gelaufen wird auch, aber für viele Teilnehmer stehen Spaß und Genuss im Vordergrund.

Genuss, regionale Spezialitäten – das steht auch beim Essen im Vordergrund: Die regionale Küche aus Bordeaux und den umliegenden Regionen hat viele Spezialitäten zu bieten, von Austern und anderen Meeresfrüchten bis zu Steinpilzen, Wild und Confits (was keine Konfitüren sind, sondern in eigenem Saft eingelegtes Fleisch) oder leckeren, nur in der Region bekannten Desserts wie die Cannelés (ein nach Zimt und Vanille schmeckendes Eierteig-Gebäck).

Schwule Strände, Cruisen, Sehen und gesehen werden

Dune du Pyla: Die größte Wanderdüne Europas ist auch bei schwulen Männern beliebt
Dune du Pyla: Die größte Wanderdüne Europas ist auch bei schwulen Männern beliebt (Bild: Ulrich Würdemann)

Die Region Aquitanien, deren Hauptstadt Bordeaux ist, ist (auch) bekannt für ihre nahezu unendlichen Strände. Goldgelber Sand, Sonne pur, Atlantik – die Strände des Medoc sind ein kleines Paradies. Nicht umsonst finden hier jeden Sommer Wettkämpfe der internationalen Surf-Weltmeisterschaften statt (besonders sehenswert die "Lacanau pro" in Lacanau-Océan).

Bordeaux selbst liegt zwar etwa 50 Kilometer von der Atlantik-Küste entfernt, dank guter Straßen- und brauchbarer Bus-Verbindungen sind zahlreiche Strände der nahen Côte d'Argent aber leicht zu erreichen. Darunter auch einige schwule Strände, die der Entdeckung wert sind.

Am bekanntesten sicherlich: die plage du Porge, der Gay-Beach von Le Porge Océan – er gilt als der Strand der Schwulen aus Bordeaux und der gesamten Region. Auf einem riesigen Areal nördlich des Hauptstrands (Richtung Lacanau Océan) tummeln sich bis weit in den Herbst hinein sonnenhungrige Homos am Strand, baden in der Brandung, beobachten die Surfer oder promenieren in den Dünen. Letztere – und besonders die direkt anschließenden Kiefern-Wälder – bieten nicht nur schattige Liegeplätze, sondern auch riesige Areale und verschwiegene Winkel fürs Cruising und mehr als ausreichend Spielfläche für spannende Begegnungen.

Doch die plage du Porge ist nicht der einzige schwule Strand der Region. Nahe dem mondänen Badeort Arcachon und der beeindruckenden Dune du Pyla (der größten Wanderdüne Europas) ist auch die plage de la Lagune eine Entdeckung wert (das Restaurant am Strand-Parkplatz lohnt zum Abschluss des Abends einen Besuch). Zahlreichere kleinere Strände, überwiegend von Einheimischen genutzt, gibt es außerdem.

Das schwule Leben in Bordeaux

Nach einem heißen Tag am Strand ab unter die Dusche – und anschließend das schwule Leben von Bordeaux entdecken. Zahlreiche Cafés, Bars und Clubs warten auf Entdeckung, am Wochenende bieten diverse Partys Möglichkeiten, die Stadt und die Einwohner kennen zu lernen.

Und sollte das Wetter einmal nicht so mitspielen: Bordeaux hat auch mehrere schwule Saunen zu bieten, die einen Besuch immer wieder wert sind und die teils mit besonderen Aktionen aufwarten, z.B. Partys zum CSD oder Motto-Veranstaltungen für die Liebhaber besonderer Fetische.

Der CSD heißt in Bordeaux "Lesbian and Gay Pride de Bordeaux". Jedes Jahr findet eine Parade der Bordelaiser statt, der "Marche des Fiertés" (Parade des Stolzes), in diesem Jahr kamen am 8. Juni etwa 5.000 Teilnehmer zusammen. Weitere Anlaufstellen sind das Lesben- und Schwulenzentrum Girofard (34 rue Bouquiere) sowie die französische Aids-Hilfe-Organisation Aides (6 quai de Paludate).

  Praktische Tipps
Bordeaux ist gut zu erreichen per Bahn (Bahnhof St. Jean, ab Paris mit TGV in ca. 3 Stunden), per Flugzeug (Flughafen Bordeaux Merignac) oder per Auto.
Um die Sehenswürdigkeiten von Bordeaux zu erkunden, leistet die Mobil-App Bordeaux Monument Tracker des Office de Tourisme wertvolle Dienste.
Der schwule Strand bei Le Porge Océan ist von der Innenstadt von Bordeaux etwa 55 km entfernt, und am besten mit dem PKW zu erreichen (großer Parkplatz vorhanden).
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Tags: bordeaux, frankreich
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Reaktionen zu "Bordeaux – die Schöne mit den wilden Stränden"


 2 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
27.07.2013
10:29:20


(-1, 1 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Aushängeschild von Bordeaux und Umgebung sind die sehr guten Rotweine. Da ist man gerne bereit, etwas tiefer in die Geldbörse zu greifen!


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#2
27.07.2013
15:31:26


(0, 2 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von FoXXXyness


Gerne bereit?

Na, ich weiß nicht so recht...

Youtube-Video:


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