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  • 27.07.2013           15      Teilen:   |

"Propaganda"-Parlamentarier festgenommen

Massives Polizeiaufgebot schützt CSD in Vilnius

Artikelbild
Hunderte Beamte schützten den CSD. Im Bild sieht man nur die erste Reihe.

Trotz 28 Festnahmen von Gegendemonstranten und ein paar Eierwürfen konnten über 500 Schwule und Lesben einen erfolgreichen Pride feiern.

Die litauische Polizei hat am Samstag durch ein Großaufgebot den zweiten CSD in der Hauptstadt Vilnius geschützt. Am Rande kam es aber zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Gegendemonstranten.

Die Polizei nahm insgesamt 28 Personen fest. Ein Polizist wurde durch einen Faustschlag verletzt. Die Gegendemonstranten hatten mit Eiern auf die CSD-Teilnehmer geworfen und immer wieder versucht, die Polizeibarrikaden zu durchbrechen.

Einige Gegendemonstranten trugen Plakate, eines etwa mit dem Aufdruck "Stoppt Aids" und einem durchgestrichenen Symbol für Analverkehr. Ein anderes stellte die EU mit der Sowjetunion gleich.

Fortsetzung nach Anzeige


Genehmigung in letzter Minute

Monsignore Alfonsas Svarinskas, ein litauisches Symbol des katholischen Kampfes gegen die Sowjetunion, protestierte zusammen mit dem Seimas-Abgeordneten Peter Gražulis (l.) gegen den Baltic Pride
Monsignore Alfonsas Svarinskas, ein litauisches Symbol des katholischen Kampfes gegen die Sowjetunion, protestierte zusammen mit dem Seimas-Abgeordneten Peter Gražulis (l.) gegen den Baltic Pride

Litauen hat derzeit den EU-Ratsvorsitz inne. Der CSD war im Vorfeld umstritten: Der Oberbürgermeister hatte zweimal eine Genehmigung für die Parade abgelehnt und dann eine in einem abgelegenen Gebiet vorgeschlagen. Erst in dieser Woche machte ein Verwaltungsgericht den Weg für den "Baltic Pride" frei (queer.de berichtete).

Am Rande der Parade wurde der Parlamentsabgeordnete Peter Gražulis in einem makabren Schutzkostüm nach mehreren Beschimpfungen der Teilnehmer per Megaphon festgenommen, trotz der Gegenwart des ebenfalls gegen den CSD protestierenden Vize-Bürgermeisters der Hauptstadt.

Gražulis, ein Politiker der Partei Ordnung und Gerechtigkeit, wurde bekannt durch mehrere Anläufe für einen Gesetzentwurf gegen Homo-"Propaganda" (queer.de berichtete) und einer Pressekonferenz zum Internationalen Tag gegen Homophobie im letzten Jahr, in der er Homosexualität mit Sex mit Tieren und Toten verglich und eine Ausweisung aller Schwulen und Lesben forderte.

Verbesserung zu 2010

Trotz der Gegenproteste herrschte eine fröhliche Stimmung
Trotz der Gegenproteste herrschte eine fröhliche Stimmung

2010 hatte Gražulis am Rande des letzten CSD in Vilnius einen Teilnehmer geohrfeigt, wofür er aufgrund seiner Immunität nicht belangt wurde. Bereits damals war der CSD in letzter Sekunde von einem Gericht erlaubt worden. Anders als der heutige Baltic Pride, der durch die Innenstadt zog, wurden damals Teilnehmer von der Polizei in Bussen zu einem abgesperrten Demonstrationsgebiet gefahren.

Auch damals kam es zu Rangeleien zwischen Polizei und Gegendemonstranten, die zahlreicher vertreten waren als Schwule und Lesben, denen Politiker aus ganz Europa, darunter Volker Beck, zu Hilfe geeilt waren.

An diesem Samstag hat sich nun das Verhältnis umgedreht. "Die Atmosphäre war friedlicher als 2010", sagte eine Teilnehmerin. "Sie können uns beschimpfen, sie können mit Eiern werfen", sagte der extra angereiste US-LGBT-Aktivist Stuart Milk, ein Neffe von Harvey Milk. "Sie können auch mit Pistolen schießen. Aber sie werden uns nie unterkriegen." (nb)

Youtube | Eine Zusammenfassung des Tages, darunter Teile einer Rede der schwedischen Europaministerin Birgitta Ohlsson. An der Parade hatten Vertreter mehrerer Botschaften teilgenommen.
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Tags: litauen, vilnius, csd
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Reaktionen zu "Massives Polizeiaufgebot schützt CSD in Vilnius"


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
27.07.2013
21:11:21


(-5, 9 Votes)

Von Timm Johannes


Ich würde mich nicht weiter wundern, wenn unter den Gegendemonstranten auch Geheimdienstmitarbeiter aus Weissrussland und Russland sich gemischt haben, um Hetze gegen die EU und gegen homosexuelle Paare zu betreiben.

Noch schlimmer aber empfinde ich, dass katholische Kleriker wie Alphonse Svarinskas an der Hetze sich beteiligen.


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#2
27.07.2013
21:30:02


(+10, 10 Votes)

Von Berlin
Aus Berlin
Mitglied seit 25.07.2013


ja, diesjaehriger Baltic Pride 2013 war ein riesengrosser erfolg!

fast 500 teilnehmer, 200 gegner und noch 300 schaulustige auf der strasse.
in 2010 war die lage noch ganz anders, 300-400 teilnehmer und 5000 gegner.

p.s. 1. das photo am artikel auf der titelseite stammt nicht aus vilnius, sondern aus tbilisi und diesjaehrigem csd dort.
2. alfonsas svarinskas, nicht alphonse.


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Anm. d. Red.: Danke für die Hinweise und einen Gruß nach Vilnius!

 
#3
27.07.2013
22:24:14


(+5, 7 Votes)
 
#4
27.07.2013
23:46:10


(+7, 7 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Berlin


Kornelijus, Glueckwuensch aus Frankreich nach Vilnius. Wir finden es grossartig, was ihr auf die Beine (ge)stellt (habt). Es ist ein grosser Erfolg. Auch dass die Polizei den Schutz ernst genommen hat.
Es ist an dem Pride zu sehen, dass wir Schwulen, Lesben, Bi, Trans uns nicht mehr zu verstecken brauchen und nicht mehr verstecken werden.

Die Zeit arbeitet fuer uns. Die Staaten, die durch eine freiheitlich denkende Regierung z.B. hier in Frankreich und Gross Britannien in diesem Jahr sind Vorreiter fuer eine weltweite Anerkennung der Gleichstellung aller Menschen jedwelcher sexuellen Identitaet.


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#5
28.07.2013
00:05:22


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ein bedeutender Tag für die LGBTII-Community in Litauen und Glückwunsch zur Blatic Pride!

Absolut unverständlich ist aber das Geflame von Kommentar #1 (kopfschüttel)!


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#6
28.07.2013
10:01:40


(+5, 5 Votes)

Von Marek


Sehr gut, dass einige der gewalttätigen Gegner festgenommen wurden.


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#7
28.07.2013
10:02:52


(+7, 7 Votes)

Von Felix


Ich hoffe, dass es jetzt bis zum nächsten CSD dort nicht wieder 3 Jahre dauert, sondern dass es dort jetzt jährlich einen CSD gibt!

Und ich hoffe, dass von Jahr zu Jahr mehr Menschen daran teilnehmen und die Medien immer mehr darüber berichten...


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#8
28.07.2013
10:16:51


(+6, 6 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Das Bild mit dem ewiggestrigen "Monsignore" spricht in der Tat für sich: ein trauriges Beispiel eines Menschen, der über sein eigenes, gescheitertes, nach seinem Wahnmodell ausgerichtetes Leben frustriert ist und durch seine lebenslang erfolgte Hirnwäsche und den daraus resultierenden Fanatismus unfähig ist, reales Leben bzw. echte Gefühle zu empfinden.

Stattdessen verbringt er es tagaus tagein in dieser lächerlichen Maskerade mit ebenfalls über sich selbst gelangweilten, frustierten Gestalten wie diesen jüngferlichen Betschwestern, die ebenfalls niemals gelernt haben, sich eigene Gedanken zu machen bzw. das Lügengebäude ihrer Sektenorganisation zu hinterfragen.

Daher steht der gebeutelte Frust staunend und ungläubig der endlich aufkeimenden Realität des Lebens entgegen und kann außer hirngewaschener Dummheit und daraus resultierender Aggression dem Ganzen nichts entgegenbringen, geschweige denn erkennen, dass das "Problem" einzig und alleine hausgemacht von ihrer Sekte ist und von deren Glaubensverblödung her kommt.

Würden diese traurigen des selbständigen Denkens unfähigen Gestalten erkennen, wie lächerlich sie sich dadurch selbst machen, hätten sie endlich mal berechtigten Grund, ihre wirklichen Sünden zu erkennen und für ihre Verbrechen an unschuldigen Menschen um Verzeihung zu bitten.

Einsteins Aussage über die menschliche Dummheit bewahrheitet sich doch immer wieder!


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#9
28.07.2013
10:23:52


(+2, 4 Votes)

Von postagebuch
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 13.01.2012


Ich grüße alle Teilnehmer/innen in Vilnius und wünsche euch einen tollen CSD!

Es freut mich, dass die schwedische Europaministerin teilgenommen hat.

In der Bildunterschrift steht, dass mehrere Botschafter an der Parade teilnahmen.

Weiss jemand, ob auch der deutsche Botschafter an der Parade teilgenommen hat? Da würde ich mir von jedem unserer Botschafter wünschen, dass sie an den CSDs im Ausland teilnehmen!

Link:
postagebuch.wordpress.com/


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#10
28.07.2013
10:33:59


(+5, 5 Votes)

Von XDAS
Antwort zu Kommentar #8 von panzernashorn


"Das Bild mit dem ewiggestrigen "Monsignore" spricht in der Tat für sich: ein trauriges Beispiel eines Menschen, der über sein eigenes, gescheitertes, nach seinem Wahnmodell ausgerichtetes Leben frustriert ist"

Ja, ich musste bei diesem Bild gleich an den Artikel über Desmond Tutu denken.

Das genaue Gegenteil:
während Desmond Tutu freundlich lächelt und Friede, Liebe und Glück ausstrahlt, guckt dieser Hassprediger hier verbissen aus hasserfüllten Augen.


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