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  • 30.07.2013           39      Teilen:   |

Kampf gegen Homophobie

Russische Homo-Gruppen gegen Olympia-Boykott

Artikelbild
Die XXII. Olympischen Winterspiele sollen vom 7. bis 23. Februar 2014 in Sotschi stattfinden

Ein halbes Jahr vor den Winterspielen in Sotschi appellieren schwul-lesbische Aktivisten aus Russland: "Boykottiert nicht Olympia – boykottiert Homophobie".

Die schwul-lesbischen Organisation "Coming out" aus St. Petersburg und das russische LGBT-Netzwerk sprechen sich gegen einen Olympia-Boykott aus. "Wir von Coming out sind sehr dankbar für jede Art von internationaler Unterstützung für LGBT in Russland, weil es wichtig ist, dass die Menschen nicht allein gelassen werden in einem Klima der Repression, der homophoben Aggression und der Einschüchterung", erklärte die Gruppe. Auch wenn man verstehe, warum insbesondere amerikanische Aktivisten zum Boykott aufriefen, sollten "alle möglichen Wege der Kommunikation, um Menschenrechtsverletzungen zu bekämpfen", aufrecht erhalten werden.

Außerdem erklärte das LGBT-Netzwerk am Dienstag auf Facebook, dass ein Boykott ein "weniger starkes Signal" sei als ein "beherztes Eintreten" gegen Menschenrechtsverletzungen vor Ort. So erinnere sich niemand an die Sportler, die 1980 die Spiele in Moskau und 1984 in Los Angeles boykottiert hätten. Sehr wohl erinnere man sich an den "Black Power"-Gruß der afroamerikanischen Sprinter Tommie Smith und John Carlos 1968 bei einer Siegerehrung während der Sommerolympiade in Mexiko-Stadt. "Boykottiert nicht Olympia – boykottiert Homophobie. Seid solidarisch mit den Menschen in Russland und bringt Werte wie Menschenrechte und Freiheit zu den Spielen nach Sotschi", so das LGBT-Netzwerk.

Auch der Moskauer CSD-Organisator Nikolai Aleksejew hatte sich bereits gegen einen Boykott ausgesprochen (queer.de berichtete) – er will stattdessen einen CSD in Sotschi am Tag der Eröffnung der Spiele abhalten. Regina Elsner von der deutsch-russischen Gruppe Quarteera hatte in einem Interview mit queer.de zahlreiche Alternativen zu einem Boykott benannt (queer.de berichtete).

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Internationale Kritik an Russland

Der schwule Sportler Blake Skjellerup will an den Spielen teilnehmen und für Toleranz werben
Der schwule Sportler Blake Skjellerup will an den Spielen teilnehmen und für Toleranz werben

Der schwule Eisschnellläufer Blake Skjellerup aus Neuseeland hält ebenfalls nichts von einem Verbot: "Ich habe volles Vertrauen, dass das Internationale Olympische Komitee für meine Sicherheit sorgt", so Skjellerup. "Ein Boykott würde nichts erreichen". Der 28-Jährige hat bereits angekündigt, sich einen Regenbogen-Pin bei der Eröffnung der Spiele anstecken zu wollen.

International stößt die russische Politik gegenüber LGBT immer mehr auf Kritik. So erklärte der Bürgermeister der kanadischen Stadt Vancouver, die zuletzt die Winterspiele ausgetragen hat, er sei "erschrocken" über die "gewalttätigen Aktionen gegen die LGBT-Community in Russland vor den Spielen in Sotschi". Sie schränke die Freiheit der Teilnehmer drastisch ein, so Gregor Robertson von der sozialdemokratischen NDP. In Vancouver wird am Wochenende das kanadische Olympiateam bemi CSD marschieren, wie bereits zuvor beim Pride in Toronto.

Auch der konservative schwedische Außenminister Carl Bildt kritisierte am Montag via Twitter den Anstieg der Homophobie durch die homosexuellenfeindlichen Gesetze scharf. Er nannte die staatliche Verfolgung "widerlich" und "inhuman".

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte vergangene Woche erklärt, die russische Regierung habe zugesichert, dass ausländische Sportler und Besucher nicht vom Gesetz zur Homo-"Propaganda" betroffen seien (queer.de berichtete). Ein russischer Politiker erklärte jedoch, die Zusicherung sei wertlos, da nur das Parlament das Gesetz aufheben könne (queer.de berichtete). Auch LGBT-Aktivisten kritisierten die Zusicherung, da sie nicht für alle Russen gelte. (dk)

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Tags: olympische spiele, sotschi, russland, sport, vancouver
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Reaktionen zu "Russische Homo-Gruppen gegen Olympia-Boykott"


 39 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
30.07.2013
12:13:16


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Hoffentlich verpufft dieser Appell nicht!


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#2
30.07.2013
13:08:59


(+4, 6 Votes)

Von Sportler 22


"Boykottiert nicht Olympia boykottiert Homophobie"

Indem wir Olympia boykottieren, boykottieren wir Homophobie...

Mitzumachen würde bedeuten, die Augen zu verschließen und so zu tun, als wäre nichts. Genau darauf spekulieren solche Regime, dass sie schöne bunte Bilder bekommen, die das Image in der Welt verbessern. Aber nur mit Boykotten und Aktionen zeigt man der Welt, was man davon hält und versaut dieser Diktatur ihre schönen Bilder...


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#3
30.07.2013
13:10:05


(+6, 8 Votes)

Von -hw-


Es ist bereits jetzt klar, dass die Winterspiele in Sotschi weltweit unter besonderer Beobachtung stehen werden.

Link:
de.ria.ru/zeitungen/20130730/266575188.html


"Die hohe und schwere -aber leistbare- Kunst besteht darin, scheinbar widersprüchliche Protest- und Aktionsformen in einen halbwegs sinnvollen Einklang zu bringen."

Link zu www.queer.de


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#4
30.07.2013
13:11:54


(+6, 6 Votes)

Von XDAS


Bei olympischen Spielen in einer Diktatur kann man nicht so einfach zwischen Politik und Sport trennen und Olympia so durchziehen als wäre alles gut. Da kann man nicht einfach ein Sportfest durchziehen und so tun, als wäre das neutral und losgelöst vom Rest des Landes.

Das ist so ähnlich wie bei Olympia 1936, wo glücklicherweise genug Staaten den Anstand hatten, diese Selbstinszenierung der Nazis nicht auch noch zu unterstützen...


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#5
30.07.2013
13:13:21


(+6, 6 Votes)

Von Robin


"Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte vergangene Woche erklärt, die russische Regierung habe zugesichert, dass ausländische Sportler und Besucher nicht vom Gesetz zur Homo-"Propaganda" betroffen seien"

Mittlerweile ist ja bekannt, dass das eine glatte Lüge war und das IOC wohl nur den wirtschaftlichen Schaden begrenzen wollte...

Alleine schon für diese andauernde Verarsche und weil die ihren Fehler nicht zugeben wollen, haben die den Boykott verdient...


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#6
30.07.2013
13:34:28


(+7, 9 Votes)

Von prankster
Antwort zu Kommentar #4 von XDAS


Avery Brundage, der Präsident des amerikanischen NOK, erkannte, dass auf der entscheidenden Versammlung der "Amateur Athletic Union" (AAU) die Mehrheit für einen Boykott der Spiele in Berlin [1936] stimmen würde. Daraufhin ließ er die Abstimmung verschieben, trommelte über Nacht weitere Delegierte herbei und setzte sich am nächsten Tag mit 58 gegen 56 Stimmen durch.
[...]
In Paris hatte sich unter reger internationaler Beteiligung 1935 ein Komitee zur Verteidigung der Olympischen Idee gebildet, das ein Gegenolympia in Barcelona propagierte, die jedoch ein Opfer des Spanischen Bürgerkrieges wurde.
[...]
1940 sollten die Spiele in Japan stattfinden - einen entsprechenden Beschluss führte Brundage herbei -, danach dann nur noch in Deutschland.

Doch wie 1916 kam den deutschen Ambitionen ein Weltkrieg in die Quere. 1940 und 1944 fanden die Spiele nicht statt.

"The games must go on "

"Komme zu dem Schluss, dass der Faschismus das Richtige für Deutschland und Italien ist", notierte Kennedy etwa am 3. August 1937 in sein Tagebuch und fragt: "Was sind die Übel des Faschismus im Vergleich zum Kommunismus?" Und am 21. August 1937 hielt er fest: "Die Deutschen sind wirklich zu gut - deshalb rottet man sich gegen sie zusammen, um sich zu schützen." Einen Tag später schwärmt er von den deutschen Autobahnen: "Das sind die besten Straßen der Welt."

Selbst 1945 schien der junge Beobachter noch von Hitler fasziniert. Am 1. August schrieb er nach der Besichtigung des Obersalzbergs: "Wer diese beiden Orte (Obersalzberg und Kehlsteinhaus - d. Red.) besucht hat, kann sich ohne Weiteres vorstellen, wie Hitler aus dem Hass, der ihn jetzt umgibt, in einigen Jahren als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten hervortreten wird, die je gelebt haben."

______________________

"Was sind die Übel Zar Putins im Vergleich zum Kommunismus?"


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#7
30.07.2013
13:43:15
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von daVinci6667
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Antwort zu Kommentar #5 von Robin


Athleten wollen ihre Bühne. Ob schwul oder nicht, sie haben nicht umsonst trainiert um dann alles abzublasen.

Was die Aktivisten in Russland anbelangt, würde ein Boykottaufruf vermutlich mit schwersten Repressalien des Staates beantwortet. Die können wahrscheinlich auch nichts anderes sagen. Zudem fürchten sie wohl zurecht eine weitere Isolierung.

Ich denke weiterhin, nur Boykotte können was ändern. Auch wenn sie lange dauern.

Nichts tun oder endlos rumdiskutieren wo es nichts zu diskutieren gibt ist keine Option!


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#8
30.07.2013
14:06:21
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von Foxie
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Wie ich schon mal schrieb, am besten wäre, Sportler,. Gäste und Funktionäre (ja, vor allem die Sponsoren) zeigen bei jeder Gelegenheit Rainbow Flaggen und entsprechende Sticker! In jeder Rede eines Offiziellen soll gegen Homophobie klar Stellung bezogen werden.


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#9
30.07.2013
14:07:10


(+4, 4 Votes)

Von TheDad
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""Der schwule Eisschnellläufer Blake Skjellerup aus Neuseeland hält ebenfalls nichts von einem Verbot: "Ich habe volles Vertrauen, dass das Internationale Olympische Komitee für meine Sicherheit sorgt", so Skjellerup. "Ein Boykott würde nichts erreichen". Der 28-Jährige hat bereits angekündigt, sich einen Regenbogen-Pin bei der Eröffnung der Spiele anstecken zu wollen""..

BEIDE Ideen haben etwas..

Wer boykottieren will und sich das im Rahmen seiner Sponsor-Verträge auch leisten kann, sollte das als Sportler tun..

Wer wie Blake Skjellerup handeln will sollte sich von den Sponsoren mit Klamotten ausstatten lassen..

Schuhe, Socken, ganze Anzüge, Flaggen, Trickot´s in Regenbogenfarben würden die Spiele ziemlich bunt machen..

Weltweit sahen bis zu 3,5 Milliarden Menschen, also mehr als die Hälfte der damaligen Weltbevölkerung die Eröffnungsfeier von Vancouver 2010..

Das wird in Sotschi kaum anders sein, und eine Mannschaft die sich deutlich in Regenbogenfarben absetzt setzt ein deutliches weltweites Zeichen gegen Homophobie..


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#10
30.07.2013
14:07:15


(+2, 4 Votes)

Von stephan
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Zunächst: Ich muss da nichts boykottieren, da mich Sport nicht interessiert und es mir reicht, wenn ich mich selber fit halte! (Das verstehe ich unter Sport und nicht Entertainment!)

Aber auch dann wenn ich etwas mit dem Leistungssport anfangen könnte, würde ich weder als Teilnehmer noch als Zuschauer oder Journalist nach Russland reisen, genauso wie ich auch nicht in andere Länder reise, in denen es eine Rechtslage gibt, in der Homosexuelle verfolgt oder an ihrer freien Meinungsäußerung gehindert werden und auch nicht in Länder, in denen es die Todesstrafe noch gibt etc.

Kommunikation und das Sichtbarmachen von Homosexualität hat in den 'Schwellenländern' vielleicht einen Sinn, in den Ländern also, in denen es zwar keine Homopartnerschaft gibt, die aber auch nicht repressiv gegen LGBTIs vorgehen. Sicherlich aber ist der Dialog sinnlos in dem gesellschaftlichen Klima wie es zurzeit in Russland herrscht, wo man Gefahr läuft verhaftet zu werden, wenn man zu laut 'gay' sagt oder seinem Partner einen Kuss gibt!

Ich dachte, so viel hätten wir aus der Geschichte (Olympia '36) gelernt. Dialog? Mit wem? Mit einer Bevölkerung, die den Kurs von Putin und der widerlichen orthodoxen Popensippschaft weitgehend unterstützt? Das 'beherzte Eintreten' gegen Menschenrechtsverletzungen müssen wir gegenüber unserer Regierung zeigen und von dieser und jedem anständigen Menschen fordern, nicht aber von grölender, aufgebrachter Masse und Verbrecherregierungen. Das bringt nichts und fördert nur Wirtschaft und Tourismus in Verbrecherstaaten!

"Ich habe volles Vertrauen, dass das Internationale Olympische Komitee für meine Sicherheit sorgt"

Darum geht es gar nicht! Es geht um die alltägliche Sicherheit von LGBTIs in Russland. Selbst in Nazideutschland ruhte die Judenverfolgung weitgehend während der Spiele von '36 und ging danach mit steigender Brutalisierung weiter!

"Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte vergangene Woche erklärt, die russische Regierung habe zugesichert, dass ausländische Sportler und Besucher nicht vom Gesetz zur Homo-"Propaganda" betroffen seien."

Wohlgemerkt: 'ausländische Sportler und Besucher' und die schauen dann zu, wie die Menschenrechte der russischen LGBTIs mit Füßen getreten werden ... oder was? Solch eine Äußerung zeigt, wie bekloppt und egozentrisch das IOC ist, aber es passt in die Zeit, dass viele nur an die eigene Sicherheit denken!

Das Beste wäre, wenn alle halbwegs anständigen Staaten die Spiele boykottierten, aber wenn das nicht erreichbar ist, ist es dennoch falsch einfach zu leben zu agieren, als sei in den letzten Monaten in Russland nichts geschehen!

Jeder Teilnehmer, Besucher und Journalist bei den Spielen unterstützt, bejaht und akzeptiert die Menschenrechtsverbrechen Russlands!


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