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Generalstaatsanwalt Mark Dreyfus sieht kein Problem damit, schwule Flüchtlinge ins homofeindliche Papua-Neuguinea zu schicken

Australien gewährt Bootsflüchtlingen künftig kein Asyl mehr, sondern schickt sie nach Papua-Neuguinea. Schwule Asylbewerber müssen dort wegen ihrer sexuellen Orientierung mit 14 Jahren Haft rechnen.

Der australische Generalstaatsanwalt Mark Dreyfus hat am Dienstag erklärt, dass auch schwule Asylbewerber, die ohne Papiere per Boot ins Land kommen, wie alle anderen Flüchtlinge nach Papua-Neuguinea weitergeleitet werden. Dabei werde keine Rücksicht darauf genommen, dass der Inselstaat Sex zwischen Männern mit Gefängnis bedroht, erklärte der Politiker der sozialdemokratischen Labor Party.

Hintergrund ist ein vor einer Woche verkündetes Abkommen zwischen Australien und dem sieben Millionen Einwohner zählenden Papua-Neuguinea. Darin verpflichtet sich der Inselstaat, die Asylbewerber aus Australien aufzunehmen. Wird ihrem Asylantrag stattgegeben, dürfen die Flüchtlinge künftig in Papua-Neuguinea bleiben dürfen. Im Gegenzug für die Aufnahme der Flüchtlinge will Australien das Bildungs-, Gesundheits- und Justizsystem des Inselstaates unterstützen.

Die Flüchtlinge werden bislang oft von Schlepperbanden nach Australien eingeschleust. Die Regierung in Canberra kritisierte insbesondere einen zunehmenden Strom von "Wirtschaftsflüchtlingen" aus dem Iran und Sri Lanka.

Mit dem Abkommen will der sozialdemokratische Premierminister Kevid Rudd vor den Wahlen Stimmen sammeln, um der Law-and-Order-Rhetorik der Opposition etwas entgegenzusetzen. Derzeit liefert sich Rudds Labor Party ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der "Coalition", einem Mitte-Rechts-Parteienbündnis, die von der konservativen Liberal Party angeführt wird.

Australien fordert nicht Abschaffung des Homo-Verbots

Generalstaatsanwalt Dreyfus erklärte weiter, dass Australien erst Flüchtlinge nach Papua-Neuguinea schicken werde, wenn das Land die Institutionen und Einrichtungen dafür geschaffen habe. Allerdings werde Australien keinen Druck auf Papua-Neuguinea ausüben, damit das Land seine homophoben Gesetze ändere. Australien halte weiterhin seine internationalen Verpflichtungen ein, versicherte Dreyfus.

Derzeit bereitet Australien eine Zeltstadt für Asylbewerber im Inselstaat Nauru vor, in dem bis zu 5.000 Flüchtlinge vorübergehend unterkommen sollen. Auch dort ist Homosexualität verboten. Bereits jetzt leben in dem nur 21 Quadratkilometer großen Inselstaat mit 10.000 Einwohnern 500 Asylbewerber. Hier kam es vergangene Woche zu Unruhen.

In Papua-Neuguinea stehen auf "unnatürliche Delikte" bis zu 14 Jahre Haft. In der traditionellen christlichen Gesellschaft ist Homosexualität nach wie vor verpönt. Erst 2011 erklärte das Land auf eine UN-Anfrage, dass es keine Pläne gebe, Homosexualität zu entkriminalisieren. (dk)



#1 Fred i BKKAnonym
  • 30.07.2013, 15:38h
  • ....In der traditionellen christlichen Gesellschaft ist Homosexualität nach wie vor verpönt. Erst 2011 erklärte das Land auf eine UN-Anfrage, dass es keine Pläne gebe, Homosexualität zu entkriminalisieren.

    ...traditionellen kannibalistischen Gesellschaft...faellt mir da doch eher ein ....

    ....haetten die doch ALLE Missionare gefressen...

    dann waeren wir heute dort nicht verpoent
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#3 AdamAnonym
  • 30.07.2013, 15:49h
  • Also lehnt Australien Menschenrechte ab ......

    wiederlich was auf dieser Welt passiert
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#4 MarekAnonym
  • 30.07.2013, 16:04h
  • Ein Skandal, dass Schwule in Staaten abgeschoben werden, wo ihnen langjährige Haftstrafen, Folter oder sogar der Tod drohen...
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 stephan
  • 30.07.2013, 17:48h
  • Einerseits plant Papua-Neuguinea keine Entkriminalisierung von Homosexualität, andererseits will Australien das dortige Justizsystem unterstützen. (s. Artikel)

    Das hört sich danach an, als wolle man helfen die Verfolgung effektiver zu machen! Eine wirkliche Schande für Australien!
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#7 Harry1972Profil
  • 30.07.2013, 17:57hBad Oeynhausen
  • Die Idee, Flüchtlinge in Drittstaaten abzuschieben, in denen die Perspektiven für reine Wirtschaftsflüchtlinge deutlich schlechter sind, ist ansich nicht schlecht.
    Dann müssen die aber bitteschön auch sicherstellen, daß den Flüchtlingen dort kein Ungemach droht.

    Pervers sind mal wieder die Partnerstaaten Australiens, die sofort protestiert hätten, hätte es sich bei diesem Ungemach um Vergewaltigungen an Frauen und Kindern gehandelt oder Zwangsarbeit. Das die sogenannten zivilisierten Länder eklatante Menschenrechtsverletzungen in irgendwelchen Gegenden der Welt überhaupt dulden, ist das wirklich perverse daran.
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#8 TheDad
  • 30.07.2013, 18:05h
  • Antwort auf #6 von stephan
  • "Das Justizsystem unterstützen" kann in diesem Fall auch bedeuten :

    Mann baut mehr Knäste..

    Australien ist entstanden weil die Britische Krone ihre überfüllten Gefängnisse leeren wollte, und hat daher einfach tausende Häftlinge auf den Kontinent verfrachtet..

    Eigentlich ein erfolgreiches Konzept, das die Australier jetzt mit dem "Export" "illegaler" Wirtschaftsflüchtlinge konterkarrieren..

    Neben der Tatsache das kein Mensch irgendwo "illegal" sein kann, weil die universellen Menschenrechte ein Recht auf Leben umfassen das nicht ortsabhängig ist, ist Australien groß und auch reich genug um noch mehrere Millionen Flüchtlinge aufzunehmen, egal aus welchem Grund die nun letztlich in´s Land wollen..

    Mann sollte solchen Leuten wie dem australischem Generalstaatsanwalt Mark Dreyfus mal ein Gespräch mit der EU-Generalanwältin Eleanor Sharpston vermitteln..

    Sie könnte ihm sicher sehr gut erklären was für einen Schwachsinn Australien da plant..

    www.queer.de/detail.php?article_id=19613
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#9 TheDad
  • 30.07.2013, 18:16h
  • Antwort auf #7 von Harry1972
  • ""Die Idee, Flüchtlinge in Drittstaaten abzuschieben, in denen die Perspektiven für reine Wirtschaftsflüchtlinge deutlich schlechter sind, ist ansich nicht schlecht""..

    Den Satz solltest Du dringend überdenken..

    Von welcher "Perspektive" ist denn da die Rede ?

    Von der, die da nachfolgenden Flüchtligen klar machen soll, es lohne nicht zu fliehen, weil wir dich eh nicht an unseren gedeckten Tisch lassen werden ?

    Um Wirtschaftsflucht vollständig zu vermeiden muß Mann die Bedingungen in den Ländern verändern..

    Dazu sind wir nicht bereit, denn es würde unsere Profite erheblich mindern..

    Und niemand schiebt einen Brandenburger aus München ab der als Wirtschaftsflüchtling dort einen Job ergattert hat..

    Der Begriff ist bei uns nämlich sehr rassistisch besetzt, und wenn es nur unterbewußt ist..
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#10 Harry1972Profil
  • 30.07.2013, 18:44hBad Oeynhausen
  • Antwort auf #9 von TheDad
  • Es ist mir klar, daß ich mich auf dünnem Eis bewege.
    Natürlich soll ein Signal gesendet werden, daß es doch nicht so attraktiv ist, um die halbe Welt zu reisen und am Ziel auf Arbeit zu hoffen.
    Leider ist es tatsächlich so, daß Menschen Heimat und Familie nicht immer aus reiner Not verlassen, ihre Angehörigen aber durch ihr Wegbleiben in Not geraten können.

    Letztlich muss es darauf hinauslaufen, daß jeder Mensch überall auf der Welt leben darf. Utopia, ich weiß.
    Und natürlich müssen die Bedingungen in allen Ländern verbessert werden, aus denen die Menschen scharenweise flüchten, weil niemand flüchtet, wenn es zuhause schön ist. Klar.

    Ich schere mich wenig darum, wie Worte besetzt sind und vielleicht fange ich mir gleich nochmal einen ein, wenn ich sage, daß es Regelungen geben muss, die aktuelle Probleme erfassen und Sozialromantik von einer besseren Welt da eher hinderlich ist.
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