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  • 01.08.2013           48      Teilen:   |

Fußball-Liga

DFL-Chef gegen Coming-out

Artikelbild
Das Thema Coming-out im Fußball ist auch Thema im isländischen Film "Eleven Men Out"

Der Bundesliga-Chef befürchtet, dass schwule Fußballer mit einem Coming-out ihrer Karriere schaden könnten.

Reinhard Rauball, der Vorsitzende der Deutschen Fußball-Liga (DFL), hat schwulen Fußballprofis in der "Sport-Bild" empfohlen, sich nicht zu outen: "Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich einem Spieler noch nicht guten Gewissens zu einem öffentlichen Coming-out raten." Im Fußball sei die Entwicklung noch nicht so weit fortgeschritten wie in der Gesamtgesellschaft: "Hier gibt es noch eine Menge zu tun. Das ist beschämend, aber meine hundertprozentige Überzeugung, allen Sonntagsreden zum Trotz."

Erst vor zwei Wochen ist in der Bundeshauptstadt die "Berliner Erklärung" gegen Homophobie im Sport präsentiert worden (queer.de berichtete). Sie war von Politikern, Vereinschefs und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) unterzeichnet worden, allerdings nicht von der DFL.

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Fans sind das Problem

Reinhard Rauball ist Chef der DFL und Präsident von Vizemeister Borussia Dortmund
Reinhard Rauball ist Chef der DFL und Präsident von Vizemeister Borussia Dortmund

Rauball verwies im Interview auf das Coming-out des NBA-Stars Jason Collins (queer.de berichtete). Der Basketballer habe danach keinen Verein mehr gefunden. "Wenn ich einem 25-jährigen Fußball-Profi dazu raten würde, besteht genauso die Gefahr, dass dessen Karriere zu Ende ist", sagte Rauball. Nicht die Mitspieler seien das Problem, sondern die Anhänger: "Dass der Spieler bei Auswärtsspielen von den gegnerischen Fans die Akzeptanz bekommt, die er verdient, kann ich ihm nicht garantieren", sagte der 66-Jährige.

Derzeit gibt es im Profifußball der Männer weltweit nur einen offen schwulen Spieler: Der amerikanische Kicker Robbie Rogers outete sich im Februar diesen Jahres (queer.de berichtete). Wegen befürchteter Repressionen beendete er damals seine Karriere, erhielt aber so viel Zuspruch, dass er drei Monate später für die US-Erstligamannschaft Los Angeles Galaxy auf dem Platz stand (queer.de berichtete).

In Europa hat sich bislang nur der Brite Justin Fashanu während seiner aktiven Profi-Laufbahn geoutet – vor 23 Jahren. Das Coming-out beendete jedoch praktisch seine Karriere. Fashanu brachte sich weniger Jahre später unter mysteriösen Umständen um. (dk)

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Tags: fußball, sport, dfl, reinhard rauball
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Reaktionen zu "DFL-Chef gegen Coming-out"


 48 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
01.08.2013
12:11:20


(0, 8 Votes)

Von mezzo


Was mich wirklich interessiert ist wann FoXXXyness sein Buch über die überflüssigsten Kommentare der Weltgeschichte herausgibt. ;-)


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#2
01.08.2013
12:11:58


(+7, 9 Votes)

Von schwarzerkater
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das thema nervt total, typisch sommerloch!

wo sind denn ENDLICH die 10-12 bi- oder homosexuellen profifussballer, die ihre karriere schon beendet haben???
warum wird das "zwangsouting" immer wieder von aktiven spielern verlangt, wenn sich nicht mal die outen, die weder von fans noch von sponsoren druck bekommen würden?

geht mal raus aus eurem schrank, ihr ex-profis und klemmschwestern!


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#3
01.08.2013
12:21:59


(+9, 9 Votes)

Von Felix


"Der Bundesliga-Chef befürchtet, dass schwule Fußballer mit einem Coming-out ihrer Karriere schaden könnten."

Wenn Leute wie er das immer wieder herbeireden wollen, könnte das tatsächlich so kommen.

Dass es mit Unterstützung der Funktionäre kein Problem wäre, sieht man in anderen Ländern.

Dieser Herr hat wohl eher selbst ein Problem damit als dass er sich Sorgen um die Spieler macht.


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#4
01.08.2013
12:32:30


(+9, 9 Votes)

Von Marc


Wenn sich nur ein einzelner Spieler outen würde, wäre das vielleicht wirklich mit Repressionen verbunden.

(Wobei man sich auch noch fragen muss, ob die wirklich schlimmer wären als jahrelanges Versteckspiel und jahrelange Selbstverleugnung, was ja auch langfristig Auswirkungen auf die Psyche hat.)

Aber werden sich mehrere Spieler verschiedener Vereine gemeinsam outen, sähe das schon ganz anders aus. Dann könnte man auch nicht gegen die auswärtigen Spieler hetzen, weil man ja selbst auch einen schwulen Spieler hat.

Im übrigen:
Um diesen Befürchtungen entgegenzuwirken könnten die Verbände und Vereine ja auch endlich mal Richtlinien erlassen, die Homophobie in den Stadien ebenso ächten und bestrafen wie Rassismus...


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#5
01.08.2013
12:34:04


(+3, 7 Votes)

Von mezzo


Natürlich wird es der erste der sich outet schwer haben. Ich kann mir schon vorstellen wie die ganze Gegengerade "Schwuchtel, Schwuchtel, Hinterlader" brüllt. Aber ich kann mich auch noch daran erinnern wie bei den ersten Schwarzen in der Bundesliga Affengeräusche gemacht und mit Bananen geschmissen wurde. Das gibt es heute kaum noch, passiert aber leider immer noch. Dejenige, der sich zuerst outet hat dann erstmal im warsten Sinne die Arschkarte gezogen ist aber für zukünftige ein Vorreiter. Denn wenn er gut spielt und Tore schießt ist es irgendwann egal was auch immer er ist.


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#6
01.08.2013
12:35:38


(+9, 9 Votes)

Von Petter


Mit derselben Argumentation müsste man dann aber auch Farbigen verbieten, Fußball zu spielen. Denn die können aufgrund ihrer Hautfarbe auch Opfer von Beleidigungen und Hetze irgendwelcher Nazi-Fans werden...

Diese Begründung ist also absolut substanzlos und diskriminierend.

Die sollten lieber Homophobie von Zuschauern genauso hart bestrafen wie Rassismus (Stadionverbote, etc.). Dann hätte das auch sehr schnell ein Ende.


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#7
01.08.2013
12:36:35


(+4, 6 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #2 von schwarzerkater


""wo sind denn ENDLICH die 10-12 bi- oder homosexuellen profifussballer, die ihre karriere schon beendet haben???""..

So lange solche Leute an der Spitze der Profi-Ligen stehen wird sich das wohl auch nicht ändern..

Der bislang einzige Profi der sich geoutet hat ist Marcus Urban..

Ansonsten herrscht tiefes Schweigen im Walde..

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Urban


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#8
01.08.2013
12:38:29


(+7, 7 Votes)

Von Timon
Antwort zu Kommentar #4 von Marc


"Wobei man sich auch noch fragen muss, ob die wirklich schlimmer wären als jahrelanges Versteckspiel und jahrelange Selbstverleugnung, was ja auch langfristig Auswirkungen auf die Psyche hat."

Richtig!

Es ist besser, für das was man ist gehasst zu werden, als für das was man nicht ist geliebt zu werden.

Denn wenn man den Zuschauern eine Schmierenkomödie vorspielt, mögen sie nicht den Spieler, sondern die fiktive Figur.

Die Meinung von Homohassern kann und soll einem eh egal sein. Aber mit dieser Schmierenkomödie verarscht man auch seine echten Fans, die kein Problem damit haben, ob der Spieler schwul, hetero, bi oder was auch immer ist.


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#9
01.08.2013
12:40:05


(+9, 9 Votes)

Von Marius T


Statt Schwule zum Versteckspiel zu nötigen, sollte man lieber Homophobie im Fußball bekämpfen!

(So wie man es mit Rassismus ja auch erfolgreich macht.)


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#10
01.08.2013
12:41:42


(+6, 8 Votes)

Von Robin


Wie kommt es eigentlich, dass gerade der Fußball so viele Rassisten und Homohasser anzieht?

Diese rassistischen und homophoben Auswüchse erlebt man in anderen Sportarten gar nicht oder deutlich weniger!


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