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Witali Mutko will Homosexuelle bei der Olympiade verhaften lassen, falls sie ihre Sexualität in der Öffentlichkeit nicht verbergen

Der russische Sport- und Jugendminister stellt klar: Offen homosexuellen Sportlern oder Besuchern droht bei der Olympiade in Sotschi die Verhaftung.

Witali Mutko, der Minister für Sport, Tourismus und Jugendpolitik, hat am Donnerstag Spekulationen eine Absage erteilt, dass das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" während der Olympischen Sommerspiele 2014 in Sotschi ausgesetzt wird. "Niemand verbietet Athleten mit nicht traditioneller sexueller Orientierung, nach Sotschi zu kommen, aber wenn sie diese auf der Straße propagieren, werden sie dafür zur Verantwortung gezogen", sagte er der staatlichen Agentur R-Sport.

Sportler sollten "die Gesetze des Landes" respektieren, forderte Mutko weiter. "Kommen Sie nach Sotschi, aber bringen Sie keine jungen Leute ins Spiel und machen Sie keine Propaganda. Darum geht es".

Damit widerspricht der Politiker dem Internationalen Olympischen Komitee, das vergangene Woche erklärt hatte, dass die russische Regierung die Aussetzung des homofeindlichen Gesetzes während des zweiwöchigen Sportereignisses garantiert habe (queer.de berichtete). Das wurde nach dpa-Angaben erst am Dienstag von einem Sprecher des Vize-Ministerpräsidenten Dmitri Kosak bestätigt. Allerdings hat bereits ein Politiker, der ein entsprechendes Gesetz in St. Petersburg initiert hatte, erklärt, dass eine derartige Aussetzung nur vom Parlament beschlossen werden könne und es dafür keinen Anlass gebe (queer.de berichtete).

Das Gesetz gegen "Homo-Propaganda" ist in Russland Ende Juni mit der Unterzeichnung durch Präsident Wladimir Putin in Kraft getreten (queer.de berichtete). Damit kann jeder Mensch bestraft werden, der "Werbung" für "nicht traditionelle sexuelle Verhältnisse" unter Minderjährigen verbreitet. Das Gesetz hat zur Folge, dass praktisch jegliche öffentliche Diskussion über Homosexualität untersagt wird.

Homo-Aktivisten appellieren an IOC

Unterdessen hat eine Koalition von schwul-lesbischen Sportverbänden am Mittwoch das IOC aufgefordert, ein "Pride House" zu organisieren. Das war zuvor vom russischen Aktivisten Nikolai Aleksejew beantragt worden. Ein Gericht hat die Einrichtung mit Verweis auf das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" aber verboten. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Federation of Gay Games (FGG). Bei den letzten Winterspielen im kanadischen Vancouver war das "Pride House" ein Anlaufpunkt für lesbische und schwule Sportler und Fans. (dk)



#1 stephan
  • 01.08.2013, 15:50h
  • Damit ist nun etwas anderes als ein Boykott der Olympischen Spiele im Verbrecherstaat Russland nicht mehr möglich. Alles andere ist Augenwischerei und fauler Kompromiss, Schönreden von unmenschlichen Zuständen!
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#2 VolkerAnonym
  • 01.08.2013, 15:50h
  • Das russische Anti-Homo-Gesetz sagt aus, dass - ich zitiere - "jeder Mensch bestraft wird, der "Werbung" für "nicht traditionelle sexuelle Verhältnisse" unter Minderjährigen verbreitet."
    Soweit mir bekannt ist, hat Homosexualität eine sehr lange Tradition und dürfte doch dann nicht unter das Gesetzt fallen. Oder habe ich da was missverstanden?
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#3 Human RightsAnonym
  • 01.08.2013, 15:52h
  • "Sport ist ein Menschenrecht und sollte für alle ungeachtet von Rasse, Geschlecht und sexueller Orientierung verfügbar sein", teilte das IOC mit.

    Ist das alltägliche Leben auch ein Menschenrecht?

    Was für eine absurde, perverse "Debatte" ist das, die sich nur um die Anwendung oder Nichtanwendung des Gesetzes im Rahmen der Olympischen Spiele dreht?
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#4 Sabelmann
#5 stephan
  • 01.08.2013, 15:58h
  • Antwort auf #2 von Volker
  • Ich befürchte, dass sich kein russisches 'Gericht' auf derartige Sophistereien einlassen wird, weil der Dreckspöbel mit Assi-Putin an der Spitze, sich und ihre Heterosexualität für die Krone der Schöpfung und deshalb als immer schon einzig legitime Lebensform halten. Menschen mit Verstand gäben Dir sicherlich recht, aber bestimmt keine russischen Gerichte! Die sind nämlich nicht spitzfindig, sondern brutal, dumm und Putin-hörig!
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#6 FOX-NewsAnonym
  • 01.08.2013, 16:04h
  • Ich bin froh (gleichzeitig aber schockiert), dass der russische Minister das Ganze so klar stellt. Damit hat das IOC nicht mehr die Möglichkeit zu sagen, dass alles nicht so "schlimm" wäre wie berichtet. Je klarer und offener Russland diese menschenfeindliche und verachtende Propaganda aufrecht erhält, umso einfacher ist es sich international gegen die Spiele zu organisieren bzw. die Sponsoren unter Druck zu setzen.

    Hoffentlich bringt es was.
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#7 daVinci6667
  • 01.08.2013, 16:08h

  • "Der russische Sport- und Jugendminister stellt klar: Offen homosexuellen Sportlern oder Besuchern droht bei der Olympiade in Sotschi die Verhaftung."

    Falls es keinen Boykott geben sollte wünsche ich dem IOC dass möglichst viele schwule, lesbische aber auch solidarische heterosexuelle Sportler und Fans, am besten vor laufender Kamera und Millionenpublikum verhaftet werden.

    Danach werden sie es sich nicht mehr erlauben können Spiele an solch homophoben Staaten vergeben zu können. Auch die Fussball WM in Katar wäre dann vermutlich gestorben!

    Den russischen LGBTI würden endlich die nötige Aufmerksamkeit erhalten und Putin hätte einen verdienten diplomatischen Supergau!
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#9 FOX-NewsAnonym
#10 LorenProfil
  • 01.08.2013, 16:32hGreifswald
  • Mit seiner deutlichen Äußerung dokumentiert der russische Sportminister, wes Ungeistes Kind er selbst wie seine Regierung ist und dass die Menschenrechte Homosexueller in Russland außer Kraft gesetzt sind. Meiner Meinung nach sollte man die Spiele in ein anderes Land verlegen oder boykottieren, was der geldgeile IOC aber kaum machen wird. So bleibt die Hoffnung, dass charakterstarke Lesben und Schwule -Aktive, Zuschauer oder Besucher- ihren Protest gegen diese Menschenfeindlichkeit demonstrieren, sei es durch medienwirksamen individuellen Boykott oder andere Aktionsformen vor Ort.
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